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Moments of Immortality (Fragmente)

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Carlisle Cullen Esme Cullen
07.01.2011
09.01.2022
89
149.974
11
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205 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
10.01.2019 3.603
 
Diese Idee entstammt tatsächlich wieder BD. Was für ein inspirativer Film! Als mir diese Idee kam, hab ich ihn zusammen mit Renata de Winter Anfang Dezember gesehen und bei einer gewissen Szene, kam dann diese Idee. Während des Schreibens stand sie mir auch mit Ideen zur Seite. Danke <3




Familienfehden




Die größte Hochzeitsparty, welche Forks jemals gesehen hatte, war in vollem Gange. Edward Anthony Cullen hatte Isabella Marie Swan geheiratet und das war das Ereignis des Jahres. Niemand hätte anfangs gedacht, dass Bella und Edward überhaupt zueinander finden würden, die beide gegensätzlicher nicht hätten sein können. Aber wie hieß es so schön: Gegensätze ziehen sich an. Und jeder der heute hier im Garten der Cullens Anwesenden, gönnte den beiden das Glück.

Die Trauung war vollzogen,  nicht sehr tränenreich, wenn man bedachte, dass auf einen Sterblichen etwa ein Vampir kam, schaute man sich die Gästeliste genauer an. Aber es waren doch einige Gäste anwesend, welche, nachdem das Brautpaar mit einem Tanz die Tanzfläche eröffnet hatte, sich nun auf dieser austoben konnten. Alice und Jasper hatten die Gelegenheit gleich genutzt und wurden von Bellas Schulfreunden mit neidischen Blicken bedacht. Auch Emmett und Rosalie gesellten sich bald dazu. Und irgendwann hielt es niemanden mehr so recht auf seinem Platz. Die Band war voll in ihrem Element und die Stimmung fröhlich und entspannt.

Das Brautpaar selbst hatte sich etwas abseits des Trubels zurückgezogen, um mit dem einen oder anderen Gast zu plaudern und ihnen allen noch einmal persönlich für ihr Erscheinen und die Geschenke zu danken. Die Gratulanten standen Schlange, um dem Brautpaar ihre Glückwünsche zu übermitteln. Die Denalis waren als nächste an der Reihe.

Eleazar umarmte Edward freundschaftlich und auch Bella wurde in eine herzliche Umarmung gezogen, gehörte sie doch jetzt offiziell zur Familie. Carmen ließ es sich nicht nehmen, ihr einen Kuss auf die Wange zu hauchen. „Willkommen in der Familie Bella und alles Gute euch beiden.“

„Vielen Dank. Es freut uns sehr, dass ihr heute hier seid.“

Tanya und Kate schlossen sich ihren Eltern an. Nur Irina hielt sich im Hintergrund. Ein warnender Blick von Eleazar streifte sie, den sie gekonnt ignorierte und der Edward nicht verborgen blieb. Schon den gesamten Tag über verhielt sie sich reserviert, was Edward ebenfalls mitbekommen hatte. Immer noch war sie nicht über den Verlust von Laurent hinweg, der vor nicht einmal zwei Jahren zusammen mit Victoria und James Jagd auf Bella gemacht hatte. Niemand der damals Anwesenden hatte diesen Vorfall vergessen. Offensichtlich hatte diese Beziehung das Potenzial gehabt, Gefährten fürs Leben zu schaffen. Nur in letzter Sekunde hatte man Bella damals aus Victorias und James Fängen retten können.

Ihr Blick war auf einen Punkt in der Ferne fixiert und sie wirkte angespannt. Sehr untypisch für eine Hochzeit, wo man doch ausgelassen feiern sollte. Edward sah ihre Gedanken und die Rachegelüste, welche sie immer noch gegen die Quileute hegte und das gefiel ihm so gar nicht. Passten diese doch ganz sicher nicht auf eine Hochzeit.

Nur am Rande nahm er wahr, wie Alice und Jasper ihren Tanz beendeten. Seine Schwester ahnte sicher, was Irina vorhatte und wollte einschreiten, bevor es eskalierte. Aufsehen war das Letzte, was sie hier heute gebrauchen konnten.

Irina machte immer noch keine Anstalten, ihre Glückwünsche übermitteln zu wollen. „Was tun sie hier?“

„Irina, benimm dich!“ Eleazars Tadel ignorierte sie erneut und rümpfte ihre Nase.

„Sie haben einen von denen eingeladen!“ Irina warf einen bösen Blick in Richtung von Billy Black, der zusammen mit Charlie und Seth etwas abseits saß und sich unterhielt.

„Sie sind ebenso unsere Gäste, wie ihr es seid“, erwiderte Edward ruhig. Vielleicht schaffte er es, noch mit Worten zu Irina durchzudringen, und sie von einem Racheakt abzuhalten. Eine Auseinandersetzung konnte er heute absolut nicht gebrauchen. Doch die Tochter der Denalis war taub für seine Worte.

„Sie haben Laurent getötet! Ich sollte ihn töten! Er hat es nicht verdient frei herumzulaufen, während ich immer noch leiden muss!“

„Irina!“ Eleazar grollte und bedachte Irina mit einem warnenden Blick, der sie nicht zu beeindrucken schien. Bella blickte unsicher zwischen ihren Gästen und Edward hin und her. Sie kannte die Gefahr, welche von einem  wütenden Vampir ausging und Eleazar, dessen ruhiges Gemüt sie sehr schätzte, ängstigte sie. Auch kannte sie Irina zu wenig, um einschätzen zu können, wie sie reagierte. „Das hier ist eine Hochzeit und kein Ort, um Vergeltung zu üben. Und nun wäre es an der Zeit, deine Glückwünsche zu übermitteln. Es ist schon unhöflich genug, dass man dich darum bitten muss. Edward und Bella haben sicher noch andere Verpflichtungen.“ Wieder war es Eleazar, der versuchte, zu Irina durchzudringen und die Stimmung zu besänftigen. Auch ihm war nicht an Aufmerksamkeit gelegen. Sie waren alle hier, um sich zu amüsieren, nicht, um Fehden auszutragen.

Die Freundschaft zwischen ihm und Carlisle bestand schon seit einigen Hunderten von Jahren und hatte einige Krisen überdauert. Es wäre schade, das wieder so gute Verhältnis zwischen ihnen hier und heute erneut zu gefährden. Lange hatte es gedauert, bis sie ihren letzten Disput einander wieder verziehen hatten. Und Eleazar war es lieber, wenn es erst gar nicht erneut zu solch einer Situation kam.

„Lass sie Eleazar.“ Edward war es nicht wichtig, ob Irina ihnen gratulierte, oder nicht. Solange sie sich beruhigte, verzichtete er auf ihre Glückwünsche, die sicher nicht von Herzen kamen und von daher konnte er auch gut darauf verzichten.

„Das kann ich nicht!“

Der Denali hatte seine Tochter am Arm gepackt, die sich nun gegen den festen Griff wehrte und unverwandt in Richtung der Rudelmitglieder blickte. Billy und Seth hatten sich ihnen ebenfalls zugewandt. Offensichtlich wusste der Ältere der beiden, was im Kopf der Unsterblichen vor sich ging und setzte ein provozierendes Lächeln auf. Edward gefiel die Lage nicht, die zunehmen bedrohlicher zu werden schien. Und die Gedanken, welche Billy durch den Kopf gingen, waren auch nicht zu begrüßen.

Alice und Jasper kamen näher, um ebenfalls einzugreifen, sollte es erforderlich werden. Noch waren viele der Gäste auf der Tanzfläche und niemand schenkte der Gruppe um das Brautpaar Aufmerksamkeit. Die Band spielte und übertönte die wütenden und beschwichtigenden Stimmen. Auch Carmen sprach jetzt auf Irina ein und versuchte, sie zu beruhigen. Es war nur eine Sekunde, in welcher Edward ihre Gedanken entging. Eine Sekunde, die Eleazar zu Carmen schaute und nicht mitbekam, dass Irina ihre Körperhaltung änderte.

Sie entriss sich dem Griff und rannte in Richtung der Rudelmitglieder der Quileute. Seht knurrte und blieb stehen, während Billy einen lauten Pfiff ausstieß und sich weitere Quileute näherten. Stühle flogen, ein Angestellter stolperte und fiel mit einem Tablet voller Sektgläser zu Boden.  Erschrocken schauten sich die anwesenden Gäste um.



***




Seth sah die Vampirin kommen und es war nur ein Bruchteil einer Sekunde, ehe er als ausgewachsener Wolf vor ihr stand. Es war nun einmal seine Natur, sich gegen die kalten Geschöpfe zur Wehr zu setzen und so lange war er noch nicht Mitglied des Rudels, als dass er eine gute Selbstbeherrschung sein Eigen nennen konnte.

Die Schreie von den weiblichen überwiegend menschlichen Gästen, welche in seinen Ohren schmerzten, ignorierte er. Die Vampirin war der Feind, ihr sollte er nun seine gesamte Aufmerksamkeit widmen und niemandem sonst.

Irina war stehen geblieben und zeigte sich in ihrer ganzen gefährlichen Schönheit. Ihre dunklen Augen blitzten und ihre Hände waren angespannt. Bereit, sich in das Fell des Wolfes zu krallen und ihn zu Fall zu bringen.

„IRINA!“

Der Schrei, ausgestoßen von einer dunkelhaarigen Vampirin hallte in seinen Ohren nach. Sein Fell war gesträubt und drohend langsam schritt er auf die hellblonde Vampirin zu, die ihn knurrend mit ihrem Blick fixierte. Sie war etwas in die Knie gegangen.  Dass ihr schönes Kleid dabei mit dem Boden in Berührung kam, interessierte sie nicht und auch Seth war dies gleichgültig. Er wollte nicht angreifen, sondern sich nur verteidigen, wenn sie selbst einen Versuch des Angriffs wagte. Im Augenblick interessierte ihn der Vertrag, welcher vor Hunderten von Jahren zwischen den Cullens und den Nachfahren von Ephraim Black geschlossen worden war, nicht. Vielleicht war er ohnehin hinfällig, weil sie hier so offensichtlich provozierten. Wütend zeigte er seine Reißzähne und knurrte unüberhörbar laut.

Die Vampirin lachte. „Noch einen Schritt weiter und ich werde diesem Köter den Kopf abreißen!“ Eine Drohung an die umstehenden Blutsauger, ihr nicht zu nahe zu kommen. Die Cullens hatten versucht, an sie heranzukommen, doch sobald jemand auch nur in ihre Nähe kam, und die Chance hatte, sie zu berühren, stieß sie ein warnendes Knurren aus und die Helfer zogen sich wieder etwas zurück, ohne jedoch ihre Wachsamkeit aufzugeben. Die Menschen hatten sich etwas weiter entfernt zusammengedrängt und beobachteten verwirrt und teils ängstlich das Schauspiel, welches sich ihnen bot und verstanden nicht, was sich vor ihren Augen abspielte.

„Seth, sei vernünftig.“ Die Stimme von Billy drang nur leise zu ihm hindurch und er schüttelte unwillig den Kopf, wie um eine lästige Fliege zu vertreiben. Sie hatte angefangen, ihn zu provozieren und das war seine Antwort darauf. Wenn sie den ersten Schritt tat, dann antwortete er darauf. Wenn sie ihn angriff, dann schlug er zurück.  „Sie ist ein verfluchter Blutsauger und sie will mich töten! Ihr solltet mit einsteigen. Das wird hier sicherlich ein Spaß!“  Er liebte die Möglichkeit, gedanklich mit den anderen zu kommunizieren. Und sicherlich wären noch einige der anderen liebend gerne dazu gekommen. Billy schüttelte warnend den Kopf.  

Die Stimmung hatte sich geändert, doch Seth ging nicht darauf ein. Er war zu sehr auf Irina fixiert, darauf bedacht, sie keine Sekunde aus den Augen zu lassen und ihr somit keinen günstigen Moment des Angriffs zu bieten.

„Wenn hier jemand jemanden den Kopf abreißt, dann bin ich das, Irina. Und es wäre eine Schande, dein hübsches und so dummes Köpfchen von deinem wunderschönen Körper zu trennen.“

Auf diese Ankündigung folgte Stille und selbst Irina schien für einen Augenblick aus dem Konzept gebracht, als sie zu dem Besitzer der Stimme herumfuhr.



***




Niemand hatte damit gerechnet, dass die Volturi auftauchen würden, obwohl sie eine Einladung erhalten hatten. Zwischen den Herren im Smoking fielen sie kaum auf. Wie lange waren sie schon da? Was hatten sie mitbekommen? Offensichtlich genug, um einzuschreiten. Und dazu hatten sie auch allen Grund, auch wenn das kaum jemand zugeben mochte.

„Wir wollten eigentlich nur persönlich unsere Glückwünsche an das Brautpaar übermitteln und ansonsten nicht stören. Doch wie es mir scheint, sind wir gerade zum rechten Zeitpunkt erschienen.“

Caius Volturi ließ seinen Blick über die versammelten Anwesenden schweifen und bleib etwas länger an Seth hängen, der sich immer noch nicht in seine menschliche Gestalt zurückverwandelt hatte. Das war auch etwas schwierig, wenn man, wie in seinem Fall, keine Ersatzkleidung dabei hatte. Einen weiteren Skandal wollte er dem Brautpaar dann wohl doch ersparen.

„Die Liste deiner Gäste ist erstaunlich vielfältig, Carlisle.“ Aus dem Mund des blonden Herrschers war dies kein Kompliment.

Irina hatte sich aus ihrer leicht kauernden Stellung erhoben, doch blieb immer noch wachsam. Auch Eleazar wurde von dem Herrscher mit einem strengen Blick bedacht, den er zu deuten wusste. Irinas Verhalten hier würde ihm angelastet werden, wie es seit jeher Gang und Gebe war.

„Edward, wenn du mir bitte gleich die Menschen vorstellen würdest, die die Gestaltwandlung des jungen Indianers hier mit eigenen Augen mitbekommen haben?“, bat der blonde Herrscher mit leiser Stimme. „Mir scheint, Felix und Demetri sollten sich mit ihnen unterhalten, wenn der Streit hier bereinigt ist.“

Edward atmete tief ein und nickte dem Mann zu. Es war nicht zu erwarten, dass der Volturi alleine hier war. Und wirklich: Meister Aro erschien in Begleitung von Jane. Und weiter hinten stand Santiago und schaute sich um. Nicht, ohne das Geschehen weiterhin im Auge zu behalten zog er Bella etwas zur Seite und konzentrierte sich auf die anwesenden Menschen und ihre Gedanken.  



***




Caius hatte sich Irina zugewandt und schaute sie neugierig an. „Würdest du die Güte besitzen, und dein Verhalten erklären? Nicht, dass ich nicht verstehen könnte, dass du gewillt warst, einem Gestaltwandler das Fell über die Ohren zu ziehen, aber deine Sicht der Dinge interessiert mich dann doch.“

Gespannt warteten alle auf Irinas Antwort. Sie schien selbst kurz aus dem Konzept gebracht und brauchte etwas, bis sie antwortete: „Er hat Laurent getötet und verdient es nicht, noch am Leben zu bleiben.“

„Ah... die gute alte Rache. Sie stirbt mit den Jahren nie aus, sondern gewinnt sogar noch an Intensität“, sinnierte Caius. Sicher überlegte er, was für eine Strafe hier angemessen war.

„Wenn er meine Familie angreift, verdient er nichts anderes, als den Tod!“, grollte Seth, aber Aro brachte ihn mit einer erhobenen Hand zum Schweigen. „Danke, aber wir sind nicht hier um Wölfe zu eliminieren. Heute Nacht wird hier niemand sterben!“ Der warnende Blick ließ keine Zweifel übrig, dass er dies durchsetzen konnte. Auch Irina schluckte, als der dunkelhaarige Volturi sie erblickte und näher winkte. Er wollte Einblick in ihre Gedanken haben und niemand würde ihn daran hindern.  

Nur zögerlich ging sie dem dunkelhaarigen Herrscher entgegen, begleitet von den Blicken aller Anwesenden und streckte ihm ihre Hand entgegen, die er sogleich ergriff. Auch die Denalis warteten gespannt, welche Reaktion Aro zeigen würde.

Lange Zeit zeigte er keine Regung, was die Anspannung der Umstehenden noch weiter steigen ließ. Dann ließ er so plötzlich die Hand der Denali-Tochter los, dass diese überrascht zusammenzuckte.

„Angesichts deiner Erziehung hätte ich dir solch niederträchtige Gedanken nicht zugetraut. Du tust deinem Vormund keinen Gefallen, wenn du diese Gedanken auch ausführst.“ Aros Augen waren dunkler geworden und alle Blicken hingen an Eleazar, welcher keine Ahnung hatte, was vor sich ging.  Beschämt über diese Worte Aros senkte sie den Blick.



***




Nach diesem Vorfall wollte keine rechte Stimmung mehr aufkommen, obwohl die Band ohne Unterbrechung gespielt hatte. Mit eisiger Miene hatte Carlisle zugestimmt, zwei der sterblichen Gäste auf dem Nachhause Weg über die Klippen fahren zu lassen. Ein Kellner war schon für immer verschwunden, als er im Wald einem Bedürfnis nachging.

Alice stand neben Alec und schaute traurig. Sie wollte etwas sagen, doch der Gardist ließ sie stehen und verschwand hinter dem Haus. „Was treiben sie?“, fragte sie ohne zu Sprechen und Edward drehte sich zu ihr und zuckte mit den Schultern.



Die Denalis waren die ersten, die sich von Edward und Bella verabschieden wollten.

„Ihr wollt schon gehen?“ Aro schien überrascht, der in einem Gespräch mit Carlisle und Edward vertieft gewesen war.

„Es war schön hier, aber es ist an der Zeit den jungen Leute das Feld zu überlassen“, antwortete Carmen und lächelte tapfer. Auch Eleazar reichte Carlisle die Hand. „Es ist besser, wir verabschieden uns jetzt“, entgegnete er. Der Vorfall hing trotz allem immer noch in der Luft und da war es wohl besser, man zog sich frühzeitig zurück und sprach an einem ruhigeren Tag noch einmal darüber.

„Wie schade. Dabei hatte die Feier, so schien mir, doch noch gar nicht richtig begonnen.“ Aro schien es tatsächlich zu bedauern, nicht mehr an diesem Abend die Gelegenheit eines Gespräches mit Eleazar zu haben. „Vielleicht solltest du mit deiner Familie demnächst nach Volterra kommen, Eleazar. Dann können wir die Dinge noch einmal ganz in Ruhe besprechen.“ Es war eher als Aufforderung, denn als Einladung formuliert und das Oberhaupt des Denali-Clans nickte. „Mir scheint, Irina ist noch nicht ganz domestiziert.“



Man hatte das Bufett eröffnet und die Menschen standen kichernd und lachend hintereinander an und warteten voller Anspannung auf die Köstlichkeiten, die den anwesenden Vampiren den Magen verdrehten.  Es gab Meeresfrüchte und verschiedene italienische Gerichte und die Menge schien zufrieden.



***




„Es tut mir unglaublich leid, dass eure Hochzeit so enden musste. Dennoch euch beiden alles Gute für die Ehe.“  

Edward knirschte mit den Zähnen und drückte Bella etwas fester an sich, als sie die Glückwünsche der Herrscher entgegennahmen.

Eine Hochzeit sollte der schönste Tag des Lebens werden und Irina hatte ihn zu einem Unglückstag werden lassen. Das Erscheinen der Volturi hatte diesen Umstand auch nicht gerade verbessert.

„Gestattest du mir einen Tanz Bella? Es wird vermutlich der letzte sein, den wir zusammen beschreiten, bei dem du noch ein Mensch bist.“

Es wäre unhöflich, dem unsterblichen Herrscher einen Wunsch auszuschlagen. Das wussten alle Anwesenden und so ergriff Bella die ihr dargebotene eiskalte Hand, nachdem sie sich bei Edward mit einem kurzen Blick versichert hatte, dass dies in Ordnung war und ließ sich unter den Blicken der noch Anwesenden auf die Tanzfläche führen. Ihr strahlend weißes Kleid stand in starkem Kontrast zu dem dunklen Anzug, welchen der Herrscher trug.

Esme trat zu dem Dirigenten und debattierte einige Sekunden lang. Man wurde sich einig und ein klassischer langsamer Walzer ertönte. Bella ließ es zu, dass Aro eine Hand an ihrer Hüfte platzierte. Ein leichter Schauder fuhr ihr über den Rücken, als er sich zu ihrem Hals beugte, und mit genussvoll geschlossenen Augen ihren menschlichen Geruch einsog. Sie spürte den Blick ihrer Familie auf sich und versuchte, nicht zu ängstlich zu wirken.

„Es erstaunt mich, dass du noch nicht unsterblich bist Bella. Du hast doch wohl keine kalten Füße bekommen?“

„Edward wollte es nicht vor der Hochzeit tun. Aber lange wird es nicht mehr dauern.“

„Ich bin mir sicher, dass die Unsterblichkeit dir außerordentlich stehen würde.“ Sein Lächeln zeigte ihr, dass er ihre Gedanken kannte und sie konzentrierte sich, ihm nicht auf die Füße zu treten.  Aro führte sie sicher und sie war froh, als die Musik verklang.  

„Vielen Dank für diesen Tanz.“  Sie war froh, wieder bei Edward zu sein, welcher sie freudig in Empfang nahm.



***




Welches Zeichen Aro genau gegeben hatte, wussten selbst Emmet und Rosalie nicht, welche kaum einen Meter von dem Herrscher entfernt standen. Es war eine Sache von vielleicht einer Minute, in welcher sich die Volturi Gardisten formierten, vor dem Brautpaar verneigten und ihnen Glückwünsche und Dankesworte darbrachten, um sogleich in der Dunkelheit des Waldes zu verschwinden. Aro verneigte sich und dankte Carlisle. Dann verabschiedete er sich vor Edward und Bella. „Ich danke für die Einladung. Es würde mich freuen, euch bald in Volterra begrüßen zu dürfen. Vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit, wenn deine Einfindungsphase als Vampir beendet ist?“  Sein Lächeln war gruselig. Das wusste er. Und es sollte so sein.

Caius Verabschiedung war weniger persönlich.  Er behielt etwas Abstand, als er sich von Bella verabschiedete. „Wir sehen uns bald!“

Dann war auch er in Begleitung von Felix verschwunden. Carlisle schüttelte den Kopf. „Lasst uns feiern und den Rest des Abends genießen!“ Er blickte sich um. „Ich werde jetzt Charlie unterhalten und ihr kümmert auch um eure Klassenkameraden!“

Die Kellner waren schon unterwegs  mit Sekt und exotischen Cocktails. Er dankte im Stillen, dass niemand von Bellas Freunden etwas mitbekommen hatte. Er hätte niemals einen Angriff der Volturi verhindern können. Zu seiner Überraschung saß Esme bei Charlie und kicherte über etwas, was er dank der lauten Musik nicht verstehen konnte.  



***




„Es ist mir bewusst, dass Irinas Verhalten unentschuldbar ist.“ Eleazar versuchte, Worte für das zu finden, was in Irina vorgegangen war. Ihn selbst hatte das Verhalten seiner Tochter sehr erschrocken. Carlisle und Edward hatten sich mit ihm etwas in Richtung des angrenzenden Waldes verzogen, um etwas Privatsphäre zu haben. Er wollte den Vorfall von der Hochzeit noch gern geklärt wissen, bevor das  Brautpaar in die Flitterwochen aufbrach.

„Du hattest nicht wissen können, dass sie so reagiert.“ Das hatte niemand vorhersehen können, also traf Eleazar hier absolut keine Schuld. Wer hätte schon damit gerechnet, dass die Anwesenheit von Seth ausreichte, um Irina an den Verlust Laurents zu erinnern?

„Ich möchte das nur geklärt und nicht mehr zwischen uns stehen haben. In der Vergangenheit gab es genug in dieser Hinsicht und ich möchte das ungern noch einmal erleben.“

Dem konnte Carlisle nur zustimmen. „Danke, dass ihr da ward. Und es ist im Grunde nichts passiert.“

Carmen seufzte. „Drei Menschen sind tot, weil sich ein Indianer in einen Wolf verwandelt hat.“

„Es sind drei Menschen, die nach einer Party betrunken Auto gefahren sind und vom Weg abgekommen sind!“, warnte Eleazar leise. „Ich stimme Carlisle zu. Es ist im Grunde nichts passiert.“

Weil Aro rechtzeitig eingeschritten ist.

Diese Worte hingen unausgesprochen zwischen ihnen, aber jeder wusste, dass die Herrscher hier wohl Schlimmeres verhindert hatten. Clemens, einer der Kellner hatte dann doch eindeutige Fragen gestellt, als er in der Cullen Küche nach einem Küchentuch Ausschau gehalten hatte. Wie sie die Verwandlung des Mannes In Volterra rechtfertigten, dafür musste auch noch eine Lösung gefunden werden.



***




„Da gibt es jemanden, der dich gern sprechen möchte“, hauchte Edward an ihr Ohr und fragend blickte sie zu ihm auf. Er führte sie um das Haus herum und unter dem Carport erblickte sie Jacob.

„Jake.“

Freudestrahlend lief sie auf ihn zu und umarmte ihn stürmisch. Edward hielt sich diskret im Hintergrund.

„Hey Bella. Alles Gute zur Hochzeit. Du siehst gut aus. Aber du stinkst nach Vampir, wenn du mir diese Meinung erlaubst.“

Bella konnte nicht anders, als über seine Worte zu lachen. Nach dem etwas beklemmenden Tanz mit Aro fühlte sie sich in seiner Gegenwart sehr befreit.

„Tut mir leid, aber es war ein Anstandstanz mit der unsterblichen Obrigkeit vonnöten. Dem konnte ich mich unmöglich entziehen.“

„Den Unterschied hätte ich nicht bemerkt. Die stinken alle gleich schlecht.“ Er grinste schief. „Gestattest du mir auch einen Tanz?“

„Wie könnte ich ihn dir abschlagen? Wo du doch sehr überraschend hier erschienen bist. Ich freue mich wirklich, dass du da bist.“

Der Tanz mit Jacob ließ Bella tatsächlich die Auseinandersetzung zwischen Irina und Seth vergessen, auch wenn es nur für einige wenige Minuten war.

Sie war glücklich an Edwards Seite und blickte voller Zuversicht, aber auch etwas Respekt auf die Zukunft, welche die Unsterblichkeit und damit ungeahnte Erfahrungen bereithielt.





Vermutlich wird dieser OS hier noch lange nicht der letzte zu Breaking Dawn gewesen sein. Mal sehen, was da noch so kommt. Und die 100 Kapitel werde ich hier mit Sicherheit überschreiten.
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