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Schattengeküsste Gefährtin

von Guardian
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway
10.01.2011
06.04.2011
27
51.161
5
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10.01.2011 914
 
Der Rauch strömte in die Nacht hinaus und vermischte sich mit den Dunstwolken seines Atems. Der Geruch von Nelken war allgegenwärtig. Adrian nahm einen weiteren tiefen Zug und genoss für einen Moment den Geschmack der Zigarette, bevor er den Rauch wieder ausstieß. Lässig lehnte er an dem Geländer der weitläufigen Terrasse und starrte in den nächtlichen Himmel. Es war dunkel heute Nacht. Nur das Licht aus der Skihütte drang nach draußen und erhellte den vorderen Bereich der Terrasse.
Mit einem Lächeln dachte er an das letzte Mal zurück, als er hier gestanden hatte. Als er Rose kennengelernt hatte. Dieses Dhampirmädchen hatte es ihm angetan. Rose. Adrian ließ ihren Namen durch seinen Kopf spuken, betonte ihn immer wieder anders. Doch egal wie, es hörte sich immer … verlockend an. Er hoffte auf ein baldiges Wiedersehen.

Ein weiteres Mal inhalierte er den Zigarettenrauch und schickte ihn in einer langen Wolke gen Himmel. Achtlos ließ er den Zigarettenstummel fallen und drückte ihn mit seinem Fuß aus. Dann machte er sich auf den Weg in die Skihütte. Seine Mutter würde es nicht gutheißen, wenn er zu spät zum Essen kam. Auch wenn ihn das wenig kümmerte. Eigentlich hatte er keine Lust auf ein weiteres dieser Abendessen, aber dieses Mal würde die Königin selbst anwesend sein. Und er konnte kaum den Wunsch seiner Tante abschlagen. Sie hatte explizit nach ihm gefragt. Es hatte ihn schon etwas misstrauisch gemacht, aber gleich danach hatte er sich gefragt, warum sie auch nicht nach ihm hätte fragen sollen. Immerhin war er ihr Lieblingsneffe.
Adrian beschleunigte seine Schritte geringfügig. Und schließlich kam er in den Wohnbereich der königlichen Moroi. Er lächelte den hübschen Moroi-Frauen zu, die ihm entgegenkamen und scheinbar auf dem Weg zu einer anderen Party waren. Nur zu gerne hätte er sich ihnen angeschlossen.
Dann war er auch schon vor der Tür zu den Räumen seiner Eltern angekommen.

Als hätte man seine Ankunft beobachtet, wurde schon die Tür geöffnet. Ein junges Dhampirmädchen neigte den Kopf und begrüßte ihn: „Willkommen, junger Lord. Eure Eltern erwarten Euch bereits.“
Adrian schenkte ihr ein strahlendes Lächeln und zwinkerte ihr zu, was sie sofort erröten ließ, dann trat er an ihr vorbei in die große Vorhalle.
„Adrian. Da bist du ja endlich.“ Seine Mutter kam auf ihn zu. Als sie vor ihm stand, rümpfte sie leicht die Nase. „Hast du schon wieder geraucht?“
„Es sind meine Lungen, Mum“, erwiderte Adrian achselzuckend und ging durch die Tür hinter ihr ins Esszimmer. Der lange Tisch war bereits gedeckt. Weiße Rosen standen in einer Vase auf dem Tisch, einige Blütenblätter lagen verteilt auf der roten Tischdecke. Ein starker, aber passender Kontrast. Sein Vater saß bereits am Tisch. Er hatte nur ein kurzes Nicken für ihn übrig. Dann setzte sich Adrian neben ihn.

„Wer kommt noch, außer Tante Tatiana?“, wollte er wissen und lehnte sich gelangweilt zurück.
„Niemand. Tatiana möchte etwas mit uns besprechen“, entgegnete seine Mutter mit neutralem Gesichtsausdruck. Adrian wusste, dass auch sie neugierig war. Er wollte schon etwas sagen, als sie das Öffnen und Schließen der Tür vernahmen.
Adrian und sein Vater erhoben sich und alle drei wandten sie sich der Tür zu, durch die nun Königin Tatiana Ivashkov schritt; gefolgt von drei Wächtern, die sofort an unterschiedlichen Stellen im Raum Stellung bezogen.

„Tantchen“, begrüßte Adrian sie mit einem Lächeln.
„Es ist schön, dass du die Zeit gefunden hast, um herzukommen“, sagte sie mit der ihr eigenen Distanz in der Stimme. Adrian verbeugte sich leicht. Aus den Augenwinkeln sah er, wie seine Mutter missbilligend die Stirn runzelte und in seiner Geste Spott vermutete.
„Für dich finde ich immer Zeit“, meinte Adrian achselzuckend. Dies entlockte Tatiana ein kleines und kurzes Lächeln.
„Daniella. Nathan“, begrüßte sie auch noch seine Eltern und setzte sich an das Kopfende des Tisches. Adrian und seine Eltern taten es ihr nach und nahmen wieder ihre Plätze ein. Sofort wurde ihnen Salat gebracht. Als die Diener, die diesen gebracht hatten, wieder verschwunden waren, erhob Tatiana die Stimme und hatte sofort die volle Aufmerksamkeit auf sich: „Ich komme gleich auf den Grund meines Besuches zu sprechen. Ich habe noch eine andere Unterredung, die sich nicht verschieben lässt.“

Ihr Blick wanderte zu Adrian und fixierte ihn. Adrian fühlte sich mit einem Mal etwas unbehaglich. Er fragte sich, was sie wohl wollte. Er bekam sogleich die Antwort. Die Königin redete nie um den Brei herum, sondern kam immer gleich auf den Punkt. So auch heute. „Ich habe eine Auswahl an Wächtern für dich zusammengestellt. Du wirst mindestens einen von ihnen auswählen.“ Ihre Stimme duldete keinen Widerspruch.

Adrian erstarrte. Er hatte bisher nie einen persönlichen Wächter gebraucht. Warum sollte sich das nun ändern? Er war immer gut ohne zu Recht gekommen. Und wenn er ehrlich war, war ihm dies auch so viel lieber. Er mochte es nicht, wenn er ständig überwacht wurde. Er wollte schon zu einem Protest ansetzen, doch seine Tante schnitt ihm bereits vorher das Wort ab, indem sie sich erhob und sagte: „Ich muss nun gehen. Ich erwarte dich morgen Mittag in meinen privaten Räumen. Dann werden wir gemeinsam deine mögliche Wahl durchgehen.“ Sie nickte noch einmal jedem zum Abschied zu und rauschte dann hinaus. Ihre Wächter folgten ihr. Erst als sie das leise Klacken der zufallenden Tür hörten, löste sich ihre Starre.

„Ich brauche keinen Wächter“, protestierte Adrian und griff genervt nach seiner Zigarettenpackung. Schon hatte er sich eine seiner Nelkenzigaretten angesteckt.
„Du wirst tun, was sie sagt“, sagte seine Mutter entschlossen. Adrian begegnete ihrem Blick und seufzte. Er würde aus dieser Sache nicht rauskommen.
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