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Playtime's over!

von Koushiro
GeschichteDrama / P12
Megavolt Meister Bananengrips Quackerjack
12.01.2011
12.01.2011
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3.205
 
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12.01.2011 3.205
 
Vorwort: Sehr weitläufig angelehnt an die neue Comic-Reihe 'The duck knight returns'.
Von daher - was ich hier zusammen schreibe stimmt nicht in allen Punkten mit dem Comic überein. Zum Zeitpunkt als ich es geschrieben habe, hatte ich diesen noch nicht gelesen - es GIBT also Punkte, die sich in meiner Story vom Comic unterscheiden.
Nur ein paar vereinzelte Seiten, die mir in die Hände gefallen sind waren eine Inspiration. Der Rest ist zusammengereimt.

Ganz am Rande: Ich benutze hier die Englischen Namen.

Drake = Eddi
Elmo = ... Megavolts richtiger Name, dessen deutscher Name mir nie einfällt

Der Rest dürfte gleich sein.

~ ~ ~ ~ ~


Was war nur aus dieser Stadt geworden?
Seitdem Quackwerks' 'Crimebots' unterwegs waren, konnte man sich als Verbrecher kaum noch nach draußen wagen! Diese Roboter hatten sowohl ihn, als auch die Anderen dazu gezwungen, sich die letzten eineinhalb Jahre über bedeckt zu halten. Abzuwarten, ob sich eines Tages etwas ändern würde. Ob sich irgendwann die Chance dazu bot.
Bis dahin war er dazu verdammt, ein langweiliges Leben zu fristen.

Ein ziemlich verschlafenes und irgendwie niedergeschlagenes „guten Morgen“, riss ihn aus den Gedanken und heraus aus der Arbeit.
So, wie jeden Morgen.
„Du kommst spät“, murrte er seine Kollegen nur an, statt einen Gruß zu erwidern.
So, wie jeden Morgen.

Wie das Leben manchmal so spielte, nicht wahr?
Sie waren zusammen auf der Highschool gewesen, ihre Wege hatten sich lange Jahre getrennt – und nun saßen sie Rücken an Rücken hier um zusammen für Quackwerks zu arbeiten. Nun – die ganze Stadt, alles und jeder, arbeitete für Quackwerks. In den unterschiedlichsten Bereichen.
Aber dass Drake Mallard und er einmal der selben Tätigkeit nachgehen würden...? Während seine rechte Hand nach der Batterie griff die neben seinem Computer lag, um damit zu spielen, musterte er seinen Arbeitskollegen. Der war ja fast ein noch größerer Verliere als er selbst.
Während dieser eifrig (wie jeden Tag) über irgendetwas lamentierte, verdrehte er selbst nur die Augen. „Hilf mir lieber, statt zu motzen“, schmetterte er ihm entgegen – ebenso wie einen dicken Stapel Blätter. Genervt warf er Drake einen weiteren Blick zu, während sein Daumen über die Spitze der Batterie rieb, ein wenig Funken schlug. Nicht, dass das seinen Gesprächspartner beeindrucken würde. Aber es half ihm, sich etwas abzuregen.
„Schieb deinen Bürzel schon zur Kaffeemaschine! In zwei Stunden muss der Mist erledigt sein!“
Ehe Drake keinen Kaffee intus hatte, war er ohnehin zu nichts zu gebrauchen.
„Ja.... ich bin gleich da.... Elmo“, kam es ziemlich schleppend, aber eben so wie immer, von Drake, ehe er sich auf den Weg machte, um sich Kaffee zu besorgen.

Ohne nun allerdings selbst mit der Arbeit anzufangen, starrte er selbst nur auf die leichte Spiegelung des Computerbildschirms und betrachtete sich dabei. Ein wirres, braunes, Büschel Haare stand in alle Richtungen ab, das gelbe Hemd war ungebügelt und er wusste, dass nur die rechte Seite ordnungsgemäß in der Hose steckte. Ein wenig lose hing die blaue Krawatte um seinen Hals und bestärkte eher noch das Bild eines etwas schlampigen, irgendwie leicht verwirrten Arbeitnehmers.
Etwas, das er war und gleichzeitig doch nicht.

Hin und wieder fragte Elmo sich, was die Anderen so trieben. Insbesondere… Quackerjack. Zu diesem hatte er stets die engste Bindung gehabt.
Sie hatten einander vertrauen können, obwohl sie doch eigentlich auf der Seite der Bösen gestanden hatten.
Saß Megavolt in der Patsche, so half ihm Quackerjack. Und umgekehrt. Wie
oft hatten sie zusammen ein paar verrückte Pläne ausgeheckt…? Es hatte jedes Mal Spaß gemacht. Mit dem verrückten Spielmacher an seiner Seite hatte er nie Zeit gehabt, Trübsal zu blasen und darüber nachzudenken, dass er immer ein Verlierer-Typ gewesen war, der stets gehänselt, schikaniert und gemobbt worden war.
Nun aber saß er hinter einem Schreibtisch fest und fristete sein Dasein. Kein Quackerjack war mehr hier, der sein Leben ein wenig aufpolierte.
„Auch Kaffee...?“ Nur Drake, der ihn schon wieder aus seinen Gedanken riss. „Nein...“
Wie so oft, während er Drake dabei beobachtete, wie dieser seinen Kaffee schlürfte, musste er feststellen, wie sehr Quackerjack ihm fehlte. Er würde nun sicher Stimmung in dieses Großraumbüro bringen! Ein paar Scherzgebisse hier, ein tobender Teddybär da...
Er drängte den Gedanken beiseite, wusste er ja noch nicht einmal, was der Andere gerade so tat, ob er sich überhaupt noch in dieser Stadt aufhielt!
„Fangen wir endlich an.“

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Kurz nach fünf befand sich Elmo auf dem Heimweg. Durch die immerzu fließende Energie in seinem Körper machte er sich nicht einmal die Mühe, sich eine Jacke über zu ziehen. Kalt war ihm nicht. Und die Nacht war lau.
Leise murrend kickte er ein Steinchen zu seinen Füßen vorwärts, verzichtete dabei aber nicht auf Selbstgespräche. „Wenn wenigstens einer der Anderen auftauchen würde...! Diese dämlichen Crimebots.“ Er warf einem davon einen bösen Blick zu, drei zogen an ihm auf der Straße vorüber, als er gerade in eine Seitenstraße abbog. Hier war es zwar relativ dunkel, aber er sparte sich eine gute Viertelstunde Fußweg. Andernfalls würde er den Weg nicht in Kauf nehmen – Elmo hasste Dunkelheit.
Behutsam fischte er aus seiner Hemdtasche eine Glühbirne hervor, drückte diese leicht an seine Wange. „Du magst es auch nicht, wenn es dunkel ist, stimmts, mein kleines Glühbirnchen..? Aber gleich-“
Ein Knacken war zu hören und wie erstarrt blieb Elmo stehen. „Hallo...?“, rief er unsicher in die Dunkelheit – ehe er sich gleich über sich selbst ärgerte. Wovor hatte er Angst? Er war doch der Schurke! Er hatte Superkräfte! Aber wer wusste schon, was da lauerte...?

„Du hast wohl Recht...“, setzte er das Gespräch mit seiner Glühbirne fort. „Da ist sicher nichts, ich bin wohl nur überarbeitet.“ Oder unterfordert. Ein Genie wie er... und eintönige Büroarbeit vertrug sich eben nicht gut.
Wieder ein Knacken, dann Schritte. „Hallo...?“ Dieses Mal war Elmos Stimme schon sehr viel unsicherer. Zu Recht.
Er spürte, wie sich etwas um seine Füße schlang, wie er hart zu Boden schlug. Einen Moment später wurde alles schwarz um ihn herum.
Während er über den Boden weg geschleift wurde, blieb nur eine einsame Glühbirne auf dem Boden zurück.


Als Elmo in einem dunklen Raum zu sich kam, spürte er, wie seine Handgelenke und seine Arme schmerzten, sein Kopf brummte. Was war passiert...? War er niedergeschlagen und entführt worden?! Wer in aller Welt wagte sich das denn, während die Crimebots durch die Straßen patrouillierten?!  
Es dauerte einen Moment, bis ihm bewusst wurde, dass er sich nicht einmal rühren konnte, dass seine Arme hinter seinem Rücken und er auf einen Stuhl gefesselt war.
Was für eine verdammte Dreistigkeit!
Ein wenig konfus und gleichzeitig ärgerlich sah er sich um, konnte irgendwo hinter sich federnde Schritte wahr nehmen. Schritte, die ihm nur zu bekannt vorkamen.
Dann ein Plätschern. Und da war… noch etwas. Ein Geräusch, das er nicht zuordnen konnte, ihm aber doch seltsam vertraut erschien.

Er drehte sich so gut es ging herum, um seine Entführer ansehen zu können. Wer zum Henker sollte denn auch bitte einen langweiligen Büroangestellten wie ihn entführen?!
Es wusste doch keiner, wer er wirklich war, dass er Megavolt war!
Oder?
Und selbst wen, wer sollte bitte einen Superschurken entführen und warum?!

Als er die drei Gestalten hinter sich erspähte, stockte Elmo allerdings der Atem. „Liqudator…?!  Bushroot…?!“
Sein Blick fiel auf die bösartig grinsende, dritte Person im Bunde, die sich in der Mitte der anderen zwei und direkt über ihm aufgebaut hatte.  
Quackerjack?!“
Unangenehm zog sich sein Innerstes zusammen. Was wollten die drei von ihm…? Heute morgen noch hatte er sich zwar gewünscht etwas von seinem Freund zu hören, zu wissen was er so trieb – aber auf diese Art und Weise hatte er das nicht gewollt!

Und seltsamerweise war da nicht mehr dieses Gefühl von Vertrautheit, wenn er Quackerjack ansah. Etwas schien sich grundlegend verändert zu haben. Es war zwar nur ein Gefühl, aber sein Gefühl hatte ihn bisher selten betrogen.
Was hatte Quackerjack die letzten eineinhalb Jahre getrieben? Was war ihm widerfahren?

Über die Jahre hinweg war dieser verrückte Kerl sein bester Freund geworden. Nicht, dass sie noch viel Kontakt gehabt hätten, nachdem er sein Dasein als Superschurke aufgegeben hatte.
Dennoch konnte er spüren, dass mit Quackerjack etwas nicht mehr so war wie früher.
Früher, als sie ein Team gewesen waren.

„Es ist Zeit, alle wieder zusammen zu bringen! Zeit, ein bisschen Unfrieden zu stiften und Quackwerks zu zeigen, wer hier das Sagen hat!“
Nur entfernt vernahm er, was Quackerjack sagte. Zu verwirrt war er.
Da war wieder so ein winziges bisschen Besorgnis. Immer wenn sie eine Aktion gestartet hatten, dann hatte er von dem verrückten Spaßmacher den gleichen Satz zu hören bekommen.
Aber nun? War die Zeit zum spielen vorbei...?

~ ~ ~ ~ ~

Je länger er mit den anderen drei unterwegs war, umso mehr wurde ihm bewusst, dass keiner sich sonderlich verändert zu haben schien. Nun ja – vielleicht waren der Liquidator, Bushroot und er selbst ein wenig verbittert geworden über die Jahre hinweg. Kein Wunder, keiner war einer kriminellen Tätigkeit nachgegangen, sie alle hatten ihr Päckchen zu tragen gehabt, sich unter den Augen der Crimebots zu verbergen gewusst.
Aber Quackerjack…? Er hatte fast eine 180° Drehung vollführt! Aus dem fast immerzu gut gelaunten Spaßmacher war nun etwas wirklich erschreckend Gefährliches geworden, wie Elmo feststellen musste. Er war schon früher psychisch irgendwie nicht ganz in Ordnung gewesen. Aber nun war er vollkommen ... geisteskrank, wie Elmo feststellen musste.


Die Finsternis hatte sich lange schon über die Stadt gelegt und während sie in ein Lagerhaus einstiegen, fragte sich Elmo kurz, wie lange er bewusstlos gewesen war. Wohl nicht sonderlich lange, da der Mond noch immer hoch am Himmel stand und die Nacht jung zu sein schien.
Er fragte gar nicht erst nach, warum sie hier eingestiegen waren. Was sie vor hatten. Als sie aber drin waren und der Vollmond durch das riesige Fenster hinter ihnen schien, die hohen Regale beleuchtete, runzelte Elmo die Stirn, wandte den Blick herum zu Quackerjack.
„Das ist doch Quackwerks' Spielzeug Warenhaus...!“ Warum zum Kuckuck stiegen sie in Lagerhaus ein, das Spielzeug beherbergte?!

Ach ja. Quackerjack schien sich dann doch nicht so viel zu verändert haben. Wer sonst kam auf so eine Idee?
„Du hast Recht, Volti!“ Für einen kurzen Moment wirkte der Clown wieder genauso wie früher, überdreht und nicht ganz richtig im Kopf. „Nachdem uns die Crimebots allen Spaß genommen haben, habe ich hier gearbeitet!“ Nachdenklich runzelte Elmo die Stirn bei diesen Worten. „Klingt so, als ob du nicht mehr-“ Abrupt wurde er unterbrochen, als Quackerjack ihm nicht einmal zuhörte. Typisch.
„Aber sie haben mein Genie völlig verkannt, ich war nicht mehr als ein Angestellter! Aber sie werden sehen, was sie davon haben, wenn ich erst mein neuestes Spielzeug hier lassen werde!“ Er hielt eine Miniaturausgabe von sich hoch, schien völlig begeistert.
Scheinbar wussten aber der Liquidator und Bushroot mehr als Elmo – denn auch deren Lippen trug ein Grinsen zur Schau.
„Du Spinner!“, unterbrach er seinen ehemaligen besten Freund wieder. Dieses Mal konsequenter. Er trat einen Schritt auf ihn zu, knurrte. „Wer will schon Spielzeug kaufen, das aussieht wie du?!“
Seltsamerweise grinste Quackerjack nur daraufhin, zog die Puppe wieder an sich, hielt sie ganz fest. „Oh, die Kinder sollen nicht damit spielen, Volti.“ Ein Schatten legte sich über seine Züge. Da war es wieder. Das, was Elmo solche Angst machte. Dieser Wahn. Dieser geisteskranke Zug an Quackerjack, der so neu war.
„Die sind dazu da, um Gebäude in die Luft zu jagen.“

Sprachlos schluckte Elmo, verbiss sich jeden Kommentar. Nicht, dass er es nicht gewohnt war, Dinge in die Luft zu jagen. Er war ein Superschurke und durchaus kaltblütig genug, um das zu tun. Es machte ihm nur irgendwie Angst, dass Quackerjack das gerade gesagt hatte.
„Gebäude... in die Luft... jagen...?“
Er spürte, wie ihm Quackerjack den Arm um die Schultern legte, die Puppe in einem der Regale ablegte. „Ganz genau. Gehen wir.“

Eindeutig, spätestens jetzt war sich Elmo sicher: die Zeit zum spielen war vorüber. Endgültig. Man konnte nicht sagen, dass Quackerjack erwachsen geworden war, aber etwas in ihm hatte sich spürbar verändert.
Die Frage war, ob das gut oder schlecht war.

~ ~ ~ ~ ~


Nach außen hin gab er, Megavolt, an, sich der Gruppe wieder anzuschließen.
Weil ihm das Leben als normaler Bürger zu langweilig geworden war. Und, weil er auf diese Chance lange gewartet hatte. Zusammen mit den anderen dreien hatte er eine Chance. Sie alle waren verkannte Genies und super-stark! Gemeinsam kamen sie gegen diese Crimebots an, die die Stadt regierten. Und würden daraus endlich wieder ihre persönliche Spielwiese machen.
Einmal ein Superschurke, immer ein Superschurke, nicht wahr?

Eigentlich aber fühlte er da noch etwas. Es gab noch einen Grund, warum er Quackerjacks Angebot gar nicht ausschlagen konnte.
Nun, da er wieder die Chance hatte, wollte er sie sich nicht entgehen lassen. Die Zeit in der er mit Quackerjack ein Team gewesen war, war die Lustigste seines gesamten Lebens gewesen.
Damals in der Schule war er ein Außenseiter gewesen, ein Physik-Streber, mit dem niemand etwas zu tun haben wollte.
Quackerjack dagegen hatte ihm das Gefühl gegeben, dass sie Freunde waren. Dass er etwas wert war. Neben ihm war er immer gleichberechtigt gewesen.
Naja – meistens zumindest, wenn es nicht gerade um Abstimmungen ging und Quackerjack dabei Mr. Bananabrain mit einbezogen hatte.
Gemeinsam hatten sie die Stadt verwüstet – sich verkleidet! Als Cowboy und Indianer. Als Piraten. Als Clowns. Das Theater hatten sie unsicher gemacht. Und anschließend fast die Stadt nieder gebrannt. Während ihr Plan mit einer Erfindung, die die Bürger schlicht stressfrei und ruhig machte, fürchterlich schief ging.
Aber es hatte Spaß gemacht.
Sie waren sogar gemeinsam in der Zukunft gewesen – und hatten versehentlich dafür gesorgt, dass Darkwing Duck völlig durchzudrehen schien, nur, weil sie seine Ziehtochter versehentlich mitgenommen hatte. Und nur, weil sie das Gefährt falsch geparkt hatten, hatte man sie ins Gefängnis geworfen. Noch dort war ihm Quackerjack böse gewesen und hatte sich geweigert mit ihm zu sprechen. Nun ja – zumindest durch Mr. Bananabrain hatte er mit ihm gesprochen. So schlimm war es also nicht gewesen.

Er erinnerte sich daran, wie ihm Quackerjack einmal einen saftigen Schock mit einem dieser Handschocker gegeben hatte. Einfach aus Spaß, so war er eben.
Er hatte es zurück bekommen. Allerdings vielleicht ein bisschen zu heftig. Doch es hatte sie beide nicht gestört. Gleich darauf hatten sie sich wieder umarmt und darüber gelacht.
Wie richtige Freunde eben… sie waren ein... elektrisierendes Team gewesen.

Was aber war nun aus seinem besten Freund geworden…?

~ ~ ~ ~ ~

Gemeinsam standen sie vier Crimebots gegenüber. Und endlich konnte Megavolt all die angestaute Energie der vielen vorangegangenen Monate los werden!
„Identifziert: Die fürchterlichen Fünf. Abwesend: Ihr Anführer, Fisoduck.“
Die blecherne Stimme des Roboters schepperte in seinen Ohren, stimmte Megavolt für einen Moment nachdenklich. Der Crimebot hatte recht. Warum war es Quackerjack und nicht Fisoduck gewesen, der sie wieder zusammen geführt hatte? Und wo war er?

Scheinbar spielte das aber gerade keine Rolle.
Er spürte, wie jemand zu seiner rechten sich löste. Quackerjack.
„Was zum...?!“ Wie erstarrt stand er da, zu seiner linken der Liquidator, zu seiner rechten Bushroot. Und sie sahen einfach nur zu, wie der Vierte im Bunde sich auf die vier Crimebots stürzte, völlig von Sinnen auf diese einschlug und mit den bloßen Händen Drähte heraus riss. „Erwähnt – nie – wieder – diesen – Namen!“
Nur langsam lösten sich zumindest Bushroot und der Liquidator aus ihrer Starre und machten sich über die leicht angeschlagenen Roboter her. Dabei übertönte noch immer Quackerjacks Stimme alles. Sogar die piepsende, fast hilflose Stimme der Crimebots die sie darüber informierten, dass was gerade alles an ihnen ausfiel. Genau genommen alles. Denn keiner ließ an den Robotern etwas übrig
Quackerjack gab erst Ruhe, als sich zu seinen Füßen nur noch ein Haufen Schrott befand.

Mit großen Augen standen der Liquidator, Bushroot und Megavolt nur da und blickten auf den atemlosen Spaßmacher, der ihnen den Rücken gekehrt hatte.
Seinen Worten nach zu urteilen… hatte nur die Erwähnung eines einfachen Namens ausgereicht, um ihn so durchdrehen zu lassen. Verrückt.  
Megavolt konnte sich nicht erinnern, dass sein Freund jemals so psychisch labil gewesen war.

„Ist alles in Ordnung, Quackerjack…?“ Es war Bushroot, der nachhakte. Kein Wunder. Er selbst und der Liquidator hatten die Sprache noch nicht wieder erlangt. Und Bushroot war ja doch meist darum bemüht, den Frieden zu wahren. Zumindest untereinander. War da nicht vielleicht gerade auch ein winziger Funke dazu gegeben, dass sich Quackerjack in Richtung Fisoduck entwickeln könnte...? Es war viel angenehmer, wenn sie alle vier gleichberechtigt waren. Und nicht wie damals, als Fisoduck sie herum schubste...!

Dennoch erschreckend war das Bild der völlig zerfetzten Roboter vor ihnen und einem schwer atmenden Quackerjack, der sich über den Teilen aufgebaut hatte, noch immer nicht gewillt schien, sich zu ihnen herum zu drehen.
Einen Augenblick später grinste er aber schon wieder breit und wandte sich ihnen abrupt zu, hielt dabei etwas in die Höhe, das in kürzester Zeit aus den verschrotteten Teilen der Roboter zusammen gebaut war – und in etwa so groß war wie Quackerjacks geliebter Mr. Bananabrain.
„Natürlich ist alles in Ordnung!“, verkündete er, ein breites Grinsen zierte noch immer seine Lippen.
Aber Megavolt wusste nicht, ob es gut oder schlecht war.
„Ich bin mit einem alten Freund wieder vereint! Er wurde mir genommen und jetzt ist er wieder zurück!“, verkündete er. So, als wäre das ganz selbstverständlich. Und die volle Erklärung für sein Verhalten eben.

Zu diesem Zeitpunkt begann Megavolt langsam zu verstehen, was seinem Freund so sehr den Verstand geraubt haben musste.
Schon zuvor hatte er nirgendwo die geliebte Puppe des verrückten Spielmachers entdecken können. Dabei hatte er doch immer so an Mr. Bananabrain gehangen…! Und ließ kaum einen Moment aus, in dem er kein Gespräch mit diesem führen konnte. Beziehungsweise Selbstgespräch… ihm war ja nie der leichte Hang zur Persönlichkeitsspaltung bei Quackerjack entgangen, die dieser durch diese Puppe auszudrücken schien.

Aber seit sie sich wieder getroffen hatten vor einigen Stunden, hatte Quackerjack nirgendwo die Puppe hervor gezogen. Nicht ein einziges Mal. Das war ein persönlicher Rekord für ihn. Gewöhnlich hielt er es keine Stunde lang ohne die Bananen-Puppe mit dem verrückten Grinsen aus.

Sie war ihm also genommen worden.
Weg.  
Kaputt?
Zerstört?


Megavolt konnte sich nur entfernt vorstellen, wie schwer das an Quackerjacks Psyche genagt haben musste. Immerhin hatte dieser ihm davon erzählt, wie die Puppe einmal von einem kranken Monster aus einer Spielzeugdose besessen gewesen war. Und doch hatte es der Spaßmacher nicht fertig gebracht, seine über alles geliebte Puppe zu zerstören. Er hing nun einmal sehr daran. Megavolt wusste bis heute nicht, woher er sie hatte, ob er sie selbst zusammen gebastelt hatte und was daran für Erinnerungen hingen.

Und mit einem Mal spürte er selbst Hass in sich aufsteigen.
Hass auf die Person, die Quackerjack mit dieser Handlung, der Hinfortnahme seines Mr. Bananabrain, so furchtbar verletzt haben musste, ihn psychisch fast zerstört und einen komplett anderen Menschen aus ihm gemacht hatte.

Nur eine Weile lang fragte er sich, ob Quackerjack ähnlich reagiert hätte, wenn ihm, Megavolt etwas zugestoßen wäre.
Sein bester Freund… sein Quackie… der nun nicht mehr zu existieren schien.

Aber Zeiten änderten sich nun einmal.
Und man konnte nie wieder dort anknüpfen, wenn sie erst vorüber war.
Vor allem war aber die Zeit zum spielen nun vorbei. Und es war Zeit für eine Rückkehr der nun fürchterlichen Vier!
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