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[MMFF] Rettung oder Verdammnis?

GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
19.01.2011
15.05.2012
7
12.907
 
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
19.01.2011 2.387
 
Und das Nächste :D
Wie gesagt, hier treffen wir schon mal auf zwei bis drei neue Charaktere. Namentlich habe ich jetzt alle erwähnt, die bis jetzt schon an der Schule sind. Wer bis jetzt noch nicht erwähnt wurde, stößt ein wenig später hinzu :)

Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht alle Charaktere sofort zu 100% vorstelle... Weil das nur ein totales Namenschaos wird und sich dann eh keiner merken kann, wer wer war ._.
Von daher, kleine Episoden, die Lust auf mehr machen (hoffe ich ;D).

Viel Spaß ^^ Und jaa, meine Überschriften sind langweilig und unpassend -.-

"Elektrische" Gefühle

Es war mitten in der Nacht, als Cleo plötzlich aufwachte und sich im Bett aufrichtete.
Ihr Atem ging schneller und sie schaute sich ein wenig panisch um, bis ihr wieder einfiel, wo sie war und von wem die anderen Atemgeräusche in dem Zimmer kamen. Sie seufzte leicht und fuhr sich durch die Haare, bevor sie die Bettdecke umschlug und leise aufstand.
Der Wecker auf Cassies Nachttisch zeigte halb vier Uhr morgens, und Cleo seufzte erneut. Doch sie konnte es nicht ändern, sie musste das Bad benutzen.

Mit nackten Füßen tapste sie über den Teppich und durch die Tür, die in das Gemeinschaftsbad führte.
Bevor sie das Licht anschaltete schloss sie die Tür hinter sich, um Cassie durch das Licht nicht zu wecken, und als sie an der Wand nach dem Lichtschalter suchte, ertönte mit einem Mal das Rauschen eines offenen Wasserhahns.

Cleo zuckte zusammen, ihre Hände lösten sich von der Wand und sie drehte sich schnell um. Sie bewegte sich einen Moment nicht, während sie versuchte, in der Dunkelheit etwas zu erkennen, und tatsächlich, an dem letzten Wasserhahn auf der rechten Seite bewegte sich etwas.
„Hallo?“, fragte sie zögerlich und ihre Stimme kratzte ein wenig.
Sofort verstummte das laufende Wasser und die Figur drehte sich um.
„Ich bin Cleo, eine Neue... Ich... wohne jetzt im Zimmer gegenüber... mit Cassie...“, stammelte die Blonde und es verwirrte sie, dass die andere Person (logischerweise ein Mädchen), nichts sagte und sich auch nicht mehr bewegte. Es war noch immer dunkel, und Cleo wollte das ändern.
„Ist es in Ordnung, wenn ich das Licht anmache?“, fragte sie also, und tastete bereits wieder nach dem Lichtschalter. Das andere Mädchen gab noch immer keinen Ton von sich, und auch als das Licht anging blinzelte sie nur kurz und schirmte mit der Hand ihre Augen ab.
„So, das ist...“, fing Cleo an, drehte sich wieder der anderen zu und verstummte. Nun wusste sie, warum keine Antwort erfolgt war. Wie hatte Cassie sie genannt?

„Zenyatta, richtig?“
Die Frage kam Cleo automatisch als ein Flüstern über die Lippen, und sie räusperte sich danach.
Die grünen Augen des anderen Mädchens zwinkerten erneut, doch diesmal überrascht. War ja klar, dass es sie wunderte, dass eine Fremde ihren Namen kannte. Sie musterte Cleo offensichtlich, versuchte gar nicht erst, ihre Neugier zu verbergen, besonders nicht, als sie die Ohren der Neuen entdeckte. Sie hob eine Augenbraue.
„Ehm, ja, ich... ich weiß, ich seh anders aus...“, stammelte Cleo erneut und spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss und sie errötete. In solchen Momenten wünschte sie, sie hätte ganz normale Ohren...

Doch Zenyatta nickte nur einmal, zum Zeichen, dass sie zugehört hatte, hob dann die Hand ein wenig und winkte halbherzig. Anscheinend war das wohl ihre Art „Willkommen“ zu sagen.
Cleo versuchte sich an einem unsicheren Lächeln und winkte zurück, bevor Zenyatta sich umdrehte und ohne eine weitere Reaktion wieder zurück in ihr Zimmer ging.
Die Blonde atmete erleichtert auf. Wow...
Sie hätte nie gedacht, dass es auch solche Mutanten geben könnte... Wie grausam...

Als sie fünf Minuten später wieder in ihrem Bett lag, dachte sie noch einmal an das Erscheinungsbild des Mädchens. Sie war etwas kleiner als sie, aber doch noch größer als Cassie. Wie alt sie wohl war? Das würde sie noch einmal bei Tageslicht überlegen müssen, aber bestimmt war sie älter als die Blonde.
Allerdings konnte Cleo nicht entscheiden, was nun eher ihre Blicke auf sich gezogen hatte. Entweder diese Lippen, die mit dicken, schwarzen Fäden im Kreuzstich zusammengenäht worden waren (bei dem Gedanken stellten sich der Mutantin die feinen Härchen an den Armen auf), oder etwa ihre Haare, die mit einem kräftigen Rot leicht von ihrem Mund ablenken konnten. Und Cassie hatte Recht, wenn dann noch schwarzer Lippenstift im Spiel war...

Neben sich hörte sie ein Rascheln, welches ihre Gedankengänge unterbrach. Cassie murmelte im Schlaf ein paar Worte, welche Cleo allerdings nicht verstehen konnte.
Sie lächelte etwas, drehte sich wieder um und schloss die Augen, um noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.


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„Cleo... Cleo!“
„Mmh...“
„Hey, bist du wach? In einer halben Stunde kannst du duschen gehen, okay? Bis dann!“, flüsterte Cassie ein wenig lauter und verschwand im Bad.
Die Blonde streckte sich ausgiebig und stand erneut auf. Es war jetzt halb sieben Uhr morgens, also wäre sie dann um sieben dran. Wie würde sie die halbe Stunde, die sie noch hatte, für sich nutzen?

Ihr Blick fiel auf das Fenster, wo sich bereits die ersten Sonnenstrahlen abzeichneten. Bald sollte es Sommer werden, die Tage wurden länger und wärmer, nur die Nächte waren noch ziemlich kalt. Und seltener auch nass.
Die Fünfzehnjährige verzog bei dem Gedanken an gestern Nacht missbilligend das Gesicht, bevor sie an das Fenster trat und es schwungvoll öffnete.

Ja, es würde bestimmt ein herrlicher Tag werden! Sie schloss die Augen und atmete tief ein. Nur nach einem Regen roch die Luft so frisch, so rein... Ihr Blick fiel dann auf einen großen gepflegten Rasen, durch den sich ein Weg schlängelte. Blumen fanden sich nur am äußersten Rand wieder, doch auch diese Beete schienen gewissenhaft angelegt und gepflegt zu sein.
Cleo schaute nach rechts und betrachtete die Bäume, die sich leicht im Wind bewegten. Ihr Atem wurde gleichmäßig, als sie die Hand hob und spürte, wie sich ein laues Lüftchen einstellte und ihr durch die Haare fuhr. Mit einer kreisenden Bewegung ihrer Hand wurde der Wind stärker und stärker, bis sich etwas anderes am äußersten Rand ihres Blickfeldes bewegte.
Sie ließ die Hand abrupt sinken und der Wind stoppte, als ein blonder Junge mit kurz geschorenen Haaren den Weg entlang joggte. Cleo beobachtete ihn, als er ein wenig langsamer wurde und seine Arme kreisen ließ. Er hob die Knie höher und lief einen Moment auf der Stelle, währenddem er den Kopf umwandte und die Blondine entdeckte. Er blieb stehen und schaute sie an, aus dieser Entfernung konnte sie seine Gesichtszüge nicht richtig erkennen, aber er schien weder freundlich noch unfreundlich dreinzublicken, also eher neutral.

Doch plötzlich spürte Cleo etwas Seltsames. Die Luft um sie herum knisterte und ihre Haare luden sich elektrisch auf, sodass sie ihr ein wenig vom Kopf abstanden und sich unangenehm an ihre Haut schmiegten.
„Oh nein...“, wisperte sie und strich sich über ihre langen blonden Strähnen. Sie schüttelte den Kopf und fasste sie mit den Händen zu einem Pferdeschwanz zusammen, um sie sich aus dem Gesicht zu halten. Doch so unerwartet, wie das Gefühl gekommen war, verschwand es auch wieder, und ihre Haare fielen ihr normal über den Rücken.
„Was war das denn?“, fragte sie sich, und als sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Jungen richten wollte, war er weg.

„Heyho, ich bin wieder da!“, ertönte dann plötzlich die Stimme Cleos neuer Zimmergenossin, und Cassie trat ins Zimmer, mit nassen Haaren und nur mit einem großen Handtuch um den Körper geschlungen.
„Brrr, wie lang hast du denn das Fenster schon auf?“, fragte sie ein wenig erbost und schmollte Cleo vorwurfsvoll an. Diese errötete und schloss das Fenster sofort wieder.
„Tut mir leid...“
„Jaja, lass das nur nicht zur Gewohnheit werden...“, tadelte Cassie aber schon wieder mit gutgelaunter Stimme, bevor sie durch das Zimmer zu ihrem Bett ging, sich darauf niederließ und anfing, ihre langen, honigblonden Haare durchzubürsten. Jetzt im morgendlichen Sonnenlicht erkannte Cleo, dass sogar ein leichter Rotstich darin zu sehen war.

„Das darf doch nicht wahr sein...“, murmelte Cassie plötzlich und klopfte mit der flachen Hand auf ihren Wecker, der nur noch vier Nullen aufzeigte und verräterisch blinkte.
„Ist er kaputt?“, fragte Cleo und runzelte die Stirn. Heute Morgen war er doch noch einwandfrei gewesen...
„Ach nein, der muss nur neu gestartet werden...“, winkte sie ab und nahm das Gerät in die Hand.
„Du hast doch die ganze Zeit am Fenster gestanden nicht? Ist dir da ein Junge aufgefallen?“, fragte die Jüngere erneut.
„Ja, tatsächlich hab ich jemanden Joggen sehen...“, antwortete Cleo, woraufhin Cassie nur genervt die Augen verdrehte.
„Mensch, ich hab Kevin doch schon tausendmal gebeten, eine andere Route zu laufen! Was glaubst du, wie oft ich wegen ihm schon verschlafen hab? Ich glaub, das macht der nur, um mich zu ärgern!“, ereiferte sie sich, als sie den Radiowecker etwas lauter als nötig wieder auf ihren Nachttisch stellte.
Cleo schmunzelte leicht und nahm sich zwei Handtücher.
„Bin duschen!“, sagte sie einfach und verschwand im Bad.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Um viertel vor acht machten sich die zwei Mädchen auf, um am Unterricht teilzunehmen.
„Die Klassenzimmer und auch Aufenthaltsräume sind im Erdgeschoss. Wir haben ein Kunstzimmer und ein Musikzimmer, das ist echt cool. Johnny spielt da total oft Klavier, ich liebe es, ihm zuzuhören...“, sagte Cassie und Cleo bemerkte ein seliges Lächeln auf ihrem Gesicht. „Johnny und Kevin wohnen im ersten Stock, wie gesagt, unsere einzigen beiden Jungs bis jetzt... Und alle zu alt für mich“, schmollte sie leicht.
„Wie alt sind die denn?“
„Johnny is einundzwanzig und Kevin zwanzig. Damit sind sie auch die ältesten. Nur Johnnys Zwillingsschwester Kathy ist logischerweise auch einundzwanzig. Naja, aber die lernst du denk ich erst später kennen... Im Unterricht sind wir mit dir dann zu fünft, Zenyatta, Maya und Hayley triffst du gleich.“
Cleo hob eine Augenbraue. „Nur zu fünft?“
Cassie nickte. „Ja, wie gesagt, wir sind im Gesamten noch keine wirkliche Masse, von daher haben wir das nach Alter geregelt. Ayama, Kathy, Johnny und Kevin sind in einer anderen Klasse. Unsere geht von 14 bis 17... Meistens wechselt sich die Lehrerin mit mir und den anderen ab... Sie erklärt mir was, die anderen haben ne Aufgabe. Und wenn die anderen richtigen Unterricht haben, arbeite ich vor mich hin. Ist halt ein wenig blöd...“, erklärte Cassie und verzog das Gesicht zu einer Grimasse, als die zwei vor einem normalen Fahrstuhl stehen blieben. Die Jüngere bemerkte Cleo's Blick und grinste.
„Okay, wir können auch die Treppe nehmen...“, sagte sie und tätschelte der Größeren kurz die Schulter, bevor sie sie weiter den Gang entlangzog und um eine Ecke bog. Dort führte eine breite Treppe mit ebenfalls breitem Holzgeländer nach unten.
„Ja, das ist definitiv besser...“, sagte Cleo und begann hinabzusteigen. Auch hier war alles sehr gepflegt, das dunkle Holz fühlte sich schön glatt unter ihrer flachen Hand an. In der ersten Etage angekommen blickte Cleo sich um und stellte fest, dass es hier genauso aussah wie bei ihnen oben. Naja, wieso auch sollte es hier eine andere Einrichtung geben?
Ob sich selbst den Kopf schüttelnd ging sie weiter ins Erdgeschoss, als Cassie plötzlich stehen blieb und eine Hand hob. Die Blondine schaute sie fragend an, als auch an ihr Ohr eine schöne, ruhige Klaviermelodie drang.
„Johnny...“, wisperte Cassie lächelnd, sprang von den letzten zwei Stufen hinunter und bog schnell um eine Ecke. Cleo schluckte und folgte ihrer einzigen Bekannten einfach mal, wenn auch wieder ein wenig unsicher. Die Melodie wurde lauter, offensichtlich näherten sie sich dem Musikzimmer.

Cassie war im Türrahmen stehen geblieben und schaute mit verträumten Blick in die Mitte des Raumes, wo an einem großen Flügel ein blonder Junge saß und mit geschlossenen Augen eine Melodie spielte, die Cleo nicht kannte. Sie schaute in sein hübsch geformtes Gesicht, die vollen Lippen zu einem kleinen Lächeln verzogen. Seine Haare waren etwas länger und er hatte sie leicht verwuschelt, was ihm einen lässigen, draufgängerischen Look gab.
Nach ein paar Momenten endete er und öffnete die Augen, sein Lächeln wurde breiter als er Cassie entdeckte, die sofort fröhlich auf ihn zu hüpfte.
„Ach, CJ, guten Morgen!“, rief er, streckte sich und stand auf.
„Nenn mich nicht so!“, ereiferte Cassie sich sofort, statt ihm auch einen schönen guten Morgen zu wünschen.
„Ist ja gut, Wondergirl...“, zwinkerte er ihr zu und zupfte ihr an einem ihrer zwei Zöpfe.
„Ach Mensch, immer musst du mich ärgern!“, schmollte die Vierzehnjährige und verschränkte die Arme, als Johnnys Augen zum Türrahmen wanderten und Cleo entdeckten.
„Guten Morgen! Eine neue Freundin, Cassie?“, fragte er und schenkte der Blonden ein nettes Lächeln, woraufhin diese ein wenig errötete und langsam näher trat.
„Guten Morgen...“, antwortete sie mit leiser Stimme und erwiderte das Lächeln schüchtern.
„Johnny, das ist Cleo! Jetzt wissen wir, das es auch Mutanten in unserem Alter gibt, die anders aussehen!“
Die Augen des Jungen wanderten zu Cleos Ohren, doch nur für einen Moment. Dann ging er auf sie zu und hielt ihr die Hand hin.
„Willkommen an unserer Schule. Ich hoffe, du fühlst dich hier wohl“, sagte er mit warmer, melodischer Stimme.
„Vielen Dank... Ja, bisher sind alle wirklich nett...“, sagte sie noch immer ein wenig schüchtern, als sie seine Hand ergriff und dankbar lächelte.
„Es muss hart für dich gewesen sein bisher... Gerade in solch schwierigen Zeiten...“, seufzte er. „Es hat halt nicht jeder das Glück, seine Mutation ohne Probleme verbergen zu können.“
„Ach, ist schon gut. Ich... hatte bisher keine größeren Schwierigkeiten wegen meinem Äußeren... Zumindest keine Nennenswerten“, sagte sie versucht locker und verzog bei dem letzten Teil das Gesicht ein wenig, was ihn zum Lachen brachte.
„Sehr schön... Okay, dann sehen wir uns ja dann im Unterricht, nicht wahr?“
„Nix da Johnny, sie ist in meiner Klasse!“, lachte Cassie und hakte sich bei Cleo unter.
Der Blonde runzelte die Stirn.
„Wieso, wie alt bist du denn?“, fragte er und stemmte eine Hand in die Hüfte.
„Fünfzehn.“
„Fünfzehn?! Oh, tut mir leid, aber aufgrund deiner Größe hätte ich dich mindestens für volljährig gehalten...“, lachte er und schaute der Blonden in die großen Augen.
„Ja, ich weiß, ich bin zu groß für mein Alter...“, meinte sie und wickelte sich ein wenig verlegen eine lange blonde Strähne um den Finger.
Johnny lächelte sie noch an und schaute dann auf die Uhr.
„So langsam müssen wir los“, erinnerte er die beiden Mädchen und ging mit ihnen wieder hinaus auf den Flur.
„Also, schönen ersten Schultag, Cleo!“, rief er und joggte dann den Gang weiter runter, um nicht zu spät zu kommen.
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