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Vertrauen

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P18 / Gen
Ed Lane Julianna "Jules" Callaghan Sam Braddock
24.01.2011
16.07.2011
12
14.864
2
Alle Kapitel
37 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
24.01.2011 1.584
 
Hallo ihr Lieben!

Ich dachte ich melde mich mit einer weiteren Story, in der Hoffnung, dass sie euch genauso interessieren wird wie Schicksalstage! Ich habe auch diese Story ab 18 abgestuft. Gewalt und harte Worte werden verwendet.

Viel Spaß beim Lesen! Ich warte und hoffe wie immer auf eure Reviews, nur das zeigt mir ob es sich lohnt weiter zu schreiben oder nicht :o)

Kapiel 1 - Wer braucht schon Feinde

Als Sam am Morgen erwachte fühlte er sich, als hätte er während der gesamten Nacht nicht eine Minute geschlafen. Wie in jedem Jahr fiel es ihm an diesem Tag unendlich schwer aus dem Bett zu kommen und sich fertig zu machen.
„Guten Morgen!“, sagte Jules fröhlich, als sie merkte, dass Sam neben ihr aufwachte.
„Dir ebenfalls.“, antwortete Sam kurz angebunden. Jules hatte keine Ahnung, er konnte ihr ihre gute Laune nicht verübeln. Für sie war heute ein Tag wie jeder andere im Jahr, doch nicht für ihn.
„Ist alles okay? Du bist so still.“, sage Jules auf dem Weg zum Hauptquartier, während Sam ihr lediglich ein Lächeln schenkte.
„Alles in Ordnung. Nichts worum du dir Sorgen machen müsstest.“, antwortete Sam und nickte Jules dann zu, als er wie immer an derselben Stelle von ihr aus dem Auto gelassen wurde. Eigentlich wussten alle im Team von ihrer Beziehung, die mittlerweile auch schon über ein Jahr andauerte, allerdings bestand mit dem Sergeant ein stilles Abkommen. So lange er es nicht offiziell wusste, oder in irgendeiner Form mitbekam, dass es die Arbeit der beiden beeinflusste, war für ihn alles in Ordnung. Das letzte Jahr hatte bewiesen, dass gerade Sam die Beziehung gut tat und die Harmonie und Balance, die zwischen ihm und Jules herrschte wirkte sich wirklicht positiv auf die Arbeit im Team aus.
„Morgen!“, sagte Sam kurz als er die Umkleidekabine betrat. Ed und Spike waren bereite dort, Wordy folgte kurz nach Sam. Wie immer konnte Sam Eds brennenden Blick auf sich spüren. Ed hatte diese unglaubliche Gabe direkt zu bemerken, wenn etwas mit einem seiner Leute nicht stimmte.
„Sam? Alles in Ordnung bei dir?“,  fragte Ed, während Sam kurz nickte.
„Im Ernst. Du wirkst nicht fit.“
„Ich bin fit Ed. Es gibt nichts worum du dich sorgen müsstest.“, beteuerte Sam, wusste allerdings bereits, dass Ed ihn während des gesamten Tages nicht aus den Augen lassen würde.
„Jules, alles in Ordnung bei Sam?“,  fragte Ed nun auch Jules, als ihm diese aus der Damenumkleidekabine entgegen kam.
„Ich denke schon. Wieso?“
„Er wirkt nicht so heute.“
„Ist mir auch schon aufgefallen, aber ich weiß nicht woran es liegt. Wirklich nicht Ed.“ Ed nickte kurz und ging dann mit Jules herüber zum Briefing. Sam hoffte währenddessen inständig, dass sie heute nicht zu Notfällen gerufen wurden, doch wie immer an einem solchen Tag passierte genau das noch während des Briefings.
„Wordy mit Spike, Leah, sie assistieren mir heute, Sam Sierra eins, Jules….“, begann der Sergeant, während Ed nun einschritt.
„Ich bin Sierra eins, Sam kommt mit mir heute.“, sagte Ed, während Greg direkt nickte. Er wusste nicht, was Ed zu seiner Entscheidung geführt hatte, die er allerdings nicht anzweifeln würde. Sam sagte nichts auf Eds Order und auch alle anderen hinterfragten diese nicht. Sam war froh nicht Sierra eins zu sein am heutigen Tag, doch durch eine Sichtblockade von Ed blieb Sam nichts anderes übrig als die bekannten Worte zu sagen, die er an diesem Tag nicht sagen wollte.
„Ich habe die Lösung.“
„Skorpion Sam.“, antwortete der Sergeant, während die Luft im nächsten Moment von einem Schuss erfüllt wurde. Sam sah durch sein Zielfernrohr, dass sein Schuss erfolgreich war. Die Geisel, ein kleines Mädchen, rannte von der Person weg, die sie zuvor als Geisel gehalten hatte und welche nun leblos am Boden lag. Ein präziser Schuss wie an jedem anderen Tag. Sam legte sein Gewehr nieder und setzte sich auf den Felsvorsprung. Jules schaute durch ihr Fernglas zu Sam herüber und konnte beobachten, dass Sam sich mehrmals hastig durch sein Gesicht wischte.
„Sam!“, sagte Jules durch den Teamspeak, während der Sergeant sie direkt unterbrach.
„Jules, Sie kennen die Vorschriften!“, sagte er lediglich. Ed war nun ebenfalls auf Sam aufmerksam geworden und wollte gerade zu ihm herüber gehen um herauszufinden, wie es seinem Mann ging, wobei im nächsten Moment allerdings schon die Polizisten dort ankamen. „Constable Braddock, Sie kennen die Routine. Das hier ist jetzt ein Tatort, Sie sind Beschuldigter. Bitte folgen Sie uns.“, sprach eine autoritäre Stimme. Jules beobachtete Sam noch immer durch ihr Fernglas und bekam so auch mit, dass Sam noch einmal aufgefordert werden musste mitzukommen, bevor er sich schlussendlich erhob. Wieso gerade heute? Das war die Frage, die Sam die gesamte Zeit lang durch den Kopf gegangen war. Wieso hatte er gerade heute eine Frau erschießen müssen? Wieso gerade heute?
„Was war los Jules? Sie kennen doch die Anweisungen!“, sagte Greg direkt als Jules unten angekommen war. Auch Ed stieß zu ihnen, während Jules gerade zu sprechen begann. „Irgendwas stimmte nicht. Ich habe Sam durch das Fernglas beobachtet und ich wollte sichergehen, dass alles in Ordnung ist. Ich schwöre Ihnen Serg, hätten Sie ihn so gesehen, dann hätten Sie ebenfalls auf die Regel verzichtet.“, beteuerte Jules, während Ed sie kritisch angeblickt hatte.
„Ich habe ihn ebenfalls gesehen und war auf dem Weg zu ihm, doch die Kollegen sind gekommen. Jules hat recht mit dem was sie sagt. Irgendetwas stimmte nicht. Ich glaube Sam hat bitterlich geweint.“, sagte Ed, während Sam im nächsten Moment von den Polizisten zum Auto gebracht wurde.
„John, lassen Sie mich kurz mit meinem Mann reden!“, sagte Greg direkt, während ihn der andere Polizist nur anschaute.
„Greg Sie kennen die Regeln.“
„Dann vergessen wir die jetzt mal ganz kurz und Sie vergessen einfach mal zuzuhören. Ich muss wissen, ob es meinem Mann gut geht.“, sagte Greg streng, während John einen Schritt zur Seite trat und Sams Arm los ließ. Greg fasste Sam direkt an den Schultern und sah ihn ernst an. Er konnte sehen, dass Sams Augen gerötet waren, während Sams Gesichtsausdruck distanziert und emotionslos war.
„Ist alles in Ordnung Junge?“, fragte Greg fürsorglich.
„Keine Sorge, alles in Ordnung.“, bestätigte Sam und sah dann an Greg vorbei zu Jules, wobei er ihr kurz zunickte. Selbst nach Abschluss des Briefings machte niemand auch nur die Anstalt in den Feierabend gehen zu wollen. Das gesamte Team wartete geschlossen auf Sam, der von Winnie direkt durch in den Besprechungsraum geschickt wurde.
„Sam!“, sagte Spike, der Sam als erstes erblickte.
„Es ist alles gut verlaufen.“, sagte Sam knapp und ging dann zur Umkleidekabine herüber, während Ed und Jules sich zeitgleich erhoben.
„Ich denke es ist besser wenn Jules geht.“, schlug Greg vor, während Ed sich wieder hinsetzte. Jules klopfte leise an die Tür und trat dann herein, während Sam mit hängendem Kopf auf der Bank vor seinem Spind saß.
„Hey!“, sagte Jules leise, während Sam sie direkt anblickte.
„Hey.“, antwortet er und genoss es Jules Hände auf seinen Schultern zu spüren.
„Was ist los Sam?“
„Vertrau mir einfach Jules. Es ist alles in Ordnung. Bitte lass mir noch etwas Zeit, ich werde es dir irgendwann erklären.“, sagte Sam nun.
„Verspricht du mir, dass du klarkommst.“
„Ja, wirklich versprochen. Sonst würde ich mit dir darüber reden.“, sagte Sam und erhob sich dann.
„Wollen wir nach Hause fahren? Es war ein langer Tag.“, fragte Jules und versuchte dabei Augenkontakt mit Sam herzustellen.
„Bitte sei mir nicht böse, ich möchte heute Abend lieber alleine sein.“
„Ich halte das für keine gute Idee.“
„Das weiß ich Jules, aber ich verspreche dir, dass alles in Ordnung ist.“
„Gut, dann sehen wir uns morgen, ja?“
„Ja, bis morgen. Und schick die anderen nach Hause. Es ist alles in Ordnung.“, sagte Sam und verließ dann das Hauptquartier. Zuhause angekommen ging Sam direkt zu seinem Kühlschrank herüber und holte sich ein Bier heraus. Ausgerechnet an einem Tag wie heute, hatte er eine Frau erschossen. Wie passend. Sam setzte sich vor den Fernseher und zappte wahllos durch die Kanäle. Hauptsache Ablenkung, denn an schlafen war jetzt wahrlich nicht zu denken. In Sams Kopf schoben sich immer wieder die Bilder des heutigen Tages und vermischten sich nahtlos mit den Bildern der Vergangenheit. Sam war gerade im Begriff sich ein neues Bier aus dem Kühlschrank zu holen, als es an seiner Tür schellte. Wenige Sekunden später folgte ein lautes und aggressives Klopfen.
„Mach auf!“, schrie eine eindeutig betrunkene männliche Stimme. Sam sah kurz auf die Uhr. Es hatte heute länger gedauert als all die Jahre zuvor, doch mit nichts an diesem Tag hatte er mehr gerechnet als mit diesem Besuch.
„Sir.“, sagte er kurz und sah auf die betrunkene Gestalt seines Vaters im Türrahmen.
„Bist du stolz darauf heute noch eine Frau getötet zu haben?“, schrie Sams Vater direkt.
„Nein Sir, aber das ist mein Job. Ich werde dir jetzt ein Taxi anrufen, dass dich nach Hause bringt.“, sagte Sam, wurde im nächsten Moment allerdings von der gesamten Wucht eines Faustschlages getroffen, der ihn vollkommen unerwartet im Gesicht traf, so dass Sam sich nicht mehr abfangen konnte. Er merkte, wie seine Blumen hinter ihm von dem kleinen Hocker stürzten, der unter der Wucht seines Aufpralles zerbrach. Noch ehe Sam etwas entgegnen konnte trafen ihn mehrere Tritte in der Magengegend.
„Dad!“, schrie Sam, woraufhin Col Braddock von seinem Sohn abließ und argwöhnisch auf diesen herunter blickte.
„Du nutzloses erbärmliches Stück Scheiße!“, sagte er und drehte sich dann zum gehen um. Sam blieb benommen am Boden liegen und schloss langsam die Augen. Wer brauchte in dieser Welt noch Feinde, wenn man einen solchen Menschen als Vater hatte?
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