Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eine schrekliche Wahrheit

GeschichteDrama / P16
Toko Murasame Tsukumo Murasame
23.01.2011
23.01.2011
1
3.362
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
23.01.2011 3.362
 
Eine schreckliche Wahrheit

Es war soweit, der Kampf um die Welt begann. Sie alle rannten zum Kampffeld, wo die Dämonen bereits warteten. Kuruto, Senshiro, Hotsuma, Shusei, Luca und sogar Yuki, welcher eigentlich nur dazu da war um ihnen im Kampf, sollten sie ihre Kräfte verlassen, zu stärken und unsere Wunden zu heilen. Auch ihr jüngerer Bruder rannte, er rannte an ihr vorbei und blieb schließlich etwas weiter von ihr entfernt stehen. „Tuoko- chan, worauf wartest du? Lass uns gehen“, seine samtene, fließende Stimme flog zu ihr und holte sie aus den Gedanken. Tuoko sah ihren Bruder an, er lächelte, und sie lächelte zurück, auch wenn die Trauer deutlich in ihrem Gesicht zu lesen war. Er nahm, zum Trost, die Hand des Mädchens und sie liefen eilig den anderen Zweilt Guardian hinterher.
Die 18-jährige und ihr Bruder kamen auf dem Schlachtfeld an und sie sahen die Duras, die Dämonen welche den Untergang der Welt wollten, stehen.  Rechts außen in der ersten Reihe stand Cadenca, der General class Opast, welcher bereits Senshiro´s Großvater und Oboro, Kuruto´s ersten Zweiltpartner, auf dem Gewissen hatte. Neben Cadenca stand die hübsche Elegie, die dazu bereit war mit allen Mitteln zu kämpfen um Luca zu bekommen, auch sie war ein General class Opast. Links von ihr stand Luce, Luca´s Zwillingsbruder und ,wie die anderen beiden, ein General class Opast. Er stand gegenüber von Luca und sah ihn wutentbrannt an. Wir wussten alle, dass er über Luca´s Verrat nie hinweggekommen war, als dieser die Seiten wechselte und sich dem Giou- Clan anschloss. Hinter den General class Opasts sah man die Midvillian, die Mittelklasse Duras und Nidatorehi, die Unterklasse Duras, welche kaum zu beherrschen waren.
Vorne stand ER. Reiga Giou, einst einer der vier Necromanten des Giou- Clans, mit dem Grimoire „Schlüssel des Raziel“. Halb Mensch, halb Dämon hatte er seine Familie verraten, eine Necromantin getötet und seinen engsten Freund verletzt. Jetzt führte er den Krieg gegen die Gious und die Menschheit.
Ihm gegenüber stand der letzte Giou- Necromant, Takashiro, mit seinem Grimoire „Schlüssel des Salomon“ in der Hand. Er war Reiga war einst sein Freund, doch seit dem Verrat an der Familie waren sie eingeschworene Feinde.
Hinter Takashiro stehen wir, die Zweilt Guardian, rechts außen Kuruto und Senshiro, die beide Cadenca wütend ansahen. Neben diesem Zweiltpaar standen Tsukumo und Tuoko und beobachten Elegie gründlich. Mittig von ihnen standen Yuki, der der den Zweilts die Schmerzen nehmen soll und neben ihm sein Beschützer Luca, der Abkömmling der „Zess“, welcher seine Familie für Yuki verraten hatte.  Links von Luca stehen Hotsuma und Shusei in Kampfstellung und warten auf den Beginn der Schlacht.
Die Sonne ging gerade unter, und wie bereits vor tausenden von Jahren begann der Kampf mit dem Aufgang des Mondes.
„Es ist soweit“, hauchte das Mädchen ihrem Bruder zu und wagte es kaum nach ihm zu sehen, aber sie tat es doch und er erwiderte ihren sorgenvollen Blick mit einem zuversichtlichen Lächeln. „Es wird alles gut Tuoko- chan“, flüsterte er freundlich und aufmunternd zu. Aber die brünette sah wie sich seine Muskeln anspannten. „Sei vorsichtig Tsukumo- kun“, sagte sie und ergriff seine Hand.
Schließlich konnte sie es aber doch nicht verhindern, niemand hätte es verhindern können, die Sonne war hinter dem Horizont verschwunden und der Mond ging mit einem weichen Strahlen auf.
Tuoko ließ ihren Bruder los und hob ihre linke Hand. „Eon!“, rief sie nach ihrem Schwert und der Ring an ihrem linken Zeigefinger begann zu leuchten. Nur wenige Augenblicke später erschien das Schwert mit einer silbernen Klinge und dem goldenen Griff auf dem ein verschlungenes Muster zu sehen war. Neben dem Mädchen rief Tsukumo nach seiner Pistole, Knell, welche er seit mehreren Leben verwendete. Auch rief Hotsuma nach seinem „Masterstroke“, ein gewaltiges Schwert mit dem er die Flammen der Hölle kontrollierte, neben ihm erschienen „Kurai und Kuro“, Shusei´s Doppelschwerter. Kuruto zog sein Katana und Senshiro hielt bereits seine Sense fest. Sobald alle ihre Waffen gezogen hatten stellten sich die Kämpfer in Angriffsposition. Noch einmal sah Tuoko zu ihrem Bruder und lächelte leicht. Bitte, passe auf dich auf, dachte sie noch rechtzeitig ehe Reiga den Krieg eröffnete.
Es begann, die Nidatorehi stürzten auf die Zweilts, wurden aber mit wenigen gezielten Treffern von Luca erledigt. Aber es waren nicht alle, immer noch rasten sie auf  die Kämpfer des Giou- Clans zu. Dicht gefolgt von den Midvillian, sie waren deutlich in der Überzahl.
Sehr zur Überraschung der Zweiltpaare stießen weitere Kämpfer zu ihnen und begannen mit den Dämonen zu ringen.
In Kuruto´s Kopf bildete sich ein Plan und er stürzte sich, direkt auf den noch soeben boshaft lächelnden Cadenca zu. Sofort schloss Senshiro sich seinem Partner an und preschte ihm nach. Kuruto richtete sein Katana direkt auf das Herz seines Feindes, wogegen Senshiro eher Cadenca mit seiner Sense zu köpfen versuchte. Ein Kampf zwischen den dreien brach aus und sie würden kämpfen bis entweder die beiden Zweilts oder der General class dem Tod bevorsteht.
Blitzartig schoss Tsukumo vor seine Schwester um sie vor Elegie´s eiserner Peitsche zu verteidigen. Das Mädchen hatte nicht bemerkt was geschah und erst als sie ihren Bruder keuchen hörte erwachte sie aus ihren Gedanken, welche so erfüllt von Sorge waren, dass sie sie völlig in Besitz nahmen. Mit Eon fest in der Hand griff die 18-jährige Elegie an, aber sie wich ihr geschickt aus, als ob sie sich in Luft auflöste. Tuoko drehte sich zu Tsukumo um und sah ihn dankbar an. Aber dieser Augenblick war viel zu kurz und die Stimme der Dämonin zerriss die Luft zwischen ihr und dem Jungen. „Ihr seht in die falsche Richtung!“, schrie sie während sie ihre Peitsche schwang und zum Sprung ansetzte. Tsukumo und seine Schwester sprangen auseinander, und wichen somit ihrer eisernen Peitsche aus. Sofort schoss Tsukumo mit seiner Knell und das Mädchen sprang mit Eon seinen Kugeln hinterher. Sie wurde von den Kugeln zwar verwundet, aber leider an solchen Stellen, wo es sie kaum kümmerte. Die General class Opast sah die Zweiltkämpferin sofort und sprang zur Seite. Wieder löste sie sich in Luft auf. Tsukumo rannte zu seiner Schwester und half ihr sich wieder aufzurichten. Während Tuoko aufstand sah sie sich um und erkannte Luca gegen Luce kämpfen und Hotsuma mit Shusei gegen einen Midvillian. Die Übrigen Mitglieder des Clans kämpften gegen den Rest der Armee von Reiga.
Auf einmal begann die Erde zu beben und Tsukumo stürzte, mit ihr an der Hand, beinahe.
Das Beben hatte eine Menge Staub aufgewirbelt, aber das Mädchen erkannte Takashiro- sama gegen Reiga kämpfen. Sie griffen sich gegenseitig mit purer Magie an und konnten sich auch gleichzeitig verteidigen.
„Wieder in die Falsche Richtung, Zweiltpaar“, erneut riss Elegie Tuoko aus den Gedanken und die Kämpferin begann gegen ihre eiserne Peitsche zu kämpfen. Nur einmal handelte sie unaufmerksam und die Peitsche traf die 18-jährige schmerzhaft am Arm. Ohne zu zögern griff die Dämonin Tsukumo an, der aber noch zum Glück auswich und mit seiner Schwester weglief.
Sie liefen nicht allzu weit und versteckten sich in einer dichten Böschung abseits des Kampffeldes.
„Tuoko- chan, du bist verletzt“, sein Atem ging nur stoß weise. Sie schüttelte den Kopf und nahm die Hand von der  Wunde und bemerkte erst da, dass sie blutete. „Ist schon gut“, Tuoko legte ihrem Bruder die saubere Hand auf die Wange und versuchte zuversichtlich zu lächeln. Doch es war ihm anzusehen, dass er es ihr nicht abnahm. Er nahm die Hand seiner Partnerin und wollte aufstehen: „Yuki soll dich heilen, so kannst du nicht kämpfen.“ Nur träge schüttelte Tuoko den Kopf: „Nein, ich schaffe das, wir dürfen Yuki nicht überanstrengen, das wäre unklug.“
Der Junge sah die verwundete an und in seinem Blick war Schmerz und Trauer zu lesen.
„Tsukumo, ich....“, aber er ließ seine Schwester nicht zu Ende reden und zog sie eilig aus der Böschung zurück aufs Schlachtfeld.
Während das Paar rannte erhaschten sie einen Blick Kuruto auf dem Boden lag und blutete, Senshiro kniete neben ihm und man sah Tränen in seinen Augen. Und in diesem Moment der Schwäche stürzte sich Cadenca mit seinem Schwert auf die Beiden und wollte den vernichtenden Schlag ausführen. Schnell riss Tuoko sich von Tsukumo los und stellte sich mit Eon in der Hand zwischen ihre Freunde und ihren Gegner. Nur kurz schaute sie zu Senshiro und wehrte sich weiter gegen den General class Opast.
„Tsukumo, hol Yuki! LOS!“, es war ein telepathischer Ruf und das Mädchen wusste, dass Tsukumo ihn vernommen hatte.  
Sie kämpfte mit Cadenca, und er war um ein vielfaches stärker als Elegie. Er richtete sein Schwert auf ihre Brust und raste auf sie zu. Nur knapp schaffte Tuoko es ihm auszuweichen. Es war als ob er den Angriff bereits vorhergesehen hatte und  wich ihr geschickt aus. Wieder griff das kämpferische Mädchen an, mehrmals hinter einander, das Ziel; sein Herz. Aber immer wehrte er die Angriffe ab und stieß sie zurück. Völlig unvorbereitet zog eine grell gelb leuchtende Flamme einen Strich zwischen dem Gegner und Tuoko. Kurz erfüllte das große Dankbarkeit, als sich Hotsuma und Shusei dem Kampf näherten.
Hotsuma und sein Partner liefen zu Tuoko und postierten sich in Angriffsposition neben ihr.
Schließlich griffen sie zu dritt an, es war zu spüren, dass Cadenca nun nicht mehr so leichtes Spiel haben würde. Tuoko zielte, nach wie vor, auf seine Brust, Hotsuma wollte ihm scheinbar den Kopf abtrennen und Shusei schien ihm den Unterleib abtrennen zu wollen. Hotsuma verletzte ihn, zwar nicht direkt am Hals, dennoch nicht ganz ohne Folgen, der Opast strauchelte und fiel.
Kaum, dass Shusei auf ihn losstürmen wollte blieb er stehen, denn Elegie hatte sich schützend über Cadenca gebeugt. Die Zweilts sahen alle die Beiden leicht verstört an, es war äußerst unüblich, dass Duras sich gegenseitig verteidigten, es waren durchaus egoistische Wesen.
Noch ein Mal beschwor Hotsuma die Flammen und kreiste mit ihnen die Duras ein. „Haltet sie bei Schach, ich sehe nach Kuruto!“, schrie Tuoko Shusei zu und eilte zu dem am Boden blutenden Jungen. Rasch kniete sie sich neben ihn und sah Senshiro an, der die Hand seines Partners hielt. Langsam fragte sich das Mädchen wo Tsukumo mit Yuki blieb, lange würde Kuruto nicht mehr aushalten. Dann stand sie auf, wobei der Blick Senshiro´s  auf ihr lag. Auch diesmal konnte sie nicht hinsehen, tat es aber dennoch und nickte lediglich.
Pfeilschnell bewegte sie sich in die Richtung aus der Tsukumo´s Gedanken zu hören waren. Und zum Entsetzten Tuoko´s waren seine Gedanken komplett auf einen Kampf konzentriert. Letztendlich erreichte sie ihren Bruder und es war tatsächlich so, dass er an Luca´s Seite gegen Luce kämpfte, welcher offensichtlich vergeblich an Yuki herankommen wollte.
Die Zweiltkämpferin hatte Glück unbemerkt zu bleiben und lief eilig zu Yuki rüber. Auch er sah sie nicht, da er die ganze Zeit über Luca sorgenvoll zusah. Da nahm sie Yuki´s Hand, woraufhin er erschrocken zusammenzuckte. „Yuki- chan, du musst mitkommen. Kuruto verblutet. Hotsuma und Shusei schaffen Elegie und Cadenca nicht alleine.“
Ihr Blick war voller Sorge und in den goldenen Augen der brünetten standen schon die Tränen. Selbstverständlich war klar, dass Yuki sie sah, aber er nickte fest und  die Beiden gingen zurück zu Kuruto und Senshiro. Währenddessen sprach Tuoko mit Tsukumo, dank der telepathischen Verbindung, und erklärte was jetzt los sei und, dass es keinen Grund zur Sorge gab.
Hotsuma und Shusei kämpften noch immer, obwohl Cadenca geschwächt war und Elegie ebenfalls bereits einige Verletzungen trug, schien es für die beiden Zweilts nicht gut auszusehen. Tuoko kniete sich neben Senshiro und nahm ihn in den Arm, in der Zeit nahm Yuki neben Kuruto platz und legte seine Hand über die Wunde. Sofort war die Kraft von Gottes Licht zu spüren. Ein warmes strahlendes Licht, welches die Welt mit Reinheit und Schönheit füllte.
Zu schnell verging es und sowohl Tuoko als auch der Mann in ihren Armen sehnten sich danach es nochmal zu spüren. Sie ließ Senshiro los, da Kuruto sich gerade aufrichtete. Im Gegenzug dazu fiel Yuki auf seinen Schoß. Er hatte sich zu sehr angestrengt, Kuruto´s Wunde war zu groß. Er fing Yuki auf und sah mich an. „Bleib hier und kümmere dich um Yuki, wir werden denen da helfen“, Kuruto´s Ton war wie immer bestimmend. Er stand auf und Shusei mit ihm, beide riefen ihre Waffen und rasten zu Hotsuma und Shusei.
Das Mädchen blieb mit dem in Ohnmacht gefallenen jungen Mann auf ihrem Schoß sitzen und redete auf ihn ein aufzuwachen, auch wenn ihr durchaus klar war das das so schnell nicht geschehen würde.
Es waren Schritte zu hören und augenblicklich legte Tuoko Yuki´s Kopf auf den Boden und sprang auf um ihn zu verteidigen. Sollte es nötig sein würde sie ihr Leben für ihn geben, so war das bei allen Zweilts, Yuki war ihr Mittelpunkt und sie waren Yuki´s verbündete. Aber es war nicht nötig sich zu verteidigen, oder auch nur an Kampf zu denken, denn die schweren Schritte stammen von Luca gefolgt von Tsukumo. Sofort rannte der Kämpfer auf seine Schwester zu und schloss sie in seine Arme. Zeitgleich lief der Opast zu Yuki und ließ sich neben ihn fallen. Er nahm den Jungen und trug ihn vom Schlachtfeld weg, die Murasame- Geschwister sahen den Beiden leicht verdutzt hinterher, nahmen aber schnell ihre Waffen und eilten zu den übrigen Kämpfern.
Mittlerweile hatte sich der Kampf geteilt, Hotsuma und Shusei nahmen sich Elegie vor und Kuruto und Senshiro bestritten einen erneuten Kampf gegen Cadenca. Auch wenn Tuoko es hasste von ihrem Bruder getrennt zu sein, tatsächlich waren sie schon seit ihrem ersten Leben unzertrennlich, so musste dies jetzt sein. Tsukumo eilte zu Hotsuma und Shusei, während er aus seiner Knell feuerte, seine Schwester schloss zu Kuruto und Senshiro auf und versetzte Cadenca einen starken Hieb. Auch wenn dieser nicht fiel so hatte der Schlag ihm leicht zugesetzt und er fiel beinahe wieder, leider fing er sich rechtzeitig und beschwor einen Bannkreis.
Die drei Zweilts machten sich auf einen äußerst mächtigen Angriff bereit und so wie sie dachten kam es auch. Die Umgebung wurde in violettes Licht getaucht und in diesem Moment kam Tuoko der Gedanke an das Ende ihres Lebens, aber noch schlimmer an das Ende des Lebens ihres geliebten Bruders. Doch alles bleib verschont, es war nur Stille zu hören, aber sie lebten. Tuoko sah sich verwirrt um und registrierte erst im letzten Moment Luca. Er hatte Cadenca´s Angriff hervorragend abgewehrt, doch nur mit der Unterstützung Shusei´s hatte die Abwehr Cadenca standgehalten. Nachdem der aufgewühlte Staub sich legte entfernte Shusei seine Barriere, mit welcher er Luca´s Verteidigungsschild gestärkt hatte. Und erst da bemerkte das beunruhigte Mädchen, dass ihr Bruder, Hotsuma und Shusei zu ihnen aufgeschlossen haben. Kurz danach  ließ auch Luca seine Verteidigung fallen und die Zweilt Guardian standen ungeschützt Cadenca gegenüber, dem Elegie zur Hilfe geeilt war.
Kuruto, Senshiro, Hotsuma, Shusei und Luca, kümmert euch um Cadenca. Ich und Tsukumo werden Elegie übernehmen, teilten die Murasame- Geschwister ihren Freunden per Telepathie mit.
Es dauerte nicht lange, da preschten die beiden Zweiltpaare und Luca auf Cadenca zu, während Tuoko und Tsukumo sich um die, zu Beginn noch etwas verwirrt aussehende, Dämonin kümmerten. Erneut feuerte der junge Mann aus seiner Pistole, deren Kugeln seine Schwester wider hinterher lief um ihrer Gegnerin einen gekonnten Schlag zu versetzten. Aber wie schon zuvor, löste sich die General class einfach in Luft auf.
Zu Tuoko´s Entsetzten bemerkte sie zu spät, dass Elegie bereits hinter ihrem Bruder aufgetaucht war. Und dieser hatte sie nicht bemerkt, da er zu sehr auf seine Schwester achtet. „Ich sagte ihr seht in die falsche Richtung!“, herrschte die Dämonin Tsukumo an und ließ ihre Peitsche knallen. Lediglich wenige Sekunden später zerriss ein schmerzerfüllter Schrei die Luft und alles drehte sich zu dem am Boden liegendem Jungen um. Tuoko konnte es kaum mit ansehen, ihr liefen die Tränen in fließenden Sturzbächen ihre sonst so rosigen Wangen hinab.
Wutentbrannt starrte sie auf Elegie und zog zu einem letzten Angriff ihr Schwert. Pfeilschnell stürzte sie sich auf die General class, setzte viele Stiche hintereinander, denen Elegie immer wieder auswich. Doch zum Schluss konnte Tuoko ihren finalen Treffer landen, sie traf die Brust ihrer Gegnerin und riss brutal das Schwert durch ihren ganzen Körper. „Für meinen Bruder“, flüsterte sie und ließ Eon fallen, sobald sie ihre Feindin geteilt hatte, und rannte zu ihrem sterbenden Bruder.
Augenblicklich drehte sie ihn um und sah in sein grausam schmerzverzerrtes Gesicht. Noch immer liefen dem Mädchen die Tränen und bei ihrem Bruder war es nicht anders, doch sie wusste, dass seine Tränen aus dem Schmerz der Verletzungen rührten. „Tsukumo, Tsukumo. Bitte nicht, nein...“, die Worte blieben ihr in der Kehle stecken und sie konnte ihren geliebten Bruder nur mit weinenden Augen ansehen. Dieser hob seine Hand und legte sie auf die Wange seiner Schwester, sofort schmiegte sie ihr Gesicht an die Hand die ihr schon immer Halt gab.
„Nicht weinen Tuoko- chan. Ich möchte dich lächelnd in Erinnerung behalten.“
Zitternd schüttelte Tuoko den Kopf und drückte ihren Bruder nur noch enger an sich. „Nein, nein, Tsukumo du sollst nicht....“, und wieder blieben ihr die Worte weg und sie konnte nur noch weinen.
Warum hatte sie nicht mehr Zeit mit ihm gehabt? Warum durfte sie nicht noch ein weiteres Leben mit ihrem Bruder verbringen? Ihren Bruder, den sie liebte wie sonst niemanden, den einzigen Jungen den sie wirklich sah, den sie besser kannte als sich selbst. Warum wurde ihr das Wichtigste in ihrem Leben genommen?
Auf all diese Fragen kannte sie die Antwort nicht und zitterte deshalb nur noch mehr.
„Ich liebe dich“, drang eine leise Stimme zu Tuoko hinüber und sie erblickte das schmerzerfüllte und traurige Lächeln ihres Bruders. „Ich wünschte auch, wir hätten mehr Zeit gehabt“, er sprach all ihre Gedanken aus und streichelte ihre Wange.
„Ai shite- iru, ich liebe dich“, das war das einzige was sie in dem Moment raus brachte. Dabei wollte sie ihm doch noch so viel mehr sagen. Sie wollte ihm erklären wie wichtig er war, wie viel er ihr wirklich bedeutet und alles was sie sagen konnte war „Ich liebe dich.“
Erst jetzt, wo alles zu Ende war gestanden sie sich ihre Liebe ein, Tuoko war schon immer klar, dass sie Tsukumo liebte, es gab und würde auch nie einen anderen geben. Nicht als ihren Bruder, nicht als ihren besten Freund und vor allem nicht als ihren einzigen und wahren Partner. Ja, sie liebte ihn, mehr als sonst jemanden und sie liebte ihn so sehr, dass die „gewöhnliche“ Geschwisterliebe dafür nicht reichte.
Noch ein Mal sah sie in das traurig lächelnde Gesicht ihres Geliebten, die Tränen strömten über ihr Gesicht und hatten schon den größten Teil ihres Hemdes und das ihres Bruders durchnässt. Ein letzten Mal strich ihr Tsukumo über die Wange und schloss schließlich seine Augen. Er sah aus als würde er schlafen und in gewisser Weise war das auch so, nur würde er aus diesem Schlaf nie wieder erwachen, getötet von einem Opast würde er nie wieder wiedergeboren werden und Tuoko nie mehr wiedersehen....
Das Mädchen verspürte ein Rütteln, erst sanft, dann immer stärker und plötzlich wurde sie hochgerissen. Als sie die Augen öffnete blickte sie in die von Sorge und Angst erfüllten Augen ihres geliebten Bruders.
„Tsukumo! Du lebst!“, Tuoko schluchzte und fiel dem verwirrten Jungen um den Hals. Dieser strich ihr übers Haar und sog den, so bekannten und geliebten, Duft nach Rosenshampoo ein, nachdem die Haare seiner Schwester dufteten.
„Sicher doch, sollte ich nicht?“, er klang besorgt, verwirrt und doch belustigt über das Verhalten Tuoko´s, hielt sie aber weiterhin fest an sich gedrückt.
„Doch, du sollst und wehe dir wenn es anders ist“, auch Tuoko´s Stimme hatte einen leicht amüsierten Unterton angenommen.
Die beiden Geschwister legten sich wieder hin und Tuoko rückte näher an ihren Bruder und er umarmte sie.
„Es wird auch nie anders sein. Ich werde dich nie verlassen“, Tsukumo sprach mit einer solchen Entschlossenheit, dass Tuoko beinahe wieder zu weinen begonnen hätte, aber sie riss sich am Riemen und strich über Tsukumo´s Gesicht. Dabei kam ihr eine schreckliche Wahrheit in den Sinn, egal wie entschlossen Tsukumo auch war sie nicht zu verlassen, so war es nicht auszuschließen, dass er in diesem Kampf um die Welt getötet werden könnte.
Erneut kuschelte sie sich näher an, den mittlerweile eingeschlafenen, Tsukumo heran und versuchte mit all den sorgenvollen Gedanken zu schlafen.
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast