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[MMFF] Rettung oder Verdammnis?

GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
19.01.2011
15.05.2012
7
12.907
 
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Slow Motions


Als Vincent Dawson hinzu kam, um seinen Unterricht zu starten, hatte sich bei seinen Schülern nicht mehr viel getan. Kevin und Ayama lehnten noch immer an der Wand und träumten vor sich hin (wobei Ayama mit geschlossenen Augen im wahrsten Sinne des Wortes „träumte“) und die ewig gutgelaunten Geschwister diskutierten. Er grinste kurz und beschleunigte seinen Schritt... um ganz plötzlich vor Ayama aufzutauchen.
„Guten Morgen, Schlafmütze!“, wisperte er ihr ins Ohr und lachte, als sie erschrocken zusammen zuckte.
„Ich bin wach!“, rief sie und ihre Augen huschten umher, um ihre Umgebung zu erfassen. Als sich ihre braunen Augen auf den Lehrer hefteten, verdüsterte sich ihr Blick.
„Echt witzig, Vince...“, murrte sie und schmollte ihn an.
Kathy und Johnny hatten sofort aufgehört zu streiten, und sogar Kevin hatte er ein kleines Grinsen entlockt.
„Ja, find ich auch!“, rief er fröhlich und wippte kurz auf seinen Hacken vor und zurück, bevor er der Japanerin zuzwinkerte und dann in seiner Hose nach den Schlüsseln für die Turnhalle fischte.
„Ah, da sind sie ja...“, murmelte er und schloss auf, damit sich seine Schüler entsprechend umziehen konnten.

Ein paar Momente später standen sie alle erwartend vor ihm und wärmten sich in alter Manier auf. Kathy und Johnny dehnten ihre Beine, Ayama ihre Arme und Kevin stand einfach mit verschränkten Armen da.
„Ich geh davon aus, dass du heute schon Joggen warst, Kei?“, fragte Vincent und der blonde Junge antwortete nur mit einem kurzen Nicken.
„Schön, dann können wir ja gleich noch ein paar Runden dranhängen...“, verkündete der Lehrer und klatschte ermutigend in die Hände.
„Aufstellung Herrschaften!“
Die vier gehorchten...
„Und los!“
Vince pfiff kurz mit einer Trillerpfeiffe und beobachtete, wie die Jugendlichen lossprinteten und versuchten, sich gegenseitig zu überholen. Nach zwei Runden des stillen Beobachtens seufzte er und klatschte erneut in die Hände. Das war zwecklos. Gott sei Dank war keiner seiner Schüler in diesem Kurs unsportlich, sonst wäre dessen Selbstbewusstsein mittlerweile am Nullpunkt angelangt. Es war unglaublich, wie sehr man in seinem Konkurrenzdenken festhängen konnte.
„Also ihr Lieben... ihr wisst doch sicherlich, dass ihr als Team zusammenarbeiten sollt, oder?“
Ein kleines Nicken von Kathy und Johnny, jedoch nur ein skeptischer Blick von Ayama und Kei. Vince ob kurz die Augenbraue ob der beiden, was Ayama dazu brachte, genervt die Augen zu verdrehen.
„Wir haben doch alle genügend Ausdauer und sind nebeneinander gejoggt. Was ist dein Problem?“, fragte sie und zuckte mit den Schultern, bevor sie ein wenig trotzig die Arme verschränkte.
„Seh ich ganz genauso...“, unterstützte Kei sie und reckte ein klein wenig das Kinn, doch das konnte diesen Lehrer nicht aus der Ruhe bringen.
„Ihr seid nicht nebeneinander gejoggt, ihr seid gegeneinander gejoggt. Ihr wart nur auf einer Höhe, weil ihr allesamt mithalten könnt. Stellt euch vor, jemand hätte nicht so viel Ausdauer, oder jemand wäre nicht so schnell wie ihr.“
Kurzes Schweigen.
„Ist aber nicht so.“
Das kam von Kei, und Vince blickte kurz gen Himmel. Einige von ihnen müssten wirklich noch eine Menge über die Zusammenarbeit lernen... Vielleicht sollte er Brad anhalten, ein paar Gruppenübungen mehr zu machen...
„Schön. Dann eben anders. Ihr werdet jetzt für fünfzehn Minuten als Team laufen, mit der gleichen Geschwindigkeit. Und um das zu gewährleisten...“
So schnell, wie die Schüler gar nicht schauen konnten, hatte Vince ihnen leicht gegen die Stirn geschlagen, und das Gemecker der Schüler setzte erst ein, als er schon wieder genauso stand wie vorher.
„... wird es eine kleine Hürde geben. Bitte an die Startlinie!“, rief er sie schmunzelnd auf und beobachtete, wie sich seine Schüler in Zeitlupe an die weiße Linie begaben.
„Das ist Scheiße, Vince!“, erhob sich einmal mehr die verärgerte Stimme von Kevin, diesmal jedoch wesentlich lauter als zuvor. Er hatte gerade mindestens zehn Sekunden allein dafür gebraucht, sein Knie zu heben.
„Dem stimme ich allerdings zu!“, riefen Johnny und Kathy gleichzeitig, bevor sie sich ungefähr zwanzig Sekunden brauchten, um sich einen bitterbösen Blick zuzuwerfen.
Ayama kämpfte mit aller Gewalt gegen die „Geschwindigkeitsbegrenzung“ ihres Lehrers, er konnte es an den Anstrengungen in ihren Gesichtszügen sehen.
Amüsiert lachte er.
„Tja, wer nicht hören kann, muss fühlen...“, murmelte er und setzte sich seelenruhig auf eine Bank, um dem Schauspiel weiter beiwohnen zu können.
„Warts nur ab, wenn ich wieder normal laufen kann, kannst du was erleben!“, knurrte Kevin vor sich hin, und es war bereits ein leichter Schweißfilm auf seiner Stirn zu sehen.
„Na jetzt hab ich aber Angst...“, schmunzelte Vince sarkastisch und lachte erneut, bevor er sich gutgelaunt ein Magazin schnappte und darin blätterte.

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Beim Mittagessen trafen sich alle zusammen im Speisesaal. Cleo und Cassie waren noch immer ein Herz und eine Seele, und die Jüngere erklärte dem Elfenmädchen gerade, wo Besteck und Teller etc. waren. Sie pflegten, alle zusammen den Tisch zu decken und auch wieder abzuräumen, nur um Geschirr spülen und Kochen etc. mussten sie sich nicht persönlich kümmern. Das wäre auch sicherlich das reinste Chaos gewesen.
„Und kannst du das fassen, er hat das tatsächlich die ganzen fünfzehn Minuten durchgehalten!“, beschwerte sich Kathy lautstark bei ihrer Schwester Maya, die sie mit großen Augen ansah.
„Und ihr wart alle ganz langsam?“, fragte sie und zwinkerte einmal.
„Langsam ist gar kein Ausdruck... Wir haben sage und schreibe 4 Minuten gebraucht, um vier Schritte an die Startlinie zu gehen!“, schloss sich Johnny an, als er einen weiteren Stapel Teller heranschaffte. Maya kicherte nur.
„Ja, kann ich mir vorstellen, dass DU das superlustig findest...“, schmollte er, stellte ihr aber trotzdem einen Teller hin. „Vor allem, da ihr ja gestern erst richtig coolen Waldunterricht hattet...“
Hayley und Zenyatta verdrehten simultan die Augen. Was sollte bitte an jeglicher Art von Unterricht „cool“ sein?
„Also bitte Mädels, wir hatten Spaß!“, mischte nun auch Cassie mit und verteilte die Gabeln, während Cleo mit den Messern hinterher kam.
„Ja, sehr viel Spaß...“, meinte Hayley ironisch und verzog das Gesicht zu einer übertriebenen Maske von Fröhlichkeit, als sie ihre Stimme verstellte und wie Miss McDaniels sprach: „Und hier sehen wir eine äußerst niedliche Form der Spezies Acer Platanoides; wer kann mir den Fachterminus nennen?“
Zenyatta meldete sich spielerisch und kritzelte schnell ein Wort auf ihren Block, bevor sie ihn Hayley unter die Nase hielt.
„Richtig, B-A-U-M! Du hast heute viel gelernt, Zenyatta!“, fuhr die Braunhaarige fort und zwinkerte schnell hintereinander, was alle Anwesenden zum Lachen brachte.
Auch Cleo lachte mit, wobei sie hoffte, dass diese Sticheleien gegen die Lehrerin nicht böse gemeint waren. Sie hatte es sehr sympathisch gefunden, wie sie sich für ihr Unterrichtsfach begeistern konnte. Die Blonde musste erneut kichern, als die Vogelfrau über dem kleinen Sprössling des Spitzahorns (was Acer Platanoides wirklich bedeutete)  gebückt gestanden hatte, der gerade erst aus der Erde gewachsen war, und ihn mit leuchtenden Augen und wehenden Federn betrachtet hatte.

Völlig in Gedanken versunken hatte sie auch der rothaarigen Stummen ein Messer hingelegt, welche es nur mit einer erhobenen Augenbraue betrachtete.
„Zenyatta braucht kein Besteck...“, meinte Maya, als wäre es das normalste von der Welt, und hielt das Messer wieder Cleo hin. Ihre braunen Augen blickten freundlich, jedoch immer noch einen Tick verträumt drein.
„O-Oh... tut mir leid...“, meinte die Neue nun und errötete.
„Ach, kein Problem... woher sollst du auch wissen, dass Zenyatta nur Flüssignahrung zu sich nimmt?“, meinte Johnny und zwinkerte der Rothaarigen keck zu. Doch diese zeigte ihm nur den Mittelfinger und hörte dann weiter Hayley zu, die sich weiter über den Unterricht draußen ausließ.
Bevor Cleo noch weiter nachfragen konnte, ertönte ein heller Gong und die älteren Schüler standen auf und gingen ein Zimmer weiter in die Küche, von wo bereits ein einladender Duft herüberwehte.
Nach und nach kamen sie zurück und hatten allesamt Töpfe in den Händen, die sie inklusive Topflappen auf dem Tisch verteilten. Die Blonde hob eine Augenbraue.
„Funktioniert das?“, fragte sie Cassie und beugte sich ein wenig vor.
„Mh? Ja sicher, wenn etwas leer ist und noch jemand etwas möchte, geht derjenige, der sich zuletzt genommen hat und holt Nachschub. Und solang wir noch nicht mehr sind, ist es nicht nötig, in die Kantine zu gehen...“
„Kantine?“
„Ja, haben wir auch... aber die war so groß und leer, da haben wir es hier aufs Esszimmer verlegt. Ist doch gemütlich, oder?“, fragte die Jüngste mit den dunkelblauen Augen.
Cleo nickte nur und schaute sich erneut um. Der Raum war, wie der Großteil des Hauses, hauptsächlich in dunklen Holztönen gehalten. In der Mitte stand der wuchtige, längliche Tisch, der noch Platz für fünf weitere Personen gehabt hätte, und die dazupassenden Stühle. Der Teppich war dunkelgrün, was irgendwie eine Art „Wald“-Atmosphäre aufbaute.
Auch zeigten die Bilder an den Wänden einige Waldstücke, und Cleos Lieblingsbild war jetzt schon das einer hellen Lichtung mit einem Fluss. Das Licht brach sich an den Blättern der Bäume und das Wasser glitzerte lebendig. Fast konnte sie das Rauschen hören, so sehr erinnerte sie es an Zuhause.
„Hier, möchtest du auch Kartoffeln?“, fragte Cassie und hielt der Blonden einen Topf hin.
„Oh ja, natürlich, danke!“

Als alle Töpfe auf dem Tisch waren, stand Zenyatta auf und ging alleine in die Küche.
Erst, als sie sich wieder setzte, wurde Cleo auf sie aufmerksam. Die Rothaarige hatte einen großen Becher in der Hand, der so tiefschwarz war, dass man den Inhalt nicht erkennen konnte. Auch der Strohhalm, den Zenyatta gekonnt zwischen ihre Nähte geklemmt hatte, war schwarz und verhinderte einen Blick auf ihr merkwürdiges Mahl.
Nach ein paar Momenten wurde Zenyatta auf Cleo aufmerksam, und mit einer Hand krakelte sie fahrig etwas auf einen Zettel und schob ihn der Blonden ohne noch einen Blick hin.
„Püriert“, las Cleo für sich und nickte erkennend, was die Siebzehnjährige allerdings nicht mehr beachtete.

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Heyho :)
Mal eine kurze Bestandsaufnahme. Kommt ihr einigermaßen mit den Charakteren klar oder ist es euch zu viel?  Seid ihr noch zufrieden mit den euren?
Schreibt das mal ins Review <3
Wir haben nämlich noch zwei bis drei, die noch gar nicht eingeführt wurden und ich richte mich beim Tempo nach euch.. oder versuchs zumindest :3

GLG ^^

PS: Vielen Dank an Watteflocke für den Acer Platanoides xD

INFO



Hallo,

eine kurze Info. Tut mir leid, dass die FF brach liegt, aber bei einigen Charakteren fällt mir einfach nichts mehr ein und das hindert die Kreativität daran, zu fließen. Denn es macht einfach keinen Spaß, wenn man sich unter einem Charakter nichts mehr vorstellen kann :/

Ich überlege noch, wie ich aus dieser Krise wieder heraus komme.

Theoretisch würde ich einfach die Anmeldung wieder eröffnen und sehen, ob Inspiration in Form von neuen Charakteren einfließt, aber da ich nicht versprechen kann, dass diese dann auch wirklich angenommen werden, bin ich mir nicht sicher.

Naja, trotzdem der Aufruf, wenn wer Langeweile hat und damit leben kann, dass sein Charakter eventuell nicht aufgenommen wird (je nach Tiefgründigkeit des Charakters, nach Geschichte etc.), darf er mir noch sehr gerne einen Steckbrief schicken ^^’

Ansonsten vorerst abgebrochen. Tut mir leid…


PS: Wenn sich hierauf keiner der alten Teilnehmer melden sollte, hat sich das ja sowieso erledigt :p
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