Liebe in den Bergen

GeschichteRomanze / P6
02.01.2011
29.09.2011
16
18.526
 
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.01.2011 1.316
 
Fandom: Der Bergdoktor (ZDF)
Rating: P6
Pairing: Es wird lang und es wird viele geben. Für die, die es nicht abwarten können, sei gesagt, dass es nicht die Originalen sein werden und doch wird jeder seine Liebe finden.
Genre: Romanze
Kapitelanzahl: (4x4) -> 16
Eigencharakter: Katharina und Lara

Danke für die Reviews und tut mir Leid, dass es doch erheblich später als der angekündigte Donnerstag wurde.
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LIEBE IN DEN BERGEN

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TEIL 1 – NEUE WEGE
Kapitel 2 – Doktor Martin

Lilli hört nichts mehr und macht das Licht wieder an. Es sind nur noch ein paar Sätze und jetzt muss sie sich sputen. Sie denkt nicht mehr daran aufzupassen und horcht auch nicht mehr, ob jemand im Haus erwacht. Sie will nur noch fertig werden und erschreckt sich, als die Tür aufgeht: „Mei Lilli, was meks denn da? Dein Schularbeiten musst gestern gemacht haben. Komm, mach das du aufstehst.“
„Ja, Oma, ich mach schon“, Lilli sieht wie ihre Großmutter die Tür hinter sich schließt, denn Elisabeth Gruber verschwindet jeden Morgen nach dem Aufstehen in der Küche. Egal wie alt ihre Söhne nun auch sind. Sie macht ihnen noch immer das Frühstück und dann natürlich auch für ihre Enkelin Lilli. Als sie an diese denkt, muss Elisabeth unweigerlich den Kopf schütteln. Jedoch lächelt sie dabei und erinnert sich an ihre Söhne Martin und Hans. Beide haben sie versucht länger zu schlafen, aber ihre Mutter hat sie Tag für Tag geweckt und das war ihr Glück, denn so konnten die Brüder am Küchentisch sitzen und ihre Hausaufgaben zu Ende machen. Denn fertig hatten sie diese nie, was ihre Mutter immer wahnsinnig gemacht hat.
Heute ist sie dafür umso stolzer auf ihre zwei Buben, von denen einer Arzt geworden ist und der andere den Hof übernommen hat. Genau dieser kommt nun auch die Treppe runter und gibt seiner Mutter einen Kuss auf die Wange: „Morgen Mama. Du, der Martin ist nicht da. Sein Zimmer ist leer, aber hast du die Lilli schon geweckt? Sonst geh ich nochmal.“
„Na, die Lilli ist wach. Geh schnell und hol unserem Prinzessin sein Milch“, Elisabeth tätschelt ihrem jüngeren Sohn Hans die Schulter und dann verschwindet er auch schon nach draußen, während Lilli sich aus ihrem Zimmer stiehlt: „Danke, dass du mich nicht verraten hast, Oma.“
„Hab ich gern gemacht, Lilli. Aber jetzt schau, dass fertig wirst und geh den Martin wecken. Der Bub kanns ja nicht weg sein. Der seins genau so a Langschläfer wie der Hans“, Elisabeth Gruber schüttet eine Kanne Kaffee auf, denn sie glaubt weiterhin, dass ihr Sohn noch irgendwo im Haus, womit sie jedoch falsch liegt. Denn Doktor Martin Gruber ist von einer Freundin angerufen worden, die in ihrem Wirtshaus, in dem sie auch Gäste beherbergt, seine Hilfe braucht. Denn in der Küche ist der Koch plötzlich zusammen gebrochen und nun atmet er nur noch sehr flach.
Martin fährt ins Restaurant und trifft dort auf Lara und Katharina. Die beiden Frauen bemerken ihn nicht und der Doktor verkneift sich ein freundliches Hallo und geht gleich in die Küche. Dort findet er den Koch und hockt sich neben ihn auf den Boden: „Ja Xaver, was machst denn für Sachen. Komm, jetzt stehst auf und… Susanne bringst mir einen Stuhl Wir müssen den Xaver hinsetzen oder besser hinlegen. Hast a Zimmer frei?“
„Ja freilich“, Susanne hilft Martin dabei Xaver aus der Küche zu begleiten. Sie greifen dem Koch unter die Arme und stützen ihn bei jedem Schritt. Ein Fuß vor den anderen setzend, kommen sie nur langsam voran. Aber sie wollen Xaver schonen und dann denkt Martin nach: „Xaver, wir werden dich nicht die Treppe hochbringen. Ich will dich in der Praxis untersuchen und dann schauen wir mal, was mit dir los ist. Mir ist es lieber, wenn ich wirklich ausschließen kann, das nichts ist.“
„Aber es kann doch gar nichts sein, oder? Martin?“, Susanne ist besorgt um ihren Koch und hilft Martin dabei, Xaver zum Auto des Doktors zu bringen. Sie setzen Xaver hinein und dann verabschiedet sich Martin, während Susanne wieder ins Haus geht und abwesend daran denkt, was los sein könnte. Lara reißt sie allerdings aus ihren Gedanken und erinnert sie daran, dass der Kaffee am Frühstücksbuffet fehlt, welchen Susanne nun frisch ausschüttet.

Roman Melchinger schließt die Haustür auf und öffnet damit gleichzeitig die Praxis von Doktor Martin Gruber. Doch so früh am Morgen ist noch niemand auf den Beinen und so setzt sich Roman noch einmal auf die Bank vor dem Haus und schließt für einen Moment die Augen. Geweckt wird er allerdings, als wenig später ein Auto auf dem Kies des Parkplatzes hält. Der alte, olivegrüne Mercedes hält direkt vor der Tür und prompt steigt Martin Gruber auf der Fahrerseite aus: „Roman, hilf mir den Xaver in die Praxis zu bringen.“
„Erst mal guten Morgen. Was ist denn überhaupt los?“, Roman steht von der Bank auf und öffnet die Praxistür ganz weit. Dann geht der ältere Arzt zu seinem jüngeren Kollegen und hilft ihm den Koch des Wirtshauses in die Praxis zu bringen. Dort legen sie ihn auf eine Liege und Martin redet immer wieder zu Xaver, damit dieser nicht wieder das Bewusstsein verliert. Er soll die Augen offen halten und antworten, doch das schafft er nur sehr mäßig.

„Was war denn gerade los?“, Lara will sich bei Susanne erkundigen, doch diese gibt ihr keine wirkliche Antwort, sondern geht nach dem Kaffeeeinschütten gleich wieder zurück in die Küche. Lara widmet sich deshalb ihrer Tasse Kaffee, während ihr Blick immer wieder zur Küchentisch geht. Ihr Interesse ist zu stark, dass sie nicht bemerkt, wie ihre Freundin schmerzvoll das Gesicht verzieht. Die Brünette versucht den Schmerz weg zu atmen, doch der Druck verschwindet nicht. Doch Lara soll es nicht wissen, sie soll nicht erfahren, wie sie leidet. Sie soll ihren Urlaub genießen und dazu hatte Lara nun einmal klare Vorstellungen. Katharina musste ihr diese einfach erfüllen und mit Schmerzen würde es der jungen Frau schwer fallen. Sie durfte es Lara deshalb nicht spüren lassen. Aus diesem Grund geht ihr Blick immer wieder zu Lara und wenig später auch zur Küchentür: „Was beobachtest du eigentlich? Du schaust immer wieder diese Tür an.“
„Ja, da wurde gerade ein Mann abgeholt. Es sah gefährlich aus und die Wirtin hat es glaub ich ganz schön mitgenommen. Kein Wunder, wer rechnet schon damit, dass jemand, mit dem man gerade noch gesprochen hat, plötzlich ohnmächtig wird. – Weißt du, dass ich mir um dich auch immer Sorgen gemacht habe, wenn dir das passiert ist?“ Lara streckte ihre Hand über den Tisch hinweg nach Katharina aus, die zögert die Berührung annahm: „Ich habe einen niedrigen Blutdruck. Das ist erblich bedingt. Du hättest dir darüber nie Sorgen machen müssen.“
„Ja, aber du bist ja jetzt immer noch ganz kalt. Wir sollten dich vorsichtshalber untersuchen lassen, ehe wir wandern gehen. Am besten ich lass mir gleich mal die Adresse von diesem Arzt geben.“ Lara sprang auf noch bevor Katharina sie zurückhalten konnte. Sie ließ bereits ihren Kopf hängen, denn nun schnappte die Falle allmählich zu.

„Xaver, dein Blutdruck war zu hoch. Du brauchst jetzt viel Ruhe und ich muss dich krankschreiben.“ Martin Gruber füllte ein Rezept aus und reagierte nicht auf das Stöhnen seines Patienten, der sich noch nie vor der Arbeit gedrückt hatte. Doch heute war es keine Entschuldigung. Er hatte nicht absichtlich etwas vorgetäuscht, sondern wurde wirklich ohnmächtig durch seinen Eifer immer alles gut und richtig zu machen, was Martin nun unterbinden musste: „Xaver, ich bin dein Arzt und du wirst dich eine Woche lang nicht mehr hinter einen Herd stellen. Ich rufe Susanne an, wenn es nötig ist.“
„Du bis a schrecklicher Dokter. Ab morgen geh i wieda zum Roman.“ Xaver nahm das Rezept für seine Medikamente entgegen und stampfte aus der Praxis, während Martin seinen Kopf hängen ließ und durchatmete, während er sich darauf einstellte, dass Xaver an diesem Tag nicht sein einziger unzufriedener Patient sein würde.