Fault

GeschichteDrama / P12
31.12.2010
31.12.2010
1
391
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Vor Kälte zitternd zog sie sich ihre Jacke enger an den Körper. Es half nicht viel in diesem verschneiten Winter, zumal sie auch nicht wirklich für diese Jahreszeit gekleidet war.
Trotzdem war ihr bewusst, dass es noch einen Grund gab, aus dem sie zitterte. Ein dummer Fehler, der nie hätte passieren dürfen.
Die junge Frau schlang ihre Arme fester um den Körper, als sie an das dachte, was ihr vor ein paar Tagen passiert war. Warme Tränen bahnten sich den Weg über ihre Wangen, bis zu ihren eiskalten Lippen.
Ihr war klar, dass es in diesem Beruf, den sie ausübte, nicht immer eine Rettung gab und man immer vollste Konzentration zeigen musste. Sie war abgelenkt durch den ganzen Stress, den er ihr mit auf den Weg gab.
Oh, er hatte keine Ahnung, wie wütend sie jetzt in diesem Moment auf ihn war. Er war doch schuld an allem!
Doch so gerne sie sich mit diesem Gedanken abfinden wollte, wusste sie, dass es nicht er war, der die Schuld hatte. Sie selbst hätte sich mehr auf ihre Arbeit konzentrieren müssen. Sie war schuld daran, dass...
Mehrere Tränen suchten sich jetzt ihren Weg, doch sie wischte sie einfach weg.
Du musst jetzt stark sein, sagte sie sich immer wieder, doch sie wusste genau, dass dies unmöglich war.
Nie wieder konnte sie sich auf ihrer Dienststelle blicken lassen. Niemand würde sie jemals wieder als die Notärztin sehen, die sie einmal war. Besonders nicht Florian. Er würde sie wegjagen, für das, was sie ihm angetan hat... und sie würde auch wirklich gehen, denn bei ihr saß der Schmerz mindestens genauso tief.
Sie rieb sich mit den Händen über ihre Arme und versuchte normal zu atmen, was ihr seit dem Zeitpunkt schwer fiel, an dem sie mit einem Kopfschütteln bestätigt bekam, dass es keine Hoffnung auf Leben mehr gab. Wäre sie konzentriert gewesen, wäre das alles nie passiert.
Aber sie dachte immer wieder an ihn. Er war der Grund dafür, dass sie sich nicht rührte als ihre beste Freundin in ihren Armen lag. Sie hielt sie einfach nur in den Armen und machte nichts... ihre Gedanken waren nur bei ihm, während die anderen Ärzte an ihr vorbei liefen und ihrer besten Freundin versuchten das Leben zu retten, doch es war zu spät. Stefanie Felten verstarb noch am Unfallort.

Judith dachte an den Spruch die Zeit heilt alle Wunden, aber sie schüttelte nur den Kopf.
"Nein, sie lindert nur den Schmerz...", flüsterte sie und sprang.
Review schreiben