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Dead End

GeschichteDrama / P16 / Gen
Brave Starr Tex Hex
12.01.2011
09.02.2011
10
4.795
1
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12.01.2011 437
 

IV


„Steh auf!“
Brave Starr gehorchte. Was blieb ihm auch anderes übrig?
„Ausziehen!“ Tex Hex' Stimme war kälter als Eis und sorgte dafür, dass sich eine kalte Hand um Brave Starrs Herz legte. Furcht.
Die Handschuhe und das zerfetzte Hemd fielen zu Boden, die Stiefel landeten daneben, die gelbe Hose obenauf und – Tex hielt ihn mit einem barschen „Genug!“ davon ab sich auch noch des letzten Stoffstückes zu entledigen.

... Kalt, so kalt. Er klammerte sich an seine kleine, grüne Schmusedecke. Wickelte sich so gut es ging darin ein. Dachte an seine Mama...

Der Marshall drängte die ungewollte Erinnerung gewaltsam zurück in die Tiefen seines Verstandes.
Sein unsteter Blick konzentrierte sich auf die Stiefelspitzen des Desperados.
Schwarze, ausgetretene, aber sehr, sehr saubere Stiefel. Nicht rot und schmutzig.
Und was auch immer Tex ihm antun würde...
Nichts konnte schlimmer sein als Daddy-Hank.

Der Anführer der Carrion Bunch betrachtete sich den Mann vor sich mit einer gewissen Zufriedenheit.
Eine Zufriedenheit, rapide abnahm als er einmal um den fast nackten Marshall herumging und all die alten Narben sah.
Sie waren zwar fast verblichen, aber er selbst kannte sich gut genug mit Narben aus. Zu gut.
Wenn der so aussah, würde körperliche Folter nicht viel ausrichten.
Er brauchte einen anderen Plan.
„Na,“ schnarrte er, „wer hat dich denn als Aschenbecher benutzt, Marshall?“

Brave Starr zuckte zusammen als hätte der Desperado ihn geschlagen.
Er wollte sich nicht daran erinnern. Nein!
Doch Tex Hex war hartnäckig und raunte, sein Messer sachte an die Kehle seines Erzfeindes legend: „Na, kleiner, erzähl's mir. Die Idee gefällt mir nämlich...“

... es tat weh, und es brachte den Jungen zum weinen. Noch lange später. Es brannte noch lange. Viel zu lange ...

Tex wartete, er wusste er hatte einen wunden Punkt getroffen.
Gut.
Und er wusste, er würde noch viele mehr davon treffen, wenn er sich genüsslich nach jeder einzelnen Narbe erkundigen würde.
Er würde seinen Spass haben, ohne sich auch nur die Hände schmutzig zu machen.
„Ich warte...“ ruhig, zu ruhig, „Brave Starr.“

Brave Starr schluckte, wog ab ob er verstockt schweigen sollte, oder ob...
„Daddy-Hank“ platzte es aus ihm heraus. Immer noch mit gesenktem Kopf.
Tex Hex wich einen Schritt zurück, sein Verstand arbeitete fieberhaft:
Daddy-Hank?
Wer bei Stampedes Klauen war Daddy-Hank?
Und diese Narben waren so alt...
Jetzt hatte er erst mal was zu denken, aber einfach so verschwinden konnte er ja wohl auch nicht.
Mit einem Fingerzeig liess er die Uniform verschwinden, versetzte dem Marshall danach eine Ohrfeige das dessen Kopf zur Seite flog und drohte: „Ich komm später wieder, mach es dir nicht zu gemütlich Bastard.“
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