⚜ When Hermione Fights ⚜

von queenie
GeschichteAllgemein / P18
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lucius Malfoy Severus Snape Sirius "Tatze" Black
30.12.2010
11.09.2019
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Apparieren

Ich suchte mir eine ruhige, dunkle Ecke, in der ich ungesehen war, denn es tobten viele Gefühle in meinem Inneren: Freude darüber, dass alles so funktionierte, wie von mir ersonnen, Angst, da ich gleich den Versuch der ersten Apparation wagen würde. Na gut, ich war erst 15 und eigentlich darf man erst mit 17 apparieren, aber nicht mit mir, dafür machte ich dieses ganze Theater.

Ich hatte jetzt einen nicht-registrierten Zauberstab und den hatte ich auch vor zu benutzen. Außerdem hatte ich alle Bücher, die es zu diesem Thema gab, verschlungen und fühlte mich relativ gut vorbereitet. Habe ich schon gesagt, dass ich Machtmissbrauch nicht ausstehen kann? Dieses Gesetz war offenbar irgendeiner nicht nachvollziehbaren Laune entsprungen. Ich hasste diese offensichtliche Selbstherrlichkeit, auch dieses Gesetz war wieder ein Willkürakt des Ministeriums!

Aus diesem Grund war es mir egal. Also dachte ich gar nicht lange nach, sondern atmete drei Mal tief durch, konzentrierte mich intensiv auf den Kern meiner inneren Magie und hielt meinen neuen Stab fest umklammert in der Rechten. Sobald meine Konzentration stark genug war, fokussierte ich, wie in den Lehrbüchern beschrieben, meinen von mir gewünschten Ankunftspunkt: den Garten meiner Eltern. Sobald ich diesen visualisiert hatte, sprach ich im Geiste den Spruch ‚Appare', schwang den Stab und hielt gespannt die Luft an.

Es fühlte sich an, als würde alles an Luft aus meinen Lungen gepresst und ich selbst, mein ganzer Körper, durch einen engen Gartenschlauch gezogen. Ich drehte mich permanent um mich selbst, wie in einem Kreisel, gleichzeitig kniff ich meine Augen zu, denn ich musste mich konzentrieren und durfte mich nicht ablenken lassen. Es wäre fatal, unter diesen Umständen die Konzentration zu verlieren, ich musste konstant an meinen Bestimmungsort denken, sonst konnte es passieren, dass ich zersplitterte. Daher kam auch das Gesetz des Ministeriums - weil Kinder angeblich eine so schlechte Konzentrationsfähigkeit hatten. Klar war nicht jeder unter 17 dafür geeignet, dachte man mal an Ron oder Neville, die würden sich in ihrem jetzigen Alter wirklich dabei umbringen.

Bah, war mir schlecht!

Lange würde ich diese Belastung nicht mehr durchhalten. Ich konnte spüren, wie sich Schweiß auf meiner Stirn bildete und der Stab in meiner Hand erbärmlich zitterte. Als ich schon dachte, ich würde der Belastung nicht mehr standhalten, wurde mein Körper plötzlich aus der quetschenden Enge entlassen.

Endlich!

Ich blinzelte irritiert und erkannte erleichtert unseren Garten. Puh! Wenig elegant plumpste ich atemlos, aber mit einem erleichterten Seufzen auf die Knie in das kühlende Gras. Konzentriert atmete ich tief ein und aus, um den Schwindel in meinem Kopf zu überwinden. Da drehte sich nämlich immer noch alles. Also gut: Apparieren war nicht ohne!

Allerdings für das erste Mal und ohne Hilfe war es schon mal nicht schlecht, wie ich fand. Vor allem, da ich gleich eine größere Strecke überwunden hatte. Erlernte man doch in Hogwarts den magischen Sprung in kleineren Etappen, von Kreis zu Kreis! Also: Selbst schuld!

Eigentlich erarbeitete man die Apparation wochenlang, um den Umgang damit zu erlernen. So was Gefährliches lernte man nicht nur aus Büchern, man muss er richtig im Praktischen erproben, und erst wenn man sicher war, wurden größere, weitere Sprünge gelehrt. Nicht anderes herum. Doch wie gesagt, ich hatte mir nur aus Aufzeichnungen mein Wissen angeeignet.

Nun glitten meine Augen hektisch über meinen Körper, auf der Suche nach etwaigen Verletzungen, nur um festzustellen, dass alles glattgegangen war. Ich war noch an einem Stück. Wieder ein Mal stellte ich erfreut fest, Bücher und eine blendende Auffassungsgabe konnten sehr gute Lehrer sein. Ein verschmitztes Grinsen zeigte sich auf meinen Lippen, wenngleich mein Kopf schmerzte, so hatte ich jedes Recht stolz auf mich zu sein. Heute war wirklich ein guter Tag.

Nein ... halt! Es war eine wirklich gute Nacht!

Ja, ich musste lernen, die Nacht noch mehr zu lieben. Zu einem Teil von ihr werden und mit ihren Schatten verschmelzen, wenn ich meine Pläne so umsetzten wollte, wie ich es vorhatte. Ich musste lernen keine Angst vor ihr zu haben, sondern mich ihr hinzugeben, wie einer Geliebten, die ihren Schatten auf mich senkte, auf dass er gute Dienste leistete und ich mich furchtlos in der Schwärze bewegen konnte. Genau das war mein Ziel.

Oh ja, es würde sich viel ändern in der nächsten Zeit!

Aber zurück ins 'Hier und Jetzt'.

Mit Schwung hievte ich mich vom Boden und streckte meinen Körper. Es war, als hätte man einen Muskelkater. Nur meine Beine fühlten sich ganz wackelig an. Ich nahm an, dass es alles eine Frage der Übung und Gewohnheit war, aber in so was war ich schon immer gut gewesen - Wiederholungen. Also, die Nacht war noch jung, somit - auf an die Arbeit. Der Garten würde jetzt meine große Halle sein, nur ohne Kreise. Ich konzentrierte mich und sprang von einem Ende zum anderen. Vor, zurück, zur Seite, hin, her und alles in schneller Abfolge.

Nach einer Stunde wildem Hin und Her, sank ich an unserer großen Eiche erschöpft und verschwitzt zusammen. Meine Lunge entließ rasselnd meinen Atem. Mit einer unwirschen Geste strich ich mir meine unechte Haarpracht herab, auf dem Haarband glänzte der Schweiß. Mein Kopf sank in meinen Nacken und ich schloss vollkommen erschöpft die Augen.

Himmel, das war wirklich ein hartes Stück Arbeit gewesen … Mein Körper … Mir war übel und ich fühlte mich wie ausgekotzt. Doch langsam fühlte es sich wesentlich besser an. Mir wurde nicht mehr schwindelig und ich brauchte nur noch einen Bruchteil der Konzentration im Vergleich zum ersten Mal, um dort hinzukommen, wo ich hinwollte.

Für heute war allerdings Schluss. Zum einen, weil es jetzt fast drei Uhr in der Früh war und zum anderen hatte ich morgen wieder Besorgungen zu tätigen und konnte dabei die weiten Strecken in Angriff nehmen, um auch diese zu perfektionieren.

Also schleppte ich mich, müde wie ich war, so leise wie möglich, da der Schlaftrank meiner Eltern mittlerweile nicht mehr so stark wirken würde, in mein Zimmer. Ich zog mir meine Klamotten über den Kopf, schmiss den Haarfetzen in eine Ecke und sank, nur noch mit meiner Unterwäsche bekleidet, total erschöpft auf mein Bett und fiel in kürzester Zeit in einen tiefen, fast schon komatösen Schlaf.
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