Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Liebe mit Hindernissen

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
13.02.2011
30.05.2012
7
10.549
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
13.02.2011 1.899
 
Also, ich hoffe euch gefällt meine neue Geschichte. Ich habe sie schon vor einigen Jahren angefangen, jetzt will ich mal wissen, was ihr davon haltet :)

Freue mich über Reviews :)

Alle Personen in dieser Geschichte sind frei erfunden, genau wie jegliche Handlung usw. Die Rechte liegen einzig und allein bei meiner Fantasie ;)
Bitte nicht ohne Nachfragen kopieren^^

lg

________________________________

Ich seufzte und sah durch die verdunkelten Fensterscheiben nach draußen. Die Sonne war schon dabei unterzugehen und es wurde langsam dunkel. Ich saß neben meinem Vater, John, der eine eigene Computersoftwarefirma besaß. Sie hieß „Craze“, wobei ich sie immer falsch aussprach, da ich mir einfach nicht merken konnte, dass man sie wie im Englischen ausspricht.
Hinter uns fuhren mehrere Möbelwagen, in denen unser komplettes Hab und Gut transportiert wurde.
Eine Durchsage unseres Fahrers riss mich aus meinen Gedanken: „Mr. Smith? Wir werden Ihr neues Anwesen in wenigen Minuten erreichen!“
„Danke, Chaivs“, meinte mein Vater nur.
Lächelnd legte er einen Arm um mich und sagte: „Glaub mir, Cari. Es wird dir hier gefallen. London ist eine so schöne Stadt. Du wirst bestimmt schnell Freunde finden.“ Ich verdrehte etwas genervt die Augen. Ich wusste ja, was er unter „Freunden“ verstand. Irgendwelche fremden Kinder oder Jugendliche, die auch reiche Eltern hatten... Außerdem war es nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder umziehen würden...

Ich versuchte ein etwas weniger grimmiges Gesicht aufzusetzen und drehte mich zu ihm. „Ja, die Gegend hier ist echt schön. Wohnen wir in der Stadt, oder außerhalb?“ „Oh, Cari. In der Stadt? Nein, das wäre viel zu laut. Unsere Villa steht auf einem Hügel, in einer sehr angesehenen Gegend!“, meinte er lachend. Bei dem Wort Villa seufzte ich. Ich hatte mir schon so oft gewünscht, wie ein ganz normaler Mensch leben zu können. Klar, es hatte auch Vorteile, wenn man einen reichen Vater hatte... Man bekam zu Weihnachten und zum Geburtstag immer, was man sich gewünscht hatte. Und ab und zu gab es sogar ohne Grund Geschenke... Aber, ich konnte mir bei fremden Jugendlichen nie sicher sein, ob sie mich wirklich mochten, oder ob sie sich nur verstellten, da ich einen reichen Vater hatte...
Seit Mutter vor vier Jahren bei einem Kletterausflug ums Leben gekommen war, zogen ich und mein Vater ständig um. Wir hatten damals in einer schönen Villa in Berlin gelebt. Wir alle Drei. Ich hatte viele echte Freunde gehabt, die ich auch – natürlich mit Sicherheitsleuten im Hintergrund... – besuchen konnte.
Als wir die Nachricht bekamen, dass Mutter gestorben war, hielt es mein Vater nur noch wenige Wochen in Berlin aus, dann zogen wir weiter nach Florenz. Mir hatte es in Florenz gefallen. Es war warm, und ich war fast jeden Tag mit Freunden aus meiner Schule am Strand gewesen. Doch mein Vater meinte eines Tages, nachdem wir mehrere Monate in Florenz gelebt hatten, dass er lieber etwas näher an dem Haupt-Sitz seiner Firma wohnen würde, der in Manchester lag. Daher zogen wir wieder zurück nach Deutschland, an den Rand von Hamburg. Mir gefiel es dort überhaupt nicht. Es regnete fast den ganzen Tag und außerdem mochte ich den Geruch, der ständig vom Hafen hinaufgeweht wurde, nicht.
Wir wohnten dort ein ganzes Jahr, bis mein Vater sich wieder dazu entschloss, umzuziehen.

Unsere nächste Villa stand in Frankreich, in Straßburg, was direkt an der Grenze zu Deutschland liegt. Ich war in der Schule noch nie gut in Französisch gewesen, daher fand ich dort keine Freunde, und war die meiste Zeit zu Hause. Mein Vater lies mir jeden Tag einen Privatlehrer holen, der mich auf Deutsch unterrichtete. So ging das zwei Jahre und ein paar Monate halbwegs gut. Bis er eines Morgens in mein Zimmer gestürzt kam und mir erzählte, dass wir umgehend nach England ziehen mussten. Einen Grund nannte er mir nicht...

Da es rund um Manchester keine freien Anliegen gab, entschlossen wir uns, nach London zu ziehen... Besser gesagt, er beschloss dies, und ich saß nur stumm daneben.
Und jetzt waren wir also hier. Auf einer Insel, auf der man die ganze Zeit Englisch reden musste. Zum Glück war Englisch schon immer eins meiner besseren Fächer gewesen, daher machte mir die Sprache relativ wenig aus.
Ich bemerkte, wie das Auto langsam einen Berg hochfuhr, die Straße schlängelte sich in Kurven den Berg hinauf. Rechts von der Straße, befand sich ein großer Golfplatz, von dem ich aber, da es dunkel war, nur die groben Umrisse erkennen konnte. Auf dem Rest des Berges sah ich dunkle Silhouetten von großen Villen. Ich seufzte erneut. Ich hätte es wissen müssen, dass wir wieder in eine Nobel-Gegend ziehen würden...
In manchen der Villen brannte Licht, manche lagen in völliger Dunkelheit. Wir waren inzwischen fast an der Spitze des Berges angelangt, als es um eine scharfe Kurve ging, und der Wagen vor einem dunklen Gebäude abrupt zu Stehen kam.
Chaivs öffnete uns die Tür und ich stieg hinter meinem Vater aus der schwarzen Stretchlimousine.

Die Villa war schön. Sie war groß und erst vor kurzem gebaut worden. Chaivs schloss die Eingangstür auf und ich ging ins Haus rein. Die Einganshalle war groß und mit hohen Fenstern an den Wänden ausgestattet. Sie war das Zentrum des Hauses. In der Mitte des Raumes verlief eine große Treppe nach oben, die sich in der Mitte teilte und nach rechts und links verlief. In der Halle gab es vier weitere Türen. Links von der Eingangstür lag die Tür zur Küche. Rechts ging es ins Esszimmer. Neben dem Eingang zum Esszimmer, befand sich das Wohnzimmer, der größte Raum im Erdgeschoss. Gegenüber dieser Tür war die Tür zum Gästebad.
Eine Tür hinter der Treppe führte in den Keller, den die Angestellten des Hauses, also die Haushaltshilfe, die Sicherheitsleute und Chaivs, bewohnten.

Mein Vater brachte sofort viele seiner Unterlagen in das kleine Häuschen, das etwas abseits des Haupthauses atand, in dem er sich seinen Arbeitsbereich einrichten würde. Das war mir nur recht so. Wenn er wieder den ganzen Tag arbeiten würde, würde er mich wenigstens nicht stören, und ich konnte so laut sein, wie ich wollte.
Also lief ich alleine die große Treppe hinauf, und schlug die rechte Biegung ein. Sie führte in den Ostflügel, den mein Vater bewohnen würde. Er beinhaltete ein großes Schlafzimmer, von wo aus man auch in sein großes Badezimmer gelangen konnte.
Ich bewohnte den Westflügel, zu dem man durch die Treppe, die nach links führte, gelangen konnte. Zuerst kam ich in ein großes Zimmer, mit schönen Fenstern und guter Aussicht. Ich beschloss, es als Aufenthaltsraum einzurichten. Dort könnte ich Freunde empfangen. Falls ich hier Freunde finden sollte... In diesem Raum gab es noch eine kleine Treppe, die zu einem erhöhten Raum führte. Der Raum war perfekt für mein Schlafzimmer. Mein Vater hatte mir gesagt, ich sollte die Räume kennzeichnen, damit das Personal meine Koffer und Kartons reinbringen könnten. Also nahm ich ein paar Klebezettel, um die Räume zu benennen.

Von meinem Aufenthaltesraum gelangte ich ins Badezimmer, das hell und groß war. Am Ende es Westflügels gab es ein weiteres großes Zimmer. Ich beschloss es als TV-Zimmer mit Anlage, Sofas und Billardtisch ausstatten zu lassen.
Als ich wieder im Erdgeschoss war, beschloss ich, in den Garten zu gehen. Es war ein großer Garten mit einer sehr großen Rasenfläche. In der Mitte befand sich ein großer Pool, mit Liegefläche daneben. Ich sah meinen Vater in seinem Arbeitshäuschen Unterlagen einräumen, und ging weiter an das hinterste Ende des Grundstücks. Mein Vater hatte mir gesagt, dass es viel Platz zum Sport treiben gab. Aber was ich jetzt sah übertraf alle eine Erwartungen. Rechts gelegen gab es einen großen, eingezäunten Tennisplatz. Links befand sich ein großer Fußballplatz, mit neuen Toren, und allen Linien, die man brauchte. Ich musste fast grinsen, wenn ich mir vorstellte, gegen meinen Vater Fußball zu spielen. Ich runzelte die Stirn, dafür hatte er bestimmt keine Zeit. Ich würde wahrscheinlich wieder nur mit Hausangestellten spielen können...
Na ja, vielleicht würde ich ja Freunde finden...

Auf meinem Weg zurück ins Haupthaus begegnete ich ein paar Angestellten, die mich höflich mit „Carina“ grüßten. In meinem Flügel des Hauses waren inzwischen schon ein paar Kartons angekommen. Ich ging zu einem Karton, der im Badezimmer stand und mit „Kosmetik“ beschriftet war. Routiniert öffnete ich ihn und fing an, meine Zahnbürste, Zahnpasta, Schminksachen, Duschgel und Shampoo in die verschiedenen Schränke zu stellen.

Zum Schluss hängte ich noch ein paar Handtücher neben dem Waschbecken, der Dusche und der Badewanne auf.
Dann sah ich auf die Uhr. 19:58 – es würde wohl bald Abendessen geben...
Also wusch ich mir mein Gesicht und meine Hände und ging in mein Schlafzimmer, um mir aus einem der vielen Kartons etwas anderes zum Anziehen herauszusuchen.
Mein Vater legte großen Wert darauf, dass ich beim Essen ordentlich angezogen war. Doch er hätte mich nie dazu bringen können, ein Kleid oder einen Anzug anzuziehen. Also nahm ich seufzend eine weise Cordhose aus einem Karton und zog dazu eine blaue Bluse an. Prüfend stellte ich mich vor den Spiegel, den ein Angestellter vor ein paar Minuten erst angebracht hatte. Die Bluse sah schön aus, aber wahrscheinlich zu freizügig für meinen Vater... Also machte ich mich etwas genervt auf die Suche nach einem passenden Top. Als ich ein weises Spagettiträgertop gefunden hatte, zog ich dies unter die Bluse an. Ich war gerade dabei, mir die Haare zu kämmen, als es zum Essen läutete. Man hätte ja auch ganz einfach hochkommen können oder rufen. Aber nein, man musste ja Läuten! Nur weil er das bei einem seiner reichen Freunde mitbekommen hatte, musste das jetzt auch bei uns so gemacht werden...

Genervt ging ich die große Treppe ins Erdgeschoss runter und traf meinen Vater, der gerade aus dem Garten kam. „Oh, hallo, Cari! Na, hast du dich schon eingelebt?“ „Hm, ja, geht so“, meinte ich nur kurz und setzte mich auf einen der großen und edel gepolsterten Stühlen. Mein Vater setzte sich mir gegenüber und sah mich besorgt an. „Du siehst müde aus... Vielleicht solltest du morgen noch nicht in die Schule gehen...“ Da war es... Das Thema, worauf ich die ganze Zeit gewartet hatte... In London gab es keine Privatschule, die zu meinem deutschen Schulzweig passte, und ich hatte meinen Vater überreden können, endlich auf eine öffentliche Schule gehen zu dürfen. Natürlich würden mindestens zwei Sicherheitsleute immer in meiner Nähe sein. Aber trotzdem, ich war noch nie auf einer normalen Schule gewesen...
Ich kniff verärgert die Augen zusammen „Mir geht’s gut, Dad! Und ich will morgen zur Schule gehen.“ Alles ist besser, als hier rumzusitzen...

Er seufzte „Okay, okay... Aber ich werde Jeff und Jack mitschicken. Ich mache mir doch immer Sorgen, wenn du alleine draußen bist!“ Ich verdrehte die Augen und nickte „Damit hab ich schon gerechnet... Aber sie sollen Abstand halten, und sich nicht mit in meine Klasse hocken!“ Mein Vater lächelte schief und nickte „In deiner Klasse würden sie etwas auffallen, und wir wollen das doch nicht...“ Das war mir ja was ganz neues... Wir wollten nicht auffallen? Es würde ja überhaupt nicht auffallen, wenn mir dauernd zwei große Typen mit Sonnebrille und schwarz gekleidet, die auch noch durch Funk miteinander verbunden waren, folgen würden... Aber immerhin, eine öffentliche Schule.
„Ja, das wollen wir ja nicht. Auf jeden Fall wird es bestimmt mehr Spaß machen, als immer im Haus oder in Kleingruppen unterrichtet zu werden!“, meinte ich und dachte an die langweiligen Unterrichtsstunden zurück, die ich entweder alleine oder mit höchsten vier anderen Schülern ausgehalten haben müssen. Natürlich nur Kinder von wohlhabenden Eltern, wie es mein Vater war...
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast