Die Leiden des Mr. Todd

GeschichteParodie / P12
Benjamin Barker Mrs. Lovett
06.02.2011
06.02.2011
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Und noch ein One-shot von Lichterfee...^^
Wie immer:
Die Story ist mein geistiges Eigentum. Figuren und Schauplätze gehören Stephen Sondheim bzw. Warner Bros.
Ich verdiene hiermit kein Geld. Alles was ich habe, sind die Reviews, die ihr mir hinterlasst.
Also bitte, Reviewt!



Ein schriller Schrei drang aus dem Barbier-Shop über Mrs. Lovetts Pasteten-Lädchen in der Fleet-Street. Mrs. Lovett war gerade dabei gewesen, ihre leckeren Pasteten mit der Fleischmasse zu füllen, als das Geschrei dort oben losging.

Sie erschrak sich so sehr, dass sie das Nudelholz auf den Boden warf und unnötig Krach machte. Wenn die Nachbarn das hörten.

Gut, dass der Laden erst ab Mittag eröffnet, dachte sich Mrs. Lovett, als sie die Treppen hinauf hastete. Sie machte sich schreckliche Sorgen um Mr. Todd.
Normalerweise schaffte er es, den Menschen die Kehlen leise durchzuschneiden. Doch diesmal mussten Komplikationen  entstanden sein.

Nicht auszudenken, wenn sich ein Kunde gewehrt hatte.
Sie sah sich schon, wie sie auf Mr. Todd zustürzte, er auf dem Boden, blutüberströmt, ein fremder Mann über ihn gebeugt, mit Mr. Todds Rasiermessern und einem teuflischen Grinsen im Gesicht.

Mrs. Lovett riss die Tür auf.

Eine Leiche gab es. Jedoch war dies nicht Mr. Todd.

Mr. Todd saß auf dem Stuhl, auf dem normalerweise immer seine Kunden saßen und wippte vor und zurück. Er war überall mit Blut bespritzt. Und er schluchzte.

Mrs. Lovett, die diesen Anblick noch nie gesehen hatte, trat etwas näher.
„Mr. Todd?“, fragte sie vorsichtig. „Was ist geschehen?“

Er blickte sie an und ihr fiel auf, dass seine Augen ziemlich verquollen waren. Er hatte geweint.

„Was ist los, Mr. Todd?“, fragte sie noch einmal.

Erneut kam von ihm ein herzzerreißendes Schluchzen. Dann hielt er ihr einen Finger hin.  

„Was…?“, begann sie. Doch dann sah Mrs. Lovett und musste leicht lächeln.

„Das ist nicht lustig!“, schmollte Mr. Todd.

Den Finger hielt er ihr immer noch vor die Nase. Behutsam nahm Mrs. Lovett seine Hand und betrachtete den winzigen Schnitt.
„Das tu sooo weh!“, jammerte Mr. Todd und drückte noch eine dicke Träne heraus.

„Ja, und es ist ein sehr großer Schnitt.“, sagte Mrs. Lovett und streichelte ihm über den Kopf. Er nickte und schniefte leise.

„Ich denke, wir sollten es verbinden.“, überlegte sie laut.

Mr. Todd nickte wieder schwach. Sie schüttelte unmerklich den Kopf und riss einen Streifen Stoff von einem Tuch ab. Dann säuberte sie seine Wunde. Sie war wirklich sehr winzig, doch er wand sich, als ob sie über seinen gesamten Arm gehen würde.

Mrs. Lovett band das Tuch um seinen Finger und machte eine Schleife obenauf.

Kaum war sie fertig hatte sich Mr. Todd erhoben.
„Gehen sie jetzt.“, sagte er. „Ich räum das hier auf.“
Mrs. Lovett, die sein Verhalten nur zu gut kannte, drehte sich um und öffnete die Tür.

„Mrs. Lovett?“ Sie drehte sich um. „Danke.“

Grinsend stieg sie die Treppen hinunter. Mr. Todd war schon ein Fall für sich.
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