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Quantenselbstmord

GeschichteParodie / P12 / Gen
06.01.2011
20.04.2011
2
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06.01.2011 1.576
 
Es war kurz vor 3 Uhr, mitten in der Nacht als Lilly Rushs Handy klingelte. "Ja?" fragte sie leise. Sofort kreischte eine aufgebrachte Stimme etwas in ihr Ohr. "Was? Ich verstehe kein Wort!" sagte Lilly jetzt etwas lauter. "Rush! Kommen sie verdammt nochmal in die Mordkommission! Nick wurde entführt!" brüllte die Stimme. "Das kann ja jeder sagen. Wer zum Teufel ist da?" Sie war immer noch im Halbschlaf. "Will Jeffries! Meine Fresse, können Sie jetzt bitte kommen?" Nun konnte Lilly auch die Stimme zuordnen. "Jeffries, es ist mitten in der Nacht. Ich werde nirgendwo hingehen. Machen Sie ihr Scherzanrufe bei Miller oder so", meckerte Lilly. "Scherzanrufe?" fragte Jeffries fassungslos. "Das ist eine ernste Situation, Rush! Nick würde wirklich entführt. Und wenn Sie mir das nicht glauben wollen, kann ich Ihnen auch gerne den Boss geben!" "Ich komm ja schon. Aber wenn Sie mich angelogen haben, kriegen Sie das zurück. Das kann ich Ihnen versprechen!" Lilly legte auf und zog sich eine Jeans und einen Pulli an. Das der Pulli leuchtend pink war, bemerkte sie erst, als sie schon auf der hell beleuchteten Straße war.
Egal, sagte sie sich. Die Klamotten, die ich sonst immer anhabe sind noch grässlicher. Sie dachte dabei an ihre Blusen und die schicken Schlabberhosen. Dieses Zeug war schweineteuer, aber potthässlich. Naja, Dienstkleidung eben.
Sie sprang ins Auto und weil sie keinen Bock hatte bei jeder roten Ampel anzuhalten, machte sie ihre blaue Sirene oben auf dem Dach fest. Es war ja eine Notfallsituation. Falls Nick wirklich entführt wurde... Sie kicherte. Wie die Kidnapper das wohl gemacht haben... Für Nick brauchten sie ja schon einen Schwertransporter und erstmal einen Kran um ihn überhaupt aus dem Gebäude rauszukriegen.

Als Lilly am Philadelphia Police Department ankam, sah sie schon so ca. 100 Leute in den verschiedensten Uniformen rumrennen und alle riefen sich wild durcheinander irgendwelche Sachen zu. Also wohl doch kein Scheranruf. Schnell stieg sie aus ihrem Wagen und lief auf den Eingang zu. Ihr Partner Scotty Valens kam ihr sofort entgegen. "Hey Lil! Na, was läuft, Süße?" Es war kaum zu übersehen, dass er angetrunken war. "Scotty! Tag.Bzw.Nacht. Hast du dich gestern abend wieder volllaufen lassen?" fragte sie gelustigt. "Nein Lil.Ich hab mir Schwefelsäure gespritzt", nuschelte Scotty. "Ja. Klar. Die kriegt man auch einfach so in der nächsten Apotheke", sagte sie sarkastisch. "Doch nicht in der Apotheke! Viel zu teuer. Pro Spritze wollen die da 50 Mäuse haben. Die Drogendealer in North Philly haben viel bessere Preise! Da wollen die sogar nur 2$ pro Kilogramm haben!" behauptete er. "Ach komm schon, Scotty! Gibs doch zu, du hast wieder das örtliche Chemielabor geplündert!" rief Lilly. "Was? Nein! Wie kommst du denn darauf?" Scotty wurde rot und guckte wo anders hin. "Ey! Weißt du schon das neueste, Schatz?" fragte er auf einmal. "Nein, SCHATZ. Was gibts denn?" Sie war kurz davor sich einen abzulachen. "Der fette Vera wurde doch tatsächlich entführt!" berichtete Scotty lächelnd. "Ach, wirklich Scotty?! Weswegen sollte ich wohl sonst um diese Zeit hierhin kommen?" fragte Lilly. "Naja...vielleicht... hast du Langeweile und säuberst erstmal die permanent verstopften Toiletten." überlegte er. "Gehts?! Seh ich etwa aus wie eine dieser Besenschlampen, die hier überall rumrennen?" fuhr sie ihn an. "Nein auf keinen Fall! Viel hübscher, Süße!" entgegnete Scotty und sah sie komisch an. "Ahja. Sehr charmant. Was ist jetzt genau mit Vera?" wollte sie wissen. Scotty sah sie immer noch schräg an und sog die Augenbrauen immer wieder hoch. "Guck mich nicht so provozierend an, ich geh nicht mit dir ins Bett!" warnte sie ihn. "Das werden wir ja noch sehen, Herzchen!" sagte Scotty mit einem komischen Unterton in der Stimme. "Scotty?! Geh nach Hause und schlaf deinen Rausch aus. Wir reden morgen weiter!" Lilly setzte sich in Bewegung. "Gerne! Wenn du mich ins Bett bringst..." meinte er und hielt sie am Arm fest. "Oh Junge, wenn du jemanden brauchst, der dich ins Bett bringt, dann ruf deine Mutter an. Ich muss jetzt hier meinen Job machen." Sie machte sich von Scotty los und lief auf die Menschenmasse zu. Scotty stand verwirrt da und sagte zu sich selbst: "Morgen krieg ich sie rum." Dann torkelte er nach Hause.

Lilly dagegen kam bei dem Rest ihres Teams an und erkundigte sich erstmal nach Neuigkeiten. Aber alle waren ratlos. Keiner hatte eine Ahnung wohin sie Nick gebracht hatten. Will schien besonders betroffen zu sein. Naja. Nick ist ja auch sein bester Freund. Wäre Scotty entführt worden, hätte sie auch verdammte Angst um ihn. Doch er war ja zum Glück hier. Sonst würde es hier auch ziemlich langweilig sein. Er war zwar etwas dicht, aber morgen war er bestimmt wieder ganz der Alte.
„Lil?“ fragte plötzlich jemand. Sie wirbelte herum. „Was?“ „Hat Nick dir gegenüber irgendwas erwähnt?“ wollte Stillman wissen. „Nee, er war wie immer. Verfressen und grob“, antwortete sie. Miller lachte sich erstmal einen ab. Will aber warf Lilly einen bösen Blick zu. „Bezeichnen Sie ihn nicht als verfressen, es ist halt nicht jeder so schlank wie Sie. Noch nicht mal Miller!“ giftete er. „Oouuh, der war fies!“ rief John. „Ich nehm das mal als Kompliment, Jeffries. Danke“, sagte Lil und grinste zuckersüß. Miller schaute verunsichert an sich herunter und dann an Lilly. „Bin ich fett?“ fragte sie vorsichtig. „Nein! Sie sind doch nicht fett! Vera und Jeffries sind fett!“ meinte Lil. „Oouuh, der war fies!“ rief John. Miller lächelte zufrieden, aber Jeffries funkelte Lilly jetzt noch böser an. „Es ist eine Frechheit wie Sie über mich und meinen Partner reden! Ich sage ja auch  nicht zu Ihnen, dass sie aussehen als würden sie im Puff arbeiten!“ „Oouuh, der war fies!“ kam es wieder von John. „Wieso seh ich so aus als würd ich im Puff arbeiten?“fragte Lilly lachend. „Wieso sieht sie so aus als würd sie im Puff arbeiten?“ fragte Miller entsetzt. Jeffries guckte betreten zur Seite und schwieg. John stellte sich vor Lilly und musterte sie eingehend. „Von der Figur her könnte sie als Nutte durchgehen, aber die Brüste sind ein bisschen klein. Die im Puff haben doch alle so mega Teile“, meinte John. „Oouuh, der war fies von mir!“ rief er. „Also ich find, ihre Brüste sind in Ordnung“, entgegnete Miller. „Ich hab ja auch nicht gesagt, dass sie schlecht sind. Ich hab lediglich einen Vergleich aufgestellt“, verteidigte sich John. „Ja, wenn das so ist… Was sagen sie denn zu meinen?“ fragte Miller neugierig. „Sieht so aus als würden die ohne BH ziemlich schwabbeln“, fand John. „Oouuh, der war fies von mir!“ Er grinste schelmisch. Miller starrte ihn erschrocken mit offenem Mund an. „Können wir jetzt mal über was anderes reden als über Möpse?“ Lil war genervt. „Das Thema geilt mich aber auf“, widersprach John woraufhin Lil ihn scheiße anguckte. „Oouuh, … äh, ja natürlich…“ Er räusperte sich und rückte seine Brille zurecht. „Und wie gehen wir jetzt vor?“ fragte Lil weiter. „Du bist doch hier die Schlaue. Lass deine Fantasie spielen“, antwortete John. „Oh Boss. Es ist mitten in der Nacht. Ich kann mich nicht konzentrieren“, meckerte sie. „Lillian Rush! Du bist nicht umsonst meine allerliebster Lieblingsdetective mit Sahnehäubchen und Wunderkerzen drauf!“ rief er. „Was?! Lil ist ihr Lieblingsdetective?“ schrien Jeffries und Miller außer sich. „Na sicher. Was haben Sie denn gedacht. Dass einer von Ihnen beiden mein allerliebster Lieblingsdetective mit Sahnehäubchen und Wunderkerzen drauf ist?“ fragte John fassungslos. „Aber…wieso…“ stotterten die beiden. „Ganz einfach. Weil Lil den besten Spürsinn hat, am schlausten ist und das meiste Talent hat. Außerdem sieht sie von allen mit Abstand am besten aus und sie ist die einzige die Kickboxen kann“, erklärte John. „Oouuh der war fies von mir! Ich geb’s denen voll!“ Miller war daraufhin sprachlos. „Sie können Kickboxen, Rush?“ Jeffries konnte das nicht glauben. „Ja. Soll ich Sie mal niedermetzeln?“ fragte Lilly und sah ihn  herausfordernd an. „Nee… ich will ja nicht, dass Sie sich weh tun…“ meinte er. „Ach Jeffries kommen Sie schon. Wir wissen doch beide, dass ich nicht so schwach bin wie ich aussehe. Ich kann verdammt hart zuschlagen!“ warnte sie ihn. Jeffries wich ängstlich einen Schritt zurück. „Los Lilly, schlag ihn zusammen!“ rief John. „Oouuh, ich bin heute so fies!“ „Heute nicht mehr Boss. Jeffries ist doch wegen Nick schon so deprimiert. Da will ich ihn nicht noch mehr erniedrigen indem ich ihn vor allen Leuten hier verprügele“, sagte Lil. „Achja. Nick wurde ja entführt!“ fiel John wieder ein. „Kommt, wir gehen hoch und gucken, was wir tun können“, schlug er vor.

Als sie in der Mordkommission ankamen, war Lil vom gehen so erschöpf, dass sie sich sofort an ihren Schreibtisch setzte und einschlief. „So, Lieblingsdetective Rush schläft. Und jetzt?“ fragte Will. „Wir müssen jetzt wohl auf ihre Schlauheit verzichten“, meinte Miller. „Nein. Wieso? Wenn sie schläft tun wir das auch. Sie wird bestimmt einen schlauen Gedanken gehabt haben, warum sie das getan hat.“ John war fest überzeugt. Jeffries und Miller stöhnten, dachten sich aber, schlafen wir auch mal, dann kriegen wir Pluspunkte. Miller legte sich auf den Boden unter ihrem Schreibtisch und Jeffries auf seinen Stuhl. John ließ sich gemächlich auf seine Seidencouch im Lieutenant Office nieder. Bald hörte man nur noch sein Schnarchen.
 
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