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Wonach ich mich sehne

von Neji-kun
GeschichteLiebesgeschichte / P12
Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
13.03.2011
13.03.2011
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13.03.2011 1.122
 
Es ging mir sehr schlecht.
Ich wünschte es wäre nicht so.
Seit ich mir im Klaren darüber war was wirklich in mir vorging, seit ER in mein Leben getreten war, wollte ich es einfach nur verdrängen.
Verdrängen was ich für ihn empfand.

Ich saß auf dem kalten Boden – umschlang meine Beine fest.
Ein eisiger Wind kam auf.
Ich fröstelte.
Mir stellten sich die Armhärchen auf.
Ich fühlte mich so einsam – im Stich gelassen.

Der Wind wehte mir durchs Haar.
Ich blickte auf zu den Sternen.
Es war wirklich eine wunderschöne sternenklare Nacht. Doch so furchtbar kalt.
Ich zitterte am ganzen Leib und wünschte mir in solchen Momenten, ich könnte ihm nah sein - seine Wärme spüren.

Den Kopf wieder senkend, schaute ich, in Gedanken versunken, auf den Boden -umklammerte mich noch mehr.
Grade stellte ich mir wieder einmal vor wie er vor mir stand und sanft seine Hand auf meine Wange legte – sie liebevoll streichelte.
Seine kalten und doch so wunderschönen silbernen Augen. Sein pechschwarzes Haar. Seine blasse Haut.
Allein wenn ich an ihn dachte, lief mir ein Schauer über den Rücken.
Wie sehr wünschte ich mir er wäre jetzt an meiner Seite…

Ich vergrub mein Gesicht in den Knien - kniff die Augen zu.
Meine Gedanken schweiften immer nur um ihn. Er hatte sich in mein Herz geschlichen.
Es schmerzte so sehr, weil ich wusste, dass es einfach nicht sein durfte.
Das es falsch war was ich empfand.

„Was ist mit dir?“
Eine tiefe Stimme ließ mich aus meinen Gedankengängen erwachen.
Ich schaute auf und sah in SEIN Gesicht.
Meine Mimik verwandelte sich in Verträumtheit.
Wie sehr ich doch seine Augen liebte.

Der Duras hockte sich vor mich. Sein Blick war besorgt.
„Magst du mir nicht sagen was dich bekümmert?“
Seine Mimik war so weich. So zärtlich.
Aber genau das war es was ich so an ihm liebte. Seine Fürsorge und das er immer für mich da war. IMMER.
Wie konnte ich das nur vergessen?
Ich konnte ihm alles anvertrauen. Aber das was mich jetzt beschäftigte… wie konnte ich ihm das nur sagen? Einfach mit der Tür ins Haus fallen und ihm sagen was ich für ihn empfand? Nein. Das konnte ich nicht machen. Es würde ihn sicher verunsichern.

Während ich ihm unentwegt ins Gesicht schaute und seinen liebevollen und so besorgten Blick sah, schlug mir das Herz bis zum Hals.
Wieso nur hatte es mir dieser Mann so sehr angetan?
Ich sehnte mich danach ihm nähr zu kommen.
Einmal seine Lippen berühren. Nur ein Mal. Und wenn es nur für ein paar Sekunden war. Es würde mich schon glücklich machen.

„Luca ich…“
Doch weiter kam ich nicht.
Der Mann vor mir hatte seine Hand auf meine Wange gelegt. Genau so wie ich es mir vorgestellt hatte.
Sanft strich er mit dem Daumen über meine kalte Haut.
Ich drückte meine Wange leicht dagegen. Es war so schön dies zu spüren.
Dabei schloss ich die Augen.
Luca machte keine Anstalten seine Hand zurückzuziehen.
„Yuki. Ich bin immer bei dir“, sprach er mit emotionsgeladener Stimme, was ich sonst gar nicht von ihm kannte.

Ich blickte ihn wieder an. Keine Ahnung warum, aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass er ahnte was mit mir los war.

Er nahm meine Hände und zog mich hoch.
Meine Beine zitterten etwas.
„Luca…“
Die Kälte um mich herum schien verschwunden zu sein.
Selbst wenn er mir nur gegenüberstand wurde mir ganz warm.

Der Blick des Duras wurde noch eine Spur weicher.
Seine Hände nahmen auf seinen Wangen platz.
Er kam mir nähr. So nah bis ich seinen Atem an meinen Lippen spüren konnte.
Mir lief ein Schauer über den Rücken.
Träumte ich?

„Ich bin immer bei dir. Egal was passiert“, flüsterte er, ehe er seine Lippen auf die meinen legte.
Unbemerkt kniff ich mir ins Bein.
Nein… ich träumte nicht. Er küsste mich wirklich.
Doch es dauerte nur Sekunden.
Luca löste sich wieder von mir und wandte mir den Rücken zu.
„Es tut mir leid, dass ich dich bedrängt habe.“
Er wollte ansetzen zu gehen.
Ich erschrak - wollte auf keinen Fall das er mich jetzt verließ. So packte ich ihn am Arm.
„Nein! Bitte geh nicht. Bleib bei mir“, flehte ich ihn an.

Der Schwarzhaarige drehte sich wieder zu mir um.
Mein Herz pochte heftig gegen meinen Brustkorb.
„Bitte lass mich nicht allein!“
Mein Atem ging schwer.

„Das tue ich nicht“, versprach er und legte seine Hand an meinen Hinterkopf, um mein Gesicht anschließend an seine Brust zu drücken.
Ich lauschte seinem Herzschlag. Es schlug ganz ruhig.
Dies beruhigte mich zunehmend.
Wie sehr hatte ich mir das gewünscht?
Er umarmte mich fest. Zu fest. Aber auch nicht grob. Es war eine - wie sollte man es ausdrücken? – beschützende Umarmung.
So eine schrecklich unbeschreibliche Geborgenheit hatte ich noch nie gespürt.
Jetzt war mir erst recht klar, schon nach diesem Kuss, dass ich ihn liebte.
Doch warum schmerzte es so sehr?

Ich schaute zu ihm auf. Blickte ihm tief in die Augen.
Meine Hände nahmen auf seiner Brust platz.
„Luca ich… ich… liebe dich“, brachte ich es endlich hinter mich.
Auf meine Wangen verfärbten sich leicht rot.

Auf Lucas Lippen bildete sich ein so liebevolles Lächeln, dass mir fast das Herz zerplatzte.
„Ich weiß…“ flüsterte er.
Ich spürte wie er meine Hand nahm und seine Finger zwischen meine klemmte.
Ich hatte keine Ahnung woher er wissen konnte, dass ich ihn liebte. Aber es war mir in diesem Moment auch so ziemlich egal.

Wir beide schauten uns lange an.
Bis Luca schließlich das Schweigen brach: „Ich werde dich nie verraten Yuki. Dir gehörte damals mein Leben und das tut es auch heute noch.“
Seine Worte ließen mir die Armhärchen aufstellen.
„Mein Leben… und mein Herz“, fügte Luca hinzu.

Seine Worte zauberten mir ein glückliches Lächeln auf die Lippen.
Ich wusste schon länger, dass ich in meinem früheren Leben eine Frau war. Und nachdem Luca mir dies nun gesagt hatte, wusste ich, dass wir damals bereits ein Paar waren.
Jetzt verstand ich zumindest, warum ich schon bei unserer ersten Begegnung so ein vertrautes Gefühl für ihn gehegt hatte.

„Luca…“
Wie ein kleines Kind das nach der Geborgenheit seiner Mutter schrie, schmiegte ich mich an ihn.
Fest legten sich Lucas Arme um meinen kalten Körper.
Aber kalt war mir nicht.
Ganz und gar nicht.
In seiner Gegenwart war mir warm.
Ich fühlte mich geborgen.
Glücklich.
Zufrieden.

Nie hätte ich auch nur darüber nachgedacht mich in einen Mann zu verlieben.
Aber es war geschehen.
Ich wusste nicht ob Luca und ich jemals ein richtiges Paar würden.
Aber zumindest war er bei mir; spendete mir Trost und Geborgenheit.

Ich schloss die Augen. Genoss die Wärme des Anderen.
Ich verlor mich völlig an ihm.
Bis ich seine sanfte Stimme vernahm: „Ich liebe dich auch… Yuki. Für immer.“
 
 
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