Leonessa-Firework

von kathi1314
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Leon Vanessa
27.02.2011
22.07.2013
20
36961
10
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Hey Leute :)
Hab mich kurzerhand entschlossen eine neue FF zu beginnen, die mir heut Nacht durch den Kopf schoss.
Sie spielt-wie so oft bei mir- nach dem 4. Teil der wilden Kerle, die jetzt aufgebrochen sind, um den Horizont zu jagen.
Mehr wird noch nicht verraten, einfach mal lesen ;)
Freue mich auf eure Reviews xD
hel kathi

Nessi‘ s Sicht:


„Vanessa? Brauchst du Hilfe?“, ertönte Leons mittlerweile ziemlich männlich gewordene Stimme.
„Ne“, war meine simple Antwort.
Ich war gerade dabei, mein Zelt aufzubauen und hatte ziemlich damit zu kämpfen. War doch bloß ein schlichter schwarzer Fetzen, der an einer im Boden steckenden Stange befestigt wurde, um Schutz vor Wind und Wetter zu bieten.
Aber nein, ich konnte nicht mal das einfachste Zelt der Welt aufbauen, ich war echt zu dämlich! Für alles! Für jeden! Besonders für Leon.
Der lachte sich jetzt bestimmt tot über mich, weil ich doch tatsächlich dachte, er hätte Gefühle für mich. Weil ich, bevor er gefahren war, versucht hatte, ihm eine Liebeserklärung zu machen. Es tat weh, dass er mich mitten darin unterbrochen hatte, sehr weh sogar. Ganz tief drin zerfraß mich dieser Schmerz, doch ich wollte ihn nicht wahrhaben.
Ich versuchte, den Schmerz in Wut zu verwandeln oder in Hass, aber es gelang mir nicht.
„Ich brauche dich!“, hatte er gestern Abend gesagt, als ich ihn zur Rede stellte, zumindest einigermaßen. Ich brauche dich. Ich brauche dich. Ich brauche dich.
Die Worte hallten in meinem Kopf und prallten immer wieder zurück. Verdammt, ging das denn nicht genauer?
Wozu brauchte er mich? Allgemein? Oder einfach nur zum Fußballspielen? Oder gar, um nicht als Loser vor dieser Horizon dazustehen? Zum Angeben? Wohl kaum, ich war doch sicher keine Freundin zum Angeben. Keine, auf die man stolz sein konnte. Ich war eine miese Freundin. Die ihrem was-auch-immer-Freund-oder-nicht nicht genug vertraute. Eine, die extra verlor, obwohl sie wusste, dass er das nicht wollte. Dass er das hasste. Dass er sie jetzt hasste!
Ich hatte ihm bei diesem Gespräch gestern auch vorgeworfen, dass er in Horizon verliebt sei, und hatte fest mit Gegenwehr gerechnet. Aber dieser Typ sagte mir doch tatsächlich die Wahrheit.
Er sagte, dass er sie bewundere, dafür, dass er nie eine stärkere Gegnerin hatte. Um ehrlich zu sein war ich da ziemlich baff, aber natürlich viel zu stolz um das zuzugeben.
Jetzt  wo ich darüber nachdenke…er hat mich eigentlich noch nie angelogen. Er war immer ehrlich. Immer. Welcher Junge konnte das schon behaupten?
Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, denn ich spürte etwas Warmes auf meiner linken Schulter. Ohne zu wissen, wer hinter mir kniete, durchströmte mich sofort ein Gefühl des Glücks und meine Schulter kribbelte wie verrückt. Das war ER, das musste Leon sein. Und er war es, wie ich feststellte, als ich mich umdrehte.
Eigentlich war ich ja wütend auf ihn, sehr wütend, aber als seine braunen Augen den meinen so nah waren fühlte ich nichts außer purer Liebe. Dem Anführer entwich ein Grinsen, offenbar hatte er meine Stimmungsschwankung bemerkt. „Na?“, fragte er leise. „Bist du sicher, dass du nicht doch Hilfe brauchst?“ Ich zog kurz die Augenbrauen zusammen und sah mich um. Ich saß mitten auf einer Wiese, in einer Hand hatte ich die Zeltstange, die andere war gefährlich nahe bei Leons.
Irgendwie begriff ich immer noch nicht, worum es ging. Leons Grinsen wurde noch breiter, ohne ein Wort nahm er mir die Stange aus der Hand und baute in Windeseile und -zugegeben-sehr geschickt mein Zelt auf. Ich saß wortlos am Boden und schaute ihm zu.
Als er fertig war bedankte ich mich kurz, er lächelte nur kurz und meinte dann: „Du solltest jetzt  schlafen, tun die anderen auch.“ „Ähhhh ja klar, schlafen, türlich, jaaaa“, druckste ich herum, was ihn erneut zum Lächeln brachte. Er hielt mir seine Hand entgegen und half mir auf. In dem kurzen Moment, wo sich unsere Hände berührt hatten merkte ich, wie die Schmetterlinge in meinem Bauch eine Party feierten und wild auf und ab zu flattern begannen. „Gute Nacht“, flüsterte er leise und verschwand im nächsten Moment auch schon in seinem Zelt.
Auch wenn ich noch so wütend auf ihn war, er ging plötzlich so liebe- und rücksichtsvoll mit mir um, das brachte mich zu einem verliebten Lächeln, mit dem ich einschlief.

Am nächsten Morgen wurde ich von einem quietschenden Nerv und einer lachenden Klette geweckt.
Der jüngste Kerl rannte schreiend durch das Lager und ihm hinterher eine belustigte Klette. Offenbar hatte sie ihn mit einer Gummischlange erschreckt. Kleinkinder eben, die waren ja so kindisch.
Wütend auf Grund des wenigen Schlafs, den ich bekommen hatte schlürfte ich nach draußen.
Alle anderen waren schon wach und versammelten sich um Marlon und Horizon, die auf ihren Maschinen saßen, die Helme aber noch am Lenker hängen hatten.
„Hey“, stöhnte ich müde und genervt und bekam ein einstimmiges „Morgen Nessi“ zurück.
Grinsend wand ich mich an die Nummer 10. „Was wird das denn?“ erkundigte ich mich und deutete auf sein Motorrad. „Oh Nessi, weißt du Horizon und ich haben beschlossen auszusteigen um mehr für uns zu sein“, entgegnete er trocken. Ich starrte ihn perplex an. „Wie was, wieso, ich meine, ihr könnt doch hier auch unter euch sein und so, dafür müsst ihr nicht weg, also, das funktioniert ja auch bei mir und Le-“. Abrupt brach ich ab und biss mir schnell auf die Unterlippe als ich merkte, dass ich das letztere grade fast laut ausgesprochen hatte. Aber den verwirrten Blicken der Kerle, allen voran Leons Blick zu urteilen wussten sie, was ich meinte. „Jaaaaaaaa, es tut uns wirklich sehr Leid Vanessa, aber wir wollen unser Leben zusammen verbringen und ehrlich gesagt fühl‘ ich mich ein bisschen zu alt…“ erklärte Horizon. Ich schluckte hörbar. Marlon war einer meiner besten Freunde, ich hatte ihn ins Herz geschlossen, er war irgendeine Form von Schwager für mich. Ohne ihn, nein, das konnte ich mir nicht vorstellen. „Mach dir keine Sorgen Nessi, die zwei kommen schon klar“ meinte Leon sachlich und zwinkerte seinem großen Bruder dabei zu. Dieser umarmte den Wessel-Sprössling noch einmal, setzte sich dann den Helm auf und fuhr mit seiner Geliebten los Richtung Horizont.

Ich sah den zweien nachdenklich nach. Dieser Abschied kam doch etwas sehr überraschend für mich und ich hatte noch immer nicht wirklich realisiert, dass wir jetzt ohne Marlon klarkommen mussten. Horizon war mir eigentlich ziemlich egal, sie hatte versucht, mich und Leon auseinanderzubringen, mit allen Mitteln! Dafür hasste ich sie!
Aber zum Beneiden war sie auch. Erstens weil sie Leon mit nur einem Blick verzaubert hatte und zweitens weil sie jetzt mit dessen großen Bruder allein war. Wie gern würd ich auch mit Leon ziellos einfach umherfahren und die Zeit mit ihm alleine genießen. Aber wir waren ja nie allein, außerhalb des Trainings war noch nie etwas gelaufen. Ich war noch nie bei ihm und er nie bei mir. Das machte mich schon etwas traurig. Immerhin waren wir doch auf irgendeine komische Art und Weise zusammen, aber darüber haben wir nie geredet. Ich wollte es ja, ich hatte versucht, ihm meine Gefühle deutlich zu zeigen aber er verstand nicht wirklich. Jungs eben. Denen musste man alles 100 Mal sagen, bis sie endlich was begriffen. Leon war da keine Ausnahme. Wir hatten noch nie über das, was zwischen uns war geredet. Uns beiden war klar, dass etwas lief aber was genau konnten wir nicht definieren. Kein Wunder, wir haben ja auch noch nie drüber geredet. Wieder überkam mich ungeheure Wut auf diesen Kerl, Wut wie ich sie in den letzten Tagen allzu oft verspürt hatte.  Gemeinsam mit Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit, Eifersucht…Warum tat das alles nur so weh?
Er denkt wohl, jetzt ist alles wieder in Ordnung. Pah, nicht ist mehr in Ordnung, alles ist kaputt!
Alles durcheinander gemischt. Alles einfach falsch! Marlon mochte keine Mädchen, tat er noch nie, plötzlich verliebt er sich, da geht doch was nicht mit rechten Dingen zu. Maxi sah mich plötzlich mit anderen Augen, mich eine seiner besten Freunde. Ja, der Mann mit dem härtesten Schuss der Welt war in mich verliebt. Aber was fühlte ich? Rein platonische Freundschaft, was sonst. Ich mochte ihn, mehr nicht. Er war süß, wie er sich um mich gekümmert hat und er war immer da. Wahrscheinlich war er schon lange in mich verliebt und hatte sich nur nicht getraut es mir zu sagen. Immerhin war Leon sein bester Freund. Wieso konnte ich nur nicht in Maxi verliebt sein?
Er war viel aufmerksamer, rücksichtsvoller, liebevoller und sensibler als Leon. Leon war gefühlskalt, ein Eisklotz mitten in der Antarktis. Maxi könnte mir alles geben. Die Liebe und Geborgenheit nach der sich mein Herz so sehr sehnte, die es aber nicht bekam. Aber nein, Fräulein Butz musste sich ja in Leon Wessel verlieben, in den arrogante, eingebildeten, kalten, stur köpfigen Leon Wessel.
Arg, das durfte doch nicht wahr sein!
Andererseits, Leon war gestern Abend schon ziemlich süß gewesen. Und ich total tollpatschig und unwissend, peinlich.

Ich versuchte, mich auf das Frühstück zu konzentrieren, doch egal woran ich dachte, alles brachte ich mit unserem Anführer in Verbindung, ständig dachte ich an ihn. „Mein Gott Vanessa, reiß dich zusammen“, dachte ich im Stillen und bildete mir ein, die Stimme meiner Omi zu hören. „Du bist doch keine liebesgeile Tussi, du bist Vanessa Butz und du bist schon seit über zwei Jahren verliebt“
„Also reiß dich gefälligst zusammen und-“ „Vanessa? Nessi, Hallo, Erde an Nessi“ Raban fuchtelte wie wild mit seinen Armen vor meinem Gesicht herum. „Was, was ist denn?“ fuhr ich den Rothaarigen sauer an. „Du bist dran mit Abwasch“, entgegnete er schlagfertig. „Das kann nicht sein, ich hab doch gestern erst abgewaschen und heute koch ich“ entfuhr es mir. „Vergesst es, nur weil ich neben Klette das einzige Mädchen bin-“ „HEY! Ich bin kein Mädchen!“, stritt Klette ab. „Nein natürlich nicht, dann bin ich wohl eins“ zog Nerv sie auf. „Ja so siehst du auch aus“ konterte Klette fies. „Ach ja?“ „Ja“
„Dann bist du wohl-“ „KÖNNT IHR JETZT ENDLICH MAL DEN MUND HALTEN?“ brüllte ich die zwei Kleinsten an. Sofort war es still, im ganzen Lager, in der ganzen Umgebung, alles schien wie ausgestorben. Nicht mal das Vögelzwitschern war noch zu hören. Keiner der Kerle wagte es, einen Muskel zu bewegen oder gar mit der Wimper zu zucken. Alle hielten den Atem an, sie wussten, wenn ich mal auf 180 war, konnte ich ganz schön ungemütlich und aggressiv werden. Ich atmete tief durch und ging dann ohne ein Wort mit schnellen Schritten in mein Zelt.


Erzähler's Sicht

„Hat sie ihre Tage?“ fragte Joschka kleinlaut und kassierte dafür einen bösen Blick von Leon. „Lasst sie doch in Ruhe, sie war doch nur gereizt, weil die zwei kleinen sie provoziert haben“ entgegnete er.
„Tja dann sollte sie sich nicht provozieren lassen“, meinte Markus spitz. „Markus hat Recht, Nessi ist total aggressiv in letzter Zeit, und immer schlecht drauf“, pflichtete Raban ihm bei. „Ja woran könnte das wohl liegen? Natürlich weil sie Liebeskummer hat“, erklärte Maxi. Leon starrte seinen besten Freund ungläubig an. „Quatsch, das ist Blödsinn“ meinte er. „Nein ist es nicht Leon, das weist du auch. Sie war total fertig, als du gefahren bist, du hast sie allein gelassen, zurückgelassen, natürlich ist sie jetzt verletzt und gereizt“, sprach Maxi leise. Der Anführer schluckte hörbar. In seinem Gesicht spiegelte sich ein Fragezeichen wieder. Er verstand wie immer nicht worum es ging.
„Du bist ja auch nicht ganz unschuldig an Nessi’s Verhalten, stimmt’s?“ beschuldigte Nerv seinen großen Bruder. „Wie bitte, was hab ich jetzt damit zu tun?“, wehrte sich Maxi. „Na wenn du  mit ihr rumknutscht, obwohl sie es gar nicht will-“ Weiter kam Klette nicht. Leon hatte seinen noch besten Freund hochgezogen und ihm einen kräftigen Schlag ins Gesicht verpasst. „Du hast meine Freundin geküsst? Wie konntest du nur? Wir sind Freunde und du nützt es gleich aus, wenn ich nicht da bin“ schrie er wütend. „Langsam, langsam“. Raban ging dazwischen. „Findest du nicht dass das eine schwere Anschuldigung ist Nerv? Ich meine hast du es gesehen?“, fragte er sachlich. „Ja allerdings hab ich das“, entgegnete er zum Schock aller. Der Slalomdribbler fasste sich als erster wieder und wollte zum nächsten Schlag ausholen. „IS JA GUT! ICH HAB SIE GEKÜSST“ gab Maxi zu. „Aber sie wollte es nicht, sie hat mir sofort eine geknallt. Es tut mir Leid Leon, es ist einfach passiert“, entschuldigte er sich bei ihm. Dessen Blick war auf der Stelle weich geworden als er hörte, dass Vanessa ihn nicht küssen wollte. „Ja ist ja gut, tolerierte er. Sie wollte es ja nicht“ Sein Blick war trotzdem noch grimmig und er hätte jede Sekunde auszucken können, aber er tat es nicht.
Stattdessen ging er missmutig zu Nessi‘s Zelt.

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