♡  Coincidence  ♡

GeschichteDrama, Romanze / P18
31.01.2011
13.03.2012
25
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Wer immer sich hierher verirrt, möge sich herzlich von mir gedrückt fühlen!

Dieses Mal versuche ich mich nach längerer Zeit wieder einmal an einer Non-slash Story und hoffe, dass es auch dafür einige Interessenten gibt.
Frühere Leser werden vielleicht erfreut in die Hände klatschen, andere wahrscheinlich sagen, nee, geht gar nicht. Ich nehme es gelassen, denn irgendwie musste ich mir hiermit einfach beweisen, dass ich noch dieselbe bin wie früher – man mag es kaum glauben, aber auf eine gewisse Weise kann man tatsächlich per süßer Gehirnwäsche total vergessen, was oder wer man eigentlich selbst ist und was man bevorzugt. Klingt seltsam, aber viele Autoren hier werden das sogar verstehen. So, genug gequatscht über mich. Lasst die Spiele beginnen!

Viel Spaß beim Lesen! * zwinker *


Und ich erwarte schonungslose Ehrlichkeit von euch, also nur nicht hinter dem Berg halten mit eurer Kritik, falls ihr euch entscheiden solltest, etwas dazu zu sagen.






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Titel

Coincidence


Autor

Innocence


Rating

P 18


Kategorie

RPF – Gale Harold und eigene Charaktere – Romance – Drama – Lemon – Humor....


Disclaimer

Bis auf Mr. Gale Harold gehören alle Charaktere mir und ich hoffe inbrünstig, dass er mir nicht den Kopf abreißt, wenn er das hier jemals lesen sollte (völliger Blödsinn, ich weiß), aber ich denke, es würde ihm gefallen...


Zusammenfassung

Ein Zufall bringt den Schauspieler mit Familie Coleman zusammen, die sein Leben ziemlich auf den Kopf stellt, auch wenn er sich noch so sehr bemüht, alles richtig zu machen. Wird sich sein Schicksal erfüllen oder entscheidet er sich am Ende doch für die bequeme Einsamkeit?










~ Coincidence ~





1




„Scheiße!“

Er kniete neben seiner Maschine im rötlichen Staub und fingerte am heißgeliebten Motor herum. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Ausgerechnet jetzt musste diese verdammte Lichtmaschine den Geist aufgeben! Gale wischte sich seine öligen Hände an einem Lappen etwas sauber, steckte ihn zusammen mit dem Notwerkzeug zurück in den kleinen Kofferraum unter dem Sozius und holte sein Handy aus der Lederjacke. Es war brüllend heiß, die Luft flirrte am Horizont und weder im Osten, noch im Westen war irgendetwas zu erkennen, das nach Menschen ausgesehen hätte. Er steckte mitten im Nichts, auf dem Highway zwischen Los Angeles und Phoenix. Als er genervt auf das Display sah, fiel ihm auf, dass er dummerweise keinen Empfang hatte.

„Verdammte Scheiße!“, brüllte er wütend in die Stille und klopfte sich den Staub aus der Lederkluft. „Da hat man schon ein modernes Handy und dann gibt es kein Netz!? Zum Kotzen ist das!“ Er steckte es fahrig zurück in seine Jackentasche.

Es blieb ihm also nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass bald ein Wagen vorbeikäme, der ihn mitnehmen könnte. Die aberwitzigsten Gedanken schossen ihm durchs Gehirn. Man könnte ihn zerstückeln und verbuddeln, nachdem man das Motorrad als wertvoll eingestuft hatte. Oder aber als größter Trottel Hollywoods an die Presse verkaufen, falls man ihn erkennen würde. Vielleicht würde er auch hier in der Wüste verdorren wie eine Pflaume, man würde irgendwann sein Skelett am Straßenrand entdecken und er ginge als Pechvogel der Nation in die Annalen Hollywoods ein? Was er auch ersann, es war alles einfach nur schrecklich. Seine Kehle brannte wie Feuer, das mitgeführte Wasser war nahezu aufgebraucht und er wurde von Minute zu Minute wütender. Mit der Stiefelspitze gab er seiner Maschine schließlich einen kräftigen Tritt auf den Vorderreifen und sie kippte prompt zur Seite auf den staubigen Boden.

„Scheiße!“, fluchte er erneut in die Stille und kniete augenblicklich am Boden, um seinem Baby unglücklich erste Hilfe zu leisten.

Die eben angesteckte Fluppe schnippte er achtlos in den Straßenrand und hievte das schwere Motorrad mühevoll wieder in den Stand. Er klopfte zuerst seine Kleidung aus, dann holte er einen Lappen aus dem kleinen Kofferraum heraus und wischte mit schmerzverzerrtem Gesicht über den roten Lack der Maschine.

„Wie konnte ich nur so die Nerven verlieren? Verfluchte Kacke!“

Noch einmal sah er auf den Horizont hinter sich und traute seinen Augen kaum. Entweder er litt an akuten Halluzinationen aufgrund des Wassermangels oder da kam tatsächlich ein Truck angerauscht. Sein Herz klopfte heftig, er erhob sich und stellte sich vor sein Motorrad, um kräftig mit dem ölverschmierten Lappen in der Luft herum zu wedeln. Wie in Zeitlupe schien der schwere Laster sich zu nähern. Die Luft flimmerte vor seinen Augen, so heiß war es inzwischen um die Mittagszeit. Immer wieder schwenkte er den Lappen in der Luft und als der Truck schließlich nur mehr etwa hundert Meter entfernt war, begann er auch noch zu schreien, ganz entgegen seiner üblichen Gewohnheiten.

„Hilfe! Halten Sie an, um Gottes Willen! Anhalten!! Bitte!“ Seine Stimme überschlug sich fast und er kreischte mehr, als dass es deutlich klang. Als der Truck seine Geschwindigkeit offensichtlich nicht zu reduzieren begann, wurde er noch lauter und fuchtelte noch wilder mit dem Tuch herum. Sprang sogar in die Luft und ging dann zwei Schritte auf den Teer zur Mitte hin, musste aber im letzten Augenblick doch noch zur Seite springen, da er sonst glatt überrollt worden wäre.

„Verfickte Scheiße, noch mal! Hat denn keiner mehr genügend Anstand, um zu helfen?! Scheiß Handyzeitalter!“, warf er wütend seinen Lappen in den Staub und stützte sich fix und fertig mit den Händen auf den Knien ab, während der Truck in einer roten Staubwolke an ihm vorbei rauschte. Ein kurzer Blick nach hinten ließ ihn dann doch noch zusammen zucken. „Er hält ja doch noch an? Oh mein Gott! Er hat angehalten!“ Schon rannte er los und winkte wie verrückt mit beiden Armen, nur um den Fahrer nicht wieder zu verschrecken.

Völlig abgehetzt kam er hundert Meter entfernt neben dem Führerhaus endlich zum Stehen und hechelte in der glühenden Mittagshitze. Sein Blick fiel ins Innere der Kabine und er staunte nicht schlecht. Der Fahrer war eine Frau! In diesem Augenblick dankte er Gott zum ersten Mal für sein unwiderstehliches Aussehen. Er klopfte zaghaft an die Fensterscheibe und lächelte gewinnend. Die Fahrerin ließ die Scheibe herunter und sah neugierig auf den verschwitzten Mann am Straßenrand.

„Danke, dass Sie angehalten haben! Ich dachte schon, ich müsste hier jämmerlich verdursten!“, sagte Gale freundlich und lächelte.

„Eigentlich wollte ich nicht anhalten. Nicht bei einem Mann. Aber dann habe ich ihre Reaktion im Rückspiegel beobachtet und mich anders entschieden.“ Sie schmunzelte verlegen.

„Meine Reaktion?“

„Ja... Sie sind richtig ausgeflippt und haben offensichtlich geflucht. Das sagt mir, dass sie wirklich in Not sind und nicht auf ein Opfer warten, das Sie mal kurzerhand vergewaltigen oder umbringen wollen. Gehen Sie ein wenig zurück – ich öffne die Tür.“ Sie beugte sich über den Beifahrersitz und öffnete wie versprochen. „Hallo erst mal... Wohin wollen Sie denn?“

Gales Blick fiel auf eine etwa 30-jährige junge Frau, die absolut nicht aussah wie ein Trucker.„Hi...“, winkte er etwas unbeholfen zur Begrüßung. „Einfach nur weg hier. Zurück nach L.A.“

„Dann sind Sie bei mir richtig. Wir könnten sogar ihr Motorrad mitnehmen, ich habe nichts geladen.“

„Das wäre... fantastisch! Ich kann kaum fassen, dass ich so ein Glück haben soll!“

„Warten Sie, ich steige aus, dann befördern wir die Maschine in den Anhänger.“ Sie stieg aus dem Führerhaus, kam um den Truck herum und hielt ihm ihre Hand zur Begrüßung hin. „Mein Name ist Maggie Coleman und wer sind Sie?“

Gale konnte kaum glauben, dass er hier völlig anonym zu bleiben schien und dankte Gott noch ein zweites Mal für diesen Glücksgriff. „Gale Harold, Madam. Nett, Sie kennen zu lernen!“ Er drückte ihre Hand und schenkte ihr ein warmes Lächeln. Sie zeigte auch keinerlei Reaktion auf seinen Namen – der absolute Jackpot!

Zusammen beförderten sie sein geliebtes Motorrad in den Frachtraum des Trucks und befestigten es mit einigen Gummibändern an der Rückwand des Anhängers. Als sie schließlich beide im Führerhaus saßen, ließ die junge Frau den Motor wieder an. Gale war wirklich neugierig, wie eine so hübsche Frau zu so einem harten Job kam. Also nahm er all seinen Mut zusammen und fragte nach.

„Wie kommt eine so zierliche Person zu einem solch anstrengenden und schmutzigen Job?“ Sie war keinen Zentimeter größer als höchstens einssiebzig. Dunkelhaarig und wirklich zauberhaft in seinen Augen. Nicht geschminkt und trotzdem hübsch, in seinem Beruf nur selten anzutreffen, darum umso kostbarer seiner Meinung nach.

„Coleman & Son.“ Mehr sagte sie nicht dazu.

Kurz überlegte Gale, was sie damit gemeint haben könnte, dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. „Sie sind Coleman & Son, die Spedition?“ Er pfiff anerkennend durch die Zähne. Eine riesige Firma und bekannt im ganzen Staat. „Haben Sie keine Angestellten, die für Sie durchs Land tuckern?“, grinste er frech und zeigte seine Zähne.

„Ein Krankheitsfall – ich musste einspringen. Mein Vater hatte keinen Ersatz und da muss ich eben herhalten.“ Sie lächelte noch immer über den anerkennenden Pfiff aus seinem Mund.

„Weil ihr Bruder schon beschäftigt war, nehme ich an.“

„Welcher Bruder?“

„Haben Sie mehrere?“ Es hieß doch nur Coleman & Son? Nicht Sons...?

„Eher gar keinen.“

Jetzt war der Schauspieler doch etwas verwirrt. „Keinen Bruder? Woher dann das & Son?“

Maggie lachte herzhaft los. „Ach du lieber Gott! Na ja, & Daughter hätte sich ja wohl ein wenig schräg angehört, oder? Der ominöse Sohn bin demnach ich – tadaaaaa!“

Amüsiert lachte Gale mit ihr. „Hat das noch nie jemand nachgefragt? Oder sich daran gestört?“

„Nein, nicht dass ich wüsste. Vielleicht hat mein Vater aber auch nur nie etwas darüber erzählt. Sie müssen doch Durst haben? Da ist noch eine Dose Cola und ein Wasser in der Kühltruhe, wenn Sie möchten!“, zeigte sie auf die kleine Box hinter sich neben dem Fahrersitz.

„Danke, das wäre echt nicht schlecht!“ Er öffnete die Kühlbox und holte sich das Mineralwasser heraus. Zog den Schnappverschluss ab und trank in großen Zügen die halbe Dose leer. „Ahhh! Das tut gut! Ich wusste gar nicht, wie ausgetrocknet ich war.....“

„Wie lange haben Sie schon dort in der Hitze gestanden und auf Hilfe gewartet?“

„Etwa eine halbe Stunde, schätze ich. Das reicht bei den Temperaturen, um Gespenster zu sehen, sag ich Ihnen.“ Er schüttelte entsetzt den Kopf über sein unglaubliches Glück, dass sie vorbei gekommen war. „Das kann ich nie wieder gut machen. Ich meine, dass Sie sich meiner erbarmt haben.“

„Nun lassen Sie mal die Kirche im Dorf, Mr. Harold. Auf dieser Strecke fahren stündlich solche Trucks wie dieser hier – Sie hätten bestimmt auch einen anderen Gönner gefunden.“

„Warum haben Sie dann angehalten?“, fragte er amüsiert. „Ich meine, als Frau, ganz allein mitten im Nirgendwo... Hm?“

Maggie ärgerte sich über ihre eigene Dummheit und schluckte ihren Ärger hinunter. „Was soll ich sagen? Mein gutes Herz!“

Seine Mundwinkel zuckten geschmeichelt. Er ließ es darauf beruhen, denn sein eigenes Herz sagte ihm plötzlich, dass er es nicht zu weit treiben durfte, wenn er diese beeindruckende Frau jemals wiedersehen wollte. Also nickte er nur dazu und starrte dann nachdenklich aus dem Fenster. Aus dem Augenwinkel beobachtete er Maggie Coleman und fragte sich, wie er es nur anstellen sollte, dass sie vielleicht einmal mit ihm ausging. Auch wenn das nicht einfach werden würde, weil sie nicht wusste wer er war, wollte er diese Chance nicht achtlos verstreichen lassen und überlegte sich im Geiste eine Strategie nach der anderen.

„Hab ich etwas Falsches gesagt?“, wandte Maggie sich ihm nach einigen Minuten des quälenden Schweigens wieder zu und hoffte auf ein klares Nein von seiner Seite.

Gale drehte ihr erschrocken das Gesicht zu. „Nein! Wie kommen Sie darauf?“

„Es war nur so ein Gedanke... Wo darf ich Sie absetzen? Wir sind in etwa einer halben Stunde an der Stadtgrenze.“

„Wo ist ihre Zentrale?“

„Glendale.“

„Perfekt. Dann lassen Sie mich doch bitte bei meiner Werkstatt in Hollywood raus, wenn der kleine Umweg Ihnen nichts ausmacht?“

„Einverstanden. Werden die ihre Maschine wieder hinkriegen?“

„Es ist nur eine Kleinigkeit, ich könnte es auch selbst machen, aber leider habe ich keine Zeit mehr dafür. Diese Tour heute war schon eine große Ausnahme für mich.“

„Was machen Sie beruflich?“

Jetzt saß er in der Falle. War er ehrlich, würde sich das Ganze sofort zerschlagen, würde er lügen, würde sie es ihm später nicht mehr verzeihen. Verfluchter Mist aber auch! „Ich bin im Filmbusiness, was sonst treibt man in dieser Stadt?“, versuchte er es einfach mit einer humorvollen Einlage und grinste frech.

„Wirklich? Cutter oder Kameramann? Oder so etwas Ähnliches?“ Sie sah ihn interessiert an.

Der Himmel hatte ein Einsehen, sie hatte ihn tatsächlich nicht erkannt und er war genauso schlau wie vorher. Was sollte er jetzt antworten? „Mehr als unentdeckter Drehbuchautor und Komparse, wenn ich ehrlich bin.“ Das war zumindest nicht direkt gelogen. Bei Fays Film hatte er auch einige Szenen kreiert und zu sehen war er ja sowieso auf der Leinwand, wenn auch nicht im Hintergrund. Aber gewagt war es schon, fand er im Stillen.

„Kann man damit eine Familie ernähren?“, fragte sie ungläubig nach. Dieser Mann sah nicht so aus, als würde er einsam durchs Leben gehen, dachte sie ein wenig enttäuscht.

„Nein, könnte man nicht, wenn man denn eine hätte – was sagt Ihre Familie denn zu ihrem gefährlichen Job? Ich meine, Ihr Mann kann das doch unmöglich gut heißen?“ Sie trug einen Ehering, wenn er sich eben nicht getäuscht hatte. Das wäre allerdings ein Problem...

„Mein Mann ist vor zehn Jahren bei einem Autounfall um Leben gekommen – ich lebe mit meinem Sohn wieder zu Hause bei meinen Eltern. Bequemer geht es kaum und ich bin ja eigentlich im Büro der Spedition beschäftigt.“

„Das mit Ihrem Mann tut mir leid...“ Er war voll ins Fettnäpfchen getreten, wie üblich. Am liebsten hätte er sich dafür noch nachträglich auf die Zunge gebissen. „Sie haben also einen Sohn? Wie alt ist er?“ Eine Frau mit Kind.... Das war zwar neu, aber nicht ausgeschlossen für ihn. Im Allgemeinen mochten Kinder ihn sehr gerne, auch seine Nichten und Neffen waren immer hellauf begeistert, wenn Onkel Gale zu Weihnachten nach Hause kam und Geschenke mitbrachte.

„Er ist fünfzehn, Joel. Derzeit etwas schwer zu haben, wenn ich ehrlich sein soll“, lachte sie kurz auf.

„Pubertät, verstehe. Wir waren ja alle mal jung, nicht wahr?“

„Sie sagen es! Jeden seiner Geburtstage fürchte ich, da ich mich dabei immer älter werden sehe...“

„Sie sind doch höchstens zweiunddreißig!?“, wunderte er sich über ihre Angst vor dem Altwerden. Was hätte er mit über vierzig dazu sagen sollen? Für ihn war sie fast noch ein wenig zu jung, wenn man es genau betrachtete.

Sie schmunzelte. „Muss ich darauf antworten?“

„Nein! Natürlich nicht... Ich wollte nicht unhöflich klingen...“ Noch ein Fettnäpfchen. Ginge man danach, wie viele Fehler er sich noch leistete, würde es dieses Mal die Romanze schlechthin werden.

Maggie wusste selbst nicht warum, aber sie antwortete trotzdem. „In ein paar Wochen werde ich fünfunddreißig – das liegt mir schwer im Magen, wissen Sie....“

Fast hätte er juchu geschrien. Stattdessen unterdrückte er ein Grinsen und freute sich über ihre Ehrlichkeit. „Also die dreißig hat mich auch fertig gemacht. Die Vierzig nicht mehr ganz so sehr, keine Ahnung wieso.“

„Vierzig und wie viel dazu? Ich meine, ich hätte Sie höchstens auf 35 geschätzt?“ Das war noch nicht einmal gelogen, sie war tatsächlich überrascht, dass er so viel älter war, als sie angenommen hatte.

„Eins dazu. Grade erst vor einem Monat. Wenn ich neunundvierzig bin, werde ich die Vier vorne wahrscheinlich heiß und innig lieben!“, lachte er über sich selbst.

Maggie prustete über das halbe Lenkrad und er griff erschrocken ein, weil sie fast ins Schlenkern gekommen wären. Sofort waren sie wieder ernst und erholten sich von dem Schrecken mit einer Schweigeminute. Beide zitterten am ganzen Körper.

„Das war sehr leichtsinnig, tut mir leid...“, stammelte die junge Frau, als sie sich wieder etwas gefasst hatte. „Ist mir noch nie vorher passiert....“

„Schon okay. Was muss ich auch so blöde Witze reißen!“

„Wir sind gleich da, ich hoffe, die Werkstatt hat noch auf?“

„Kein Problem. Sie gehört einem Freund von mir. Da vorne rechts und dann gleich auf der linken Seite.“

Maggie lenkte den Truck bravourös auf den Hof der Werkstatt und staunte nicht schlecht. Das war kein kleiner abgefuckter Laden, sondern eine hochmoderne, sündhaft teure Zweirad- Reparaturwerkstätte der Firma Ducati. Und solche Freunde hatte er also? Etwas seltsam schien ihr das schon.

„Danke Maggie – ich würde mich gern bei Gelegenheit dafür revanchieren, wenn Ihnen das recht ist?“ Gale wollte einen Grund haben, um sie wiedersehen zu können.

„Das müssen Sie nicht, wirklich. Es war eine entspannte Fahrt und ich habe mich keine Minute gelangweilt.“

Das klang sehr negativ, fand er. „Nicht einmal ein Essen als kleines Dankeschön für ihren Mut?“

Sie zog die Handbremse an und sah ihm direkt ins Gesicht. „Ich überlege es mir, okay?“

Gale öffnete die Beifahrertür und stieg aus. Maggie tat dasselbe auf ihrer Seite und kam dann ebenfalls um den Truck herum nach hinten, um die Maschine abzuladen.

„Da kommt mein Freund ja schon! Ich gehe ihn schnell begrüßen, Moment!“ Gale wollte ihn abfangen, um sich nicht am Ende doch noch zu verraten. Als er zurückkam, war alles geregelt und Maggie hatte die Ladeklappe schon wieder geschlossen. „Sie sind vielleicht fix!“ Keine Frau hatte bisher freiwillig sein Baby angefasst und auch noch über eine Laderampe von einem Truck herunter geschoben. Er staunte wirklich über ihre Kompetenz und Courage.

„Ich bin spät dran. Sie kommen jetzt allein zurecht?“

„Ja. Und denken Sie über ein Essen nach!“, sagte er noch grinsend, als sie sich zum Abschied die Hände schüttelten. Bisher hatte ihm noch kein weibliches Wesen widerstehen können, wenn er sie einladend anlächelte. Diese hier schien ein besonders hartnäckiges Exemplar zu sein, aber gerade das reizte ihn umso mehr daran. Immer alles zu bekommen, was man wollte, war nämlich absolut langweilig und keines Ruhmes wert.

Sie nickte schelmisch und stieg zurück in das Führerhaus. Gekonnt verließ sie rückwärts fahrend den Hof und war alsbald nicht mehr zu sehen. Gale seufzte enttäuscht. Marty klopfte ihm grinsend auf die Schulter und brachte es auf den Punkt.

„Diese toughe Lady zu beeindrucken, wird dich ein hartes Stück Arbeit kosten, mein Lieber! Du solltest dich besser warm anziehen, wenn du mich fragst!“

„Halt die Klappe, Marty! Kümmere dich lieber um mein Baby! Ich geh mir inzwischen ein Taxi rufen!“ Hier hatte er – wen wunderte es – wieder Empfang und bestellte sich schnellstens eine Fahrt nach Hause. Er wollte duschen und sich umziehen, denn dieser Wüstensand klebte ihm buchstäblich überall auf der Haut. Seine Haare waren starr vor Dreck und die öligen Finger sahen auch nicht gerade einladend aus. Kein Wunder, dass Maggie sich das Essen mit ihm überlegen wollte. Er sah widerlich aus! „Fuck...“

„Na na na! Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“

„Wenn man mich jetzt unfreiwillig ablichtet, kann ich einpacken!“, knurrte er wütend auf sein derangiertes Aussehen und die unglücklichen Umstände.

„So wie du aussiehst, erkennt dich sowieso kein Paparazzo!“, kicherte Marty und schob kopfschüttelnd die Maschine in die Halle.

„Aber die Fans schon, du Hornochse!“, brüllte Gale ihm hinterher. Marty hatte nicht den blassesten Schimmer, was er für ein Leben führte. Manchmal hasste er diese Berühmtheit wirklich. Jeder Pups kam unweigerlich an die Öffentlichkeit und er war heilfroh, nicht ganz so begehrt wie Brangelina sein zu müssen.




Tbc....



©Innocence, 31.01.11



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Noch hier? * puhh *
Ich beuge mich eurem Urteil....
Und freue mich über jegliche Kritik, außer der, dass er NIEMALS eine Frau anbaggern würde, denn das lasse ich nicht gelten * ätsch *

Nächste Woche Montag kommt das nächste Kapitel.
Bin wie immer pünktlich wie ein Uhrwerk.
Ich hoffe, ihr seid wieder dabei?
Bis dann, eure Innocence ♡
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