Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der Jäger

von MariLuna
GeschichteMystery / P16 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
15.02.2011
04.04.2011
18
34.375
4
Alle Kapitel
96 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
15.02.2011 1.154
 
Das letzte Kapitel …
Und an dieser Stelle nochmals Danke an meine treuen Leser und Reviewschreiber …
_________________________________________________________

17. Kapitel

Sie haben einen kleinen Disput darüber, wie genau sie zu jenem Ort kommen wollen, wo sich der Parder letzte Nacht herumgetrieben und ganz offensichtlich dieses Stoffstück aufgelesen hat – Turbo-Muli oder Teleportation.
Brave Starr setzt sich durch, und dafür muß er eigentlich nur die Wahrheit gestehen.
Und als sie fünf Minuten später zusammen auf dem Turbo-Muli die Straße hinunterdüsen und Richtung Wüste unterwegs sind, und sich Tex, der hinter Brave Starr sitzt, enger an dessen Rückseite schmiegt, kann dieser ein leicht dümmliches Grinsen nicht mehr unterdrücken.
Und es wird noch sehr viel breiter und dümmer, als Tex ihm dunkel ins Ohr schnurrt.

„So, das macht dich also an?“

Brave Starr holt einmal tief Luft, als er spürt, wie sich Tex’ Hand neckisch mitten auf seinen Schritt legt, schluckt einmal hart, als er begreift, daß sie von dort wohl auch nicht so schnell verschwinden wird und sein Körper sofort darauf reagiert, doch seine Stimme klingt erstaunlich gelassen.

„Unter anderem“, erwidert er beiläufig.

Tex lächelt geschmeichelt, hält sich jedoch zurück. alles, wozu er sich noch herabläßt, ist, seinem New Cheyenne das im Fahrtwind flatternde Haar zur Seite zu streichen, damit er ihn zärtlich in den Nacken beißen kann.  Seine Hand läßt er trotzdem, wo sie ist. Auch, wenn er nicht vorhat, seinen Marshall in die Verlegenheit zu bringen, jetzt anhalten zu müssen, gefallen ihm diese kleinen Spielchen viel zu sehr, um wirklich damit aufzuhören.

Und so kuschelt er sich nur an den breiten, starken Rücken seines Marshalls vor sich und genießt die Fahrt. Lange wird sie nämlich nicht dauern, und wer weiß, welche Schrecken sie dann erwarten …

***


Jetzt ist es offiziell.
Smith wird sie nicht belästigen.
Er wird dieses Universum nicht betreten. Braucht er nicht.
Er ist nämlich schon längst hier.
So, wie er aussieht, schon seit über zwei Jahren.

Brave Starr schluckt sein Unbehagen herunter, als er sich auf die Fersen niederläßt. Obwohl er schon längst wieder in den Marshall-Modus umgeschaltet hat, kann er eine leichte Übelkeitswelle nicht zurückdrängen.
Er hatte schon immer gewisse Probleme mit menschlichen Überresten. Vor allem mit so schlimm zugerichteten.
Nur noch wenig Fleisch.
Abgenagte Knochen.
Ein Arm fehlt sogar ganz. Wahrscheinlich fortgeschleppt von einem hungrigen Aasfresser.
Der einst dunkelblaue Mantel ist dagegen noch erstaunlich gut als solcher zu erkennen. Von der restlichen Kleidung sind nur noch Fetzen vorhanden.
Er unterdrückt seinen Widerwillen und fischt eine silberne Identifikationsmarke aus den Überresten hervor und tastet dann die Manteltaschen ab. Aus einer gut verschlossenen Innentasche befördert er ein PDA, einen Lebenszeichendetektor und ein handgroßes Gerät hervor – dessen fremdartiges Design nichts gleicht, was er kennt.

„Damit ist er durch die Universen gereist“, hört er eine dunkle, gebrochene Stimme neben sich.

Wortlos drückt der Marshall seinem Desperado die Gegenstände in die zitternden Hände.

„Ich glaube“, murmelt Tex und starrt dabei leer auf  PDA, Hundemarken und die beiden anderen Geräte, „die Waffe ist noch in der Höhle, wo ich … euer Tex die Leiche ursprünglich begraben hat.“

Unwillkürlich richtet sich Brave Starrs Blick auf den Schädel vor ihnen, in dessen Mitte ein großes Einschußloch prangt und wandert dann hinüber zu der Höhle zehn Meter entfernt. Er überlegt, ob er hingehen kann um danach zu suchen ohne daß seine wackligen Knie unter ihm nachgeben.

„Es war alles umsonst“, aufächzend läßt Tex die Fundstücke in den Sand fallen und bedeckt das Gesicht mit beiden Händen. „All die Aufregung. Die Sorgen, die ich dir bereitet habe. Alles umsonst. Es tut mir so leid.“

Brave Starr rutscht zu ihm hinüber, legt ihm einen Arm um die Schultern und zieht ihn dann in eine feste Umarmung. Um seine Lippen zuckt ein feines Lächeln.

„Hör auf damit. Bitte. Es muß dir nicht leid tun. Und umsonst war es auch nicht. Denn immerhin … wir haben uns endlich gefunden, oder?“

Sekundenlang starrt Tex ihn nur aus glänzenden, vom Schock geweiteten Augen an, doch dann versteht er, was der New Cheyenne ihm sagen will und nickt.
Und als sie sich küssen, mitten in der Wüste, vor den Überresten ihres Schreckgespenstes der letzten Tage – für Brave Starr – beziehungsweise Jahre – für Tex Hex – ist es einer der süßesten und zugleich liebevollsten Küsse, die sie je miteinander geteilt haben.

***


Er sitzt an ihrem Platz am See, hat die Jeans bis zu den Knien hochgekrempelt und läßt die nackten Füße ins kühle Wasser baumeln. Neben ihm liegt der Miniparder und läßt sich genüßlich schnurrend von ihm im Nacken kraulen.
Es ist ein Anblick, bei dem es Brave Starr ganz warm ums Herz wird. Er überläßt die Würstchen auf dem Grill sich selbst und schlendert zu ihm hinüber.
Mit einer einzigen fließenden Bewegung setzt er sich neben ihn, und noch bevor er etwas sagen kann, reicht Tex ihm wortlos das PDA. Das Hintergrundbild ist eingeschaltet. Es ist schwach, weil die Batterien zu lange in der Erde gelegen haben, aber man erkennt durchaus genug.
Brave Starr fühlt sich etwas merkwürdig, als er auf dem Foto seine eigenen Gesichtszüge erkennt. Etwas strenger und mürrischer, aber nichtsdestotrotz könnte der Mann dort sein Zwilling sein. Nun, in gewisser Hinsicht trifft das ja auch irgendwie zu.

„Ich habe mir überlegt, ob wir ihn benachrichtigen sollten. Ihm vielleicht das Grab zeigen“, murmelt Tex mit rauher Stimme. „Aber er ist gefährlich. Sogar noch gefährlicher als Smith. Und ich bezweifle, daß es ihn wirklich interessiert, was aus ihm geworden ist.“

Noch ehe Brave Starr zustimmend nicken kann, wirft Tex das PDA in den See, auf dessen Grund inzwischen auch schon alles andere liegt, was sie gefunden haben. Bis auf die Identitätsmarken. Die trägt Tex um seinen Hals.
Und Brave Starr findet dies nicht einmal abartig oder makaber. Smith ist ein Teil von ihm. Genau wie alle anderen seiner Alter Egos aus den anderen Universen, deren Erinnerungen er hat.
Erinnerungen, die Smith sammelte und die in jenem Moment auf Tex Hex übergingen, als dieser ihn in Notwehr tötete. Erinnerungen, die diesen beinahe wahnsinnig machten, ganz gewiß aber depressiv, und ihn letztendlich in den Suizid trieben und schließlich bei diesem, seinem Tex hier landeten, als dieser ihn fand.

„Wir werden hier bleiben“, erklärt Brave Starr, während seine Hand nach der des anderen greift und diese zärtlich drückt. „So lange, bis ich mir sicher bin, daß du mit all diesen Erinnerungen in deinem Kopf zurecht kommst. Die Alpträume und Anfälle werden bestimmt nicht aufhören, nur, weil wir jetzt wissen, was dahinter steckt. Und auch danach“, um seine feingeschwungenen Lippen zuckt ein verschwörerisches Grinsen, „werde ich nicht aufhören, mich um dich zu kümmern.“

Zehn Minuten später stibitzen die ersten Dodous die Würstchen vom Grill. Aber das bleibt von den beiden Männern genauso unbemerkt wie der kleine, rotbraune Parder, der den frechen Dieben übermütig hinterherjagt…


- Ende -

__________________________________________

Ich hab es geschafft *g* meine Fantasien bezüglich BS und TH sind erstmal ausgelutscht. Stattdessen haben sich jetzt zwei Vampire von hinten angeschlichen. Wenn ihr also auf Angel und Spike steht, sehen wir uns dort wieder.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast