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Moments of Immortality (Fragmente)

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Carlisle Cullen Esme Cullen
07.01.2011
09.01.2022
89
149.974
11
Alle Kapitel
205 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
07.01.2011 2.327
 
Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie die Volturi den Jahreswechsel verbracht haben? Ich mehr oder weniger schon und als ich gestern einen kleinen Denkanstoß bekommen habe, ist dieses Kapitel während einigen Filmen entstanden. Ich war noch nüchtern, falls sich das jemand fragen sollte. Danke an AlecAndra für diese Idee. Sie hat noch etwas daran gefeilt. (Es ist auch erst heute früh um 1 glaube ich, bei ihr gewesen). Viel Spaß. xD



Überdosis Blut


Es war der letzte Tag des Jahres und diesen wollte er angemessen begehen. Sicherlich hatte Caius noch den einen oder anderen guten Tropfen versteckt. Er müsste ihn nur noch finden, denn eines war sicher: Caius würde ihm nicht freiwillig verraten, wo er diese edlen Getränke aufbewahrte und erst recht würde er sich davor hüten, dies durch seine Gedanken zu verraten. Er kannte seinen Bruder gut genug.

Vielleicht konnte er ein Mitglied aus der Garde schicken, um eine Karaffe Blut zu besorgen. So war er zumindest vor Caius Missgunst sicher. Nun, zur Zeit befand sich nur Renata in unmittelbarer Umgebung. Also musste sie dafür herhalten.

„Renata.“

„Ja Meister.“

„Geh zu Caius und besorge mir Blut. Aber einen edlen Tropfen, nichts Junges. Ich möchte diesen Tag gebührend zelebrieren.“

„Ich...aber...Meister...“

„Ich bin mir sicher, dass du dieser Aufgabe gewachsen bist Renata. Nimm notfalls dein Talent her und komm dann wieder zu mir.“

Sie seufzte leicht und machte sich auf den Weg, wobei sie sich sicher war, dass sie sowieso kein Glück haben würde. Als die schwere Tür aus Eichenholz ins Schloss fiel, wünschte sie sich, diesen Auftrag abgelehnt zu haben.

„Was ziehst du für ein Gesicht Renata?“

Erschrocken sah sie auf. Warum musste Felix auch jetzt auftauchen, wenn sie zu Meister Caius musste? Ob er vielleicht diese Aufgabe übernehmen könnte? Sie hoffte es aus tiefstem Herzen.

„Ich bin auf dem Weg zu Meister Caius. Etwas Blut besorgen. Willst du nicht vielleicht diese Aufgabe für mich übernehmen?“ Händeringend stand sie vor dem großen Vampir. Seine Augen weiteten sich bei der Vorstellung, zu ihm zu müssen. „Bedauere Renata, aber sein Blut ist ihm heilig. Ich glaube kaum, dass er es mir aushändigen würde.“

„Das ist ja gerade das Problem“, erwiderte sie. „Warum sollte er es mir geben?“

„Versuche dein Glück bei jemand anderes.“

Niedergeschlagen setzte sie ihren Weg fort. Das Schloss war ihr noch nie so düster vorgekommen, wie in diesem Moment, was an der Tatsache liegen mochte, dass sie eine solch unliebsame Aufgabe bekommen hatte.

Sie musste irgendwie versuchen, diese Unternehmung an jemand anderen weiterzugeben. Dann vernahm sie Schritte vor sich, welche sich von ihr entfernten. Sie beschleunigte ihren Gang und sah Corin, als sie um eine Ecke bog.

„Corin, warte“, rief sie aufgeregt.

„Ich hab es eilig…“

„Bist du zufällig auf dem Weg zu Meister Caius?“ Innerlich betete sie, dass dies der Fall sein möge und das Glück ihr in diesem Moment hold war.

„Nein!“

Sie ließ die Schultern hängen. Dann musste sie ihr Glück weiter versuchen und die Hoffnung nicht aufgeben. Ja, was auch immer im Leben passierte, man durfte die Hoffnung nicht aufgeben. Irgendwann würde sie schon jemanden finden, der sich in die Höhle des Löwen wagte.

„Würdest du mir helfen?“

„Wobei?“, wollte Corin wissen.

„Es ist nur so, mein Meister möchte Blut, das Edelste was dieses Schloss zu bieten hat und ich soll es von Meister Caius holen.“

„Mein Beileid.“ Corin zog ein Gesicht und blickte sich um. „Ïch hab ungefähr zwei Stunden damit verbracht, um seine Midlife Crises abzuwenden, einen Vampirkrieg gegen die Denali zu verhindern, Athenodoras Kontostand zu vertuschen, und Afton Straffrei zu bekommen.“

„Afton?“

„Er hat Kanonenschläge und andere Böller ins Schloss liefern lassen. Made in Bangladesch.“

Das half ihr in dieser misslichen Lage auch nicht weiter. „Wenn das so weiter geht, kann ich gleich zu Aro gehen und mein Versagen kundtun.“

Corin lachte. „Das schaffst du schon Renata. Gleiches Pech für alle.“

„Danke Corin.“

Kaum war sie um die Ecke verschwunden, begann Renata lauthals zu fluchen. Warum musste sie immer diese unlösbaren und unbeliebten Aufgaben bekommen?

„Renata! Ich bitte um Contenance!“ Vor Schreck wäre sie beinahe an die nächste Wand gesprungen. Wer hätte auch gedacht, dass Marcus Volturi auf einmal hinter ihr auftauchen würde.

„Meister Marcus, was machen Sie denn hier?“

„Mich fragen, warum du das gesamte Schloss an deiner Unzufriedenheit teilhaben lässt.“

Das gesamte Schloss? Sie konnte sich Aro lebhaft vorstellen, wie er lachend hinter seinem Schreibtisch saß und sich prächtig über sie amüsierte. Wie peinlich dieser Gedanke doch war.

„Mir war nach Fluchen zumute. Ich werde versuchen, mich zurückzuhalten.“

„Es zurückzuhalten ist manchmal keine so gute Idee. Vielleicht gehst du nach draußen. Niemand will eine Furie im Schloss.“ Marcus setzte seinen Weg fort, wo auch immer dieser ihn hinführen würde.

Sie brauchte einen Moment um sich zu sammeln und sich zu vergewissern, dass niemand in unmittelbarer Nähe war. Die Chancen, diesen Auftrag doch noch loszuwerden, standen schlecht, sehr schlecht. Das Gemach von Caius war nahe.

Entmutigt lief sie weiter. Doch dann...ein Lichtblick.

„Demetri! Du bist meine Rettung.“

„Ich? Wie kommst du darauf?“

„Du musst mir einfach helfen.“, flehte sie. „Bitte.“ Dabei versuchte sie so viel Überzeugungskraft in ihre Stimme und in ihren Blick zu legen, wie sie nur konnte.

„Worum geht es?“

„Heißt das, du hilfst mir?“, fragte sie hoffnungsvoll.

„Wenn ich weiß, wobei ich dir helfen kann, vielleicht.“

„Kannst du nicht zu Meister Caius gehen und nach Blut fragen, nach dem edelsten?“

„Eher würde ich zum Vegetarismus übertreten. Ein eher unangenehmer Gedanke, möchte ich hinzufügen.“

„Aber es ist für Aro.“

„Auch Aro wird Verständnis zeigen, dass ich ablehne. Er hat dich nicht ohne Grund geschickt. Dein Talent wird dir helfen.“ Er warf ihr noch einen mitleidigen Blick zu, ehe er seinen Weg fortsetzte.

„Du warst meine letzte Hoffnung“, rief sie ihm hinterher.

„Noch ist die letzte Schlacht nicht geschlagen Renata“, erwiderte er lachend.

Nun gab es kein Zurück mehr. Sie stand vor der Tür die zu dem Gemach von Meister Caius führte. Wenn sie daran dachte, wie viel Zeit sie bis jetzt schon vergeudet hatte, wurde ihr ganz anders. Ihr Meister wartete auf seine Blutmahlzeit und sie brachte es nicht über sich, sie ihm zu besorgen. Was war sie doch für ein erbärmliches Geschöpf.

Sie klopfte und wünschte sich im selben Moment, sie könnte die Flucht ergreifen doch da stand er schon vor ihr und musterte sie fragend:

„Weshalb störst du Renata?“ Das war definitiv kein gutes Omen.

„Mein Meister schickt mich. Er fragt nach Blut.“

„Kann er nicht warten, bis Heidi kommt?“

„Er möchte eine der edlen Sorten.“

„Nein.“

Und ehe sie sich versah, war die Tür vor ihrer Nase wieder zu.
Sie blinzelte und klopfte erneut. Etwas entschlossener als zuvor. „Komm zu mir Renata.“

Mit einer knappen Verbeugung schloss sie die Tür. „Aro wartet auf sein Blut. Er wird sicherlich schon ungehalten sein, weil ich so lange ….“

„Du warst nicht zu überhören.“ Caius war näher getreten. „Wenn du das nächste Mal keine Lust hast, die Befehle von Aro selbst zu übernehmen, dann schicke nach einem jungen Vampir. Die sind noch unvoreingenommen, was mich angeht.“

„Das werde ich mir merken. Kann ich jetzt etwas…?“

„Blut für Aro holen? Ich kenne die Tricks von euch Gardisten. Ihr schiebt uns immer vor, um euch an dem Blut zu laben, das euch nicht zusteht.“

„Nein, so ist es nicht!“, widersprach sie heftig, vielleicht auch etwas zu heftig. „Er schickt mich wirklich. Vielleicht...wenn Sie ihn nur fragen, dann...“

„Willst du mir vorschreiben, was ich zu tun habe Renata?“

Erschrocken senkte sie den Blick. „Nein. Verzeiht, wenn es den Anschein hatte.“

„Immer dieser Zeitdruck.“ Er drehte sich und sie befürchtete das Schlimmste, doch anstelle sie zu testen nahm er den Telefonhörer in die Hand und drückte eine Kurzwahltaste.

„Renata steht vor mir und stottert etwas von Blut.“

„Das ist richtig Caius.“

„Ich wollte mich nur versichern, ob es der Wahrheit entspricht und du davon weißt.“

„Das tut es Bruder. Sei unbesorgt.“

Damit war das Gespräch beendet und der Herrscher drehte sich missmutig zu Renata um. „Du bleibst hier, während ich die entsprechende Flasche raus suche.“

„Jawohl.“ Fast hätte sie zu gerne geantwortet, doch noch war er ihr zu nahe.

Es dauerte nur wenige Augenblicke, dann kam er mit einer versiegelten und etwas verstaubten Flasche zurück die von einem gewissen Alter zeugte.

„Das du sie mir Aro heile und unverschlossen auslieferst“, fügte er hinzu.

„Ich werde diese Flasche mit meinem Leben beschützen.“

Er hob eine Augenbraue. „Du meinst, auf dem kurzen Weg zu Aro besteht die Möglichkeit, dass dir oder der Flasche etwas zustößt?“

„In diesem Schloss kann man nie wissen, was passieren wird.“


*****



Gelangweilt saß er hinter seinem Schreibtisch und starrte unentwegt die alte Standuhr an, deren Zeiger nur so über das Ziffernblatt krochen. Renata hätte schon längst wieder zurück sein müssen. Wo blieb sie nur so lange?

Seine Kehle begann zu schmerzen, so sehr sehnte er sich nach diesem Blut. Da wollte man einmal im Jahr ein edles Getränk genießen und dann musste man unnötig darauf warten!

In diesem Moment klopfte es zaghaft an der Tür. „Herein Renata.“

„Verzeiht, dass ich erst jetzt komme...“

„Gib mir die Flasche Renata.“

Eilig kam sie heran gestürzt.

„Ich danke dir, trotz der Flüche und Verzögerung. Du kannst gehen. Ich brauche deine Dienste für heute nicht mehr.“

Als die Tür hinter ihr geschlossen war, entkorkte er die Flasche und machte sich nicht einmal die Mühe, den Inhalt in einen Kelch zu gießen. Stattdessen setzte er sie an die Lippen und trank in großen Zügen.

Je mehr Blut durch seine Kehle floss, umso besser fühlte er sich. Ein Glücksgefühl schien sich in seinem Körper auszubreiten. Von der kleinen Zehe bis in die Haarspitzen fühlte er sich so lebendig wie lange nicht mehr.

Immer mehr Blut rann seine Kehle hinab und sättigte ihn...bis die Flasche leer war.

Wie bedauerlich!

Etwas missmutig wischte er sich den Mund mit einer Stoffserviette ab und verspürte das starke Bedürfnis, Sulpicia aufzusuchen. Wo war sie überhaupt?

Sich umsehend stand er auf und lief durch die Räume seiner Gemächer, doch nirgends war sie zu finden. Frische Luft kam ihm entgegen. Es nieselte leicht und Volterra lag unter einer Wolkendecke verdeckt. Er inhalierte kurz, ehe er das Fenster schloss und sich der Tür zu wandte.

Je mehr Schritte er auf die Tür zuging, desto schneller schien sie sich von ihm zu entfernen. Er beschleunigte seine Schritte, um sie einzuholen und krachte gegen etwas Hartes. Das Finden und gleichzeitige Drehen des Türknaufes gestaltete sich ebenfalls schwierig.

Verwirrt schüttelte er den Kopf. Allerdings konnte er nicht leugnen, dass er sich ausgezeichnet fühlte. Aro verspürte dringend das Bedürfnis nach Geborgenheit. Auf dem Gang angelangt, bemerkte er, dass sein Blick leicht zu verschwimmen drohte und seine Beine ihn nicht wirklich tragen konnten, sodass er sich an der Wand abstützen musste.

„Meister Aro, ist alles in Ordnung?“ Die Stimme eines besorgten Gardisten drang von weit her an sein Ohr.

„Alles Bestens. Hast du Sulpicia gesehen?“ Er stellte sich gerade und versuchte zu fokussieren. Was er mit einem leisen Kichern auch ganz gut hinbekam.

„Sie ist bei Athenodora.“ Alec blickte seinen Herrscher aufmerksam an.

„Kannst du ihr sagen, dass ich sie liebe und dass sie die schönste Frau ist, die mir je begegnet ist?“

„ÏCH?“, entsetzt nahm der jungaussehende Vampir etwas Abstand. „Sie wird sich mehr über Ihre Worte freuen, wenn Sie sie persönlich überbringen.“

„Gute Idee!“ Aro lief mit steifen Schritten voran. „Folge mir. Du sollst teilhaben an unserer Liebe.“

Alec schluckte und blickte sich um, doch Aro ließ nicht locker. „Du sollst mich entkleiden! ..begleiten!“ Als der Herrscher anfing zu kichern ahnte Alec was geschehen war. Mit schnellen Schritten hastete er an Aro vorbei und lief die Treppe nach oben. Er drehte sich nicht um, als sein Meister die Bilder an der Wand begrüßte, als wären sie alte Freunde.

Er klopfte, ohne zu warten. Caius öffnete und blickte von Alec zu einem sichtlich gutgelaunten Aro. „Caius, alter Gauner. Falls du noch etwas von dem Blut ab haben möchtest....die Flasche hatte ein Loch und ist schon leer.“

„Heiliger Blutkelch...“, keuchte Caius, als ihm klar wurde, was los war. „...Sag mal, wie viel hast du getrunken?“

„Nur das bisschen in der Flasche….“

„Du bist betrunken Aro.“

„Was? Ich und betrunken? Niemals.“

Er versuchte, einen weiteren Schritt zu tun, doch er schwankte bedächtig. Caius legte sich einen von Aros Armen um die Schultern, um ihn zu stützen und brachte ihn in seine Räumlichkeiten. Er dankte Alec. „Kein Sterbenswort, oder du kannst dich für immer verabschieden.“

Caius blickte in rote Augen die wussten, wann es besser war zu schweigen. Manches war auch für einen 700jaehrigen Vampir äußerst peinlich.

_


„Aro, was ist mir dir?“ Sulpicia war erschienen und sichtlich bestürzt.

„Er hat zu viel getrunken“, antwortete Caius.

„Sulpicia, ich liebe dich“, brachte Aro schwerlich zwischen den Zähnen hervor. Seine Zunge fühlte sich auf einmal so schwer an. „Komm in meine Arme.“

Er wollte sich aus dem Sessel erheben, auf dem Caius ihn platziert hatte, doch kaum hatte er sich auch nur ein bisschen nach vorn gebeugt, ergoss er seinen Mageninhalt auf den teuren Teppich und die bis dahin blanken Schuhe von Caius.

Sulpicia und Athenodora hielten erschrocken den Atem an. Dann brachen sie in Gelächter aus. Caius blickte um sich und war alles andere als begeistert. „Habt ihr den Verstand verloren?“

Wütend fuhr er Aro an. „Ich werde dir nie wieder Blut geben. Und wenn du dich ausgeruht hast, kannst du den Dreck hier wegschaffen!“

Es dauerte einige Minuten, ehe Sulpicia sich soweit gefangen hatte, sich wieder unter Caius wachsamen Blick zu trauen. Aro saß noch immer im Sessel und summte leise vor sich hin.

„Wenn er nochmal „What shall we do with the drunken sailor“ zwitschert lass ich Alec antreten.“

Sulpicia kicherte. „Komm schon Schatz. Du musst erst mal Zähne putzen und dich hinlegen.“

Aro seufzte. „Lass uns etwas Verrücktes unternehmen.“

Sie liefen gemeinsam die Treppen nach unten und blieben an einem der Fenster stehen und blickten nach außen, wo ein herrliches Feuerwerk zu sehen war.

„Ëin glückliches neues Jahr Aro Volturi!“
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