Kein Weg Zurück

GeschichteDrama / P18 Slash
Kermit Griffin Kwai Chang Caine
11.03.2011
11.03.2011
4
13411
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Titel: Kein Weg zurück
Autor: Lady Charena (2007)
Fandom: Kung Fu TLC
Charaktere: Kwai Chang Caine, Kermit Griffin
Pairing: Kwai Chang Caine/Kermit
Thema: # 087. Leben (100-ff-Challenge)
Word Count: 12517
Rating: NC-17, h/c, slash
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len fürs betalesen.

Summe: Kermit und Caine verbindet etwas mehr als nur die Freundschaft des Ex-Söldners zu Peter, dem Sohn des Shaolinpriesters. Doch weder lässt sich die Vergangenheit ungeschehen machen – noch kann man die Zeit zurückdrehen.

Warnung: Tod eines OCs

Bezug auf Aussagen und Zitate aus den Folgen „Lauries Friend“ (Caine und sein Doppelgänger), „Only the strong survive“ (Caine und der Kidnapper), „Tournament“ (Caine und die Insel im Strom) und „Dragonswing Part 1“ (Caine und die sieben Aufrechten Teil 1). Den Rest der Geschichte um Rykkers Sohn, sowie Kermits Verwicklung damit, ist frei erfunden. Kurzbeschreibungen finden sich am Ende der Story.


* // * // * markieren Erinnerungen


Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Die verwendeten Songtexte stammen von Wolfsheim.



***************************
...und könnt ich doch
nur ein einziges Mal
die Uhren rückwärts drehen
denn wie viel von dem
was ich heute weiß
hätte ich lieber nie gesehen...
***************************



Nachdem der letzte Ton verklungen war, verharrte Caine einige Zeit reglos, die Flöte noch an den Lippen, obwohl seine Meditation bereits beendet war.

Er erlaubte seinen Gedanken freien Lauf und fragte sich, ob es den beiden Frauen in New York gut ging. Lee Sung mochte verhaftet worden sein, doch er gehörte einem mächtigen Tong an und obwohl Serena sich weigerte, gegen den Mann auszusagen, an dessen Seite sie mehr als dreißig Jahre gelebt hatte, war sie noch immer nicht vor seiner Rache sicher. ‚Dein Tod wird ihn umbringen.’ Das waren Lee Sungs Worte gewesen, als er das Schwert gegen Serena richtete – Worte, die Caine niemals würde vergessen können...

Peter hatte ihm am Morgen einen Brief von Maia vorbeigebracht, an den Serena einen kleinen Absatz für Caine angefügt hatte. Ihre Worte waren nicht weniger sorgfältig gewählt gewesen als in dem Abschiedsbrief, den sie ihm einst hinterlassen hatte. Und wie damals hatten sie nichts von dem verraten, was sie wirklich dachte. So unerwartet und schön es gewesen war, seine frühere Geliebte und ihre Tochter wieder zu sehen, so schmerzhaft waren auch die wieder in den Vordergrund tretenden Erinnerungen an ihren Verrat. In der Nacht, in der sie ihn verlassen hatte, war für den jungen Kwai Chang Caine eine Welt zusammengebrochen. Er konnte damals nicht wissen, dass er wenig später Laura, seine spätere Ehefrau und Peters Mutter kennen und lieben lernen würde. ‚Es wird eine gemeinsame Zeit für uns kommen’, hatte Serena beim Abschied gesagt, doch diese Worte hatte er schon zu oft gehört.

Manche Wege mochten sich kreuzen, doch zurück... führt keiner davon.

Er sah auf das Lichtermeer der Stadt. ‚Nach was suchst du nur da draußen?’ Connies Stimme klang in seiner Erinnerung so klar, als würde sie nun direkt neben ihm stehen. ‚Wenn ich es finde, werde ich es wissen.’ Ihr Brief hatte nach seiner Rückkehr aus Kanada auf ihn gewartet, sie erinnerte sich noch an seine Abschiedsworte.

„Hast du gefunden, was du gesucht hast?“ Der Schatten eines Lächelns spielte um seine Lippen, als ihm bewusst wurde, dass er laut aus Connies Brief zitiert hatte. Eine Frage, auf die es keine Antwort gab... Der Umschlag, prall gefüllt mit vielen Seiten, auf denen sie berichtete, wie ihr Leben seit ihrer Trennung vor mehr als dreizehn Jahren verlaufen war – und den Bildern ihrer Kinder – lehnte an einem Blumentopf. Connie klang glücklich und auf den Fotos strahlte sie. Sie hatte den Koch (‚Ben sagt, du wärst der beste Tellerwäscher gewesen, den er je hatte’) geheiratet und mit ihm zwei Töchter und einen Sohn - er war jetzt zwölf, wie Peter... damals...

Merkwürdig, wie manchmal die Geister der Vergangenheit sich gegenseitig jagten. Zuerst das Zusammentreffen mit Kinasay, das Erinnerungen auch an Connie geweckt und ihn an sein Versprechen gemahnt hatte, sie wissen zu lassen, wo er sich aufhielt. Er hatte die Postkarte abgeschickt, ohne zu wissen, ob sie noch in Chillicothe lebte. Dann die Auseinandersetzung mit Peter über seine Schweigsamkeit, die alles betraf, was er während der fünfzehn Jahre ihrer Trennung erlebt hatte. Und schließlich Chans mysteriöse Einladung zu Lee Sungs Kampfsportturnier und das Wiedersehen mit Serena und Maia...

Caine fühlte sich plötzlich sehr müde. ‚Hast du gefunden, was du gesucht hast?’ Er hatte Kaiser Sing Ling beschützt und die Ehre seiner Linie wiederhergestellt, er hatte Peter wiedergefunden und einen Platz in der Gemeinde in Chinatown erlangt. Zum ersten Mal seit der viel zu kurzen Zeit mit Laura hatte er wieder ein Zuhause. War es das, was er gesucht hatte?

Er lehnte die Flöte an die Balkonbrüstung und stand auf. Als er ins Loft trat, ließ er die Balkontüren offen, die Nachtluft war mild und besänftigend. Auf seinem Arbeitstisch stand noch die Flasche mit Lo Sis ‚Familienrezept’, die ihm der Ehrwürdige früher früh am Abend mit den Worten, dass man ‚einem so alten Mann wie ihm, eine Tasse Tee um die alten Knochen zu wärmen’ nicht verweigern dürfe, vorbeigebracht hatte. Er hatte den Tee serviert, jedoch auf Lo Sis spezielle, hochprozentige Zutat verzichtet, deren Wirkung er bereits früher zu spüren bekommen hatte. Sehr zum Amüsement seines Meisters, der sich leise lachend eine großzügige Dosis davon in den Tee goss. Caine strich mit den Fingerspitzen die Flasche entlang. Für einen Moment huschte ein Lächeln über sein Gesicht, als er an Peters Bemerkung dachte, dass Lo Si besser keine brennende Kerze neben die Teekanne stellen solle, von der ihm der Ehrwürdige berichtet hatte.

Dann hob er lauschend den Kopf. Jemand befand sich auf der Treppe, bewegte sich zögernd in seiner Wohnung. Die Präsenz war vage vertraut... es handelte sich weder um Peter noch um Lo Si... doch auch nicht um einen Feind. Die Schritte stoppten kurz am Ende des Korridors, wo sich der Durchgang zum Hauptraum, in dem er sich aufhielt, befand. Einen Moment später erschien ein förmlich gekleideter Mann im Türrahmen, die Augen hinter einer Sonnenbrille mit dunkelgrünen Gläsern verborgen.

Die Geister der Vergangenheit kamen heute Nacht wohl nicht zur Ruhe. Caines Hand fiel zurück an seine Seite, dann verschränkte er die Finger ineinander und verbeugte sich leicht in Richtung seines späten Besuchers. „Kermit.“



***************************
...nicht jeder Abschied heißt
es gibt auch ein Wiedersehen...
***************************



Police Detective Kermit Griffin nahm langsam die Sonnenbrille ab und steckte sie in die Brusttasche seines Anzuges. „Hallo, Caine“, sagte er leise.

Dann schwiegen beide Männer wieder. Kermit sah sich in der Wohnung des Priesters um, sein Blick streifte die Regale mit Caines Apotheke, die Kräuterbüschel, die von der Decke hingen, die diffuse Beleuchtung in Form von ein paar Kerzen - während Caine den Ex-Söldner musterte. Da der Shaolin Peter gelegentlich auf dem 101. Revier besuchte, waren sie sich dort bereits mehrfach begegnet. Doch weder der Priester, noch der Detective, hatten zu verstehen gegeben, dass sie einander bereits früher begegnet waren.

„Als ich ins 101. zurückkehrte, hattest du gerade die Stadt verlassen. Peter war... er war völlig verändert. Berichtete mir von seinem Vater... Selbst Paul war schwer von dir beeindruckt. Als ich dein Bild in den Akten sah...“ Kermit wandte den Blick wieder Caine zu. Er räusperte sich. „Wenn ich nur vor vierzehn Jahren gewusst hätte, dass Peter dein Sohn ist... dann hätte er zumindest erfahren, dass du lebst. Vielleicht hättet ihr euch viel früher wiedergefunden. Aber Rykker verwendete niemals deinen vollen Namen und ich nahm an, ‚Caine’ wäre ein Deckname, wie...“

„Wie Phoenix?“, entgegnete Caine mit der Andeutung eines Lächelns.

Kermit zuckte mit den Schultern. „So hat mich seit Jahren niemand mehr genannt, nicht einmal Paul...“ Er bemerkte, dass sich Caines Augen bei der Erwähnung von Peters Pflegevater leicht verengten, beschloss jedoch, nichts dazu zu sagen. „Ich habe dich niemals mit dem verstockten, eigensinnigen Bengel in Verbindung gebracht, den Paul damals kurz nach unserer Rückkehr bei sich aufnahm.“

„Peter spricht mit sehr viel... Zuneigung und Hochachtung... über dich. Du hast dich wie ein großer Bruder um ihn gekümmert.“

Wieder zuckte der andere Mann mit den Schultern. „Peter ist... ein Freund. Und es gibt nicht viele Menschen, die ich so nenne. Aber ich bin nicht hier, um über deinen Sohn zu sprechen.“

Caine verbeugte sich leicht in seine Richtung. „Das habe ich auch nicht angenommen.“

Kermit lächelte flüchtig. „Nein - du weißt immer, was die Menschen denken oder tun werden, nicht wahr?“ Seine Stimme war neutral, es lag keine Bitterkeit darin, kein Sarkasmus.

Dennoch wandte der Priester den Blick ab. „Ich werde uns Tee machen.“

„Das ist nicht nöt...“ Kermit unterbrach sich, denn er sprach zu einem leeren Raum. Caine war bereits verschwunden.

* * *

Kurze Zeit später saß Kermit mit Tee, den er nicht mochte, unbehaglich auf einem Stuhl, obwohl er es vorgezogen hätte, auf und ab zu gehen. Einige Schritte von ihm entfernt hatte der Priester auf einer erhöhten Plattform neben den Balkontüren im Schneidersitz Platz genommen. Eine dünne Matte bedeckte das gemauerte Postament und laut Peter schlief sein Vater auch darauf. Kermit hatte einige Erfahrung mit unangenehmen Schlafgelegenheiten, und diese hier sah äußerst unbequem aus. Dann erinnerte sich Kermit daran, dass er den Shaolin bereits in einer kalten Nacht auf nacktem Stein problemlos hatte schlafen sehen.

Er räusperte sich und das Geräusch klang in der Stille des Raumes so laut, dass er deswegen fast selbst zusammen gezuckt wäre. Aber auf Caines Gesicht spiegelte sich nur Gleichmut. „Ich... brauche wohl nicht zu fragen, ob du etwas... Stärkeres als Tee hast?“, fragte Kermit, nur um irgendetwas zu sagen. Er wusste sehr wohl, dass der Shaolin es vorzog, keinen Alkohol zu trinken.

Caine nickte in Richtung eines Tisches, der mit verschiedenen Behältern, einem Mörser, einem merkwürdigen Schneidapparat, der aussah, als stamme er aus dem vorigen Jahrhundert und diversen anderen Gegenständen, die Kermit nicht benennen konnte, bedeckt war. „In der blauen Flasche“, fügte er hinzu.

Sieh’ an, es gab Wunder, dachte Kermit trocken und stand auf. Er stellte seine Tasse ab, zog den Korken aus der Flasche und roch daran. „Was ist das zum Teufel?“, fragte er, als ihm der scharfe Geruch von Hochprozentigem in die Nase stach. Er wandte den Kopf halb, um Caine anzusehen. „Ich dachte, du trinkst keinen Alkohol.“

Der Priester zuckte mit den Schultern. „Ein Familienrezept von Lo Si. Er... spricht davon als... Medizin... doch ich denke, sie wird dem entsprechen, was du suchst.“

„Lo Si, hm?“ Caine gab offensichtlich wirklich ungern eine direkte Antwort. Aber bislang hatte er Peters Klagen über die Rätselhaftigkeit seines Vaters immer nur auf dessen Unverständnis geschoben. Er wandte sich ab und goss vorsichtig etwas von der klaren Flüssigkeit in seine Tasse. „Nach allem, was ich über den Alten gehört habe, sollte ich das vielleicht nicht trinken“, grinste er schief. Er schob den Korken wieder in die Flasche, nahm die Tasse in die Hand und roch misstrauisch daran. Als er Caine leise lachen hörte, drehte er sich rasch um.

Für einen Moment verschwand die ausdruckslose Maske vom Gesicht des Shaolin, als er amüsiert antwortete: „Lo Si ist Apotheker, kein Giftmischer.“

„Da gibt es einen Unterschied?“, entgegnete Kermit trocken und hielt das kostbare Gefäß mit beiden Händen, während er sich auf einen Stuhl setzte.

„Du erinnerst dich nicht daran?“ Caines Stimme war wieder neutral, sein Gesicht unlesbar. Er nippte an seinem eigenen Tee, stellte dann die schlichte Schale beiseite.

Der kurze Moment der Heiterkeit war vorbei und Kermit spürte, wieder seine Anspannung. „Doch. Natürlich.“ Er berührte unwillkürlich seinen Oberarm. „Ohne deine Kräuter und deine medizinischen Kenntnisse hätte ich meinen Arm vielleicht verloren.“

Caine schüttelte den Kopf.

Einen Moment lang hatte Kermit wieder diesen bitteren Geschmack im Mund, eine Mischung aus Blut und den Kräutern, die Caine ihm gegeben hatte, um eine Infektion zu bekämpfen und die Schmerzen zu lindern. „Du hast mir in dieser Nacht das Leben gerettet – nicht nur mit deinen Kräutern.“ Entschlossen hob er seine Tasse und nahm einen tiefen Schluck, um den schlechten Geschmack der Vergangenheit wegzuspülen – und rang, von dem die Luftröhre betäubenden, beißenden Geschmack halb erstickt, verzweifelt sofort wieder nach Luft. „Das Zeug hat’s aber in sich“, konnte er sich nicht verkneifen zu bemerken, aber Caines Gesicht zeigte darauf kaum eine Reaktion. Nur in seinen Augen huschte kurz ein undeutbares Funkeln.

„Das hat Peter auch gesagt.“

Kermit stellte vorsichtig die Teeschale wieder auf den Boden. „Du... hast ihm nichts davon erzählt, dass wir uns kennen.“ Der Priester sah ihn nur an und dennoch fühlte Kermit sich sofort, als müsse er sich verteidigen. „Okay, ich habe es ihm ebenfalls verschwiegen. Er... ich habe irgendwie das Gefühl, ihn zu enttäuschen, wenn ich ihm mitteile, dass ich vor vierzehn Jahren einen Mann getroffen habe, der sich jetzt als sein Vater herausstellt herausgestellt hat. Und den ich... nie vergessen habe. Ich erinnere mich an alles, was damals geschehen ist, Caine.“

Ein schwaches Lächeln spielte um die Lippen des Priesters – oder vielleicht war es nur das Spiel der leise flackernden Kerzen. „Es war... nichts.“

Kermit hatte den Eindruck, er sollte sich von Caines Worten verletzt fühlen... getroffen... aber er spürte merkwürdigerweise keine Reaktion. Die spärlichen Ruinen seiner Gefühlswelt blieben unerschüttert. Er beugte sich vor, legte die Unterarme auf die Oberschenkel und sah zu dem Priester auf. „Ich glaube, du hast zu Blaisdell gesagt, dass Shaolinpriester nicht lügen“, entgegnete er sanft.

Caine stand auf und verließ die Plattform. Einen Augenblick lang dachte Kermit, er würde zu ihm kommen, doch der Shaolin wandte sich den Balkontüren zu und schloss sie. Er blieb dort stehen, die Hand auf dem Türgriff. „Es ist keine... Lüge. Nur eine unterschiedliche... Bewertung... der Ereignisse.“

Kermit seufzte. „Ich denke, ich verstehe allmählich, warum sich Peter so über deine Rätselhaftigkeit aufregt.“

„Du hast gesagt, du bist nicht gekommen, um über meinen Sohn zu sprechen.“

Der Ex-Söldner studierte Caines Rücken. „Das stimmt“, gab er zu. „Als ich mit Laurie das Phantombild erstellte... dein Gesicht tauchte wie in einem Traum vor mir auf dem Bildschirm auf... und genauso war es auch mit den Erinnerungen. Und als Peter dich dann holte, du hast nicht einmal ‚Hallo, Kermit’, gesagt.“ Er sah, wie der Priester den Kopf senkte.

„Hallo, Kermit.“

Der Tonfall... oder vielmehr die damit verbundene Erinnerung... ließen Kermit das Blut in die Wangen treten, etwas das ihm seit frühester Kindheit nicht mehr passiert war. Er setzte sich ruckartig auf.

„Diese Nacht ist... so voller Erinnerungen. Viele davon sind schmerzvoll, manche unehrenhaft... wenige erfreulich“, sagte Caine leise.

„Und die Erinnerung an mich?“ Kermit konnte der Versuchung, die Frage zu stellen, nicht widerstehen – auch wenn er nicht sicher war, ob ihm die Antwort des Priesters gefallen würde.

„Sie ist... unerwartet stark.“ Caine wandte sich um und lehnte sich gegen die Balkontür. Gegen die Dunkelheit hob sich seine schwarze Kleidung kaum ab und so schien es fast, als schwebe sein Gesicht vor dem Lichtermeer da draußen. Die braunen Augen reflektierten die Flammen der Kerzen.

Wie von einem unsichtbaren Strang gezogen, stand Kermit auf und ging auf den Priester zu. Er stoppte erst, als er dicht genug vor Caine stand, um ihn fast zu berühren. „Wie stark?“, fragte er leise.

Statt einer Antwort hob der Shaolin die Hand und legte sie an Kermits Wange. Der Ex-Söldner hielt den Atem an und schloss die Augen, als das Kribbeln, das von Caines Berührung ausging, sich in seinem ganzen Körper ausbreitete. Spürte Skalany das, wenn Caine ihre Hand hielt? War sie deshalb so verliebt in den Shaolinpriester? Spürte Peter es, wenn sein Vater ihn berührte? Oder war es nur für Kermit, nur aufgrund dessen, was in der Vergangenheit geschehen war...?
Review schreiben