2. Meine Familie

GeschichteDrama, Familie / P6
05.01.2011
11.01.2012
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Mein lieber Sohn.
Ich werde euch nun verlassen.
Es war schön mit euch beiden.
Aber ich werde jetzt gehen.

Nicht heulen, es wird alles wieder gut.
Irgendwann werden wir uns wiedersehen.
Dann wirst du älter sein.
Und du wirst verstehen.

~break~

Was hast du mir damit angetan?
Du hast meine einzige Hoffnung gekillt.
Du hast meinem Leben damals den Sinn genommen.
Du hast mich damals zerstört!

~break~

Sie ging hinaus.
Nahm einen Koffer mit.
Der Transporter war bereits voll beladen.
Wir sehen uns dann irgendwann wieder.

Sie lächelte. War voller Zuversicht.
Sah ihren Vorteil, sah ihre Zukunft.
Sie verließ uns mit einem Grinsen.
Sie ging fort...

~break~

Ich hatte keine Familie. Ich hatte nur meinen Stiefvater.
Es war nicht das gleiche. Leider.

~break~

Sie war wieder da.
Es ist alles schief gegangen.
Ganz wie der 14 jährige Sohn es gesagt hat.
Ganz, wie alle es gesagt haben.

Ihr Traum ist zerplatzt.
Ihr Job ist weg,
Ihre Familie will sie nicht mehr.
Sie hat hoch gepokert und verloren.

Zog mehrmals wieder in unsere Nähe.
Immer war sie unglücklich, zog oft um.
Kein Ort hielt sie. Kein Mann war an ihrer Seite.
Sie hat ihr Leben verspielt und lebt es bis Heute.

~break~

So sitze ich hier vorm Rechner.
Schreibe diese Zeilen.
Mein Gesicht eine einzige Maske.
Dieses Mal werden keine Tränen mehr kommen.

Ich wollte nie so werden, wie sie...

~break~

Es ist ein herrlicher Spätherbst.
Man sitzt daheim und spielt Karten.
Die Familie scheint wieder zusammen.
Doch herrscht eine Distanz in der Luft – grausam.

Plötzlich rollt alles über mein Kopf zusammen.
Ich bekomme auf einmal Sachen zu hören, die sind nicht lustig.
Die Erinnerung dran schmerzt höllisch.
Wie ich dich hasse, obwohl du mir dieses Leben gabst...

Ich behielt meine Maske auf, sagte kein Wort.
Doch innerlich schickte ich dich das erste Mal in meine Hölle.
Auf dass du unten ewig gefoltert wirst.
Diese Qualen wirst du auf Ewig erleiden müssen.

Ein paar Monate später, der Kontakt hält stand.
Man streitet sich wegen einer Kleinigkeit.
Plötzlich ein Satz. In mir bricht alles zusammen.
Ich hasse dich – auf ewig.

~break~

Hass. Meine Lebensquelle.
Es wird mich immer anspornen.
Auf das ich ein besseres Leben führe.
Auf das ich nie so werde, wie du.

Dein Leben ist eine Lüge.
Du lügst andere an, du lügst dich an.
Lebst nur für deinen Vorteil.
Menschennähe nur im materiellen Wert.

Du betrügst sie alle.
Hast 2 Mal meine Welt zerstört.
Wie oft soll das noch passieren?

~break~

Mein Leben ging seinen leeren Gang.
Menschen kamen und gingen.

Dann überschlugen sich die Ereignisse.
Mein Leben gerät völlig aus dem Fugen.
Ich habe keinen Halt, keine Sicherheit mehr.
Dann stehst du plötzlich wieder da.

Lächelst mich an. Führst einen Monolog.
In mir drin bricht wieder alles zusammen.
Ich setze eine Maske auf.

Du redest lange. Entschuldigst dich.
Das wird nie die Narben schließen.
Es tut mir Leid, aber du hast deinen Kredit verspielt.

~break~

Mein Sohn, das Leben ist ein offenes Buch.
Schließ es nicht, bevor es zu Ende ist.

~break~

Lange hadere ich mit mir.
Falle in eine tiefe Depression.
Mein Leben wird offen mir dargelegt.
Ich lege es mir offen dar.

Ich lasse jegliche Emotion in mich eindringen.
Nehme die Geschichte von zwei weiteren Menschen auf.
Gehe zu Grunde, will nicht mehr, kann nicht mehr.
Verschließe mich, klebe meine Masken fest.

Ich schlafe kaum noch,
einen Lebenswillen sehe ich nicht mehr.
Ich kann nicht mehr, bin am Ende.
Lasse los, fliege weit weit weg...

Written on 7/10/09 21:50
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