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Toshi

von Toshel
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P16 / MaleSlash
20.02.2011
22.05.2011
6
9.163
 
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20.02.2011 1.933
 
Wir alle suchen nach jemanden dem wir trauen können


Eine Woche war es nun her, seit Toshi seinen ersten Run hinter sich gebracht hatte und inzwischen hatten sie sich natürlich das Geld vom Schieber abgeholt. Dieser war höchst zufrieden und es gab so gar noch einen Bonus. Also konnten sie sich für die nächsten Wochen erstmal entspannen. Die Miete war bezahlt und Toshi konnte sich jetzt sogar noch besser ausrüsten. Er hatte jetzt genug eigene Waffen und noch passende Bekleidung für einen Run, also konnte beim nächsten mal gar nichts mehr schief gehen.
Alles in allem lebten die beiden ganz entspannt. Sie konnten auch regelmäßig das Bella luna besuchen auch wenn Ambré nicht ganz so viel vom ausgehen hielt, Toshi schleifte ihn immer mit.
Auch diesen Abend wollte Toshi wieder in den dreckigen Club, Ambré hatte zwar nicht wirklich ust, aber wenn er Glück hatte, war der Junge so schnell betrunken, dass er ihn direkt wieder mit nehmen konnte. Die beiden saßen also auf einem Sofa etwas entfernt von der Tanzfläche, Ambré mit einem Bier in der Hand und Toshi etwas schrecklich süßes, hoch prozentiges. Auf jeden Fall war er schon ziemlich angeheitert von ein paar Schlucken des seltsam gefärbten Gemisches. Da kam jemand auf die beiden zu, ein großer, muskulöser blond haariger Mann und lächelte Toshi freundlich zu. „Hi, ich bin Axes.“ stellte er sich vor und nickte auch Ambré dabei zu. Toshi lächelte zurück. Der Mann sah gut aus und noch recht jung, mitte zwanzig vielleicht, ein guter Fang: „Hey, ich bin Toshi und mein mies gelaunter Begleiter ist Ambré.“ „Sehr erfreut. Hast du ein Problem damit wenn ich Toshi kurz entführe?“ Axes grinste, „Ja, ja nimm es ruhig mit, kannst du auch gleich behalten. Nein wirklich. Habt Spaß, ihr beiden!“ antwortet Ambré halbherzig. Es tat Toshi weh, dass er sich so wenig um ihn kümmerte. Er war dem Ork wohl egal. „Na, willst du tanzen?“ riss Axes Toshi aus seinen Gedanken. Er wurde rot: „J-Ja gerne.“ Axes lachte: „Was ist los?“ „Mich hat noch nie jemand gefragt, ob ich mit ihm tanzen will.“ Toshi schaute auf den Boden. „Kann ich mir gar nicht vorstellen, du bist so ein hübsches Ding.“ Axes wusste mit Worten um zu gehen. Sofort hatte er Toshi um den Finger gewickelt. Toshi wurde noch röter und schaute sich nun um. Im gesamten Club war fast keiner. Die einzigen, die sonstigen Gäste bestanden aus einem weiß- un einem rothaarigen Mädchen an der Bar. Kein wunder, es war ja mitten in der Woche. Also waren sie so ziemlich ungestört. „Hast du Angst, dass uns jemand zu sieht?“ Axes schien Toshis Gedanken gelesen zu haben und näherte sich nun seinem Ohr um zu flüstern, „Wir wollen doch nur tanzen, oder schwebt dir was anderes vor?“ der Mann wusste wirklich wie man mit Worten umgeht. Toshi wäre sofort mit Axes ins Bett gesprungen, wäre da nicht so ein bitterer hinter Gedanken – Ambré.
Inzwischen waren Axes und Toshi vom Tanzen, vom engen Tanzen, vom küssen, zum schamlos in der Öffentlichkeit rumlecken übergegangen. Axes kam wieder Toshis Ohr näher: „Willst du mit mir kommen? Und jetzt sag nicht nein. Ich wollte dich schon die ganze Zeit flach legen.“ nun klangen seine Worte dreckig, aber nicht weniger schmeichelhaft, was Toshi wunderte. Normalerweise klangen solche Worte immer nur schmutzig und wenig nett. Toshi japste: „J-Ja, warte, ich sag nur eben Ambré Bescheid.“
Der Ork saß immer noch auf dem Sofa, doch auf dem Tisch vor ihm standen jetzt erheblich mehr Bierflaschen. „Na, nehmt ihr euch endlich ein Zimmer?“ er klang genervt und sarkastisch. „Eigentlich schon.“ Toshi schaute verlegen auf den Boden. Der Ork richtete sich auf und klopfte ihm auf die Schulter: „Na dann, viel Spaß. Wir sehen uns morgen.“ Er war dabei zu gehen aber Toshi hielt ihn fest: „Du hast nichts dagegen?“ Ambré hob eine Augenbraue: „Was soll ich denn dagegen haben wenn du mit irgendwelchen wildfremden Typen rum vögelst? Ganz ehrlich, es ist mir egal. Wenigstens hab ich dann kurzzeitig meine Ruhe.“ Toshi lies ihn los und blieb wie angewurzelt stehen, sein ganzer Körper war wie gelähmt, bis ihm Axes eine Hand auf die Schulter legte: „Wollen wir?“ Toshi nickte und nahm die Hand des Älteren.

Immer noch wild küssend betraten sie das Hotel. Toshi fiel es schwer klare Gedanken zu fassen, aber im Prinzip war das in diesem Moment auch egal. Ihm gefiel was der junge Mann da mit ihm tat, es war schön, wie Berührungen dieser Art nun mal waren, aber Toshi spürte keine Gefühle gegenüber dem Mann der ihn da gerade auf's Bett warf und sich an seiner Hose zu schaffen machte. Kurz bevor er seine Hand in die Unterhose des jüngeren gleiten lassen konnte, hielt dieser seinen Arm fest: „Du weißt was du da tust, ja?“ Axes schaute hoch und küsste ihn kurz: „Klar, du tust ja gerade so, als wäre das unser erstes Mal.“ Axes wieder der Hose des jüngeren und lies sie nun die dünnen, langen Beine runter gleiten. Fassungslos starrte er auf die Beule die sich unter Toshis Unterwäsche abzeichnete. Er stand auf, drehte sich um und seufzte: „Hättest du mir nicht ein bisschen füher sagen können, dass du ein Junge bist?“ Toshi umarmte ihn von hinten und flüsterte in sein Ohr: „Du hast nicht gefragt. Ich dachte, es wäre klar...“ Axes schüttelte energisch den Kopf: „Klar, klar, nichts war klar!“ jetzt schubste er Toshi unsanft auf den Boden, „Ich hätte fast einen Typen gefickt!“ Er sprach eher zu sich selbst als zu Toshi, der sich den Kopf rieb, der zuvor schmerzhaft gegen die Bett Kante geknallt war. Er stand wieder auf und berührte die Wangen des anderen: „Hey, ist alles ok? Ich schätze ich werde heute wohl nicht mehr gefickt, was?“ Das Gesicht seines Gegenüber verhärtete sich: „Wenn's nur um's vögeln geht..., aber mach nicht so viele Geräusche die mich daran erinnern, wen ich da gerade durchnehme, klar!“ Der zuvor noch sehr nette Mann, sprach in einer emotionslosen Stimme. Toshi nickte und zog sein Hemd aus.
Sie taten es. Der Sex war schnell und wenig persönlich, aber beide kriegten was sie wollten, etwas fernab von Liebe.

Nun saßen sie beide auf dem Bett, die Unterwäsche schon wieder angezogen und Axes zündete sich eine Kippe an. „Du rauchst?“ fragte Toshi und lehnte sich weiter zurück. „Nur manchmal, eigentlich recht selten. Ich brauch das halt manchmal. Auch eine?“ antwortete Axes, das harte, emotionslose war aus seinem Gesicht verschwunden, nun sah Toshi Erschöpfung und Einsamkeit. Toshi nickte und zündete sich eine Zigarette an. Er spürte das Nikotin und merkte wie es seine Nerven beruhigte. „So, was hast du im Bella Luna getrieben und wer war der Andere?“ fragte Axes nun und nahm noch einen Zug von der Zigarette. Toshi atmete einmal tief durch: „Der Ork da war Ambré wie du schon weißt. Ich bin sein Mitbewohner und im Moment auch Chummer, er hat mich so gesehen von der Straße gekratzt, obwohl ich glaube, dass es mich nicht da haben will. Er ist ein Einzelgänger, er macht sich nichts aus Freundschaft oder Liebe oder wenigstens 'nem guten Fick.“ „Du scheinst ihn zu mögen.“ stellte Axes fest. „Ja, kann man so sagen, auch wenn es nicht viel an ihm zu mögen gibt, er ist ja kein bisschen nett, ist vom Aussehen eher durchschnittlich und ist, auch wenn er noch recht jung ist, verbittert. Trotzdem muss ich ihn ansehen, und ich musste auch die ganze Zeit an ihn denke, als du mich geküsst hast und alles. Keine Ahnung warum.“ gab Toshi zurück und nahm den letzten Zug von der Zigarette. „Du liebst ihn.“ Gab Axes trocken zurück und holte eine Flasche Vodka aus der Schublade des Nachttisches, „Guck mal, was die uns hier zur Verfügung stellen. Wollen wir uns die Kante geben? Billig Vodka ist immer noch besser als kein Vodka.“ Toshi seufzte: „Ach, das ist also Liebe, ja?! Scheiß Gefühl. Rück rüber den Scheiß!“ Er nahm die Flasche, drehte den Deckel auf und nahm einen großzügigen Schluck, es stieg ihm direkt in den Kopf, er hatte ja nichts gegessen. „Da sprichst du ein Wort, Kleiner. Ach, du bist noch so jung und schon verfällst du jemandem, der deine Liebe wohl nie erwidern wird. Ich sag dir, du hast eine schwere Zeit vor dir, denn ich glaube, jetzt ist es schon zu spät um auf zu geben. Jetzt gib schon die Flasche her!“ antwortete der Ältere und schnappte dich die Flasche, auch er nahm einen großen Schluck. „Ja, ich denke es ist zu spät. Ich komm mir so verdammt dumm vor.“ er vergrub seinen Kopf in den Knien. „Nein, nicht dümmer als jeder andere der liebt, denn wenn du liebst, ist eigentlich alles egal.Wer richtig liebt kämpft, weint und leidet, aber am Ende wird er sagen können: „Ich hab gekämpft, geweint und gelitten, aber ich habe dich geliebt, von ganzem Herzen.“ Axes sah aus dem Fenster, etwas Licht von der Straße fiel hinein und er konnte alle Umrisse klar erkennen. Toshi lächelte bitter: „Ich wünschte ich könnte mich einfach in dich verlieben.“ Axes nahm Toshi jetzt in den Arm: „So einfach ist das leider nicht.“ Tränen liefen über Toshis Wangen, er klammerte sich an Axes fest und schluchzte: „Ich weiß!“

Als die nächsten morgen aufwachten, lag Toshi in Axes Arm und beide hatten einen ziemlichen Kater. „Mhm, wer zur Hölle, ach ja, Toshi, richtig?“ murmelte Axes und hielt sich den Kopf. Toshi grummelte: „Ja, ich glaub schon. Wir haben gefickt, oder?“ Die Erinnerung kam langsam wieder, Toshi wurde rot. Im wurde klar, worüber sie am Abend davor geredet hatten. „Du stöhnst echt wie'n Mädchen, ich hätte fast geglaubt, ich hätte wirklich eins gevögelt.“ Axes lachte leise und wuschelte dem jüngeren durchs Haar. „Du hast es echt drauf, jemanden dazu zu bringen sich zu schämen, weißt du das?“ Er vergrub seinen Kopf im Kissen. Der Ältere lachte lauter: „Ich mag dich Toshi. Wir sollten irgendwie in Kontakt bleiben. Gibst du mir deine Nummer?“ Toshi nickte und kramte nach Stift und Zettel. Schnell schrieb die Nummer auf und reichte sie Axes. „Keine Angst, ich erwarte nichts von dir, ich weiß das es sinnlos ist, aber wenn du mal wieder Bock auf nen Fick hast, sag Bescheid.“

Toshi war jetzt auf dem Weg zurück zu Ambrés Wohnung. Ihm tat der Kopf weh; der Vodka war nicht die beste Idee gewesen. Er trank normalerweise nicht viel, er rauchte normalerweise auch und er redete auch nicht mit Wildfremden über sein Liebesleben. Das war einfach nicht richtig, es war abgefucked, aber es tat so gut. Es machte Spaß, es war schön, es betäubte ihn.
Er stand nun vor dem Plattenbau, den er sein zu Hause nannte, zumindest in diesem Moment fühlte er sich dort sehr zu Hause, vielleicht weil dort jemand war, den er liebte, vielleicht aber auch nur, weil er ein Bett zum schlafen hatte. Zu Hause..., er hatte sich noch nie vorher irgendwo zu Hause gefühlt.
Er klingelte an der Tür und hörte nach einer halben Minute warten Ambré's Stimme aus der Türsprechanlage: „Wer ist da?“ „I-Ich bi-bin's, Toshi!“ stotterte er. Die Tür piepte und Toshi konnte rein. Schnell rannte er die Treppen hoch, stolperte einmal, rappelte sich dann aber wieder auf und rannte weiter. Die Tür zur Wohnung war offen, also trat Toshi ein und sah wie Ambré mit emotionslosem Ausdruck auf dem Sofa lag, mit einem noch brennendem Joint. „Hallo Toshiba.“ murmelte er und nahm einen Zug. „Hallo, Ambré.“ flüsterte Toshi und begab sich in Richtung Küche, er mochte Ambré nicht, wenn er high war, aber das sagte er natürlich nicht.
 
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