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[. D A . I S T . N I C H T S .]

GeschichteMystery / P16 / Gen
15.01.2011
15.01.2011
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Da ist nichts.

Mit fest zusammengekniffenen Augen wiederhole ich diesen Gedanken immer und immer wieder.

Da ist nichts. Da ist nichts. Da ist nichts.

Völlig eingewickelt in meine Bettdecke liege ich da und versuche das aufsteigende Zittern in mir zu unterdrücken. Absolut regungslos lausche ich auf das Geräusch meines Herzschlags und er kommt mir so laut und dröhnend vor, dass ich befürchte, dass er unter der Decke hervor klingt wie ein Trommelschlag. Ich kneife meine Augen noch fester zu. Flüchtig habe ich überlegt, ob ich das Licht auf meinem Nachttisch anknipsen soll.

Da ist nichts.

Doch es hilft nichts. Ich weiß ganz genau, dass diese Worte nicht stimmen. Weiß, dass ich das Licht nicht anschalte, aus Angst, ich könnte auch noch sehen, was ich schon lange weiß. Ich weiß, warum ich seit drei Nächten sehr sorgfältig darauf achte, dass meine Füße unter der Bettdecke sind. Warum ich meine Arme und Beine ganz nah an meinen Körper gezogen habe, um sicher zu stellen, dass kein Teil meines Körpers freiliegt in der Dunkelheit meines Zimmers.

Ich weiß nicht, was sich vor drei Nächten in mein Zimmer geschlichen hat. Dieses Zimmer, dass ich bereits seit meinem zweiten Lebensjahr bewohne, und dessen rosa Wandanstrich erst vor sechs Jahren einem hellen violett gewichen ist, an dem nun diverse Poster meiner Lieblingsbands und Schauspieler prangen.
Ich weiß auch nicht, woher dieses Ding kam, oder wohin es jedes Mal vor dem Morgengrauen verschwindet.
Es kommt durch die Tür ganz leise in den Raum und verkriecht sich dann für die Stunden bis zur Dämmerung unter mein Bett. Ich kann es atmen hören.
Ich weiß nicht, was es will, oder warum es ausgerechnet zu mir kam. Ich weiß auch nicht, ob ich es herausfinden möchte.
Das einzige, was ich weiß ist, dass es tagsüber verschwunden ist.

So liege ich jetzt also hier und versuche, keinen Mucks von mir zu geben.
Gelegentlich kann ich spüren, wie es von unter dem Bett in meine Matratze piekst, als ob es testen wollte, ob ich noch schlafe. Ich rühre mich nie.
Ich habe darüber nachgedacht zu schreien. Ich habe auch überlegt, so schnell wie nur irgend möglich zur Tür zu rennen. Doch selbst wenn ich mich nicht wie vor Angst gelähmt unter meiner Decke zusammenkauern würde, ich könnte es nicht.

Und so laut mein Herz auch in meiner Brust hämmert, das rasselnde Atemgeräusch, das von unter mir erklingt, kann es nicht übertönen.

Da ist nichts.

Wie einfältig die Menschen doch sind. In dem Bewusstsein lebend, dass es außer dem von uns selbst erschaffenen Bösen nichts gibt.
Sie haben ja keine Ahnung.
Es gibt in der Welt etwas viel dunkleres… gefährlicheres.
Es lebt von unseren finstersten Gedanken und unserer größten Angst.

Es kommt in der Nacht und es weiß, dass wir wach sind. Weiß, dass jeder unserer Gedanken um es kreist. Und alles was wir tun können… alles wasich tun kann, ist zu warten und stumm zu hoffen…

Da ist nichts.

…zu hoffen, dass ich den nächsten Morgen erlebe…


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Gute Güte, ich sollte um diese Uhrzeit echt nicht mehr tippen Dx
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