Kyoryku Shite - Schulter an Schulter

GeschichteRomanze / P16
16.03.2011
22.07.2014
18
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Ich hasste es zu fliegen. schon als Kind wurde mir ganz flau im Magen sobald ich ein Flugzeug nur aus der nähe sah. Solange es mein Akku erlaubte schrieb ich mit meiner besten freundin. Doch so langsam verabschiedete sich die kleine Batterie in der unteren  rechten Ecke meines Bildschierms.

Akisa_°-°:  Wann kommst du an??

Harunii: Am Nachmittag bin ich am Flughafen.
              Ich werde  spätestens heute Abend da sein.
              Versuch dir  heute noch ne Mail zu schicken.

Akisa_°-°: Du “ Versuchst “!?
                 Auf jeden fall wirst du mir ne Mail schicken.
                 Da ich dich ja nicht abholen darf,
              musst du mich doch wenigstens auf dem Laufenden
halten=)))                                                          

Harunii : …. Du weist warum ich das nicht will.
             Vielleicht kommen SIE mich ja abholen.
             Ich möchte das die beiden die ersten sind wenn ich endlich nach                  
             Japan zurück komme.
             Das verstehst du doch^^

Akisa_°-°: Natürlich versteh ich das,
                mir wäre es allerdings lieber wenn wir uns nicht erst in der Schule                                  
                Wieder sehen würden.
                Das dauert noch ein ganzes Wochenende.

Harunii: Seit wann bist du denn so ungeduldig??
             Die 2 Tage werden wir auch noch schaffen ^^
             Hattest du nicht das letzte Mal  geschrieben das du am
             Wochenende eh  Keine zeit hättest!?
             Aikido Unterricht!?

Akisa_°-°: Ich bin nicht Ungeduldig-.-
                Und wenn doch, nur weil du es bist °.-
                 Ja, ich muss zum Aikido.
                 Ich würde es allerdings ausfallen lassen, musst nur was sagen.


Harunii : Was!!! Dein geliebtes Training, ausfallen lassen??
              Wer bist du und was hast du mit meiner besten Freundin gemacht!!
              Ohhh!!
             Sorry mein Akku gibt gleich den Geist auf.
             Wir sehn uns ciao Aki chan.

Akisa_°-° : Ok. Bis dann
                 
 
Nun war der Akku endgültig leer.
“ Na toll…” fluchte ich leise und klappte den Notebook Bildschirm runter.
Die dickliche Frau neben mir zischte herablassend und musterte mich scharf.
Hatte sie noch nie jemanden fluchen hören?   Ihre kleinen klobigen Finger erinnerten mich an  diese Würstchen die man an Hunde verfütterte.
Und dieses Rosa farbene kleid stand ihr überhaupt nicht. Sie sah aus wie miss Piggy aus der Muppet Show. Ich konnte mir ein kichern einfach nicht verkneifen.  Doch sobald es angefangen hatte wuchs es zu einem herzhaftem lachen heran. So laut hatte ich schon lange nicht mehr gelacht. Meine Sitznachbarin wusste sofort wer gemeint war. Empört Starrte sie mich an. Doch sie war nicht allein, die anderen Flugzeuggäste waren ebenfalls auf mich aufmerksam geworden. Ich versuchte mich zu beruhigen.  Fest presste ich eine hand gegen meinen mund. Ich kauerte mich auf meinem Sitzplatz zusammen und schaute aus dem kleinen Flugzeugfenster. Blau, nur das Blau des Meeres. Keine Wolken, keine Landschaften nur der blaue Ozean. Ich hoffte es würde ewig so weiter gehen. Ich fürchtete mich wieder zurück zu ihnen zu gehen. Es war so viel zeit vergangen. Und so vielpassiert.
Ich heiße Shichido Haru. Bin 15 Jahre alt und eigentlich ein ziemlicher Kindskopf. Seit der Scheidung meiner Eltern lebte ich in Sydney, Australien. Als ich 6 Jahre alt war verlies mein Vater meine Mutter und nahm mich mit sich. Mein Zwillingsbruder Ryou blieb bei ihr in Japan. Meine Mum hatte mich jede Woche angerufen. Ryou schrieb mir Briefe. Er gab mir immer wieder zu verstehen wie sehr er Dad hasste und das er mich bald zurück holen würde. Doch auf einmal kamen keine Briefe, auch Mum rief nicht mehr an. Und als hätte ich nicht genug damit zu tun das zu verarbeiten, stellte mir  mein Vater seine neue Freundin vor.   Sie war sehr nett zu mir. Für eine kurze zeit waren wir auch glücklich. Das änderte sich schnell als die beiden ein baby bekamen. Kurz nach der Geburt meiner Schwester Riko schoben sie mich in ein Internat ab. Am Wochenende lebte ich bei meiner Großmutter Sie war  uns nach Australien gefolgt. Jedes Wochenende war ein Traum. Dann änderte sich alles. Ich kam gerade von der schule da sah ich sie auf dem Küchenboden liegen. Mein Dad fand uns. Er wollte uns besuchen. Ich starrte ihn nur an und  weinte wie ein Schloss Hund. Er riss mich von ihr los. Schützend legte er seine arme um mich. Ich weis noch wie ich später den Sanitäter angebrüllt hatte, er solle sie zurückholen. Den Tag ihre Beerdigung werde ich wohl nie vergessen können. Ich streichelte sanft ihre Wange. Ich erzählte ihr wie schön sie in diesem kleid aussah und doch wusste ich das sie mich nicht hören konnte. Nur ich und mein Vater  standen  an ihrem offenen Sarg. Seine Freundin stellte sich neben mich.  Das, was sie dann zu mir sagte, konnte ich einfach nicht fassen.
“ Warum weinst du? Es ist doch alles deine schuld!!”
In diesem Moment hielt mich nichts mehr zurück. Meine Gefühle, die sich all die Jahre aufgestaut hatten, fanden nun den weg nach draußen. Ich holte aus und schlug mit voller wucht zu. Hatte ich das gerade wirklich getan, in diesem Moment wusste ich es nicht.
Sie schrie. Sie hatte alles kaputt gemacht. Wegen ihr hatte mein Vater meine Mutter verlassen. Ihretwegen wurde ich von meinem Bruder und meinen freunden getrennt. Bin nirgendwo wirklich zuhause. Und ich sollte schuld an dem Tot meine Großmutter sein??
Sie blutete im Gesicht. Meine Fingernägel hinterließen tiefe Kratzer.
“ Du mieses kleines…” sie stürmte auf mich zu.
“ Es tut mir leid, das..das wollte ich nicht.” stotterte ich. Mir tat es wirklich aufrichtig leid doch das hatte sie nun davon. Ich hatte mir lang genug die schuld für alles gegeben.
Ein brennender schmerz durchfuhr meine rechte Gesichts hälfte. Der Abdruck von Clarissas hand war deutlich zu erkennen. Ich starrte ihr in die Augen.  Ich würde nicht weinen, das stand fest. Clarissa wandte zuerst den blick ab und lief empört nach draußen. Mein herz bekam einen stich als mein Dad ihr dann auch noch hinterher lief.
In diesem Moment merkte ich wie fürchterlich einsam ich mich fühlte. Noch am selben Abend  schnitt ich mir mein altes leben für immer von der Seele. Ich sperrte die Badezimmer Tür zu.
Schnipp Schnapp. Ich schnitt meine Langen hellblonden harre ab. Sie reichten mir  nur noch einige Zentimeter übers Kinn.  
Ein völlig neuer Mensch.
Mein Vater stand am nächsten tag in meiner Tür.
“ du gehst zurück.”
“ wohin?”
“ Zurück nach Japan.”
Das war das letzte Mal das er mit mir sprach. Wäre Akisa nicht gewesen hätte ich das alles bestimmt nicht überlebt. Sie ist seit der kindergarten zeit meine beste Freundin. Selbst mein Umzug auf einen anderen Kontinent konnte daran nichts ändern. Wir blieben stets per Mail in Verbindung. Sie hielt immer ein wachsames Auge auf mich. Und berichtet mir immer wieder dinge aus dem leben meines Bruders. Er ist jetzt Stammspieler einer Tennis Mannschaft an einer berühmten Privat schule, die Akisa ebenfalls besucht. Ich werde sie nach diesem Wochenende auch besuchen. Das war das einzige was ich Dad niemals hätte vorwerfen können. Er hat sich stets um unsere Bildung gekümmert.
“ Geerte Fluggäste.  Wir werden in kürze Tokyo, Japan erreichen.
Um ihrer Sicherheit willen bitten wir sie sich wieder anzuschnallen.”
Nun war es amtlich. Es führte kein weg mehr zurück.
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Würd mich wahnsinnig über ein Review freuen^^
Ist Egal ob Kritik oder lob XP
schreib garantiert zurück X3
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