Immer auf den Kleinen

GeschichteHumor / P6
12.03.2011
12.03.2011
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Titel: Immer auf den Kleinen
Autor: Lady Charena (2007)
Fandom: Kung Fu TLC
Charaktere: Nickie J. Elder, Mary-Margaret Skalany, Janet Morgan
Thema: # 016. Lila  (100-ff-Challenge)
Word Count: 804
Rating: gen, Humor/Satiere
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Summe/Hintergrund: Nickie sucht Rat bei Mary-Margaret.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern (Warner, Michael Sloan). Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.




„Nickie! Hey, Nickie! Warte mal!“ Doch der Gerichtsmediziner achtete nicht auf Brodericks Rufe und schließlich kehrte der Desksergeant kopfschüttelnd an den Empfangstresen zurück.

Nicolas J. Elder steuerte zielstrebig Mary-Margarets Schreibtisch an. „Und?“, verlangte er ohne Begrüßungsfloskeln und baute sich vor dem verdutzten Detective auf.

„Und? Was und?“, fragte Mary-Margaret. „Dir übrigens auch einen guten Tag, Nickie.“

„Ja, ja. Guten Tag. Also was sagst du dazu?“ Nickie wedelte ungeduldig mit den Armen.

„Ich habe absolut keine Ahnung, von was du redest, Nickie.“ Skalany sah betont beschäftigt auf die Akte, an der sie gerade arbeitete. „Hast du den Yang-Autopsiebericht mitgebracht?“

„Jetzt sieh’ doch her.“ Nickie hielt ihr seine neue, lilafarbene Krawatte unter die Nase. „Die ist neu.“

Mary-Margaret bemerkte erst jetzt – ungläubigerweise – dass die Krawatte des Pathologen mit einem furchtbaren Siebziger-Jahre-Muster aus halbnackten Hula-Mädchen und Palmen bedruckt war. Auf einem lilafarbenen Hintergrund! „Äh... ja, nett“, erwiderte sie lahm. „Die ist neu?“

„Absolut“, entgegnete Nickie stolz. „Peter hat mir geholfen, sie auszusuchen.“

„Peter? Peter Caine?“, fragte Mary-Margaret ungläubig, denn normalerweise hatte Peter einen besseren Geschmack. „Hast du ihn irgendwie beleidigt oder einfach nur genervt?“

„Wieso?“ Zweifel bewölkten das Gesicht des Gerichtsmediziners. „Wie meinst du das?“

„Ach, nichts, nur so“, wiegelte Skalany sofort ab. „Lass’ mich raten, du fährst wieder in den Urlaub? Nach Hawaii?“

„Ja, woher weißt du das?“

„Tja, ich bin Polizistin, Nickie, schon vergessen?“ Außerdem flog er schließlich immer nach Hawaii. Mary-Margaret sah ihn fragend an. „Kann ich sonst noch was für dich tun?“

„Ich habe einen neuen Spruch, Mary-Margaret. Die Frauen sollen nur so auf einen fliegen. Und... da-da du doch eine Frau bist, w-wollte ich deinen Rat dazu hören.“ Wie immer, wenn er aufgeregt oder verlegen war, begann Nickie etwas zu stottern.

„Okay.“ Skalany legte endgültig ihren Kuli beiseite, lehnte sich gegen die Lehne ihres Stuhles zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. „Schieß’ los. Ich bin ganz Ohr.“

Nickie warf sich in Pose. „Also, er geht so...“, begann er. „Und du musst mir versprechen, dass du schonungslos offen bist, ja, Mary-Margaret?“

„Ich verspreche es.“ Skalany rollte mit den Augen.

„Gut... also... hier kommt er: ‚Schenk’ mir eine Minute. Stell’ dir vor, wir beide sind auf einer einsamen Insel gestrandet und seit Monaten hältst du mich auf Armeslänge von dir entfernt. In Lumpen und Asche, bar aller Schönheitsmittel, bin ich dennoch auf dich aufmerksam geworden...“ Nickie stoppte und sah Mary-Margaret erwartungsvoll an. „Und?“

„Und?“, wiederholte Skalany. „Das war’s?“

„Das war’s.“ Nickie wurde wieder unsicher. „Findest du ihn nicht... ich m-meine, was würdest du-du darauf antworten?“

„Geh’ mit einer Kokosnuss spielen, Nickie, ich habe zu arbeiten.“

Der Gerichtsmediziner wurde rot. „So schlimm?“, fragte er.

„Nickie, sei’ doch einfach du selbst.“ Mary-Margaret beugte sich vor und legte ihm eine Hand auf den Arm. „Und bitte, bitte lass’ dir nie wieder von Peter beim Krawattenkauf helfen.“

* * *

Eine Stunde später brachte Nickie den Yang-Autopsiebericht persönlich vorbei. Ohne Krawatte. Er hatte - während der Bericht abgetippt wurde - mit seiner Mutter telefoniert und ihr Urteil über die Hula-Mädchen war vernichtend ausgefallen.

Mary-Margaret saß nicht an ihrem Schreibtisch, also legte Nickie ihr die Mappe auf den Tisch und wollte wieder gehen. Peter saß ebenfalls nicht an seinem Platz und so ergab sich keine Gelegenheit zu einem kleinen Plausch, bevor er wieder in die kühlen Hallen des Leichenschauhauses zurück musste.

„Hey, Elder.“

Eine Hand landete auf seiner Schulter und Nickie dreht sich um. „Ha-Hallo, Morgan“, erwiderte er ziemlich kühl. Janet Morgan hatte eine scharfe Zunge und sie wetzte sie gerne.

„Hast du dich mit deiner Kokosnuss amüsiert?“, fragte Morgan freundlich und schob ihren Kaugummi in die Wange.

Nickie wurde rot. Offenbar hatte sie seine Unterhaltung mit Mary-Margaret gehört. „I-Ich, also ich...“, begann er.

„Hey, Morgan.“ Die Kavallerie in Gestalt Mary-Margaret Skalanys traf ein. „Schickt dich die Sitte schon wieder undercover auf den Strich? Oder ist das deine neue Dienstkleidung?“ Sie blickte spöttisch auf Janets sehr, sehr tiefen Ausschnitt.

„Ich habe ein Date“, erwiderte Morgan schnippisch. „Aber davon verstehst du ja nichts, nicht wahr, Schätzchen? Wie ich gehört habe, gehst du ja immer noch mit diesem Priester aus, Peter Caines Vater.“ Sie stöckelte davon.

Nickie sah Mary-Margaret an. “Danke”, sagte er leise.

Skalany hakte den Pathologen unter. „Hör’ mal, wir haben doch schon Feierabend. Was hältst du davon, wenn wir ins Chandler’s gehen und uns etwas ausdenken, wie wir Peter den Scherz mit deiner Krawatte heimzahlen?“

Ende
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