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Moments of Immortality (Fragmente)

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Carlisle Cullen Esme Cullen
07.01.2011
09.01.2022
89
149.974
11
Alle Kapitel
205 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.11.2016 1.439
 
Eifersuchtsdrama


(Ein Outtake zu „Nomadengesetze und Feierlichkeiten“ Kapitel 37)




Ariana hatte sich verabschiedet. Sie wollte sich mit Corin und Chelsea treffen und mit jedem Schritt, den Alessandro alleine vom Tor ins Schloss ging, kamen die dunklen Gedanken zurück. Sein Herz fing an zu rasen und seine kalten Hände zitterten. Er sprang die Treppen nach oben und folgte seinem kalten Herzen. Alecs Worte waren verschwunden. Auch wenn er ihm glaubte, musste er etwas klären.

Eleazar war nicht mehr in der Bibliothek sondern wollte zurück in seine Kammer.

„Auf ein Wort, Eleazar!“

„Ja?“ Angesprochener schaute sich erstaunt um. Die Stimme des Gardisten klang rau und angespannt. Das Grollen das tief aus der Kehle des Vampires drang, der ihn angesprochen hatte, bedeutete nichts Gutes. Eleazar war auf der Hut, als er sich umdrehte. Nur keine schnelle Bewegung machen die sein Gegenüber möglicherweise falsch interpretieren konnte. Er war gerade auf dem Weg in das Zimmer, welches ihm zugeteilt worden war. Umso überraschter war er, als er sich Alessandro gegenübersah. Was hatte er getan, um ihn so dermaßen zu erzürnen? Der Denali  hatte gegen keine Regel verstoßen, die ihm bekannt war und selbst wenn, oblag es sicher nicht einem Gardisten darüber zu urteilen. Vielleicht lag hier auch einfach nur ein Missverständnis vor.

„Alessandro, was..?“

„Halt mich nicht für blöd! Glaubst du, ich merke es nicht?! Glaubst du, ich bin blind?!“

„Würdest du mir bitte erklären…“, versuchte Eleazar ein weiteres Mal, eine Erklärung für das Verhalten des jungen Gardisten zu bekommen. Was hatte er getan, um so ein Verhalten bei dem Jüngeren hervorzurufen?

„Sie gehört mir!“

Nur langsam verstand Eleazar, wovon der Wächter redete. Offenbar war er eifersüchtig und dachte, er würde ihm Ariana wegenehmen. Was für ein Schwachsinn! Er hatte gar keinen Grund zu der Annahme. Eleazar hatte eine Gefährtin. Auch wenn zwischen Carmen und ihm im Augenblick Funkstille herrschte und er noch nicht wusste, wie er seinen Fehler wiedergutmachen konnte, war sie immer noch seine Gefährtin und somit war er gebunden und hatte gar keinen Grund dazu, Interesse an einer anderen Vampirin zu hegen.  

„Alessandro höre mir zu.“ Eleazar versuchte, immer noch ruhig zu bleiben.



„Da gibt es nichts zuzuhören! Ich weiß, was ich gesehen habe!“ Alessandro schien so überzeugt von dem, was er gesehen hatte, dass er sich nicht umstimmen ließ. Eleazar wollte sich nicht in eine Auseinandersetzung verwickeln lassen, die dann möglicherweise zu seinem Nachteil ausgelegt wurde. Er brauchte keinen weiteren Ärger. „Wir sollten das in Ruhe klären.“

„Du solltest ausnahmsweise einmal auf ihn hören Alessandro. Du bist im Irrglauben, wie Eleazar versucht, dir begreiflich zu machen. Dein Verhalten hier ist entgegen aller Höflichkeitsformen einen Gast gegenüber, was man dir hier beigebracht hat.“ Es erstaunte Eleazar, wie ruhig Alec war. Und dass er zunächst seine Gabe nicht einsetzte, um Alessandro zu stoppen. Eleazar war erleichtert, den Hexenzwilling zu sehen. Vielleicht konnte er seinen Schützling zur Vernunft bringen. „Wenn du weiter hier so herumschreist, werden die falschen Vampire informiert und glaube mir, das willst du nicht. “

„Das ist mir egal! Er soll sie nicht belästigen.“ Alessandro hörte gar nicht zu, was Alec da erzählt hatte. Die Konsequenzen schienen ihm nichts auszumachen. Er war offenbar wirklich bereit, bis aufs Äußerste zu gehen.

„Mir ist es nicht egal. Und ich wundere mich dich hier zu sehen.“  Alec war immer noch ruhig, obwohl sein Schützling immer noch keine Einsicht zeigte. „Zwinge mich nicht, meine Gabe einzusetzen. Eleazar ist dir nicht unterstellt. Du machst dich lächerlich mit diesem Verhalten. Er würde Ariana nie belästigen. “

„Sag mir nicht, was ich zu tun und zu lassen habe Alec!“

Es war ein Fehler, Alec zu reizen und erst recht, seine Autorität infrage zu stellen. Alessandro war so von dem Gefühl der Eifersucht eingenommen, dass er gar nicht merkte, wie sehr er seine Lage selbst verschlimmerte. Ein Schatten schlich sich über Alecs Gesicht und Eleazar verwunderte es nicht,  dass der deutlich jüngere Gardist langsam von einem feinen Nebel umfangen wurde.

„Du lässt mir keine andere Wahl. Dein Verhalten nervt.“ Er warf einen kurzen Blick zu Eleazar. „Ich wäre dir dankbar, wenn du das hier für dich behalten würdest. Vorerst.“ Alec wartete keine Antwort ab. „Ich entschuldigte mich für die Unannehmlichkeiten, die er dir bereitet hat und hoffe für ihn, dass es nicht wieder vorkommt.“ Der Volturi schaute seinen Zögling an. „Du gehst in den Saal. Eleazars Quartier ist für dich tabu. Sobald ich mit Santiago geredet habe, arbeitest du eine Doppelschicht am Turm. Dort habe ich dich unter Kontrolle, da ich jetzt frei habe. Meine Gefährtin wartet. Deine Gefährtin wird sich wundern, was hier los ist und du wirst dir eine gute Entschuldigung einfallen lassen für deine Sturheit.“ Sein Blick verriet, dass hier im Gang das letzte Wort gesprochen war. Eine weitere Debatte vor einem Fremden würde ein Unglück mit sich bringen.

Eleazar nickte und wartete, bis Alec zusammen mit Alessandro gegangen war. Er kannte die Abläufe. Junge Vampire wurden gemeldet. Nicht selten wanderten sie einige Wochen nach unten, wenn sie uneinsichtig blieben. Er  entschied sich dazu, das Schloss für einige Stunden zu verlassen. Auch ihn hatte diese Begegnung aufgewühlt und vielleicht würde etwas Bewegung ihm gut tun. Es war nicht so weit bis nach Florenz. Er konnte es schaffen, bis zum Morgengrauen wieder zurück zu sein und somit fürs Erste eine Distanz zwischen sich und Alessandro zu schaffen. Ärger aus dem Weg zu gehen, war keine wirkliche Lösung, aber hier im Schloss zu bleiben schien ihm ebenso wenig vorteilhaft.



***




Alec stand erneut vor dieser Tür und das innerhalb von noch nicht einmal einer halben Stunde. Er wusste, dass Meister Caius und Santiago sehr beschäftigt waren. Wenn er allerdings nicht noch mehr Ärger aussitzen wollte, auch mit seiner Gefährtin, dann musste er die anderen vor Alessandro warnen.

Alessandros Verhalten hatte gegen das Gebot der Gastfreundschaft verstoßen. Auch, wenn Eleazar Gardenkleidung trug, gehörte er nicht offiziell dazu und war deshalb mit dem nötigen Respekt und der Freundlichkeit zu behandeln, die man einem Gast in diesem Schloss nun einmal entgegenbrachte. Auch wenn man wenig Sympathie für diesen Gast hegen mochte, so schickte es sich nicht, dies offen zu zeigen.

Alec klopfte und wartete, dass er hereingebeten wurde. „Was gibt es Alec?“ Begeisterung klang anders. Alec hatte sich schon bei dem Gedanken ertappt, lieber mit Aro über den Vorfall zu sprechen. Der befand sich allerdings in einer wichtigen Unterredung mit Acacio und einigen Außenposten.

„Es gab vor wenigen Augenblicken einen Vorfall, den ich melden muss.“

„Komm rein und schließ die Tür.“

Santiago stand am Fenster. Auch hier hatte es eine Besprechung gegeben, die er erneut unterbrochen hatte.  

„Es geht um Alessandro.“ Es war, als konnte Alec das Augenrollen förmlich hören. Caius hörte es nicht gern, wenn die jüngeren Vampire aus der Reihe tanzten und Ärger machten. „Was hat er diesmal angestellt? Ich möchte nicht hoffen, dass er Differenzen mit Ariana hat und du von uns verlangst, dazwischen zu gehen und zu schlichten.“

„Diese Darstellung trifft es nicht ganz“, musste Alec zugeben und erklärte kurz und knapp, was vorgefallen war, bevor Caius ihm ins Wort fallen konnte.

„Warum hast du Alessandro nicht gleich mitgebracht? Ich möchte Eleazar nicht in Einzelteilen aufsammeln lassen, nur, weil die beiden Gelegenheit hatten und erneut aneinandergeraten sind, während wir hier nett darüber reden, was zu tun ist.“

„Ich habe Alessandro zu einer Doppelschicht verdonnert.“ Er schaute zu Santiago, welcher ihm zunickte. „Gute Idee.“ „Eleazar war so weise und hat das Schloss für diese Nacht verlassen. Er wird vor dem Morgengrauen zurück sein. Wenn es gestattet ist, übernehme ich selbst die Sanktionierung von Alessandros Verhalten. Er muss sich bei Eleazar entschuldigen.“

„Ich werde mit Aro darüber reden und solange hast du ein Auge auf ihn. Sollte es auch nur zu einem ähnlichen Vorfall kommen, mache ich dich mit dafür verantwortlich, weil du nicht in der Lage bist, ihn davon abzubringen.“

„Jawohl, Master Caius.“ Er verbeugte sich. Santiago räusperte sich. „Die Doppelschicht ist eingetragen. Alle werden informiert.“ Der Gardist wusste, dass Alec frei hatte und jemand im Turm jagen gehen musste.

„Danke Santiago.“

Vor der Tür war Alec versucht, erleichtert aufzuatmen. Er konnte den Drang gerade noch unterdrücken und machte sich auf den Weg zu Alessandro, um ihn aus dem Saal zu holen.



Sollte er es wirklich noch einmal wagen, unfreundlich zu Eleazar zu sein, konnte er etwas erleben und dann würde Alec sich nicht schützend vor ihn stellen und Meister Caius darum bitten, ihn selbst für sein Verhalten zu tadeln. Der Hexenzwilling knirschte mit den Zähnen und beeilte sich, eine Hintertür in den Saal zu nehmen.  Afton ließ ihn eintreten und als er den Blick von Alessandro bemerkte, brauchte es nur eine Kopfbewegung und der junge Vampir folgte ihm nach draußen.
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