"Irrungen und Wirrungen 2" oder "Des Glückes steiler Pfad"

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Inu-Yasha Kagome Sesshoumaru
01.02.2011
18.06.2013
114
184.531
9
Alle Kapitel
230 Reviews
Dieses Kapitel
13 Reviews
 
 
01.02.2011 1.747
 
So, meine lieben Leser!
Wie bereits letzte Woche beim Abschluss den zweiten Teils versprochen, kommt hier nun der neue Teil meiner Geschichte um die mächtigste Miko der kriegerischen Staaten.
Bis auf weiteres werdet ihr hier jeden Dienstag ein neues Stückchen dieser Geschichte vorfinden.
Nun wüsche ich euch viel Spaß beim Lesen!
Eure Schreiberling21

********************************************************************

Kap. 1 Ein seltsamer Traum

Stille lag über dem Schloss des Westens. Die Nacht hatte ihren Höhepunkt erreicht und bald würden sich die ersten Diener wieder erheben, um den neuen Tag für den Herrn vorzubereiten. Alle wussten, dass auch in dieser Nacht der Fürst nicht geschlafen hatte, denn das tat er äußerst selten. Meist saß er an seinem Schreibtisch und bearbeitete die tausend Bittschreiben und Anfragen, die an jedem Tag neu aus allen Gegenden seines Reiches eintrafen.
Im Familientrakt des Schlosses befand sich zur Zeit nur eine weitere Person. Doch sie war keine Inuyokai, wie man es hier vielleicht erwartet hätte. Obwohl, seit mit der kleinen Rin ein Menschenmädchen zur Prinzessin der Inuyokais wurde, hatte man hier gelernt, sich über nichts mehr zu wundern. Doch die Prinzessin hatte vor vier Wochen geheiratet und war zu ihrem Gatten, einem Menschenprinzen, in das Anwesen seiner Familie gezogen, wo man für das junge Paar ein eigenes Haus gebaut hatte.
Die Hochzeitsgäste waren alle bereits seit vielen Tagen abgereist, nur diese eine junge Menschenfrau war zurückgeblieben. Auch ihr halbdämonischer Begleiter war geblieben, hatte aber nur im Gästetrakt Unterkunft erhalten. Es war ein junger Affenhanyou, der hier noch weiter ausgebildet wurde, denn er sollte in absehbarer Zeit mit dem Lord und jener Frau ausziehen, um die Marderyokais zu vernichten. Er suchte nach Rache, für den Tod seiner Eltern, und der Lord wollte seinen Kampfgefährten rächen. Was bei diesen Vorhaben allerdings eine menschliche Priesterin zu suchen hatte, war keinem Angestellten im Schloss klar.
Eben jene Priesterin lag nun schlafend auf ihrem Lager. Doch der Schlaf war nicht wirklich erholsam. Unruhig warf sich die Frau, die allem Anschein nach etwa zwanzig Jahre zählen mochte, auf der Matratze umher.

Dunkelheit umgab sie. Kälte wollte nach ihrem Herzen greifen, doch noch konnte sie diese mit der Hilfe ihres magischen Juwels zurückdrängen, auch wenn sie nicht wusste, wie lange das noch möglich sein würde.
Dann änderte sich schlagartig die Situation, und die junge Frau glaubte ihren Augen nicht trauen zu können. Sie war wieder zu hause, zu hause in der Zeit, in der sie geboren und aufgewachsen war.
Dort stand ihre Mutter, und sah beinahe sehnsüchtig zur Straße hinunter, die am Fuße des Schreins vorbeiführte. Irgendwie wusste die junge Frau, dass nicht sie selbst es war, auf die die Mutter wartete, denn sie war nicht da. Nein, sie hielt sich noch nicht einmal in dieser Zeit auf, das wusste die Miko ganz genau. Doch auf wen wartete die Mutter da so gespannt.
Da sah sie es. Eine Frau von etwa fünfunddreißig Jahren kam die letzten Stufen empor und blieb vor Miharu Higurashi stehen.
“Schön, dass du gekommen bist, Tama!” hörte die Träumende die angenehme Stimme ihrer Mutter, die sie im normalen Leben schon seit über zwölf Jahren nicht mehr gehört hatte.
“Du hast mich doch hierher gebeten, Miharu. Ist Kagome wieder im Mittelalter, ich kann sie nirgends sehen!”
Leicht nickte Miharu, und bestätigte so die Vermutung ihrer Gesprächspartnerin, und auch die der stummen Beobachterin.
“Ist sie, Tama! Sie will zwar nächste Woche zurückkommen, doch irgendwie weiß ich, dass ich sie nie wieder sehen werde!”
“Wie meinst du das?”
“Wie ich es sage, liebe Freundin. Du weißt, dass ich eine geborene Sorata bin wie du auch, also wie mein Mann auch aus einer Priesterfamilie stamme. Das hat mir die Gabe der Voraussicht beschert. Das bedeutet, dass ich manchmal Visionen habe, die mir Dinge verraten, die noch in der Zukunft liegen. Letzte Nacht sah ich nun Kagome, die an der Seite von Inuyasha vor drei Gräbern stand. Es gab noch keine Grabsteine, doch wusste ich, dass es die Gräber von Vater Makoto, Souta und mir waren.
Ich weiß nicht, wie mein Kind es geschafft hat, aber irgend wie hatte sie ihrem Reisekameraden ein menschliches Aussehen gegeben, denn mit seinen Schulterlangen hellblonden Haaren und goldbraunen Augen sah er wie jeder andere Mensch aus. Niemand hätte ihn für den Halbdämon gehalten, der er nun mal ist.”
“Und warum wolltest du mich nun sprechen, Miharu?”
“Tama, ich habe eine Bitte an dich. Du hast mir bei unserer ersten Begegnung gesagt, dass du Kagomes Geschichte kennst und auch durch die Zeiten reisen kannst.” mit diesen Worten nahm die Schwarzhaarige eine kleine Holzkiste in die Hand, die sie sich schon bereitgestellt hatte.
“Wenn meine Tochter ihre Trauer überwunden hat, möchte ich, dass sie dieses Kästchen erhält. Ich habe ihr Viel darin aufbewahrt, was für sie wichtig werden könnte. Auch einen Stammbaum ihrer beiden Herkunftsfamilien konnte ich in den letzten Tagen ausfindig machen. Es ist sicher nicht uninteressant, zu wissen, wer ihre Vorfahren waren, und vielleicht begegnet sie dem einen oder anderen von ihnen in der alten Zeit.
Außerdem habe ich auch ein Schmuckstück für sie dazu getan, dass meiner Meinung nach ihr Wesen sehr gut ausdrückt. Ich habe es übrigens in einem deiner Schmuckläden entdeckt. Bitte Tama, bring es ihr, wenn die Zeit dazu gekommen ist.”
Die Angesprochene nickte.
“Das werde ich, Miharu, das werde ich. So wahr ich Tama no Taisho genannt werde!”
Lächelnd nickte Miharu ihrer Verwandten zu. Dann nahm sie die Frau bei der Hand und zog sie mit in das Haus, in dem auch Kagome aufgewachsen war, und wo sie jedes Möbelstück seit Jahren kannte.
“Und jetzt trinken wir noch einen Tee gemeinsam, Tama!” hörte die Miko ihre Mutter noch sagen, bevor sich die Tür hinter den beiden Frauen schloss.
Wieder tauchte die Träumerin in die Dunkelheit ein, doch diesmal legte sich die Entspannung über das Wesen der Schläferin.

Tief atmete die junge Frau auf, ohne jedoch zu erwachen, denn die Erholung, die sonst der Schlaf bringt, war bisher ausgeblieben. Nun forderte der menschliche Körper sein Recht.
Die Nacht war vergangen. Verwirrt richtete sich Kagome auf und blickte um sich. Es dauerte eine Weile, ehe sie begriff, wo sie sich befand. Wirklich klar wurde es ihr aber erst, als Makani den Raum betrat, und mit einem fröhlichen “Guten Morgen, Miko-sama!” die abdunkelnden Vorhänge vor den Fenstern zurückzog, so dass das Sonnenlicht ungehindert in den harmonischen Raum einströmen konnte.
“Guten Morgen Makani!” sagte die Priesterin noch ein wenig schläfrig.
“Wir sollten uns beeilen, Miko-sama. Der Herr ließ ausrichten, dass er euch nach dem Frühstück zu sprechen wünscht.”
Überrascht blickte Kagome auf. Was konnte der Herr des Westens von ihr wollen? Eigentlich konnte es ihr ja gleichgültig sein, aber es passte ihr ganz gut in den Kram. Sie hatte ja gleichfalls noch ein Anliegen an Sesshomaru.
So ging sie zielstrebig durch die langen Flure und verwinkelten Gänge. Sie kannte sich in diesem Gebäude nun schon sehr gut aus, hielt sie sich doch seit beinahe drei Monaten hier auf. Doch nun musste sie auch wieder einmal nach Hause. Der Schrein in Musashi würde sie brauchen. Vier Monate war sie nicht mehr dort gewesen. Sicher hatte sich Einiges verändert in ihrer Abwesenheit. Vor allem war sie neugierig, was aus Midoriko und Kyoshi geworden war. Die sehnsüchtigen Blicke, mit denen sich die beiden Geistlichen beim Hochzeitsfest der Prinzessin angesehen hatten, waren auch Kagome nicht verborgen geblieben. Ein Schmunzeln umspielte ihre Lippen, als sie an die warm schimmernden Augen ihrer Mitpriesterin dachte, wenn sich der junge Mann in ihrer Nähe aufhielt.
Doch damit wollte sich die junge Frau augenblicklich nicht befassen. Wichtiger waren jetzt eindeutig die weiteren Schritte, die zur Bestrafung der Marder führen sollten. Darauf musste sie den Schlossherrn unbedingt ansprechen, wenn er nicht selbst dieses Thema anschnitt.

Leise Schritte vor der Tür ließen den Inuyokai aufhorchen. Sie kam also endlich. Nun konnte es vorwärts gehen, mit der Planung des Rachefeldzuges gegen Tenko und seine nichtsnutzigen Handlanger. Doch noch lies er sich nichts anmerken, dass er wusste wer vor seiner Tür stand. Er konnte es selbst nicht erklären, aber seitdem seine Tochter nicht mehr hier lebte, empfand er die Nähe der Miko noch um einiges angenehmer, als zuvor schon.
Vielleicht hatte ihn Rin empfänglich werden lassen, für die Annehmlichkeiten, die die Anwesenheit eines weiblichen Wesens mit sich brachten. Zuerst hatte er sich dagegen gewehrt, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ihn der Verlust umso härter treffen würde, je mehr er seine Gedanken an diese Frau band. Schließlich waren Menschen nun einmal nicht die langlebigsten Geschöpfe der Götter. Doch diese Bedenken hatte diese Priesterin bereits ausräumen können, da das magische Juwel ihre Lebenszeit beträchtlich erhöhte.
Nun musste er also einen neuen Grund finden, der es seinem Verstand erlaubte, sein Begehren im Zaum zu halten. Denn daran führte kein Weg mehr vorbei, wenn er ehrlich war. Er begehrte diese Miko mit Körper, Herz und Seele. War es dieses Alles umfassende Gefühl, welches seinen verehrten Vater einst zu dieser Prinzessin gezogen hatte? Wenn dies tatsächlich so war, dann begann er zu begreifen, warum der große Hundedämon sich so über alle geltenden Regeln hinweggesetzt hatte. Auch er wusste nicht, wie lange er noch die Kraft haben würde, sich selbst so weit im Zaum zu halten, dass er nicht über dieses reine Wesen herfiel wie ein Tier.
Deshalb war es vielleicht ganz gut, dass die Ausführung seines Planes bis zum Frühjahr warten musste. Jetzt stand der Winter vor der Tür, und damit die Zeit, in der solche Rachefeldzüge erfahrungsgemäß wenig Aussicht auf Erfolg hatten. Außerdem hatte der Jungaffe noch viel zu lernen, auch wenn er inzwischen recht gute Fortschritte gemacht hatte. Jetzt nahmen die Lehrer und auch die Wachen, die er als Trainingspartner für den Hanyou ausgewählt hatte, den Unterricht ernst. Dies hatte zwar erst einige drastische Strafmaßnahmen gebraucht, aber es hatte gewirkt. Jetzt wagte Keiner mehr, sich seinen Anweisungen im Bezug auf Makashi zu widersetzten.
Dem Letzen war dies nach dem Rauswurf von Jiman klar geworden.
Er würde den Affen den Winter über hier im Schloss behalten, damit er weiter trainieren konnte. Einen ungeübten Kämpfer könnte er gegen Tenko nicht an seiner Seite dulden, das war dem Daiyokai vollkommen klar, und inzwischen auch den Kampflehrern.
Endlich klopfte es, und er konnte mit gutem Gewissen die Person in sein Arbeitszimmer rufen, mit der sich seine Gedanken schon seit Stunden beschäftigten.

*********************************************************************
Was der Lord wohl von Kagome will?
Das werdet ihr leider erst in einer Woche erfahren, wenn es heißt: “Rückkehr nach Musashi!”
Das auch dort nicht alles so ganz glatt läuft, tja, dafür kennt ihr mich wahrscheinlich gut genug.

Alles Gute bis dahin, Eure Schreiberling21
Review schreiben