Afrikageschichte anfang

von Fenara
GeschichteAllgemein / P12
05.02.2011
05.02.2011
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Hallo Mia!
Wie geht es dir so im hohen Norden.
Du weißt ja wie es mir geht, scheiße.

Ich hab noch nicht mal meine Umzugskisten ausgeräumt.
Morgen fängt hier die Schule an und ich hab total Schiss, weil ich die Sprache nicht kann und alle irgendwie anders aussehen.
Ich kann dir leider keine längere Nachricht schreiben, weil ich mit meiner Mutter einkaufen gehen soll.  

Viele Grüße von Sophia aus Kenia

1.
Schätzchen, beeil dich doch mal, ich warte hier schon eine Ewigkeit.
Mama, nenn mich nicht Schätzchen ich bin schon 14.
Ich weiß nicht warum sie immer so stresst, aber ich weiß das es mich schon immer genervt hat.
Ich sitze jetzt im Auto und gucke mir die Landschaft an. Ich finde sie eigentlich wunderschön aber ich bin immer noch richtig sauer auf meine Mutter.
Wie kann sie mich einfach mit nach Afrika schleppen, wo ich keine Freunde hab und die Sprache nicht kann?
Aber genau das hat sie getan. Das alles nur für ihr job, sie ist nämlich Journalistin und sie hat eine richtig gute Stelle hier in Afrika gefunden, wobei in Deutschland sie niemand haben wollte.
Nach einer Ewigkeit sind wir endlich angekommen. Die Verkäuferin begrüßte uns freundlich und freute sich, denn wir waren einer der wenigen Kunden die täglich bei ihr einkauften. Wir wohnen nämlich ziemlich weit draußen und hier gibt es nicht so viele Menschen. Zur Schule muss ich zwei Stunden mit dem Bus fahren.
Als wir wieder zu Hause ankamen war es schon 3 Uhr und ich halte die Hitze fast gar nicht aus. Es war 35 Grad. So heiß war es in Flensburg nie. Aber ich war nicht in Deutschland, sondern in Afrika.
Schätzchen, unterbrach mich meine Mutter vergiss bitte nicht das ich gleich weg fahre und bis heute Abend bis um 9Uhr nicht da bin. Ok Mama.
So toll, jetzt war ich alleine.
Ich möchte hier nicht vergammeln. Was soll ich denn hier machen.
Ach, ich geh einfach mal los und so machte ich das denn auch.
Ich bin jetzt schon über eine Stunde weg und kein einziges Haus war zu erkennen.
Also beschloss ich einfach zurück zu gehen.
Plötzlich hörte ich ein kleines Knistern und reden. Ich guckte mich um und entdeckte einen Schwarzen Jungen der in meine Alter ist der mit einen alten Mann sprach. Sie hatten mich noch nicht entdeckt, also versteckte ich mich und hörte den beiden zu.
Ich konnte zwar nichts verstehen, aber ich merkte, dass es ein Streit war.
Nach einigen Minuten machten sich beide auf den Weg in verschieden Richtungen.
Ich beschloss den Jungen zu folgen. Ich war irgendwie neugierig geworden.
Der Junge bewegte sich schnell und leise.
Ich war erstaunt wie leise er war.
Ich musste viel Abstand nehmen, denn ich konnte nicht so gut schleichen.
Trotz meiner Anstrengung leise zu schleichen bemerkte der Junge mich und ich versteckte mich schnell hinter einen Busch. Der Junge guckte sich um, zog einen Messer aus seiner Hosentasche und ging langsam auf mich zu.
Scheiße dachte ich. Will er mich jetzt erstechen. Plötzlich stand der Junge vor mir. Seine Augen waren groß wie Teller.
Ich konnte ihn verstehen. Eine Weiße in der Wildnis zu sehen war ihn bestimmt noch nicht so oft vorgekommen.
Er steckte sein Messer in die Tasche und sagte: „Jambo“.
Ich wusste dass es Hallo heißt und sagte auch Jambo.
Doch danach sprach er weiter Afrikanisch.
Ich zuckte mit meiner Schulter, das sollte heißen dass ich ihn nicht verstehe.
Der Junge nickte verständlich und redete jetzt in Englisch mit mir.
Sein Englisch war nicht perfekt, doch konnte ich ihn verstehen.
Der Junge sagte: „Hallo, weißes Mädchen ich bin Mohammed und er bist du.
Ich antwortete ihn, dass ich Sophie bin und ich ihn verfolgt habe und nicht mehr weiß, wo ich bin.
Er guckte mich erst misstrauisch an, aber dann lachte er und ich musste mitlachen.
Er gefiel mir von Anfang an und ich wollte gerne mit befreundet sein.
Komm sagte er und ich folgte ihn. Wir gingen ungefähr eine halbe Stunde bis er mir den schönsten Ort zeigte den ich je gesehen hab.
Es war wie im Märchen. Es war ein großer Wasserfall zu sehen mit wunderschönen  Bäumen.
Es war voller Magie und ich war zum ersten Mal seit ich in Afrika bin zum ersten Mal glücklich.
Wir setzten uns auf zwei Steinen und reden bis es dunkel wurde.
Er erzählt mir das er in einen Stamm nicht weit von unseren Haus wohnt und das der alte Mann mit dem er geredet hat aus einem anderen Stamm kommt und sie sich bekriegen.
Er hatte versucht den Mann umzustimmen.
Als ich ihn fragte wie spät es war zuckte er die Schultern und lächelte mich an.
Ich sagte ihn ich müsse los. Er sagte das stimmt doch ich kann dich nicht im Dunkeln zu dir nach Hause führen. Das dauerte nämlich 3 Stunden und im dunklen ist es viel zu gefährlich.
Lass doch einfach hier übernachten. Ich war nicht so begeistert von der Idee.
Wie sollte ich Mama das erzählen. Doch ich stimme Mohammed zu, denn es ist die einzige Lösung, die auch mir einfällt.
Plötzlich fiel mir die Schule ein.
Doch Mohammed beruhigt mich und sagt dass er mich vor Schulbeginn noch nach Hause bringt.
Ich bin erleichtert und lege mich neben Mohammed hin.
Es ist ein klarer Sternenhimmel und es ist wunderschön.
Ich höre die Vögel zwitschern und langsam schlafe ich ein.
Am morgen wachte ich von ein rütteln auf und sehe Mohammed vor mir.
Ich stehe auf und stöhne, denn ich habe überall einen Sonnenbrand.
Ich kann kaum gehen. Mein ganzer Körper ist Tomatenrot. Mohammed macht ein besorgtes Gesicht und grübelt.
Mach die keine Sorgen Sophia ich bin gleich zurück. Nach einer Ewigkeit kommt Mohammed tatsächlich zurück mit einem Beutel. Leg dich hin sagte er mir und ich legte mich hin.
Er kippt den Inhalt des Beutels in seine Hände. Es war eine Art Creme.
Mohammed reibt es überall ein. Es kühlt meine Haut ab und ich fühle mich schon viel besser.
Ich danke ihm und wir machen uns auf dem Weg.
Nach 3 Stunden kommen wir endlich bei mir zu Hause an.
Meine Mutter war überglücklich mich zu sehen und fragt mich wo ich gewesen sei.
Das ist eine lange Geschichte Mutti. Ich muss mich jetzt wirklich beeilen. Ich will doch nicht am ersten Schultag spät kommen. Jaja meinte Mutti dann genervt.
Ich esse schnell mein Müsli auf und renne aus dem Haus zum Bus, wo der Busfahrer mich schon erwartet.
Im Bus gucke ich mich um. Es waren hier nur schwarze Kinder zu sehen. Wo soll ich mich hinsetzen?
Ich entschied mich neben einem Mädchen zu setzten das nett aussieht. Hallo sagte ich zum Mädchen. Das Mädchen antwortet nicht. Guckte mich nicht mal an.
Komisch.
Nach 2 stunden Fahrt sind wir endlich angekommen
Es ist ein riesiges Gebäude mit bestimmt über 500Klassenräume.
Ich betrete das Gebäude und gucke mich um.
Wie soll ich hier bloß meine Klasse finden, ich muss mir ein Lehrer suchen.
Nach einer Ewigkeit entdecke ich eine junge schwarze Frau, die bestimmt eine Lehrerin war.
Also frage ich sie auf meinen holprigen Afrikanisch wo der Raum 354 sei.
Sie erklärte mir dass sie da auch hin wolle.
Dann ist dann wohl meine Lehrerin dachte ich erfreut.
Ich folgte sie und wir kamen an einem großen Klassenraum an.
Ich gehe vor und sehe viele Kinder. Alle schwarz.
Das war mir aber schon vorher klar.
Die Lehrerin spricht auf Englisch mit denen. Wahrscheinlich Englischstunde dachte ich.
Hallo, das hier ist Sophia aus Deutschland. Ich hoffe ihr werdet sie gut aufnehmen und ihr vielleicht ein bisschen die Schule zeigen.
Die Kinder nickten und die Lehrerin die Ms Tamak heißt zeigt mir mein Platz neben einen Jungen.
Zögernd setze ich mich neben ihn. Hallo sagte ich leise zu ihm. Doch anders als erwartet dreht er sich nach vorne und beachtet mich nicht.
Was soll das. Warum mag mich hier keiner?
Ist es weil ich weiß bin?
Als endlich die Stunde klingelt nehme ich mein trinken und verziehe mich auf dem Schulhof.
Plötzlich stupste mich ein kleine Mädchen an und fragte mich ob ich mich was ich in dieser Schule zu suchen habe?
Ich antwortete ihr nicht. Was haben sie alle gegen mich?
Ich war den Tränen nahe als meine Lehrerin auf mich zukam und das kleine Mädchen etwas auf Afrikanisch sagt. Mit einem bösen Blick verzieht sie sich endlich.
Hallo kann ich dir irgendetwas zeigen. Nein meinte ich traurig.
Ich weiß das es sehr schwer ist umzuziehen und in eine neue Schule.
Vor allem hier in Afrika begrüßen sie Weiße nicht so sehr.
Das ist leide so. Viele Afrikaner denken das Weiße Menschen immer nur Reich sind und denken sie wären was Besseres. Was natürlich nicht immer stimmt.
Jetzt hab ich dir den Grund erklärt warum alle nicht so nett sind zu dir.
Das ist sehr nett bedankte ich mich.
Und was soll ich dagegen machen? Am besten du zeigst ihnen das Gegenteil und bist hilfsbereit und nett. Irgendwann werden sie kapiere das du nicht so bist wie sie es meinen erzählt sie mir mit  einem lächeln.
Ich bin auch nach Afrika gezogen vor 10 Jahren.
Ich lebte davor in Afghanistan. Naja du kannst dir wahrscheinlich denken warum.
Ja das konnte ich. Ich habe schon oft von den vielen Terroranschlägen und den ständigen Krieg gehört.