Caitlynn

GeschichteRomanze / P16
Jarod
14.01.2011
14.01.2011
10
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Rechtliche Hinweise: Die bekannten Charaktere der Fernsehserie „The Pretender“ gehören MTM, NBC, TNT und 20th Century Fox. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.



Kapitel 2 - Der Überfall


Die nächsten Tage verbrachte Jarod hauptsächlich zwischen Schlafen und Essen, wobei die Schlafphasen kürzer wurden. Caitlynn schlief nicht mehr in ihrem Lesesessel, sondern war auf die Couch umgezogen. Wenn er wach war, unterhielten sie sich, wobei sie persönliche Themen vermieden. Als Jarod eines Abends zum ersten Mal ohne ihre Hilfe ins Bad ging, wusste sie, dass er auf dem Weg der Besserung war. Sie traf eine Entscheidung

„Jarod, ich weiß, es ist schon spät, aber ich muss Einkaufen fahren, meine Vorräte gehen zu Neige. Es geht Ihnen gut genug, dass ich Sie eine Weile alleine lassen kann. Möchten Sie, dass ich Ihnen etwas spezielles mitbringe?“ Jarod musste nicht lange überlegen. „Eiscreme!“ Caitlynn lachte bei dieser spontanen Antwort. ”Eine bestimmte Sorte?” „Nur keine Pistazie, dagegen bin ich allergisch. Sonst mag ich jede Sorte.“ „Gut, wir sehen uns später. Und stellen Sie nichts Dummes an, während ich fort bin!“ Ein freches Grinsen begleitete diese Worte, während Caitlynn nach ihrem Schlüssel griff. Bevor sie das Haus verließ, drehte sie sich noch mal um. Jarod stand oben und seine dunklen Augen blickten voll Wärme zu ihr hinunter.

Als die Tür ins Schloss fiel, blieb Jarod noch einen Moment stehen und lauschte Caitlynns Schritten, dem Schlagen der Autotür und dem wegfahrenden Wagen. Sie war schon eine besondere Frau. Ihr Leben war voller Geheimnisse, wie seines auch. Er drehte sich zu ihrer Bücherwand um und las die Rücken. Es war eine stark gemischte Auswahl: Fantasy, Science Fiction, Krimis, Liebesromane, Philosophisches, Wissenschaftliches. Er wählte eines aus, das schon ganz zerlesen aussah, legte sich damit aufs Bett und schlug es auf.

Caitlynn machte sich auf den Rückweg und schmunzelte vor sich hin. Natürlich hatte sie sich für keine Eissorte entscheiden können und so einen Becher von jeder mitgenommen. Sie war gespannt, für welche sich Jarod als erste entscheiden würde. Gut gelaunt fuhr sie in ihre Einfahrt. Das Haus war dunkel, Jarod hatte sich wohl schlafen gelegt. Enttäuscht lud sie die Einkaufstüten aus dem Wagen. Sie würde seine Wahl also erst morgen erfahren.

Im Haus machte Caitlynn kein Licht an, um Jarod nicht zu wecken. Leise trug sie die ersten Tüten ins Haus. Als sie zum zweiten Mal ging, wurde sie plötzlich von hinten gepackt und auf den Boden geschleudert. Ihre Einkäufe rollten quer durch Wohn- und Esszimmer. Dann ging das Licht an.

„Hallo, Schätzchen! Na, freust Du Dich, mich wiederzusehen?“ Sie drehte sich zum Eingang um und sah in der Tür ihren schlimmsten Albtraum stehen. Wade. Langsam kam er auf sie zu, ein hämisches Grinsen im Gesicht. „Oder hast Du mich etwa noch nicht erwartet?“ Er schloss die Tür und warf einen Blick auf die Einkäufe. „Was kochst Du mir denn Gutes, Süße?“ Er stieß einen Eisbecher achtlos mit den Füßen weg und beugte sich zu Caitlynn herunter. „Aber vorher werde ich mir erst einmal etwas Appetit holen. Los, steh auf!“ Er packte sie brutal am Arm, um sie hochzuziehen. Mit aller Kraft entriss Caitlynn ihm ihren Arm und trat dann nach seinen Beinen. Wütend aufschreiend stürzte Wade zu Boden, während Caitlynn sich wegrollte. Es gab einen kurzen aber heftigen Kampf, während dessen sie unglücklich stolperte. Sie schlug hart mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf. Sofort warf Wade sich auf sie und zerriss ihr T-Shirt. Brutal drängte er sich zwischen ihre Beine. „Ich hab Dir doch gesagt, wir werden uns wieder sehen und dann zeige ich Dir, wer hier das letzte Wort hat!“ Caitlynn sah nur noch verschwommen und hörte wie durch Watte.

„Hände weg von ihr! Sofort!“ Jarods Stimme war eiskalt und schlug wie eine Peitsche durch den Raum. Verblüfft drehte sich Wade um und sah in die Mündung einer Waffe. Langsam stand er auf und hob dabei zögernd die Hände. „Hey, Süße, warum hast Du mir denn nicht gesagt, dass Du schon einen neuen Lover hast? Dann hätte ich mir den Besuch sparen können!“

Jarod deutete mir der Waffe auf die Tür. „Halt die Klappe und verschwinde! Jetzt!“ Abrupt machte Wade einen Satz auf Jarod zu und versuchte, ihm die Waffe aus der Hand zu schlagen. Ohne Erfolg. Jarod wich aus und schlug Wade die Waffe an den Kopf. Aufschreiend presste Wade seine Hand auf die Platzwunde in seinem Gesicht. Angst erschien in seinen Augen. Jarod vorsichtig musternd, ging er rückwärts zur Tür. „Das wirst Du mir büßen, Sunnyboy! Caitlynn gehört mir!“ Dann rannte er aus der Tür. Jarod schloss hinter ihm ab, dann drehte er sich zu Caitlynn um

Sie hatte sich am Boden zusammengerollt. Besorgt betrachtete er das Blut an ihrem Hinterkopf. Kein Wunder, dass sie sich nicht mehr gewehrt hatte! Jarod legte die Waffe weg und ging langsam auf Caitlynn zu. Er kniete sich vor sie hin und berührte vorsichtig ihren Arm. Leise wimmernd drehte sie sich von ihm weg. Dieser Laut traf ihn mitten ins Herz. „Cat? Ich bin es, Jarod. Er ist weg.“ Sanft berührte er sie mit seinen Fingerspitzen. Diesmal schlug sie panisch nach ihm und versuchte, von ihm wegzukriechen. Jarod konnte ihre Angst beinahe greifen. Entschlossen nahm er sie fest in seine Arme.

Schreiend versuchte Caitlynn, sich zu befreien. Die Angst schlug wie ein Welle über ihr zusammen. Doch die Arme, die sie festhielten, gaben nicht nach. Nach einer Weile bemerkte sie, dass die Arme ihr keinen Schmerz und keine Gewalt zufügten. Auch registrierte sie die sanfte Stimme, die zu ihr sprach. Die Worte waren bedeutlungslos, nur ihr Klang war wichtig. Zögernd blickte Caitlynn auf. „Jarod…“ Ihre Stimme verhallte. Dann begann sie zu schluchzen.

Jarod zog Caitlynn an sich. Sie schmiegte sich an seine Brust und aus dem trockenen Schluchzen wurde schnell ein Weinkrampf. Leise und beruhigend sprach er auf sie ein, obwohl er wusste, dass sie seine Worte nicht wahrnahm. Dass war auch nicht wichtig. Es zählte nur, dass sie ihm vertraute.

Langsam ebbte das Weinen ab. Caitlynn fühlte sich sicher und beschützt. Sie wusste nicht, wann sie sich das letzte Mal so gefühlt hatte. Es schien so richtig, in Jarods Armen zu liegen. Der beste Platz der Welt.

„Cat?“ Sie nickte leicht. „Du hast eine Kopfverletzung. Die möchte ich mir ansehen. Ist das okay für Dich?“ Wieder nickte sie. „Dann komm, ich helfe Dir nach oben.“ Caitlynn fasste krampfhaft nach ihrem zerrissenen T-Shirt und hielt es fest, während Jarod sich erhob. Vorsichtig half er ihr auf. Als sie schwankte, wurde sein Blick besorgt. Er fasste sie feste unter und führte sie nach oben. ‚Vertausche Rollen’, dache er, während sie langsam die Treppe hoch stiegen. Im Bad versorgte er die Wunde. „Es sieht schlimmer aus, als es ist.“ beruhigte er Caitlynn. „Wie die meisten Kopfverletzungen. Allerdings könntest Du eine Gehirnerschütterung haben. Wenn Dir also übel wird oder Du brechen musst, wenn Du Kopfschmerzen oder Sehstörung hast oder Dir schwindelig wird, sag es mir bitte.“ Jarod holte tief Luft. Das nächste war schwierig. „Cat, Du hast auch Verletzungen auf der Brust.“ Dann wartete er ab. Es dauerte, bis sie das T-Shirt los ließ. Starr schaute sie an ihm vorbei, während er sie verarztete.

Caitlynn kämpfte gegen ihre wieder aufsteigende Panik an. ‚Er wird mir nichts tun, er wird mir nichts tun.’ Wie ein Mantra wiederholte sie diese Worte immer und immer wieder in ihrem Kopf. Schließlich war Jarod fertig. Sie beobachtete ihn, während er die Sachen wegräumte. „Danke.“ Caitlynn schluckte schwer. Er schüttelte bloß den Kopf, und einen Augenblick wurde sein Blick hart. Dann sahen sie seine dunklen Augen wieder sanft und besorgt an. Jarod verließ kurz das Bad. Als er zurück kam, hatte er frische Kleidung für sie. Tränen stiegen in ihren Augen auf. Sie fühlte sich so durcheinander und er war einfach da und tat nur die richtigen Dinge.

„Ruf mich, wenn Du Hilfe brauchst.“ Jarod verließ sie und ging nach unten. Während Caitlynn sich umzog, räumte er auf. Als er die vielen verschiedenen Eisbecher sah, musste er trotz allem lächeln. Er beeilte sich, alle Spuren des Überfalls zu beseitigen. Dann setzte er Tee für sie beide auf. Als er hörte, dass sie aus dem Bad kam, ging er wieder nach oben.

Caitlynn setzte sich aufs Bett, unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte. Sie beobachtete, wie Jarod die Treppe hinauf kam. „Ich glaube nicht, dass ich schlafen kann.“ Sie war innerlich viel zu aufgewühlt, um Abschalten zu können.

Jarod zuckte mit den Schultern. „Leg Dich einfach nur hin, damit Du zur Ruhe kommst. Ich habe uns Tee gemacht.“ Er stellte einen dampfenden Becher auf den Nachttisch. „Ich mache es mir hier gemütlich.“ Er deutete auf ihren Lesesessel. „Wenn Du mich brauchst, bin ich da.“ Sie versuchte, eine bequeme Sitzposition auf ihrem Bett zu finden und griff dann nach dem Tee. Jarod lösche alle Lichter bis auf die Leselampe. Mit einer Decke richtete er sich bequem ein und schaltete dann auch diese Lampe aus. Er lauschte in der Dunkelheit ihren Atemzügen, die immer noch viel zu schnell waren.
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