zu niedlich um ernst genommen zu werden (vervollständigt)

GeschichteHumor / P16 Slash
Peter Petrelli Sylar
14.01.2011
14.01.2011
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14.01.2011 14.470
 
Zu niedlich um ernst genommen zu werden

Vorwort der Autorin:
Hallo ihr Lieben,
nun allso ist es so weit und ich kann die FF vollständig hoch laden. Es ist bei weitem nicht meine beste, dafür aber ist das hier der wohl längste One-Shot meiner Laufbahn XD.
nun gut, ich hoffe auf Rückmeldung. Meine Schwester mag sie zumindest und ich beete das ihr sie auch mögt ^^
LG
Feendrache

****************************************************
Der Anfang des Dramas

Peter Petrelli wühlte sich unter dem Berg aus Decken hin und her, stellte nach einiger Zeit jedoch fest das sein Wecker von alleine niemals aufhören würde zu piepen. Also streckte er einen Arm aus und begann danach zu tasten. Mit einem jämmerlichen quietschen erstarb der Weckruf und sein Arm zog sich in die Wärme der kuscheligen Schlafhöhle zurück. Er war der wohl größte Morgenmuffel in der Geschichte Amerikas, aber irgendwas stimmte hier nicht. Ein eiskalter Schauer kroch ihm über den Rücken, fast wie unterkühlte, spinnengliedrige Finger welche sich, seltsamerweise, unter sein Shirt geschoben hatten und.....

„WAS ZUM TEUFEL MACHST DU DA!?“
Entsetzt warf er die Decke zurück und enthüllte das sadistisch grinsende Gesicht seines Kollegen´s: Gabriel Gray, alias Sylar.
„Eigentlich wollte ich mir ja eine Packung Butter leihen. Aber du hast keine mehr und außerdem ist es arschkalt in deiner Wohnung, also dachte ich mir ich komm zu dir eine Runde kuscheln, da du ja eh gleich aufstehen musst.“
Peter´s Mund ging auf und zu, was den Eindruck eines hirntoten Karpfen´s  erweckte.
„Das... das ist... Spinnst du?!“ Wetterte er los: „Ich habe dir schon tausend mal gesagt das du aufhören sollst dir mittels Telekinese Zutritt zu MEINER Wohnung zu verschaffen. Meine Mutter bekommt jedes Mal einen halben Herzinfarkt wenn du plötzlich im Zimmer stehst.“
„Aber wenn ich doch Butter brauche.“
„Lass den Hundeblick, der zieht bei mir nicht. Vielleicht solltest du dir ja mal einen eigenen Kühlschrank anschaffen, anstatt permanent MEINEN zu leeren.“
Peter kletterte aus seinem Bett und begann nach seiner Arbeitskleidung zu suchen, gar nicht so einfach in diesem Chaos.
„Wieso?“ Sylar klopfte sich das Kissen zurecht und machte es sich indes bequem: „Du hast doch nen Kühlschrank, warum soll ich mir denn dann auch einen kaufen?“
„Das hier ist keine WG! Und hör auf dich immer an MEINEN Sachen zu vergreifen, das habe ich dir schon viel zu oft gesagt!“ Schlecht gelaunt kämpfte Peter sich in seine schwarze Cordhose und das weiße Shirt mit dem Aufdruck der Organisation, für die sie arbeiteten: „Sy, ich habe dir zwar den Mord an meinem Bruder vergeben, aber das ändert nichts an der Tatsache das du mir von Zeit zu Zeit extrem auf die Nerven gehst!“ Er nahm eine seiner dreckigen Socken in die Hand und warf sie nach dem Ex-Massenmörder: „Und hör auf mich immer zu befummeln. Kann ja nicht jeder Kerl schwul sein.“ Sein Kollege fing das Kleidungsstück grinsend auf und lachte auf die letzte Aussage hin:
„Ich bin nicht schwul, ich steh nur auf dich. Und jetzt mach mir was zum Frühstück, ich geh duschen.“
„GEH GEFÄLLIGST IN DEINE EIGENE WOHNUNG!“

*

„So, wie jeden Monat darf ich auch eure Schadensstatistik genauer erläutern.“
Nach einem noch chaotischerem Frühstück, Sylar hatte letzten Endes doch bei Peter geduscht, saßen sie nun vor Clair, ihres Zeichens Finanzchefin bei AHSO und ließen sich den finanziellen Schaden vorbeten.
AHSO bedeutet übersetzt „Abnormal Human Security Organisation“ und dient dazu Menschen mit Fähigkeiten aufzuspüren, ihre Rechte wenn nötig vor Gericht zu vertreten und ihnen zu helfen sich im Alltag zurecht zu finden. Nicht selten passiert es, das normale Menschen es auf diese Personen abgesehen haben und versuchen sie, mit Hilfe von Auftragskillern, zu beseitigen.
Gegründet wurde die AHSO von Noah Bennet, jener war es auch der Peter und Gabriel als Mitarbeiter einstellte. Leider musste man früh erkennen das diese zwei Chaoten nur im Außendienst nützlich waren und selbst dort alles in Schutt und Asche legten. Erschwerend kam hinzu das man ihnen auch keinen anderen Partner geben und sie so trennen konnte, denn Sylar unter Kontrolle zu halten war ein Mammutprojekt, was an seiner Größe scheitern würde.
Peter war nach wie vor der einzige der es mit dem ehemaligen Serienkiller aufnehmen konnte, was zwar ein ungemeiner Vorteil, allerdings ein ebenso großes Risiko wenn es mal wieder zum Streit kommen sollte.

Nun also saßen sie wie geprügelte Hunde da und mussten sich anhören was Clair zu sagen hatte. Nach ihrem Studium hatte sie schnell eine wichtige Führungsrolle übernommen, Gretchen als ihre Sekretärin. Auch hatte sie eine Menge an Selbstvertrauen zugelegt, was sich vor allem in ihrem Ton bemerkbar machte, mit dem sie ihren Onkel und Sylar regelmäßig nieder bügelte.
„4.Februar: Beschädigung des Straßenbelages der Miller-street. Sachschaden 2034,12$.
11.Februar: Beschädigung der Innenwände des zweiten Stockwerks der New York Puplic Library. Sachschaden 4102,03$.
16.Februar: Tötung von 8 Kühen des Milchbauern Hogan Low und Beschädigung der Stallung. Sachschaden 5001,29$.
23.Februar: Beschädigung der Oberleitung und dadurch Verzögerung des Schienenverkehrs. Sachschaden 4907,11$.
Das macht Summa Sumarum: 16044$ und 55Cent.“

Clair atmete tief durch: „Jungs, ihr kostet mich nicht nur einen ganzen Haufen Nerven, sondern auch die Organisation viel zu viele Steuergelder!“ Die beiden Männer machten sich schon auf das schlimmste gefasst, doch Clair blieb heute ungewohnt ruhig: „Manchmal frage ich mich ernsthaft, warum mein Vater euch nicht einfach feuert. Ganz ehrlich, reißt euch bitte zusammen. Mir gehen langsam die Ausreden aus, mit denen wir diesen Idioten vom FBI länger hinhalten können.“
„Du meinst diesen Agent Ramschfeld?“ Fragte Sylar todesmutig.
„Mal abgesehen davon das er Ramsfield heißt und nicht Ramschfeld, ja genau den meine ich.“ Die junge Finanzchefin rieb sich genervt die Schläfen.
„Vielleicht hättest du ihn damals nicht sitzen lassen sollen.“ Geschickt wich der Massenmörder im Ruhestand dem Locher aus und grinste siegessicher.
Peter indes ahnte das dieses Gespräch, wieder einmal, auf eine handfeste Auseinandersetzung hinaus laufen würde und machte sich, in weiser Voraussicht, auf seinem Stuhl so klein wie nur irgend möglich.
„Ich habe ihm klar und deutlich gesagt das ich nicht interessiert bin.“
„Ja, aber auch erst nachdem er sechs Stunden lang in einem Restaurant auf dich gewartet hat.“
„Ja und, ich hatte zu tun. Und überhaupt, was geht dich mein Privatleben an?“
„Nun, dank dir hat es der werte Herr Ramschfeld, nun auf uns abgesehen. Ruf ihn an und bitte ihn um ein Date.“
„Schnauze!“
Als nun auch Clair´s Briefbeschwerer als Wurfgeschoss zweckentfremdet wurde und in der Nische zwischen Drucker und Wand verschwand, beschloss Peter das es das beste wäre jetzt zu gehen.

Unsanft zerrte er seinen inoffiziellen WG-Mitbewohner nach draußen, Clair´s Wutgebrüll verfolgte sie bis ins nächste Stockwerk.
„Hör auf zu grinsen, warum musst du sie immer ärgern?“
„Wieso? Sie ist selbst Schuld wenn sie darauf eingeht. Ich zwinge sie zu nichts.“ vor einer Tür mit der Aufschrift >Auftragsverwaltung< blieben sie stehen.
„Okay Sy, wir gehen da jetzt gesittet rein, holen unseren Auftrag ab und erledigen den ohne großen Schaden an zu richten.“
Peter sah seinen Kollegen intensiv an, der aber grinste nur sein typisches Sylar-Grinsen:
„Wenn ich dich daran erinnern darf: Die Kühe hast DU allesamt auf dem Gewissen.“
Der Petrelli blähte empört seine Wangen auf: „Aber auch nur, weil DU der Meinung warst das dich die Kühe angegriffen hätten!“
„Haben sie ja auch. Trotzdem hast DU sie gegrillt.“
„Abgesehen davon das der Bauer Pyrokinese beherrscht, ich diese beim Händeschütteln kopiert und keine Kontrolle darüber hatte.“ Sylar konnte sich ein Lachen nicht mehr verkneifen und fing an Peter zu poken :
„Du bist beleidigt, du bist beleidigt!“ Ärgerte er ihn in einem nervigen Singsang.
„Ach sei doch still!“ Der Jüngere von ihnen stieß ihn unsanft gegen die Schulter und betrat das Büro für die Vergabe der Aufträge: „Komm jetzt endlich.“

*

„So, hier ist der Ordner mit den entsprechenden Unterlagen und hier...“ Edgar schob mehrere Papiere über den Tisch: „... ist das offizielle Auftragsschreiben.“ Samuel´s ehemalige rechte Hand sah die beiden Chaoten mit ernstem Blick an:
„Leute und dieses Mal sorgt dafür das die Unterlagen HEIL zurück kommen.“
„Ja schon gut. Du kennst uns doch.“ Winkte Sylar gelangweilt ab und blätterte sich gemächlich durch die Seiten.
„Genau WEIL ich euch kenne sage ich es euch.“ Edgar mit absoluter Ignoranz strafend, schlenderte der Ex-Serienkiller aus dem Büro, Peter folgte mit einem „Sorry“ seinem Partner.
„Berichtabgabe bitte RECHTZEITIG!“ Rief der Mann mit der Hypergeschwindigkeit ihnen entnervt nach.
„Musst du ihn immer so ärgern?“ Fragte der Kleinere verständnislos.
„Ich mag ihn nicht.“
„Und warum nicht?“
„Ich.Mag.Ihn.Nicht!“
„Sagtest du bereits.“ Sie betraten ihr gemeinsames, kleines Büro und jeder lies sich auf seinen Schreibtischstuhl fallen.
„Ich mag ihn einfach nicht. Muss ich mich immer vor dir rechtfertigen?“ Gabriel war deutlich angepisst, Peter selbst konnte sich diesen Stimmungswandel nicht erklären.
„Meine Güte was hast du denn?“
„Nichts!!“
Damit zog der Größere von ihnen die Unterlagen hervor und begann sie zu lesen. Na ja, er versuchte es zumindest. Nachdem er fünf Minuten lang auf das Papier gestarrt hatte und es dabei immer weiter von seinem Gesicht entfernte, gluckste Peter:
„Setz´ endlich deine Brille auf, du weist selbst mehr als gut genug das du sonst nichts lesen kannst.“ Sein Partner war in dieser Hinsicht eitel wie ein Pfau und schon das Wort >Brille< reichte aus um ihn in einen Tobsuchtanfall zu versetzen. Was auch jetzt der Fall war. Könnten Blicke töten wäre Peter jetzt zehn mal durch Hölle und Himmel gegangen, mit tiefen Fleischwunden.
„Hol mir nen Kaffee!“ Knurrte Sylar und Peter folgte dem Befehl mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ihm war klar das sein Kollege jetzt seine Brille aus der dritten Schublade, verborgen in einer Schokoladenbox, fischen und sich in Windeseile die Unterlagen durchlesen würde.

Pfeifend machte er sich auf zum Kaffeeautomaten, doch dort stand bereits jemand. Es war Edgar, der Mensch den Sylar in diesem Gebäude wohl am meisten hasste.
„Peter.“ grüßte ihn dieser und angelte sich vorsichtig den Becher aus dem Gerät: „Klebt Gabby mal nicht wie ein Hund an deinen Fersen?“
Der Angesprochene lächelte ihn an und schüttelte den Kopf: „Nein, der versteckt sich im Büro und versucht heimlich die Unterlagen zu lesen.“
Routiniert tippte er die Zahlen für den Kaffee ein und keine zehn Sekunden später brummte der Automat wie gewohnt.
„Er ist ein Idiot. Vielleicht solltest du in den Innendienst zurück kommen und mit mir zusammen arbeiten.“ Peter entging das zweideutige Grinsen, denn er versuchte die Plastikbehälter unfallfrei auf ein Tablett zu stellen.
„Autsch, heiß.“ Er wandt sich wieder seinem Gegenüber zu: „Und wer soll auf Sy aufpassen? Ohne mich würde er wahrscheinlich die Welt ins Chaos stürzen und das wiederum bedeutet Überstunden.“
Edgar zog eine Schnute und murmelte ein: „Auch wieder wahr.“ Dann drehte er sich zum Gehen: „Ich muss wieder ins Büro, man sieht sich Peter.“

*

„Und, was steht an?“ Peter grinste belustigt als er sah wie Gabriel eilig etwas in seiner Schreibtischschublade verschwinden lies, was verdächtig nach einen Brillenetui aussah. Sein extrem eitler Kollege hüstelte kurz und tat so als wäre  nichts gewesen.
Peter selbst hatte derzeit keinerlei Bedürfnis einen erneuten Streit vom Zaun zu brechen und setzte sich von daher brav auf seinen Hintern.
„Bronx Zoo, sollen dort eine gewisse Fenja Kolesnikow finden und sie über ihre Rechte aufklären. Das übliche.“
Peter´s rechte Augenbraue wanderte bis zum Ansatz seiner dunklen Haare:
„Meine Güte, die scheinen uns ja wirklich nicht mehr viel zu zutrauen. Nur ein Routineauftrag, wie langweilig.“
In der Tat war es normaler Weise nie der Fall das man sie mit derart trockenen Dingen betraute, da meist die Gefahr bestand das ihnen, ins besondere einem ehemaligen Massenmörder, langweilig werden könnte. Dieser Gefahr musste man sich nicht unbedingt aussetzten, zum Wohl der Allgemeinheit und zum Wohl von Clair´s Nervenkostüm.
Verständlich, da der letzte Auftrag in einer einzigen Katastrophe geendet war und sie beinahe ihren Job gekostet hatte. Trotzdem empfanden sie beide es als ungerecht wie die Anfänger behandelt zu werden.

„Komm, erledigen wir das so schnell wie möglich.“ Versuchte Peter seinen Partner zu überreden, dieser allerdings probte wohl gerade eine Art Sitzstreik, denn er bewegte sich kein Stück. Mehr noch, er verschränkte trotzig die Arme vor der Brust und schaute grimmig:
„Ich will einen RICHTIGEN Auftrag, nicht nur so einen Wischi-Waschi-Kram.“ Seine Stimme glich eher einem Kleinkind, welches beleidigt darüber war das der Vater den geplanten McDonalds-Besuch hatte ausfallen lassen.
„Wenn die Trottel aus der Chefetage sich wieder beruhigt haben dann bekommen wir auch neue, RICHTIGE Aufträge.“ Peter sah sich schon einer stundenlangen Prozedur gegenüber um Sylar zur Arbeit zu überreden.
„Ich will aber JETZT einen anderen Auftrag!“
„Natürlich willst du das.“ Ungeduld sprach  aus Peter´s Stimme, denn er hatte keine Lust heute Überstunden zu schieben nur weil der werte Herr Gabriel Gray seinen Arsch nicht vom Sessel hoch bekam: „Jetzt komm endlich, sonst frag ich Edgar ob er mich begleitet.“

Er erschrak sich fürchterlich als Sylar sich ruckartig aufrichtete und an ihm vorbei aus dem Raum marschierte. Peter stand verblüfft im Türrahmen und blinzelte. Sonst dauerte das doch drei Stunden, was war denn auf einmal in Gabriel gefahren? Er hatte doch nur Edgar erwähnt.
„Äh.. Sy!“ Nach seiner anfänglichen Verwunderung, folgte er seinem Kollegen, welcher schnellen Schrittes in Richtung der Aufzüge eilte: „Warte mal,wo willst du hin?“
„Den Auftrag erfüllen.“ Brummte dieser nur, deutlich schlecht gelaunt: „Ich fahre.“
Total perplex drückte Peter im kommentarlos die Autoschlüssel in die ausgestreckte Hand. Wenn der Andere so schlecht gelaunt war, dann sollte man lieber warten bis er sich beruhigt hat. Er beschloss ihn einfach später zu fragen was diesen Stimmungsumschwung bewirkt hatte, sicher ist sicher. Die Stimmung wurde im Fahrstuhl auch nicht viel besser. Peter kroch eine Gänsehaut den Rücken hoch und er schauderte, spürte die Blicke seines Kollegen´s nur all zu deutlich im Nacken.
Es wurde nur noch schlimmer als ein gewisser, recht gut aussehender und mit Hypergeschwindigkeit ausgestatteter Mann einstieg:
„So sieht man sich wieder.“ Grinste Edgar, stutzte allerdings als er einen finsteren und bedrohlichen Auraklumpen in der Ecke stehen sah. Besagter Auraklumpen, ein waberndes, schwarzes Etwas, entpuppte sich als Sylar.

„Jungs.“ fing er nach einem kurzen Augenblick an, in denen der Ex-Killer und er versucht hatten sich tot zu starren: „Ich habe eine kleine Überraschung für euch.“ Mit einem „kling“ öffnete sich die Fahrstuhltür und die drei Männer betraten das Untergeschoss. Zielstrebig führte Edgar die anderen Beiden zwischen den Dienstwagen hindurch.
„Ähm, Speedy.“ Gabriel´s Augenbraue wanderte synchron zu Peter´s nach oben: „Du bist vielleicht der schnellste hier, aber dein Orientierungssinn lässt echt zu wünschen übrig. Unser Auto steht übrigens da hinten.“
Edgar lachte nur und ignorierte die Hand, welche in die besagte Richtung zeigte: „Welches Auto? Ich hoffe ihr habt nicht vergessen das euer alter Wagen von einer Herde brennender Kühe ruiniert wurde.“
Es war beinahe amüsant mit an zu sehen wie die Gesichtszüge der zwei Chaos-Helden entgleisten: „Äh.. wir.. na ja..“ Stotterte es gleichzeitig. Edgar winkte grinsend ab:
„Keine Sorge, ich habe mich extra für Pe... *hüstel* euch eingesetzt und einen neuen Wagen organisiert.“  Für diesen Satz handelte er sich einen erneuten >ich bring dich um< Blick seitens Sylar ein.

Besagter Wagen war exakt der selbe, welchen sie vor kurzem erst zu Schrott gefahren hatten. Und als hätte man es geahnt, hatte der werte Herr Gray sofort etwas daran aus zu setzten:
„Schon wieder so ein langweiliger Audi A3? Und dann auch noch dieses schreckliche Anthrazit, gib´s zu, du willst uns damit quälen.“ Auf Edgar´s Lippen machte sich ein Grinsen breit, welches dem des Massenmörders in nichts nach stand:
„Wie kommst du darauf das ich euch BEIDE quälen will?“
Sylar kochte innerlich, ihm war klar das Edgar wusste das man ihn mit diesem Model und dieser „Farbe“ ärgern konnte. Peter war es herzlichst egal wie ein Auto aussah, Hauptsache es fuhr.
„Na dann, hier sind die Schlüssel und bitte fahrt es dieses Mal nicht innerhalb von 13 Minuten zu Kleinod.“ Damit drückte er Gabriel die Schlüssel in die Hand, grinste zweideutig und flüsterte, nahe an seinem Ohr: „Peter will nichts von einem Mörder. Einen schönen Tag noch.“
Als Edgar zusätzlich noch die Frechheit besaß lässig davon zu schlendern, tickte Sylar völlig aus:
„Ich.bringe.ihn.um!!“ Donnerte er und für die nächsten elf Minuten und sechsunddreißig Sekunden, hatte Peter alle Hände voll zu tun, seinen tobenden Kollegen fest zu halten.

*

„Hast du dich endlich beruhigt?“ Fragte der junge Petrelli und warf dem rauchenden, schwarzen Auraklumpen einen ernsten Blick zu. Gabriel hatte sich nicht mehr gerührt seit er unfreiwillig auf den Sitz des Audi´s gedrückt und angeschnallt wurden war. Peter war sogar dazu gezwungen gewesen nach einander Sylar´s Fähigkeiten zu kopieren um diesen in Schach zu halten.
Seitdem hockte der Auraklumpen schmollend auf dem Beifahrersitz.
„Redest du noch mit mir?“
Schweigen
„Ich weiß nicht wo ich lang muss, gib mir mal das Navi.“
immer noch Schweigen
eine kleine schwarze Wolke bildete sich über Gabriel´s Kopf
„Jetzt hör auf mit dem Mist Sy.“
Düsteres, alles umfassendes Schweigen
„Ich weiß echt nicht was dein Problem ist, Edgar hat sich für uns eingesetzt, ich finde ihn sehr nett.“
„ER IST NICHT NETT!“
„HA! Wusst ich´s doch das du den Mund auf bekommst wenn ich Edgar erwähne.“ Peter grinste, kannte er seinen Pseudo-Mitbewohner doch zu gut.
„Was ich einfach nicht raffe ist: Was hast du gegen ihn?“
„Er ist scheiße und eingebildet!“
Trotzig schaute Sylar aus dem Seitenfenster und setzte seine Schimpftriade fort: „Er guckt dich immer an als wolle er dir an die Wäsche!“
„Na und? Du gehst mir auch an dauernd an die Wäsche, oder hast du vergessen was heute früh wieder los war.“ Peter fuhr rechts ran und stellte den Motor ab.
„Das ist was vollkommen anderes!“
„Was soll daran bitte anders sein?“
„Das... das... is doch egal! Auf jeden Fall haben wir jetzt ein super hässliches Auto an der Backe, es ist ANTRAZYTH!“
„Na, wenn das dein einziges Problem ist. Und jetzt gib mir endlich das Navi!“ Bereits etwas genervt, trommelte Peter auf dem Lenkrad herum und wartete darauf das sein Kollege endlich das Handschuhfach auf bekam.
„Lass mich ans Steuer, dann fahr ich es zu Brei!“
„Und riskiere das Clair uns aus dem dritten Stock wirft? Nein danke, nicht schon wieder.“

*

Siebenundzwanzig Minuten und zwölf Sekunden später rollte ein Audi A3 mit Anthrazitfarbener Lackierung auf den Parkplatz des New Yorker Bronx Zoo´s. Zwei Männer stiegen aus dem Wagen und näherten sich der Kasse. Vor allem der Größere und wohl auch Ältere von ihnen erregte das Aufsehen vieler, besonders alleinerziehender Mütter welche sich ins geheim wünschten er wäre der Vater ihrer Kinder. Eben jener Mann war es, welcher sich nun zur Kassiererin beugte und sie mit einem Blick ansah, der jedes Frauenherz auf der Stelle zum explodieren bringen würde.
„Wunderschönen guten Tag meine Hübsche.“ Raunte er und sofort versank die Kassiererin in den Haselnussbraunen Augen: „Mr. Gray und Mr. Petrelli vom AHSO. Wir möchten gern zu einer Dame, welche hier arbeitet.“
Die arme Kassiererin, ein Blick auf ihr Namensschild verrät das sie Jacqueline heißt und demnach wohl nicht gerade mit ihrem IQ prahlen kann, bekam nur ein gestottertes: „Ähm... ja.“ heraus, kein Wunder bei diesem Eye-Sex.
„Jacqueline, richtig? Wo arbeitet den Fenja Kolesnikow, ich würde mich zwar lieber mit dir unterhalten Schönheit, aber es ist mein Job.“
Die junge Frau wurde knallrot und man konnte ihr ansehen das sich in ihrem Kopf, nicht ganz jugendfreie Szenen abspielten.
„F... Fenja ist im... Bereich für heimische Tierarten. Fragen sie im Personalraum nach. Der Weg ist ausgeschildert.“ Ratterte sie runter und langsam musste man Angst haben, das sie anfing zu hyperventilieren.

Peter verdrehte genervt die Augen, er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und wippte nun ungeduldig mit den Füßen auf und ab. Eine ältere Dame stand neben ihm, ihren Enkel an der Hand, welcher ihn die ganze Zeit über begeistert anstarrte. Peter versuchte ihn zu ignorieren doch irgendwann seufzte er und wandt sich dem Jungen zu, er schätzte ihn auf maximal acht.
„Was ist denn?“
Der Junge grinste begeistert und und deutete erst auf Peter und dann auf Sylar:
„Du und der komische Mann da, ihr habt Opa´s Kühe angezündet. Das hat ganz schön gemüffelt, Oma hat ganz laut geschrien und ist einfach umgefallen und eingeschlafen. Ich fand das aber totaaal lustig.“ Tatsächlich schien der Zwerg sich wirklich darüber zu amüsieren. Seine Großmutter fand das alles eher weniger zum lachen.
„SIE!“ Schrie sie Peter plötzlich an und holte mit ihrer Handtasche aus: „Wie können sie es wagen sich noch in der Öffentlichkeit zu zeigen nach all dem was sie...“
Den Rest hörte der Petrelli gar nicht mehr, denn er war viel zu sehr damit beschäftigt der Tasche aus zu weichen, dem Kleinen eins über zu braten, zwischen den Besuchern durch zu rennen und seinen Kollegen von der Kassiererin weg zu reißen, ehe diese unter seinen Blicken an Herzversagen zu Grunde ging und das alles gleichzeitig.
„Nimm die Beine in die Hand Casanova, oder diese wild gewordene Oma wird dich mit ihrem toten Tier von Handtasche ins Nirwana befördern.“ Rief er und zerrte seinen Kollegen an der Hand hinter sich her.

„Sag... das... nächste... Mal... bescheid... wenn du... einen Sprint hinlegst.“ Keuchend stützte Sylar sich auf seinen Knien ab und jappste nach Luft. Peter lachte, in deutlich besserer Verfassung als sein Partner:
„Deine Kondition ist einfach nur beschissen Kumpel.“ Grinsend klopfte der Jüngere seinem jammernden Freund auf die Schulter, welcher einfach nur ein angriffslustiges Schnauben vernehmen lies.
„So, und wo sind wir jetzt in diesem verdammten Zoo?“ Fragend sah er sich um.
„Bei den Savannengehegen.“
„Sieh an, Du lebst wieder. Wie kommst du auf Savanne, Sy?“
„Hinter dir steht ein Löwe.“ Das erschrockene Geschrei und das sadistische Lachen, was folgte als Peter sich um drehte und heraus fand das sich hinter einer Scheibe Panzerglas eine ausgewachsene, männliche Raubkatze befand und ihn im selben Moment anbrüllte als gäbe es kein Morgen, versteht sich von selbst.
„Boah Gabriel, du Arsch!“


„Hm, aber so richtig weiß ich immer noch nicht wo wir sind. Wusste gar nicht das der Zoo SO riesig ist.“ Beide standen erneut vor einem der großen Schilder, welches einen Plan des zoologischen Gartens abbildete.
„Nachdem wir den Streichelzoo, das Reptilienhaus, die Elefantenshow und die Tiere der Pole hinter uns haben, schätze ich mal das wir im Vogelkäfig sind.“
Fachsimpelte Peter.
„Was du nicht sagst.“ Kam es staub trocken von Sylar, welcher dem Paradiesvogel auf seiner Schulter einen bösen Blick zu warf.
Zwei Stunden und vierundzwanzig Minuten später, nach dem man auch Krokodile, Schmetterlinge, Delfine, Raubvögel, das Restaurant, die Souvenirläden, Affen, ein kotzendes Kind welches deutlich an Übergewicht leidet und nicht auf die mahnenden Worte seiner Mutter gehört hatte   betreffend der Menge an Eiscreme, die Insekten des Regenwaldes und den Kinderspielplatz, hinter sich gebracht hatte, standen unsere zwei Helden endlich vor dem Gebäude der Tierpfleger für einheimische Tierarten.
Peter hatte zwischendurch Sylar eine runter gehauen, da dieser sich noch weiter am Leid des kotzenden Kindes ergötzen und partout nicht weiter gehen wollte. Dies war auch der Grund dafür das Gabriel jetzt mit ihm schmollte.
„Sy, jetzt komm endlich. Ich will nicht ewig hier draußen warten.“
Mal wieder wurde Peter mit schweigen bestraft, doch jetzt war ihm nicht nach diskutieren.
„Okay Deal: Du kommst mit rein, wir erledigen brav unseren Job und auf dem Rückweg suchen wir dir ein neues leidendes Kind das du auslachen kannst.“
Tatsächlich schien der Ex-Mörder über diese Möglichkeit nach zu denken, denn plötzlich begann er breit zu grinsen.
„Gut, aber nur wenn du es mir versprichst.“
„Ich verspreche es.“
„Sag das du es schwörst.“
„Ich schwöre.“
„Sag das ich Gott bin.“
„Jetzt übertreib nicht und komm endlich!“

Peter klopfte kräftig an die Metalltür, auf der ein Plastikschild mit der Aufschrift „Personal“ prangte. Fast augenblicklich öffnete sich die Tür und sowohl Peter als auch Sylar wichen einen Schritt zurück. Vor ihnen stand ein Bär von einem Mann, er war riesig, Muskel bepackt und haarig... verdammt haarig.
„Ja.“ Brummte der lebende Bart und kratzte sich am Kinn.
„Wir.. ähm.“ Sylar räusperte sich und fummelte seinen Ausweis aus der inneren Jackentasche: „Mein Name ist Gabriel Gray und das ist mein Kollege Peter Petrelli. Wir sind vom AHSO und sind auf der Suche nach einer gewissen Fenja  Kolesnikow.“
Plötzlich begann der Bart schallend zu lachen und klopfte ihnen mit seinen Pranken auf die Schultern, so das sie beinahe zur Seite umgeworfen wurden.
„Ah!“ Sprach er mit seiner donnernden Stimme und langsam kam in ihnen die Vermutung auf das er tatsächlich mit einem Bär verwandt sein musste: „Ihr seid diese Spinner von dieser ominösen Organisation. Kommt doch rein, wollt ihr nen Kaffee?“
„Äh... nein danke, wir möchten nur mit Fenja sprechen.“ Peter traute sich endlich zu Wort, er hatte wirklich großen Respekt vor dem Giganten.
„Schade, aber okay. Fenny ist im hinteren Teil des Gebäudes, einfach den Gang lang und dann durch die Tür zur Jungtieraufzucht.“
Die Beiden bedankten sich und gingen in großem Abstand an dem Riesen vorbei.
„Ich.hab.Angst.“ Zischte Sylar seinem Partner zu.
„Frag mich mal. Ich dachte ich mach mir gleich in die Hosen“
„Wenn alle Tierpfleger so sind, dann will ich gar nicht wissen wie diese Fenja aussieht.“ Der Größere schauderte bei der Vorstellung an eine große und bullige Russin.

Vorsichtig und verhältnismäßig zaghaft klopfte Peter an die Tür der Jungtieraufzucht. An einer Wand neben ihnen, hing ein Brett auf dem Verhaltensregeln aufgelistet waren, welche es in der Station zu befolgen galt.
1.Besucher bitte anklopfen
2.Leise sein und nicht schreien
3.Langsam laufen, nicht rennen, keine hektischen Bewegungen
4.Kein Essen oder Getränke mit rein nehmen
5.Füttern nur zu den fest gelegten Zeiten
6.Rauchen verboten, offene Feuer verboten, Chemikalien verboten, Alkohol verboten
7.Fremde Tiere sind nicht gestattet
8.Zutritt nur für geschultes Personal
„Meine Güte.“ Murmelte Sylar, nachdem er die Regeln eingehend studiert hatte: „Das klinkt ja fast so als bewahren die dort irgend welche NASA-Experimente auf.“
Noch ehe Peter etwas auf diesen unqualifizierten Kommentar antworten konnte, wurde die Tür einen Spalt breit geöffnet. Eine junge und zierliche Frau musterte die Beiden. Sie hatte langes, zu einem Pferdeschwanz gebundenes, kupferfarbenes Haar, blaue Augen und einen scheuen Blick.
„Ja, wie kann ich ihnen helfen?“ Fragte sie mit schüchterner Stimme.
„Miss Kolesnikow?“ Fragte Peter. Er fand es für besser Sylar gar nicht erst zu Wort kommen zu lassen, denn dieser war nicht gerade für seine Sensibilität bekannt und würde die Ärmste eher verschrecken.
„Ja.“
„Wir sind von der AHSO und möchten gern mit ihnen sprechen wenn es möglich wäre.“ Fenja schien zu überlegen, denn nach einigen Sekunden öffnete sie die Tür weiter und bat sie ein zu treten.

*

Im Raum war es sehr warm und die Luftfeuchtigkeit war deutlich über dem Normalwert. Das Dach war als Kuppel gebaut und bestand aus Glasplatten, dadurch erweckte dieser Ort den Anschein eines großen Gewächshauses. An den Wänden standen unzählig viele Käfige, kleine und große, breite und hohe. Teilweise gab es auch Terrarien mit Schlangen und anderen Reptilien. In der Mitte des Quadratischen Raumes hatte man eine große metallene Arbeitsfläche errichtet, Werkzeug, Futterkörbe, Trinkflaschen und allerlei Kram den die beiden Männer noch nie gesehen hatten.
„Ich hoffe es macht ihnen nichts aus das Gespräch hier zu führen. Ich muss mich noch um einige Jungtiere kümmern und weil wir derzeit Personalmangel haben, kann ich auch keinen anderen der Pfleger darum bitten mich zu vertreten.“ Erklärte sie und es wurde deutlich das sie tatsächlich eine schüchterne Person war.
„Kein Problem, ich denke das geht klar, oder was denkst du Sy?“
„Hast du was gesagt?“
Man konnte Gabriel die Sternchen in den Augen förmlich ansehen während er die kleinen Kaninchenbabys betrachtete.
„Kann ich eins von denen mitnehmen? Die sind so süüüß!“ Fragte er begeistert an Fenja gewandt, Peter schlug sich eine Hand gegen die Stirn. Wenn er darüber nachdachte das Sylar noch vor vier Jahren ein Weltweit gesuchter Massenmörder war, nicht zu vergessen das er mehrmals versucht hatte Peter zu töten. Es war absolut bescheuert das er jetzt vor einem Käfig mit Kaninchenbabys lungerte, völlig dem Kindchenschema verfallen.

„Beachten sie diesen Trottel am besten gar nicht.“ Riet er der verwirrten Frau und zückte sein Notizbuch: „Gut, ich würde mit ihnen erst einmal ihre persönlichen Daten durchgehen und dann speziell auf ihre Fähigkeit zu sprechen kommen.“
Fenja hatte sich wieder über eine große Kiste gebeugt und handwerkelte darin herum. Sylar hing indes noch immer an den Nagetieren fest und murmelte irgendwas von „süß“, „niedlich“, „knuffig“ und „putzig“, was ihm einige entgeisterte Blicke seines Kollegen einhandelte, denn Peter hatte überhaupt nicht gewusst das so etwas im Wortschatz des Ex-Killer´s überhaupt enthalten war.
Um Contenance bemüht, räusperte der Jüngere sich und widmete sich wieder der eigentlichen Aufgabe: „Ich brauche ihren vollständigen Namen, das Geburtsdatum und Geburtsort.“
„Fenja Kolesnikow, ich wurde am 13.Juni 1983 in Nischni Nowgorod geboren.“
Peter kritzelte schnell mit und fragte: „Liegt diese Stadt in Russland?“
Fenja nickte.
„Ich bin gebürtige Russin, meine Eltern kamen hier her als ich 3 Jahre alt war.“
„Wie lauten die Namen ihrer Eltern? Wir brauchen diese Daten aus Sicherheitstechnischen Gründen.“ Peter hatte das alles schon so oft gemacht, daher brauchte er nicht einmal mehr vom Fragebogen ablesen.
„Mein Vater heißt Alexej Artjom Kolesnikow und meine Mutter Jekaterina Ljudmila Kolesnikow, geborene Winogradow.“
Nun kam Peter doch etwas in die Bredouille, wer hatte denn auch bitte SOLCHE Namen? Das konnte sich doch kein Schwein merken. „Ähm.“ Räusperte er sich: „Könnten sie mir die Namen vielleicht noch mal buchstabieren? Ich bin nicht so ganz mit gekommen.“

Es dauerte geschlagene 10 Minuten bis auch der letzte Name richtig auf Blatt geschrieben wurde, Peter selbst hatte jetzt schon keine Lust mehr. Er wollte zurück in sein schönes, kuscheliges und warmes Bett. Alleine versteht sich!
Der Tag hatte schon beschissen angefangen, man war in seine Wohnung eingebrochen, hatte ihn sexuell Belästigt, seinen Kühlschrank geplündert, ihn ignoriert, gedemütigt und einen Streit vom Zaun gebrochen und das alles noch vor dem Mittagessen. Sylar konnte verdammt stolz auf sich sein.
„Na warte, so schnell bekommst du keine Butter mehr von mir.“
„Entschuldigung, haben sie etwas gesagt Mister Petrelli?“
Peter blinzelte verwirrt, hatte er den letzten Satz etwa laut gesagt? Fenja zumindest sah ihn irritiert an.
„Ähm, nein schon gut. Ich war nur etwas in Gedanken.“ Er brauchte einen Moment um sich zu sammeln, dann fuhr er mit der Befragung fort:
„Also, jetzt bräuchte ich ihre vollständige Adresse und...“

*

Er wurde von einem begeisterten und vor allem lauten Quietschen unterbrochen.
„WAS?!“ Keifte er seinen Kollegen an und merkte das dieser nur noch Blick für die kleinen Wesen hatte welche Fenja soeben aus der Kiste hob.  Zwei kleine fuchsähnliche Welpen ruhten auf den Armen der Pflegerin und musterten ihre Umgebung neugierig mit ihren großen Knopfaugen. Fenja selbst betrachtete die Kreaturen liebevoll und lächelte leicht. Ihr war an zu sehen das die Tiere ihr sehr viel bedeuten mussten.
Sylar kam mit großen Schritten näher und kraulte eines von ihnen, welches lediglich ein Gurren hören lies, um ihn anschließend in den Finger zu beißen.
Aber statt wie üblich zu fluchen und der Ursache seiner Verletzung den Kopf auf zu schneiden, lachte er und kreischte vergnügt.
„Oh das ist ja so niedlich!“
Peter bedachte seinen Kumpanen mit einem ausgebildeten WTF-Blick, ihm kam das alles einfach zu grotesk vor. Er war nun absolut sprachlos. Gabriel hingegen wurde jetzt erst richtig gesprächig.
„Was genau sind das für Tierchen.“
„Nordamerikanische Kitfüchse, sie gehören zu den seltensten Vulpesarten und galt bis vor einigen Jahren als ausgerottet.“ Erklärte Fenja und die Füchse gaben ein hohes Bellen von sich als hätten sie jedes Wort verstanden.
„Wir haben hier ein kleines Rudel, aber die Fähe hat Zwillinge geboren und war nicht kräftig genug um beide groß zu ziehen.“

Bei Sylar schien sich eine Art Mutterinstinkt zu melden, denn er fing an die Kleinen zu kraulen und in einer grässlich hohen Altweiberstimme zu labern:
„Aww, ihr armen, süßen, putzigen Tierchen. Hat euch eure böse, böse Mama einfach zur Adoption frei gegeben? Böse, böse Mama.“
Oh je, dieser Mann dort hatte nichts mehr mit dem eiskalten Killer zu tun der er einst war. Was auch immer der nahm, er sollte aufhören es zu nehmen.
„Haben die auch Namen?“ Fragte Peter mit leichtem Desinteresse in der Stimme.
„Der hier heißt Wolf.“ Begann die junge Frau zu erklären: „Und seine Schwester heißt Wache.“
„Kann man die beiden eigentlich von einander unterscheiden? Ich finde sie sehen ziemlich gleich aus.“
„Mann muss schon genauer hinschauen. Wolf´s linkes Auge ist hellblau, das andere braun. Bei Wache ist es genau anders herum. Aber ansonsten ist es praktisch unmöglich sie auseinander zu halten.“
Tatsächlich erkannte man erst auf denn zweiten Blick die Unterschiedlichkeit der Augenfarbe.
„Ich ziehe sie hier auf, aber da unser Rudel bereits zu groß ist, werden die Zwei an einen anderen Zoo verkauft sobald sie kräftig genug sind um eine größere Reise zu unternehmen.“

Plötzlich wurden die Füchse unruhiger. Fenja versuchte sie zwar noch in die Kiste zurück zu legen, doch beide sprangen ihr einfach aus den Armen und landeten auf dem Boden.
„So ein Mist.“ Und schon flitzten sie in unterschiedliche Richtungen davon.
Einer rannte zwischen Peter´s Beinen durch, dieser griff nach ihm doch er war zu langsam und so verlor er beinahe das Gleichgewicht, konnte sich aber im letzten Moment an der Tischkante festhalten.
Somit begann eine kleine Jagt nach den Ausreißern. Mal versteckten sie sich zwischen zwei Käfigen, mal rannten sie über ein Regal und warfen die Futterdosen herunter. Die drei Menschen kamen ganz schön ins schwitzen.
„Man jetzt bleib endlich stehen, das ist nicht witzig.“ Wetterte Sylar und griff nach einem Fuchs. Allerdings übersah er bei dieser Aktion den armen Peter und so kam es wie es kommen musste und sie stießen mit ihren Köpfen zusammen.
„Au.“ Jammerte es gleichzeitig: „Pass doch auf.“
Einige Hechtsprünge und blaue Flecke später, hielten die beiden triumphierend je eines der Tiere im Arm.
„So und jetzt haut ihr nicht wieder ab.“ Griente Gabriel und auch Peter musste glucksen. Das war doch mal ein etwas anderer Hochleistungssport.
„Ein Glück.“ Fenja atmete erleichtert auf: „Ich hatte echt Angst das die Zwei sich verletzten.“ Der Fuchs welcher auf den Armen des Ex-Mörders hing, gab ein empörtes Bellen von sich, scheinbar missfiel ihm seine derzeitige Lage etwas zu sehr.
Die Pflegerin kam nun auf die beiden Helden zu, um ihre Lieblinge wieder in Beschlag zu nehmen. „Jagt mir nie wieder so einen Schreeeee... AH!“

Alles geschah so plötzlich, das man kaum etwas erkennen konnte.
Fenja streckte die Hände nach den Tieren aus, übersah im selben Moment allerdings die Futterdose, welche vor ihre Füße gerollt war. Sie trat drauf, verlor das Gleichgewicht und stürzte nach vorn. Die beiden Männer versuchten geistes gegenwärtig nach ihr zu greifen, was sich mit den Füchsen auf ihren Armen als äußerst schwierig heraus stellte. Fenja bekam lediglich ihre Jacken zu fassen, war so jedoch nicht mehr in der Lage den Sturz ab zu fangen und riss die zwei mit sich.
Es rumpelte, die Welpen kläfften und mit einem leisen „Puff“ verdeckte eine bläuliche Rauchwolke ihnen die Sicht.
„Autsch.“
„Seid ihr okay?“
„Ja, aber ich wäre die trotzdem dankbar wenn du deinen Fuß aus meinem Gesicht nehmen würdest Sy!“
„Oh, sorry Peter. Wessen Po ist das?“
„IIEHK! SEXUELLE BELÄSTIGUNG“
„Au meine Ohren!“
„Fenja?“
„Ja das war ich, nimm die Hand da weg!“
„Geht ihr jetzt mal von mir runter.“
„Hihi, Peter ich habe dir immer gesagt das ich eines Tages bei dir landen werde.“
„Die Rede war von bei und nicht auf!“
„Gefällt es dir etwa nicht.“
„Noch ein Wort und es knallt.“
„Hat einer die Füchse gesehen?“
„Ich sehe momentan gar nichts!“
„Was ist das für Rauch?“
„Oh, nein!“
„Was?“
„Bitte nicht schon wieder.“

Allmählich verzog sich der Dunst und man konnte die Silhouetten der einzelnen Personen erkennen, wenn auch nur Schemenhaft.
„Hey, wer kitzelt mich da im Gesicht. Sy lass das!“
„Ich mache doch überhaupt nichts.“
„Aber mich kitzelt etwas.“
„Mich auch.“
„GABRIEL!“
„Man ich bin das nicht verdammt noch mal. Sobald irgendwer sich belästigt fühlt, bin ich schuld oder was?“
„In den meisten Fällen trifft das ja auch zu.“
„Sei nicht so gemein.“
„Mimose und jetzt nimm das da weg!“
„Ich bin´s nicht.“
„Und was soll das sonst sein?“
„IIHEK!“
„Was zum Teufel...!“
Peter hatte kurzerhand nach dem gegriffen was ihm die schon ganze Zeit übers Gesicht strich. Es fühlte sich weich an und haarig. Mit was er jedoch nicht gerechnet hatte war, das sein Kollege plötzlich anfing wie am Spieß zu schreien.
„DAS.TUT.WEH! LASS.LOS!“

Endlich sprang der Lüfter über der Tür an und der Rauch wurde allmählich abgezogen. Nun konnte man auch erkennen in welcher Lage sich das lebende Menschenknäuel befand.
Peter lag bauchseits auf dem Boden, seine Beine hatten sich mit denen von Fenja verheddert, welche schräg auf ihm hing. Ganz oben hatte Sylar es sich bequem gemacht, nur das dieser sich in der entgegen gesetzten Richtung zu Peter befand und es kein Wunder war das er ihm ins Gesicht getreten hatte.
Und da man nun endlich wieder erkennen konnte was Peter da eigentlich in der Hand hielt, legte sich eine grausame Stille über das Geschehen.
Peter sah Sylar an, dieser sah Peter an, beide schauten synchron zu Fenja und die wiederum machte den Eindruck das sie gleich einen Tod wegen Herzversagens erleidet.
Doch was hatte der Petrelli da eigentlich ergriffen?
Es war ein Schwanz. Also nicht das was ihr jetzt denkt! Nein, es war ein richtig echter Fuchsschwanz und der wiederum gehörte zu dem ehemaligen Massenmörder. Nicht zu übersehen auch die langen, spitzen Ohren, welche an die Stelle ihrer menschlichen Version getreten waren.
Gabriels Blick wanderte langsam zu seinem neusten Körperteil, er betastete die Auswüchse an seinem Kopf, dann sah er sich seinen Kollegen an und der Unglaube in seinen Augen wich absolutem Entsetzen.

„Sy... lar...“ Stotterte Peter und lies die Rute los als hätte er sich daran verbrannt: „Du hast einen... und...“
„Du... auch...“
„WAS!?“ In der Tat, auch Peter war von diese Merkwürdigkeiten nicht verschont geblieben. Panisch betastete er sich, zog sogar so straff an den Ohren das er schmerzerfüllt kläffte.
Moment mal! Er kläffte?
Spätestens jetzt ruhten alle Blicke auf Fenja, welche schweigend zwischen ihnen lag und so aussah als würde sie jeden Moment in Tränen aus brechen.
Und genau das tat sie dann auch.
„Oh nein, es tut mir so Leid. Das ist alles meine Schuld.“ Schluchzte sie und dicke Tränen kullerten ihr übers Gesicht.
„DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!!“

*

Oh es war so verdammt peinlich, das Getuschel und Gekicher und die vielen Blicke, welche ihnen entgegen gebracht wurden als sie gemeinsam an den Büros vorbei liefen. Innerhalb von 3 Minuten hatten sie es geschafft das Gesprächsthema Nummer 1 zu werden und das war eindeutig ein neuer Rekord. Es fühlte sich an wie der Weg zum Schafott, denn letzten Endes war es genau das.
„Hey, Peter.“
„Hm?“
„Denkst du Clair bringt uns um?“
„Nein, sie wirft uns nur vom Dach.“
„Das ist nicht viel besser. Gott ich fühle mich so bescheuert.“
„Frag mich mal.“
Fenja ging folgte ihnen, puderrot im Gesicht und furchtbar unsicher. Sie behauptete die Ganze Zeit über es sei ihre Schuld das sie nun so aussahen, was wohl nicht ganz abwegig war.

Plötzlich ertönten laute und heftige Schritte. Sie sahen jemanden auf sich zu kommen der alles andere als glücklich aussah. Um ehrlich zu sein, die Wutwolke über Clair´s Kopf, sprach Bände. Gretchen dackelte ihr nach, einen großen Ordner auf dem Arm.
Bedrohlich baute die Finanzchefin sich vor ihnen auf, sie war verdammt sauer, aus ihren Augen sprühten förmlich Funken.
„IHR!“ Fauchte sie und begann ihnen ihre Zeigefinger in die Brust zu bohren: „In Noah´s Büro, SOFORT!“ Mit diesen Worten drehte sie sich zur restlichen Belegschaft um: „Habt ihr nichts zu tun!“
Innerhalb von einer Sekunde war der Flur wie ausgestorben. Jetzt trat auch Gretchen zu ihnen und wandte sich an Fenja: „Folgen sie mir bitte.“ Sprach sie freundlich und führte die verängstigte Tierpflegerin davon.
Peter und Sylar wurden, alles andere als zärtlich, in das Büro vom Chef geschleift. Der Ältere von ihnen, warf seinem Kollegen einen verzweifelten Blick zu, frei nach dem Motto: „Ich will nicht sterben!“
Peter schaffte es gar nicht erst zu erwidern, er hatte einfach nur Angst.

*

Noah Bennet wusste noch immer nicht was ihn vor 4 Jahren dazu geritten hatte diese zwei Chaoten in seiner neu gegründeten Organisation auf zu nehmen. Vielleicht war es ja Mitleid mit Peter, weil dieser seinen Job als Sanitäter verloren hatte, aufgrund seiner Fähigkeiten. Oder weil er ihn mochte und Clair sich mit ihrem Onkel eigentlich ganz gut verstand.
Aber warum er Gabriel Gray, alias Sylar der Massenmörder mit ins Boot holte... in dieser Hinsicht zweifelte er nach wie vor an seinem gesunden Menschenverstand.
Jede Woche erreichten sie unzählige Beschwerdebriefe, Morddrohungen und Rechnungen von Zivilisten, Ordnungsämtern, dem FBI und sogar vom Jugendamt, was auch immer die damit zu tun hatten! Und das auch nur, weil diese Idioten einfach keinen Auftrag erledigen konnten, ohne das irgend was zu Bruch ging.
Das große Problem an der Sache war, das Sylar eine Beschäftigung brauchte, denn nur so konnte verhindert werden das er wieder in seine alten Muster zurück fiel. Peter war zwar ein lieber Kerl, doch leider auch der Einzige der es im Notfall mit Gabriel aufnehmen konnte um größeren Schaden zu verhindern. Dass dieser Plan nicht immer aufging, sah man ja auf den ewig langen Rechnungen, die in regelmäßigen Abständen ins Haus flatterten.

Nun jedoch hatten sie wirklich den Vogel abgeschossen! Ungläubig wandere sein Blick zwischen den beiden Gestalten hin und her. Es sah einfach nur lächerlich aus und Noah konnte nicht anders als verzweifelt den Kopf in den Händen zu vergraben. Seine Tochter, welche sich hinter ihm aufgebaut hatte, legte ihm mitfühlend eine Hand auf die Schulter.
„Ich weiß echt nicht.“ Begann er, blickte aber nach wie vor nicht auf: „Ob ich weinen oder lachen soll. Jungs jetzt mal im Ernst. Was denkt ihr euch immer dabei, solche Aktionen zu starten?“
Langsam hob er den Kopf, schaute seinen Schützlingen tief in die Augen.
Sylar war der Erste der sich zu Wort meldete: „Dieses Mal war es nicht unsere Schuld, ehrlich!“ Protestierte er und Noah fühlte sich erneut, als wäre er der Direktor einer High School und vor ihm würden zwei Raufbolde stehen, mit dem Unterschied das es sich um Mitarbeiter seiner eigenen Organisation handelte.
Peter kratzte sich am Hinterkopf, ein Zeichen dafür das er sich alles andere als wohl in seiner Haut fühlte. Immer wenn der Onkel seiner Tochter nervös war führte er diese Bewegung aus, bei Gabriel war es eher so, das dieser anfing in der rechten Hosentasche mit seiner Sprungdeckeluhr zu spielen.

„Weil ich euch kenne, kann ich einfach nicht glauben das ihr wirklich nicht daran Schuld seid.“
„Sylar hat Recht, es war wirklich nicht unser Verdienst sondern ein blöder Unfall.“ Rechtfertigte sich nun auch Peter mit versucht ruhiger Stimme. Noah seufzte:
„Na schön, ich werde mir die Sicht der Klientin anhören und dann entscheide ich wie wir weiter verfahren. Fakt ist, das es so nicht mehr weiter gehen kann.“
Die beiden Problemkinder waren überrascht wie gelassen Noah bei der ganzen Sache blieb, doch sie hatten die Rechnung ohne Clair gemacht. Sie als Leiterin der Finanzabteilung „freute“ sich riesig über den Schaden den sie durch die ganze Aktion wieder angerichtet hatten.
„Jungs, euch ist hoffentlich klar das die Füchse an einen anderen Zoo verkauft werden. Der Bronx hatte bereits alle Gelder erhalten und nun sind keine Tiere mehr da. Das ist eine Katastrophe!“ Wetterte sie. Ihr Vater hob die Hand und deutete ihr so, sich zu beruhigen.
Widerwillig verstummte sie und verschränkte trotzig die Arme vor der Brust.
„Amazone!“ zischte Gabriel hinter vorgehaltener Hand, so leise das nur Peter es hören konnte. Dieser warf seinem Kollegen einen warnenden Blick zu.
„Was war das?!“
Scheinbar hatte die Angesprochene es doch gehört, denn nun versuchte sie ihren Erz-Feind mit den Augen zu erdolchen.
„Äh... nein ich... mir ist nur gerade eingefallen das ich was bei Amazon bestellt habe.“
„Das ist die mieseste Ausrede, die ich je von dir gehört habe.“
„Ein Versuch war´s wert.“
„Willst du geschlagen werden?“

Das Streitgespräch wurde je durch ein Klopfen unterbrochen.
„Ja?“
Die Tür öffnete sich und Gretchen trat ein, im Schlepptau hatte sie Fenja bei sich. Die junge Frau schaute sich schüchtern im Raum um, wagte es dabei nicht einem von ihnen ins Gesicht zu sehen.
„Ich bringe Frau Kolesnikow.“
Gretchen lächelte die zierliche Tierpflegerin an und nickte in Richtung ihres Vorgesetzten. Fenja tastete sich langsam vor und stellte sich, mit einem Meter Sicherheitsabstand, neben die beiden Männer.
„Hallo.“ Nuschelte sie und musterte, versucht unauffällig, Peter und Sylar.
„Also schön. Frau Kolesnikow, mein Name ist Noah Bennet, ich bin der Leiter der AHSO und würde sie darum bitten mir genau zu erläutern wie es zu diesem >Unfall< gekommen ist.“
Fenja schluckte hart, starrte weiterhin auf ihre Füße und begann leise zu sprechen:
„Es ist meine Schuld.“
„Fenja, wir werden nicht über sie urteilen. Erzählen sie uns wie es dazu kommen konnte.
„Das ist meine Fähigkeit. Ich kann... zwei verschiedene Wesen mit einander verschmelzen.“
„Wann haben sie ihre Fähigkeit entdeckt.“
„Vor 5 Jahren. Ich habe aus versehen den Hund und die Katze von meinen Eltern...“ Sie verstummte abrupt und biss sich auf die Unterlippe.
„Können sie das wieder rückgängig machen?“
Fenja schüttelte den Kopf:
„Ich nicht.“

Im selben Moment ertönte ein frustriertes Knurren und alle im Raum starrten Peter an. Gabriel wich augenblicklich vor seinem Kollegen zurück.
Fenja wurde nur noch nervöser und stotterte:
„A...aber... m..meine... Schwes...ter.“
„Wer?“
„Meine Zwillingsschwester Galina. Sie konnte die Tiere damals wieder trennen.“
Noah´s Augen leuchteten auf und auch die beiden >Opfer< begannen zu hoffen.
„Wie können wir ihre Schwester erreichen?“
Als die Tierpflegerin den Kopf senkte und ihre Mimik trauriger wurde, fühlten alle Anwesenden einen riesen Stein im Magen.
„Wir sind zerstritten. Sie lebt in Indien mit ihrem Mann und den Kindern.“
„Na super.“
„Gabriel bitte, bleib ruhig. Wir werden versuchen sie zu kontaktieren und nach New York zu holen.“
Dagegen hatte Clair jedoch Einwände:
„Und warum schicken wir Peter und Gabriel nicht einfach nach Indien?“ Fragte sie und ihr war an zu sehen das sie ins geheim hoffte, die Beiden einfach in einem fremden Land aus zu setzen. Ihr Vater schüttelte den Kopf:
„Keine Fluggesellschaft der Welt würde sie SO in ein Flugzeug lassen. Nein, wir werden alle Kosten übernehmen und holen Galina hier her.“
„Aber...“
„Kein Aber! Leider kann ich die Jungs vorerst nicht mehr im Außendienst gebrauchen. Darum werdet ihr ins Büro für die Auftragsverteilung eingeteilt, Edgar und sein Team werden sich über helfende Hände freuen.“
Erneut ertönte ein unzufriedenes Knurren, dieses Mal kam es jedoch von Sylar. Ihm gefiel der Gedanke nicht das sie mit seinem selbst ernannten Todfeind zusammen arbeiten sollte. Man schien ihm an zu sehen an was er gerade dachte, denn Peter versuchte, fast schon verzweifelt, einen Kompromiss zu finden:
„Kann man Gabriel nicht in einer anderen Abteilung unter bringen?“
Noah überlegte: „Das wäre durchaus möglich, ich könnte ihn beim Hauswartdienst mit eingliedern. Allerdings würdet ihr dann getrennt werden, da dort nur noch eine Stelle frei ist.“
„NEIN!“
„Nein? Gabriel jetzt entscheide dich bitte mal.“
„Noah vergiss es, ich lasse Peter NICHT mit diesem Penner alleine.“
„Penner?“
„Na der Highspeed-Penner!“

Eine peinliche Stille trat ein. Alle Blicke im Raum waren auf den ehemaligen Massenmörder gerichtet. Als Peter es nicht mehr aushielt, versuchte er das Thema zu wechseln.
„Kann man eigentlich bestimmen wer von uns mit welchem Tier verschmolzen ist?“ Fragte er und lächelte Fenja an. Diese Geste brachte ihm ein Grummeln seines Partners ein, das er mit einem Stoß in die Rippen beantwortete.
Fenja, noch eingeschüchterter als ohnehin schon, musterte Peter indem sie ihm tief in die Augen sah:
„Ich glaube... das du Wache bist.“ Murmelte sie schließlich: „Das Weibchen.“
Wieder Stille, dann brach Gabriel in Gelächter aus.
„Wie geil... hahahaha... bekommst du jetzt... *prust* … auch deine Tage... hahaha... AU! Spinnst du!?“
Peter hatte ihm kräftig gegen das Schienbein getreten und lachte ihn jetzt gnadenlos aus.
Noah stöhnte genervt und verbarg sein Gesicht erneut in seinen Händen:
„Oh man...“
„Ich weiß wie du dich fühlst Dad.“
„Was habe ich getan das man mich so straft.“
„Du hast sie selbst eingestellt, jetzt beschwere dich nicht.“
Clair sah dem Gezanke mit hoch gezogener Augenbraue zu, eine Bewegung die sie in letzter Zeit häufig machte.
„Du Idiot hast mir das Bein gebrochen!“
„Hypochonder, das gibt nicht mal einen blauen Fleck.“
„Streitet euch bitte nicht.“ Fenja versuchte verzweifelt den Streit zu schlichten, was sich durch ihr zartes Stimmchen als äußerst schwierig heraus stellte.
„Du kannst ab heute selber einkaufen gehen!“
„Ich gehe IMMER alleine einkaufen!“
„Ich lade dich NIE wieder zu mir ein.“
„Wann hast du das je getan? Du lädst dich doch jedes Mal bei mir ein!“
„Tu ich nicht!“
„Doch tust du, heute morgen bist du auch einfach in MEINE Wohnung marschierst!“
„Ich brauchte Butter!“
„So viel Butter wie du angeblich verbrauchst, isst kein Mensch!“
„Ich hab Kakerlaken in meiner Wohnung.“
„Seit drei Jahren?“
„...“
„...“
„Ach leck mich.“

*

Letzten Endes hatte Clair die beiden Streithähne aus dem Büro ihres Vaters geworfen und ihnen gedroht: sollten sie es heute noch einmal wagen ihr auf die Nerven zu gehen, dann würde sie für nichts garantieren können.
Also hatte Peter sich Gabriel geschnappt und ihn in das McDonalds Restaurant, auf der anderen Straßenseite geschleift. Es war Mittagspause und die „Fressbude“ wurde zum Großteil von Mitarbeitern der AHSO belagert. Die Besitzer erfreute dieser Ansturm tagtäglich.
„Also ich kapier immer noch nicht so richtig was hier eigentlich los ist.“ Sylar schlenkerte gedankenverloren mit einer Pommes herum und verteilte dabei Ketchupspritzer in der Gegend.
Um größeren Schaden zu vermeiden, riss Peter ihm das Nahrungsmittel aus der Hand und stopfte es sich selbst in den Mund. Dabei ignorierte er den empörten Blick seines Kollegen gekonnt.
„Hey!“
„Sprich bitte leiser, wir haben auch so schon die gesamte Aufmerksamkeit für uns.“In der Tat ruhten alle Blicke auf ihnen, der Petrelli schaute deshalb angestrengt aus dem Fenster und futterte seine Pommes in aller Ruhe.

Plötzlich blitzte es und er schreckte auf.
Sylar grinste und senkte das Fotohandy. Der Jüngere grabschte nach dem Gerät und riss dabei fast du Cola um als er sich über den Tisch beugte. Der Fuchsschwanz zuckte wild durch die Luft:
„Gib das Handy her!“ Er hasste es wenn sein Kumpel ihn mit dem Ding fotografierte, denn jedes Mal sah er darauf extrem dämlich aus.
Sylar aber hielt es lachend in die Luft:
„Vergiss es Peter. Da musst du schon was für tun.“
„Hör mit den homoerotischen Anspielungen auf!“
„Wieso sollte ich Schatzi.“
„SY!“
„Hast du Angst um deinen guten Ruf?“
„Ne, aber nachher haben wir wieder Yaoi-Groupies an der Backe!“ schimpfte der Kleinere weiter und lag nun fast auf dem Tisch.
„Außerdem sollst du keine Fotos von mir machen wenn ich die Fresse voller Pommes habe! Und jetzt gib das her!“
„Sag bitte.“
„Niemals!“
„Sei lieb.“
„Träum weiter!“
„Knie dich hin und bettel.“
„....“

Peter wurde sich erst jetzt bewusst das sie sich viel zu nahe waren und er die Nase des Anderen fast mit seiner eigenen berühren konnte. Aus dem Augenwinkel sah er das so ziemlich alle weiblichen Besucher die Luft anhielten und wie gebannt auf die Szenerie starrten, welche sich ihnen bot.
Sofort setzte er sich wieder richtig hin und verbarg das Gesicht hinter einer vorgehaltenen Hand. Versucht gelassen schlürfte er seine Cola und bombardierte Gabriel mit bösen Blicken, was dieser ungemein belustigend fand.
Um dem ganzen die Krone auf zu setzen, legte er die Ohren etwas an und warf dem Jüngeren einen Luftkuss zu.
Noch im selben Moment fielen mehrere weibliche Wesen in Ohnmacht, der Rest quietschte vergnügt.
„Das ist ein Albtraum.“ Murmelte Peter: „Die sind doch nicht mehr ganz dicht.“
„Lass ihnen den Spaß.“
„Noch ein Wort und ich nehme dich an die Leine.“
„Oh, welch erregender Gedanke.“
„Ich meine das Ernst!“
„Das hoffe ich doch.“
„Du macht mich fertig.“
„Und du machst mich an.“
Als Antwort erhielt der Serienkiller eine Pommes, welche ihm an die Stirn klatschte und beim hinab gleiten eine rote Spur aus Ketchup hinterließ.

*

Peter verbarg sich die restliche Zeit in seinem Büro, ihm war das alles einfach nur zu viel und er hatte keine Lust sich den amüsierten oder irritierten Gesichtern seiner Kollegen aus zu setzen, das war ihm dann doch etwas zu doof.
Sylar allerdings schien mit dem „Fuchs-Problem“ gelassen um zu gehen, denn der hatte nichts besseres zu tun als von einem Büro zum anderen zu rennen und sich dort Streicheleinheiten zu holen. Besonders ihre weiblichen Mitarbeiter konnten es nicht lassen und mussten ihn am Kopf und hinter den Ohren kraulen. Die fanden es niedlich und Gabriel war nun einmal Aufmerksamkeitsgeil.
Der junge Petrelli seufzte und fuhr fort seinen Bleistift mit den Zähnen zu malträtieren. Er hatte den Drang nach Nähe, er wollte seinen Kumpel umarmen und sich mit ihm raufen, in sein Ohr beißen und über den Boden rollen.
„Ach scheiße.“ Maulte er. Das waren Bedürfnisse der Fuchswelpen, sie wollten spielen und das übertrug sich nun auf ihn.

Ein Klopfen riss ihn aus seinen Gedanken.
„Hä... ja?“ Hoffentlich war das nicht schon wieder eine von den Weibern aus Büro 3. Doch Peter hatte Glück, denn Edgar trat ins Zimmer.
„Hey.“ Grüßte er ihn, Peter nickte nur schlecht gelaunt.
„Schließ bitte die Tür, ich habe keinen Bock mehr auf neugierige Blicke.“
„Sieht ja ganz schön... komisch aus.“
„Du meinst wohl eher bescheuert.“
„Nein... Doch. Tut mir Leid.“
Der Petrelli seufzte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Edgar setzte sich auf die Kante seines Schreibtisches und musterte den jungen Mann.
„Wie geht’s dir?“
„Wie wohl. Schau mich an, ich bin ein absoluter Freak... sogar noch mehr als ohne hin schon.“
Sein Gegenüber klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter: „Kopf hoch, ich finde es sieht niedlich aus.“ Die Bemerkung verhalf Peter wenigstens zu einem kleinen Lächeln.
„Ich bin trotzdem froh wenn diese Dinger wieder weg sind. Gabriel führt sich auf wie eine Katze.. der rennt von einem zum nächsten und lässt sich kraulen. Das ist absolut dämlich.“
„Der Kerl ist absolut dämlich.“
„Ihr mögt euch echt nicht, oder?“
„Nicht besonders. Er ist unberechenbar und gefährlich... außerdem hat er ein einziges Vakuum im Kopf.“
„Kann ich gut verstehen, die meiste Zeit könnte ich ihn nur schlagen.“
Der Hyperspeed-Mann, wie Sylar ihn gern nannte, lachte laut:
„Du schlägst ihn tatsächlich sehr oft.“
„Findest du?“
„Japp.“

Peter fühlte sich irgendwie leichter, jetzt da er mit jemanden über das Problem Sylar sprach. Edgar erwies sich als guter Zuhörer:
„Weißt du was komisch ist?“ fragte er den Mann, der immer noch auf seinem Tisch saß.
„Hm?“
„Ich hasse ihn manchmal, er treibt mich in den Wahnsinn, er bricht ständig in meine Wohnung ein, bedient sich an meinem Kühlschrank, benutzt meine Dusche, schläft in meinem Bett, belästigt mich sexuell, er hat meinen Bruder getötet, macht mich vor aller Leute lächerlich und sorgt dafür, das ich jedes mal Bauchschmerzen bekomme wenn ich in das Büro meiner Nichte gerufen werde.“
„Scheint ja ein richtiger Chaot zu sein.“
„Du machst dir kein Bild Ed! Der Kerl bringt mich eines Tages ins Grab, aber...“ Peter seufzte und fuhr sich durch die Haare: „... trotzdem habe ich ihm eine Menge zu verdanken.“
Die Augenbraue seines Gegenüber wanderte nach oben:
„Wie soll ich das verstehen?“
„Er gibt mir das Gefühl nicht allein zu sein, er hält mich immer auf Trab und dank ihm wird es nie langweilig. Klar, er ist verdammt schwierig und im Prinzip ist er ein Kleinkind mit einer Persönlichkeitsstörung... aber trotz all dem, ist er für mich wie mein bester Freund.“
Jetzt sah Edgar eher völlig verwirrt aus: „Sicher das es deinem Kopf gut geht?“
„War klar das du es nicht verstehst.“
„Sorry Peter, aber wenn es um diesen Spinner geht...“
„Schon gut... ihr hasst euch, das weiß ich.“

Sie schwiegen eine Weile, dann sagte Edgar etwas, was ihn wohl schon eine ganze Weile beschäftigte:
„Kann ich... die mal anfassen.“
„WAS?!“
„Deine Ohren... ach vergiss es.“
„Nein, ist okay.“
„Sicher? Ich meine, du bist auch nicht so begeistert davon das Gabby sich kraulen lässt.“
„Nein wirklich, es ist okay. Du hast mir mit meinen Problemen zu gehört... sie es als Gegenleistung.“
„Also darf ich?“
„Ja, jetzt mach schon, bevor ich es mir anders überlege.“
Sie grinsten sich an, dann streckte Ed seine Hand aus, langsam und vorsichtig. Er schien irgendwie nervös, Peter fand das witzig. Letzten Endes überwand er sich dann doch und begann die Ohren vorsichtig mit seinen Fingerspitzen zu massieren. Der jüngere schnurrte beinahe, es fühlte sich gut an.
„Wow... ganz weich.“ Murmelte sein Gegenüber begeistert.

„Peter ich... was geht denn hier ab!“ Genau in diesem Moment, als hätte man es nicht anders erwartet, stürmte das Gesprächsthema von vor drei Minuten den Raum. Edgar und der Petrelli waren vor Schreck wie erstarrt und auch Gabriel blieb angewurzelt in den Tür stehen. Dann aber verfinsterte sich seine Mine und er knurrte:
„Finger weg, oder ich beiss sie dir ab!“
Und tatsächlich schien der Mann mit der Hypergeschwindigkeit vor den gefletschten Zähnen zu kuschen, denn die waren ein weiteres Souvenir welches sie den Füchsen verdankten.
„Alter, beruhig dich, wir haben uns nur unterhalten.“
„Sah ja voll wie eine Unterhaltung aus.“
„Sy er sagt die Wahrheit. Ich musste einfach mal mit jemanden sprechen.“
„Ja klar und ich hab mir nur eingebildet das er dich gestreichelt hat.“
„Ach denk doch was du willst, ich muss mich nicht vor dir rechtfertigen.“
„Doch musst du!“
„Nein muss ich nicht!“
„Peter hat recht Gabriel.“
„Halt die Klappe Speedy, das geht dich nichts an!“
„Schlagt euch bitte nicht die Köpfe ein. Man, warum müsst ihr euch immer zoffen sobald ihr euch seht!?“
„Ich mag ihn nicht!“ Kam die gleichzeitige Antwort und Peter knurrte genervt.
„Wisst ihr was, macht doch was ihr wollt, ich geh jetzt nach Hause und Sy, wage es ja nicht heute bei mir auf zu kreuzen!“

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, schnappte Peter sich seine Jacke und die Schlüssel und stürmte aus dem Büro. Er hatte es so satt, der ganze Tag war eine einzige Katastrophe und jetzt zankten die sich schon wieder, das war einfach zu viel für sein gequältes Nervenkostüm.

*

Mit Wucht schlug er die Tür zu seiner Wohnung zu und lies sich müde dagegen fallen. Peter wartete eine Weile, bis das Hundegebell von der Straße endlich verklang und er selbst ruhiger wurde. Ein gutes Duzend dieser Viecher hatte ihn durch die halbe Stadt gejagt, laut bellend und nach ihm schnappend. Mit Mühe und Not war er heil zu Hause angekommen und wollte jetzt nur noch eine schöne, heiße und lange Dusche nehmen.
Konnte der Tag eigentlich noch schlimmer werden?
Oh er hatte so die Schnauze voll!
Träge, schleppte er sich in sein Badezimmer und häutete sich regelrecht aus seiner Kleidung, ehe er in die Kabine stieg, die Glastür hinter sich zuzog und das Wasser aufdrehte.
Gott, tat das gut! Endlich hatte er mal die Zeit alles Revue geschehen zu lassen und ab zu schalten. Dabei nutzte er die Gelegenheit und betastete den neuen Auswuchs an seinem unteren Rücken. Das Wasser durchnässte das Fell, doch es fühlte sich noch immer unglaublich weich an.
Müde fuhr er sich über die Schläfen, er würde sich nachher nicht mehr von der Couch bewegen, das schwor Peter sich und wenn Sylar hier auftauchte, dann würde er ihm Beine machen.
Erschöpft lächelnd shampoonierte er sein Haar und auch das Fell seiner Rute, er hatte keine Lust nachher zu stinken wie ein Iltis.

Nach und nach entspannte er sich immer mehr und es war als würde das Wasser den Stress des Tages einfach weg spülen. Keine Ahnung wie lange er letzten Endes unter der Dusche stand, aber als er aus der Kabine trat hing ein nebliger Dunst im Raum. Der Spiegel war so sehr beschlagen das man nichts erkennen konnte. Peter sah lediglich eine grobe Silhouetten seiner Selbst.
„Ich seh aus wie ein Teufel.“ Grinste er und wischte über die glatte Fläche.
Das Föhnen dauerte deutlich länger, denn sein Pelz tropfte die ganze Zeit und Peter musste aufpassen nicht aus zu rutschen.
Als er dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, trocken war, merkte er das seine Kleidung mittlerweile pitschnass war. Peter verdrehte nur die Augen, schnappte sich die durchnässten Stoffe und warf sie in den Trockner.

Nackt verließ der junge Mann sein Badezimmer und war gerade dabei sein Wohnzimmer zu durchqueren, um ins Schlafzimmer zu gelangen, als er stehen blieb und auf das starrte was da vor ihm statt fand.
„Ach, das ist ja mal ein angenehmer Anblick.“
„SAG MAL REDE ICH JAPANISCH!?“
Peter kam sich extrem verarscht vor, als Sylar anfing zu grinsen und sich auf seiner Couch räkelte. Der Fernseher lief und es war nicht zu übersehen das Gabriel sich mal wieder häuslich eingerichtet hatte... in SEINER Wohnung!
„Komm kuscheln Peter. Dir ist sicher kalt, bei mir wird dir wieder warm.“
„Arg!“ Um sich das nicht länger an zu hören stiefelte Peter in den angrenzenden Raum und verschloss die Tür hinter sich. Das war doch ein einziger Albtraum, er musste eine andere Sprache sprechen, denn vor etwas mehr als einer Stunde hatte er klar und deutlich gesagt das er NIEMANDEN mehr sehen wollte für den Rest des Tages.
Seine Laune konnte nun nicht mehr tiefer sinken und entnervt wie er war, zog er sich an. Schlabberjeans und Pullover... typische Heimkleidung.
„Das ist nicht zu fassen. Hab ich irgendwas getan das ich so gestraft werde?“

„Okay jetzt Mal im ernst, macht es dir Spaß mich so zu quälen Gabriel?“ Peter hatte die Arme verschränkt und lehnte am Türrahmen zum Schlafzimmer. Seine Mine war mehr als finster und er wippte unruhig mit dem Fuß. Der Angesprochene lächelte ihn an, wie immer und wackelte mit den Ohren.
„Ich quäle dich doch nicht mein Süßer. Übrigens siehst du verdammt heiß aus wen du böse auf mich bist.“
„Ich habe dir gesagt das ich alleine sein will.“ Erwiderte er ohne auf diesen unqualifizierten Kommentar ein zu gehen: „Darum bitte ich dich jetzt freundlich zu gehen.“
„Geht nicht.“
„Und wieso?“
„Ich hab nen Wasserschaden.“
„Das du einen Schaden hast weiß ich. Und jetzt raus hier!“
„Ne ernsthaft Peter. Die in der Wohnung über mir haben einen Rohrbruch und das tropft jetzt schön von der Decke.“ Die Art wie sein >Mitbewohner< ihn ansah, machte deutlich das es wohl wirklich so sein musste: „Wenn du mir nicht glaubst dann schau selber nach.“
„Und wo hast du dein Zeug unter gebracht?“ Misstrauisch sah Peter sich in seiner eigenen Wohnung um, ehe er sich neben den ehemaligen Killer setzte, in einem deutlichen Sicherheitsabstand versteht sich.
„Hab ich in den Keller gebracht. War eh nicht viel.“ In der Tat wusste der Jüngere das sein Kumpel nur aus Kisten lebte, da er ja eh 99% des Tages bei ihm hockte und sich durch füttern lies.  Und wie jedes Mal wenn Peter sich diesen Gedanken aussetzte, fragte er sich warum er sich das alles überhaupt gefallen lies.

„Na schön, dann bleib halt hier. Aber du wirst auf der Couch schlafen. Ich habe keine Lust morgen auf zu wachen und fest zu stellen das ich des Nächtens meine Unschuld verloren habe.“
„So was würdest du mir zutrauen?“
„Sy, wie lange kennen wir uns jetzt schon?“
„Ähm... lange.“
„Na siehst du. Und jetzt lass bitte meine Rute los.“
„Die ist aber so schön weich.“
„Du hast eine eigene.“
„Aha.“ Gabriel begann verschwörerisch mit den Augenbrauen zu wippen: „Du willst also das ich an meinem Schwanz rumspiele?“
„Willst du geschlagen werden?“
„Wenn du willst, dann kannst du ja sooo dirty sein Peter.“
Darauf antwortete der Jüngere lediglich mit einem Seufzten und erhob sich schwer fällig: „Nun gut, da ich nichts brauchbares mehr im Kühlschrank habe, schlage ich vor du gehst A. Einkaufen oder B. Bestellst uns etwas.“
„Ich bin für B.“

„Dacht ich´s mir doch.“ Er wollte sich umdrehen und sein Telefon suchen, da packten ihn zwei kräftige Hände und zogen ihn nach unten. Peter landete auf dem Schoß seines Kumpels und konnte nur ärgerlich murren.
„Sy... lass das, ich habe heute wirklich keine Lust mehr auf deine homoerotischen Anspielungen.“
„Aber du bist so verkrampft Peter.“ Schnurrte es in seinem Nacken und ein eisiger Schauer kroch ihm über den Rücken. Schon spürte er Finger die über seine Schultern glitten und begannen sie kraftvoll zu massieren.
„Gabriel.“
„Sh~ Du bist jetzt mal still und lässt es zu das ich dir etwas gutes tue Sweety. Sieh es einfach als freundschaftliche Geste und so schlecht bin ich als Masseur gar nicht.“ Da musste er ihm ausnahmsweise mal Recht geben. Der Ex-Mörder wusste wie er vor zu gehen hatte. Vorsichtig aber mit einer ordentlichen Portion Druck, lockerte er langsam die Muskulatur seines „Patienten“ und ohne das er es selbst merkte, entwichen Peter leise Laute des Wohlgefallens.
Das Grinsen seines Freundes konnte er praktisch im Nacken spüren, doch er hatte keine Lust mehr sich zu streiten und sagte nichts dazu.
„Sy... das ist wirklich gut.“
„Hast du mich gerade gelobt?“ Er musste lachen auf die überraschte Stimmlage des anderen.
„Ja... aber bilde dir jetzt bloß nichts drauf ein.“
„Charmant wie immer Mister Petrelli.“

Es ging noch einige Zeit so weiter und Peter wurde langsam schläfrig. Der Tag steckte ihm regelrecht in den Knochen und allmählich sanken seine Lider auf Halbmast.
Sylar hörte auf ihn zu massieren, legte die Arme um seinen Bauch und das Kinn auf die Schulter des Kleineren: „Müde?“ Fragte er mit gedämpfter Stimme.
Das Licht der Abendsonne, fiel im flachen Winkel durch die Fenster des Wohnzimmers und tauchten alles in ein warmes, kupfernes Licht. Es war schon fast romantisch und irgendwie hatte Peter keine Lust die Arme von seiner Mitte zu entfernen. Er fühlte sich nur noch erschöpft.
„Hm.“ Murmelte er, lehnte sich sogar noch ein Stück in die Umarmung.
Langsam strichen starke Hände über seinen Bauch, begannen mit dem Saum zu spielen und ruhten dann wieder. Das Gewicht auf seiner Schulter hatte etwas beruhigendes und der Atem der an seinem Hals entlang strich, half Peter dabei sich weiter zu entspannen.
Sein Rücken schmiegte sich an die muskulöse Brust des Anderen und Gabriel begann seine Lippen über den Hals des Petrelli´s wandern zu lassen. Wie von selbst drehte dieser seinen Kopf zur Seite, kam ihm entgegen, spürte den Atem des Älteren an seinem Mund...

„Warte!“ Platzte es auf einmal aus ihm heraus und er sprang regelrecht auf, riss dabei fast den Wohnzimmertisch um: „W... Was soll das, das ist nicht witzig Gabriel!“
Sein Gegenüber musterte ihn, sein Blick schien einen Moment lang enttäuscht zu wirken, doch dann wurde er wieder so undurchsichtig wie eh und je:
„Ich mache keine Witze.“
„Doch... ständig befummelst du mich und gehst mir mit deinen zweideutigen Bemerkungen auf den Geist. Aber das hier, geht zu weit!“ Die Entspannung war wie weggeblasen, Peter fühlte sich wie ein aufgescheuchtes Huhn.
„Ist dir schon mal in den Sinn gekommen das ich es ernst meine?“
Sylar´s Augen waren ungemein hart und erinnerten den Jüngeren an die Zeit, als sie sich das erste Mal über den Weg gelaufen waren. Damals waren sie erbitterte Feinde und Peter kam nicht umhin sich ein zu gestehen, das ihm dieser Blick Angst machte.
„Was?“ Hauchte er und wich weiter zurück. Auch Gabriel erhob sich und folgte jeder seiner Bewegungen.
„Ich mache das nicht nur aus Spaß Peter. Seit vier Jahren, renne ich dir nach und du denkst immer noch das ich das nur aus Jux und Langeweile tue, oder weil es mir Spaß macht dich zu ärgern.“ Seine Stimme glich eher einem Donnergrollen und die Rute war, wie auch die Ohren, gefährlich aufgestellt.

Als der Größere nun auch ein canoidales Knurren von sich gab, war Peter so eingeschüchtert, das er automatisch seine Ohren anstellte, den Schwanz ein- und die Lefzen nach oben zog. Dabei entblößte er seine spitzen Zähne und ging in eine gebeugte Haltung über. Ein deutliches Zeichen der Demut und Aggressivität bei Caniden.
Minuten lang knurrten sie sich nur an, doch plötzlich wurden Beide sich bewusst was sie hier eigentlich taten. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, nahmen sie wieder eine menschliche Haltung und menschliches Benehmen an.
„Tut mir Leid.“ Murmelte Sylar und wich Peter´s Blick aus.
„Nein ist.. okay. Wir sind beide gereizt.“
Sie schwiegen, dann aber drehte Peter sich auf dem Absatz um und rannte förmlich in sein Schlafzimmer.
„Ich geh schlafen.“ Rief er noch, ehe sich die Tür schloss und er schnell den Schlüssel im Schloss herum drehte.
Im Wohnzimmer blieb ein irritierter und, man glaubt es kaum, beschämter Gabriel zurück.

*

Die nächsten Tage tröpfelten nur so dahin. Sie gingen sich aus dem Weg und sprachen, wenn überhaupt, drei Sätze mit einander. Sylar war das alles immer noch schrecklich peinlich und er war die meiste Zeit damit beschäftigt Akten durch die Gegend zu tragen. Peter hockte seine gesamte Arbeitszeit nur an seinem Schreibtisch und bearbeitete einen Bericht nach dem anderen.
Drei Tage nach dem peinlichen Zwischenfall in seiner Wohnung, gab Clair ihm Bescheid das die Schwester von Fenja wohl bereit dazu war nach New York zu kommen, doch dank der schlechten Witterungsbedingungen in den letzten Tagen, es regnete ohne Pause, würde das wohl noch etwas dauern.
Also hieß es: Warten.

Edgar hatte es mittlerweile aufgegeben ihn zum reden zu motivieren. Peter schwieg sich aus, Gabriel genau so. Wenn irgendjemand sie versuchte zu fragen, dann gab es nur zwei verschiedene Antworten:
1.Derjenige wurde so lange mit Ignoranz gestraft, bis er von alleine ging. Oder
2.Sie knurrten, in Gabriels Fall bellten, das arme Opfer an und spätestens dann zog es der Störenfried vor aus ihrer Reichweite zu verschwinden.
Edgar hatte sich bereits einige Bisswunden zu gezogen weil er es nicht hatte lassen können zu nerven.
Letzten Endes aber, hatte man es aufgegeben irgendwas aus ihnen heraus zu kitzeln. Weder der eine, noch der andere legte derzeit besonders viel Wert auf Gespräche.

Peter bekam langsam aber sicher Bauchschmerzen, denn ihm tat es irgendwie Leid das er Sylar so vor den Kopf gestoßen hatte. Sein Freund meinte es nur gut, hatte die ganze Zeit über versucht ihm zu verklickern das er mehr für ihn empfand als bloß Freundschaft und er war so blöd und stellte so eine Dummheit an.
Seit vier Jahren ging das nun schon so. Seit sie aus der Albtraumwelt von Gabriels Gedanken entkommen waren, oder schon eher? Damals waren sie mehrere Jahre in dieser Welt gefangen gewesen, hatten Tage damit verbracht diese ominöse Mauer nieder zu reißen oder sich zu prügeln.
Peter war damals noch wütend auf ihn gewesen, hatte in ihm nur den Mörder seines Bruders gesehen, doch mit der Zeit erkannte er wie der wahre Gabriel Gray aussah. Ein missverstandener, von der Welt alleine gelassener junger Mann, der sein Leben nichts weiter sein wollte als etwas Besonderes.
Als sie sich ein weiteres Mal grün und blau geschlagen hatten, lagen sie lange neben einander auf dem Asphalt der verlassenen Straße und plötzlich hatte Sylar angefangen zu lachen. Es war nicht sein übliches, kaltes und bösartiges Lachen sondern ein echten und lautes.
Peter hatte ihn nur verständnislos angeschaut und dann hatte er angefangen zu reden. Gabriel hatte ihm all das erzählt was in seinem Leben schief gegangen war und Peter musste sich eingestehen, das es kein Wunder war das aus ihm das Monster Sylar wurde.

Wenn er jetzt daran zurück dachte, dann musste er lächeln. Auch wenn er es sich lange nicht hatte eingestehen wollen, so war dieser Moment der Beginn einer Freundschaft gewesen, welche ständig zwischen Streitgesprächen und beinahe romantischen Momenten hin und her wankte.

In Gedanken begann er nach Momenten zu suchen, in denen es Anzeichen darauf gegeben hätte das Sylar mehr für ihn fühlen konnte. Und er wurde nicht enttäuscht:
Situation Nummer 1:
Kurz nach Peter´s Kündigung im Krankenhaus, hatte Gabriel es sich nehmen lassen für ihn zu kochen. Er kochte sonst nie und um ehrlich zu sein konnte er auch nicht kochen, doch Peter fand damals das es eine nette Geste war und er hatte so getan als würde es ihm schmecken. Die anschließende Lebensmittelvergiftung hatte er auf die Pommesbude um die Ecke geschoben.

Situation Nummer 2:
Peter war dabei gewesen sein Wohnzimmer zu streichen und natürlich musste Gabriel mitarbeiten, schließlich war die Wohnung des Jüngeren für ihn so etwas wie ein Zweitwohnsitz. Das er damals nur in Boxershorts und mit vielen Farbklecksen auf dem Oberkörper durch die Gegend gesprungen ist, hatte der Petrelli einfach mal als bloße Spinnerei abgetan.

Situation Nummer 3:
während eines Auftrages, hatten sie es geschafft wieder einmal ein Gebäude in die Luft zu jagen. Gabriel hatte sich todesmutig auf Peter gestürzt, ihn von den Füßen gerissen und so getan als sei er ohnmächtig und das obwohl sie nicht einmal in Gefahr gewesen waren.
Da Sylar aber ein derart schlechter Schauspieler war, hatte Peter eiskalt auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichtet und war gegangen.

Situation Nummer 4:
vor einer Woche

Und das war nur ein Bruchteil von dem was in den letzten Jahren an peinlichen, bescheuerten, mit homoerotisch gepaarten Bemerkungen und zweideutigen Momenten, angefallen war. Peter schimpfte sich erneut einen Idioten, da er das einfach nicht bemerkt hatte. Und nun ergab auch diese krankhafte Eifersucht auf Edgar einen Sinn.
Er und der Hyperspeedmann verstanden sich blendend und wahrscheinlich war es genau das was Gabriel die ganze Zeit über so rasend machte. Und so wie es aussah hatte Ed bereits vor einer ganzen Weile bemerkt das der Ältere an Peter interessiert war, so hatte er einen Grund gehabt ihn zu ärgern.

Aber was er sich immer noch fragte war:
Wie viel empfand sein Kumpel für ihn? War es nur Schwärmerei oder mehr? War es möglicher Weise Liebe? Und wie sah es eigentlich bei Peter selbst aus?
Wenn er an die Situation von vor sieben Tagen zurück erinnerte, als er auf dem Schoß des anderen Mannes gesessen und sich hatte verwöhnen lassen, dann wurde ihm warm.
Mit Sylar verband ihn etwas, was man nie in Worte hätte fassen können. Es war namenlos und wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann vertraute er ihm sehr. Aber grenzte das schon an Liebe? Konnte er ihn überhaupt lieben?

Just wurde er aus seinen tiefen Gedanken gerissen, als ihn jemand an der Schulter rüttelte. Es war Gretchen, die ihn mit ihrem freundlichen Gesicht anlächelte:
„Peter, so nachdenklich heute?“ Fragte die beste Freundin der Finanzchefin und er zuckte mit den Schultern.
„´N bisschen.“
Gretchen lachte, hatte sie jemals so etwas wie schlechte Laune? Er konnte sich zumindest nicht entsinnen sie irgendwann schon mal traurig oder niedergeschlagen gesehen zu haben. Ein Wunder das sie es so lange mit Clair aushalten konnte. Er hatte seine Nichte wirklich gern, doch manchmal jagte sie ihm richtige Angst ein.
„Galina Narayan ist da.“
„Wer?“ Fragte er nur irritiert, der Name sagte ihm nichts.
Gretchen aber grinste wieder nur und erklärte: „Die Zwillingsschwester von Frau Kolesnikow. Gabriel ist schon im Büro vom Chef.“
Jetzt wusste er auch wieder wer gemeint war und tatsächlich hellte sich Peters Mine deutlich auf. Fast hätte er vergessen das er ja noch im Besitz von Körperteilen war die nicht ihm gehörten.

*

Als er das Büro betrat, verstummten alle Gespräche und er sah das genau fünf Personen anwesend waren:
Noah, seine Tochter Clair, Fenja und eine Frau die ihr zum verwechseln ähnlich sah, bis auf die Tatsache das diese Frau eine modische Kurzhaarfrisur trug. Den Blick zu Sylar vermied er absichtlich, denn er traute sich noch immer nicht mit ihm zu sprechen. Aber auch Gabriel ignorierte ihn, denn er sah nicht zu ihm als er eintrat.
Wahrscheinlich war er noch gekränkt.

„Ah Peter, da bist du ja. Diese junge Frau dort ist Galina Narayan.“ Begrüßte ihn Noah. Galina kam zu ihm und schüttelte seine Hand.
„Schön sie kennen zu lernen Mister...“
„Petrelli, Peter Petrelli.“
„Na, da hat meine Schwester ja ganz schön was angerichtet.“ Sie betrachtete die Auswüchse mit kritischem Blick und er wurde etwas rot um die Nase:
„Na schön, ich denke wir sollten nicht all zu lange um den heißen Brei herum reden.“ Man merkte das sie vom Charakter her das genaue Gegenteil zu ihrer Schwester war. Galina hatte eine sehr würdevolle Ausstrahlung, adrett, anmutig und stolz. Während Fenja der schüchterne und zurückhaltende Typ war.
„Gut, also erfolgt alles wie besprochen. Sie trennen die Beiden von den Tieren, Frau Kolesnikow sperrt sie in den Käfig dort und bringt sie auf dem schnellsten Weg zurück in den Zoo.“ Erklärte Noah das Vorhaben und alle beteiligten nickten: „Frau Narayan, sie werden danach mit Clair mitgehen, sie ist die Leiterin unserer Finanzabteilung und wird ihnen einen Check ausstellen der sie für den Aufwand entschädigen soll. Darin werden alle Reisekosten und die Unterkunft abgedeckt sein.“
„Danke.“ Galina klatschte in die Hände und wandt sich den beiden Problemfällen zu: „Also meine Herren. Ich denke es ist das beste sie setzen sich hin.“ Ihr Ton war so scharf, das man sich gar nicht traute ihr zu widersprechen. Artig ließen sich die Zwei auf den Stühlen vor Noah´s Schreibtisch nieder und synchron fingen sie an ihre Hände zu kneten. Sowohl Peter als auch Sylar waren nervös und warteten angespannt wie die Sehne eines Bogens, auf das Kommende.

Die junge Frau stellte sich hinter sie und gleichzeitig spürten sie den Druck ihrer Hände auf ihren Schultern.
„Sie werden gleich ein warmes Kribbeln spüren, es könnte kurz auch heiß werden. Das ist das Zeichen dafür das ich die Füchse und ihren Körper von einander trenne. Sollte ihnen schwindlig oder übel werden, dann ist das eine normale Reaktion. Bleiben sie ruhig und versuchen sie sich zu entspannen.“
Peter kam nicht umhin zu behaupten das ihm das Herz bis zum Hals schlug. Auch die Augen der anderen Anwesenden im Raum war auf sie gerichtet und dies führte nicht gerade dazu das es ihm besser ging.
Und dann fühlte er es, die Wärme von der sie gesprochen hatte breitete sich in seinem Körper aus, sie strahlte regelrecht in jeden noch so kleinen Winkel und es war als würde es bis in seine Haarspitzen reichen. Und dann kam das was sie angekündigt hatte. Alles um ihn herum fing an sich zu drehen, schneller und schneller und schneller und die Farben verschwammen vor seinen Augen. Er schloss sie schnell und hörte wie Gabriel ein würgen von sich gab, dem ging es auch nicht viel besser.

Peter fühlte sich wie betäubt, als die Hand von seiner Schulter verschwand und er einen sanften Druck auf seinen Oberschenkeln wahr nahm. Vorsichtig blinzelte er und erblickte einen kleinen Fuchs, welcher zusammen gerollt da lag und zu schlafen schien.
Beinahe apathisch strich er dem Tier über das weiche Fell und schluckte den säuerlichen Geschmack runter, der sich auf seiner Zunge niedergelassen hatte.
„Peter, alles okay bei dir?“ Clair schlug ihm sanft gegen die Wange und er nickte:
„Ja, geht schon wieder, nur ein bisschen schwindlig.“
„Das vergeht in ein paar Minuten.“
Hände schnappten sich den kleinen Fuchs und er hörte Fenja´s Stimme:
„Hey meine Kleine, bin ich froh das es dir gut geht.“
Man merkte das die junge Frau froh war das sie ihre Tiere wieder hatte. Langsam beruhigte sich auch der Körper des Petrelli´s wieder und er erkannte das Clair und auch Galina nicht mehr im Raum waren. Nur Fenja verstaute gerade Wolf in der Transportbox, welche sie mitgebracht hatte.
Dann wandt sie sich den verbliebenen Anwesenden zu:
„Ich weiß gar nicht wie ich ihnen danken soll.“
„Das war selbst verständlich.“ Winkte Noah ab und überreichte ihr einen Umschlag: „Hier drin sind alle Unterlagen und Schriftstücke, die sie zum Mitglied der AHSO machen. Herzlich willkommen Fenja.“

*
Als Fenja das Büro verlassen hatte, kehrte Stille ein und lange traute sich keiner auch nur ein Wort zu sagen. Peter war erschöpft, doch er fühlte sich soweit fit, das er seinen Beinen wieder vertrauen konnte. Gabriel allerdings machte ein bedrücktes Gesicht. Er sah aus als wolle er etwas los werden und noch bevor Noah oder Peter etwas sagen konnten, fing er an zu sprechen.
„Noah ich möchte die AHSO verlassen.“
RUMMS! Das hatte gesessen. Peter spürte augenblicklich sein Herz in die Hose fallen. Wie Sylar wollte gehen? Nein! Was sollte das!?
Auch Noah war zu überrascht um etwas zu sagen, erst eine gute Minute später fragte er, ohne jede Fassung:
„Wie soll ich das verstehen Gabriel?“
„So wie ich es sage: Ich bin nicht mehr in der Lage dazu mit Mr. Petrelli zusammen zu arbeiten und da es niemanden gibt der mich als seinen Partner will, wird es das beste sein wenn ich diese Organisation verlasse. Ich kündige!“
Diese Sätze sagte er mit einer so festen Stimme, das Peter spürte wie ernst der andere seine Aussage meinte.
Aber er wollte nicht das Gabriel ging, denn das hieße er würde aus seinem Leben verschwinden, er wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben, er war zu weit gegangen.

„Ich verstehe.“ Noah nickte ergeben und fuhr sachlich fort: „Ich bitte dich um eine schriftliche Kündigung, um alles rechtskräftig zu halten. Wenn du gehen willst dann kann ich dich nicht aufhalten und wenn du deine Gründe so ernst meinst wie du sie dar stellst, dann muss ich das akzeptieren.“
Peter traute seinen Ohren nicht, er öffnete den Mund fassungslos und schloss ihn wieder.
„Gut, dem habe ich nichts hinzu zu fügen.“ Sylar stand auf, gefasst und mit rationellem Gesichtsausdruck: „Es war schön hier zu arbeiten, doch wenn es nicht mehr geht dann muss man es dabei belassen. Ich reiche die Kündigung nach.“
Und ohne ein weiteres Wort ging er einfach. Er verabschiedete sich nicht einmal bei Peter sondern stiefelte einfach so aus dem Raum als währe sein Partner nur Luft. Dieser saß da und starrte immer noch auf den Platz wo dein bester Freund bis vor wenigen Minuten noch gesessen hatte.
„nein.“ Hauchte er und sprang auf.

Wenn dieser Idiot es wagen sollte jetzt das Gebäude zu verlassen, dann würde er ihm so dermaßen in den Arsch treten das er die kommenden Jahre nicht mehr ordentlich würde sitzen können. Jetzt musste er ihm schon nachrennen und zurück pfeifen wie einen Hund.
Oh, wie tief konnte Peter noch sinken. Manchmal hasste er ihn und wollte ihn am liebsten den ganzen Tag nur schlagen. Doch er wollte auch nicht ohne diesen selten dämlichen Spinner sein, dafür hatte er ihn einfach zu gern.
„SY!“ Brüllte er quer über den Gang und als wäre dies ein geheimes Signal gewesen, streckten ein gutes Dutzend Mitarbeiter ihre Köpfe aus den Büros um zu schauen wer hier so einen Krawall veranstaltete.
Der Angesprochene aber, blieb stehen, der Rücken ihm zu gewandt.
Peter blieb stehen, wusste nicht wirklich was er tun sollte und entschied einfach aufs Geratewohl:
„Wieso? Kannst du mir mal sagen was ich falsch gemacht habe?“
„...“
„Rede mit mir verdammt noch mal. Ich kann leider nicht deine Gedanken lesen!“ Er war so sauer auf ihn. Sonst war der Andere doch auch nicht auf den Mund gefallen und laberte den ganzen Tag andere Leute zu wie es ihm gerade passte.
„Warum kündigst du?“
„Habe ich vorhin gesagt, du warst doch dabei Peter.“ Seine Stimme klang wie die des alten Sylar´s, der Sylar der ihm Angst machte, der rationelle und kalte Mann. Aber Peter wollte jetzt keine Angst vor ihm haben. Er musste eine Entscheidung treffen von der verdammt viel abhing.
„Die Wahrheit wäre mir trotzdem lieber.“
„...“
Ihm war klar das sie gerade eine Show abzogen, die einer Seifenoper in nichts nach stand, doch sein guter Ruf, der hier unweigerlich auf dem Spiel stand, war ihm gerade verdammt egal. Ihm reichte es jetzt endgültig mit diesem Schweigen und dieser Passivität, er brauchte Gewissheit... und eine ordentliche Portion Mut mit dazu.

Ungeachtet der Tatsache das sie sich mitten auf dem Flur ihrer Arbeitsstelle befanden und das ihnen die halbe Belegschaft zusah, ging er die letzten Meter auf den älteren Mann zu, packte ihn an der Schulter, drehte ihn herum und... küsste ihn.
Peter küsste seinen Kollegen und besten Freund auf den Mund.
Der Kuss war unschuldig und schüchtern, doch er reichte um Gabriel aus seiner Lethargie zu reißen und dafür zu sorgen das er ihn total entgeistert anstarrte als sie sich von einander lösten.
„Wie.. was?“
„Nein halt die Klappe du dämlicher Penner!“ Wetterte Peter los und bohrte ihm seinen Zeigefinger in die Brust: „Ich lasse mich seit Jahren von die anbaggern ohne es zu merken und jetzt wo ich es weiß und völlig von der Situation überfahren bin, kommt dir in den Kopf das du einfach den Schwanz einziehen und abhauen solltest. Ich hasse dich manchmal richtig und würde dich am liebsten aus dem Fenster werfen, aber ich trotzdem mag ich dich und das vielleicht mehr als es gut für mich wäre. Ist dir auch nur einmal der Gedanke daran gekommen wie es mir dabei geht wenn du jetzt gehst?“

Er holte tief Luft, hatte ohne Punkt und Komme geredet und musste endlich mal das aussprechen was ihn die ganze Zeit über belastete:
„Wenn du jetzt gehst, dann habe ich niemanden mehr der mir Morgens auf die Nerven geht, mich Mittags in den Wahnsinn treibt, Abends dafür sorgt das ich kurz davor bin einen Mord zu begehen und Nachts nicht schlaft. Scheiße nochmal Gabriel, ich gebe das echt nicht so gern zu aber DU.BIST.MIR.WICHTIG!“ Die letzten Worte hatte er fast geschrien, doch endlich fühlte er sich leichter, endlich war die Last weg und ENDLICH kam Leben in Sylar, der während seiner Ansprache nur stoisch da gesessen hatte.
Und das erste was dieser Spinner tat war grinsen. Er grinste als hätte man ihm so eben verkündet das er die Wahl zu >Americans Next Topmodel< gewonnen hätte.
„Hör auf so dämlich zu grinsen du Spaßt!“
„Du bist wirklich niedlich Peter.“
„Niedlich? Sollte es dir noch nicht aufgefallen sein: die Füchse sind weg!“
„Wenn du jetzt noch sagst das du mich liebst wäre es perfekt.“
„Du bewegst dich auf ganz dünnem Eis mein Lieber.“
„Bekomme ich trotzdem einen Kuss?“
„Träum weiter.“
„Gut dann hole ich ihn mir einfach.“
„Das wirst du n—mh...“ Der Rest des Protestes ging in einem Brummeln unter als sich zwei Lippen auf seine legten und ein paar starke Arme ihn näher zogen. Erst werte er sich, doch schon bald gab er es auf und genoss die Liebkosungen einfach nur.

Um sie herum erklang Applaus und wildes Gekreische. Erst jetzt wurde er sich so richtig bewusst das fast alle ihnen zu gesehen hatten. Einige tauschten unter einander Geldscheine und es war nicht zu übersehen das es sich um Wetteinsätze handelte. Peter wollte schon anfangen zu meckern, doch Sylar umfasste vorsichtig sein Gesicht und hauchte ihm ein Kuss auf die Lippen:
„Kein Wort Peter, lass sie einfach.“
„So etwas aus deinem Mund?“
„Überrasche ich dich?“
„Ja, aber bitte, noch so eine Überraschung und ich kriege einen Herzinfarkt!“
„Nicht mal so ein bisschen?“
„NEIN! Aber wenn du mir etwas gutes tun willst...“
„Was soll ich tun Schatzi?“
„Geh einkaufen!!“



ENDE DES DRAMAS...endlich
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37 Seiten!! Boah alter is das krass *_*
nun gut, das wars nun also, hab ich euch wenigstens etwas amüsiert?
liebe Grüße
Feendrache

PS: Jeah, viele Insiderwitze... sorry nochmal deswegen XD
PSS: gott sind die OoC geworden
PSSS: Gegen Ende regnet es vor Rechtschreibfehlern.. liegt daran das ich 5 Minuten vor 12 (ernsthaft) fertig geworden bin und ich nur einmal kurz drüber gelesen habe,,, vergebt mir
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