I love the way you lie

von Saphy89
GeschichteRomanze / P12
Drake Parker Josh Nichols
29.01.2011
13.06.2011
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April, so war ihr Name. Auf jedem ihrer Bücher, die sie durch die Schule schleppte, stand dies mit dickem Edding geschrieben. Knall rosa schienen die Worte darauf eingebrannt zu sein. Sie war ein Mädchen, wie sie nicht unscheinbarer sein konnte. Ihre dunkelblonden Haare hatte sie zu einem strengen Zopf gemacht und die dicke Brille auf der Nase ließ sofort erkennen, dass sie eine Streberin war. Angespannt stand sie auf dem Schulflur vor ihrem Spind und sah den Gang hinunter. Die Stille schien ihr den Hals abzudrücken, der schon trocken war, weil sie wusste, was ihr bevorstand. Mit einem Schlag war ihr Spind verschlossen und langsam ging sie den Schulgang entlang. Jeder Schritt hallte durch den großen Raum. Gerade wollte sie um eine Ecke in Richtung Klassenzimmer gehen, als sie plötzlich mit jemanden zusammenstieß. April fiel mit ihren ganzen Büchern zu Boden , die sich über den ganzen Fußboden verteilte. „Kannst du nicht besser aufpa...“ begann sie schon zu meckern, musste jedoch stocken, als sie sah, wer sie da angerempelt hatte. Braune glatte Haare hatte ihr Gegenüber, doch es war kein Geringerer als Drake Parker. „Was machst du denn hier?“ fragte April nach und richtete ihre Brille. Sie konnte den Mädchenschwarm nie besonders gut leiden. Seitdem sie in San Diego zur Schule ging und das waren immerhin schon 7 Jahre, war sie mit diesem Jungen in einer Klasse gewesen. Er war das glatte Gegenteil von ihr: Schlecht in der Schule, kam nur mit Mühe und Not ins nächste Schuljahr, sah aber dafür auch sehr gut aus und brachte jedes Mädchenherz zum Schmelzen. Jedes, bis auf das von April. Sie verabscheute Drake bis aufs Blut und würde nie freiwillig mit ihm ausgehen, geschweige denn ihn zum Freund nehmen. Der Junge sah sie recht verblüfft an und stammelte ein paar Wörter zusammen. „Was ist denn mit dem los?“ fragte April sich, während sie aufstand und zusammen mit Drake ihr Bücher zusammen suchte. „Solltest du nicht bei dem Test sein?“ fragte er sie und hielt ihr das Mathe-Buch hin. „Das selbe könnte ich dich fragen.“ konterte April und nahm das Buch entgegen. „Mrs. Taylor hat mich rausgeschmissen, weil ich bei Jet spicken wollte.“ antwortete Drake total lässig und zuckte mit den Schultern. April konnte es nicht glauben, wie konnte man seine Zukunft nur so versauen? Sie schüttelte mit dem Kopf und lief, nachdem sie all ihre Bücher zusammen geräumt hatte, einfach weiter, ohne ein Sterbenswörtchen an Drake zu wenden.

Sie lief den Gang entlang, keiner war sonst mehr zu sehen. Ein kurzer Blick auf die Uhr, es war kurz vor dem Stundenwechsel. Kaum sah April auf, klingelte schon die Schulglocke und es stürmten Massen von Teenagern aus dem Räumen. Sie drängte sich an einigen Leuten vorbei, bis sie schließlich im Raum stand, wo Geschichte unterrichtet wurde. „Hallo Mr. Godman.“ begrüßte sie den Lehrer und setzte sich auf ihren gewohnten Platz, der direkt in der ersten Reihe war. „Hallo April.“ grüßte der Mann, packte gerade seine Tasche und stellte diese auf sein Pult. Kurz verließ er das Zimmer, während April ihr Vampir-Buch herausholte und es auf der Seite aufschlug, welches sie zuletzt gelesen hatte. Sie liebte Fantasiegeschichten über alles, schrieb auch selbst Geschichten, die sie allerdings nur unter einem Pseudonym im Internet veröffentlichte. Sie hatte zu viel Angst, diese Geschichten ihrer Schule zu präsentieren, denn es gab immer welche, die ihren Schreibstil nicht mochten oder es insgesamt einfach doof fanden, wenn man seiner Fantasie freien Lauf ließ. Als April gerade eine Seite fertig gelesen hatte, schlug sie das Buch zu und steckte es wieder in ihre Umhängetasche zurück. Sie war nervös und zwar richtig nervös. Ein sehr wichtiger Test stand bevor und sie vertiefte sich in ihre ganz eigene Welt. Ungeduldig nahm sie ihren Ordner für Spanisch hervor. Dies war eines der Fächer, dass sie nie gut beherrschte. Langsam blätterte die Strebsame und las noch einmal ein paar Sätze durch, versuchte diese auch auszusprechen und ging dann zum nächsten Blatt. Als erneut die Schulklingel läutete, erschrak April, dass sie ihr Mäppchen, welches sie immer oben rechts auf ihren Platz  legte, herunterfiel. Doch die junge Dame war nicht so schnell, doch da erschien schon eine weitere Hand, die das Mäppchen auffing. Es waren wirklich schöne Hände, ohne irgendeinen Makel und was ihr besonders gefiel: Die Fingernägel waren sauber und kurz geschnitten. Langsam sah April hoch, wer ihr Mäppchen gefangen hatte und dort verfinsterte sich ihre Miene. Es war schon wieder Drake! „Das konnte unmöglich wahr sein, oder?“ dachte sich April und riss sich ihr Mäppchen unter die Finger. Drake lief, ohne ein Wort an April zu richten nach hinten, auf seinen Stammplatz. Das Mädchen sah über die Schulter, wo sich dieser Schwerenöter wohl hingesetzt hatte. Innerlich flehte sie, dass er ganz hinten saß, so weit es ging nur weg von ihr. Doch das Glück war nicht auf ihrer Seite, denn Drake setzte sich direkt hinter April und ließ seine Schultasche an der Seite herunter gleiten. Ein machohaftes Lächeln umspielte sein Gesicht. April verdrehte die Augen und drehte sich wieder nach vorne, wo die nette Spanisch-Lehrerin gerade den Raum betrat.

„Queridos estudiantes.“ sprach sie und legte ihre Tasche auf dem Pult ab und öffnete diese. April richtete ihre Brille und nahm ihren Ordner vom Tisch. „Du lässt mich doch bestimmt abschreiben oder?“ hauchte ihr jemand in den Nacken. April's Gänsehaut stellte sich auf und sie drehte sich erneut um. Drake, der immer noch hinter ihr saß und grinste. „Das würdest du wohl gerne machen, oder?“ konterte sie. „Aber natürlich. Komm lass mich halt abschreiben.“ forderte er und tätschelte ihre Schulter. “Nein!“ giftete April zurück und drehte sich wieder nach vorne. Als Zusatz rückte sie ihren Tisch einige Zentimeter nach vorne, damit er sie nicht weiter nervte. „Ich möchte euch bitten, eure Schulsachen vom Tisch zu legen. Wie ich euch angekündigt haben, schreiben wir heute eine Probar.“ sprach die Lehrerin und öffnete ihre Mappe, indem sie ihre Proben kopiert hatte. April grinste in sich hinein. 'Drake hatte also nichts für den Spanisch-Kurs gelernt. Hoffentlich fliegt er mal so richtig auf die Schnauze' dachte sich die Strebsame und holte ihren Kugelschreiber aus dem Mäppchen.
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