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(Megamind) Die Bösen bekommen nie das Mädchen, oder?

von LammL
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
29.12.2010
23.04.2012
6
5.970
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29.12.2010 1.172
 
Es war schief gelaufen, so wie immer. Frustriert ließ sich Megamind in seinen Sessel sinken und starrte an die Decke. Wie oft hatte er jetzt schon versagt? Hunderte male, tausende? Irgendwann hatte er aufgehört zu zählen. Was vielleicht auch besser war, denn dann konnte er sich vor machen, dass alles doch nicht so schlimm war. Oder? Er stieß einen verzweifelten Seufzer aus und schloss die Augen. Was dachte er denn hier? Nicht so schlimm? Er hatte sein ganzes Leben lang versagt, war immer ein Außenseiter.
„Äh, Sir? Alles in Ordnung?“ Besorgt sah Minion zu seinem Herrn, der erschreckend ruhig da saß und alles um sich herum vollkommen ignorierte.
„Lass mich bitte allein, Minion.“, antwortete der Gefragte fast flehend und drehte sich von seinem Diener weg. Dieser tat wie ihm geheißen, nahm sich aber vor seinen Boss in nächster Zeit etwas genauer im Auge zu behalten.

Wie viele Stunden er sich in diesem fast tranceähnlichen Zustand befand konnte er nicht sagen. Doch als er sich endlich dazu aufraffen konnte sich zu erheben, schoss ihn ein gewalltiger Schmerz durch den Rücken. Doch das störte ihn nicht. Er hatte es verdient. Schließlich war er der Böse und die Bösen verdienten nur negatives. Plötzlich überkahm ihn eine Welle der Wut.
„Scheiße!“ Unkonrolliert trat er gegen seinen Sessel und warf ihn um.
„Scheiße! Scheiße!! SCHEIßE!!!!!“ Megamind hatte es entgültig satt. Er hatte keine Lust mehr auf den ganzen Mist hier.
„Sir?“, fragte Minion ängstlich. Er hatte seinen Herrn noch nie so erlebt.
„Verschwinde! Ich will meine Ruhe haben!“, brüllte der Blauhäutige augebracht zurück. Dabei total vergessend, dass er damit seinen besten und einzigen Freund zutierfst verletzte. Geknickt verließ der Fisch den Raum. Sein Boss würde sich schon irgendwann wieder beruhigen.

Doch dem war nicht so. Megamind wütete weiter. Er zerlegte sein gesammtes Hauptquartier und wäre Minion nicht irgendwann geflüchtet hätte es ihn auch erwischt.
„Fuck!“ Tränen rannen ihm über die Wangen, als er letztendlich erschöpft an einer Wand herab sank und zitternd dort sitzen blieb. Er fühlte sich elend, wollte nur noch die Augen schließen und schlafen. Und genau das tat er auch. Dumpf schlug sein Körper auf den harten Steinboden, als er sich einfach fallen ließ. Eine bittere aber auch zugleich angenehme Kühle empfing ihn.

So fand ihn zwei Stunden später Minion. Der Fisch war entsetzt. Nich nur dass sein Herr auf dem Boden lag und vor Kälte zitterte, nein, er war auch verletzt. Er hatte unzählige Schnitte die er sich durch seine Randaliererei selbst zugefügt hatte.
„Oh, Sir. Was haben sie nur getan?“

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„Es ist unglaublich, aber seit einer Woche haben wir nichts von dem Superschurken Megamind gehört. Hat er es entgültig aufgegeben oder plant er nur wieder eine seiner teuflischen Missetaten?Egal was es ist, wir haben Metroman, den Beschützer unserer Stadt und egal was dieses Monster auch planen mag, er wird es verhindern.
Ihre Roxanne Richi“

Kopfschüttelnd wandte Metroman seine Kopf von dem Bildschirm ab und sah gen Himmel. Irgendetwas stimmte mit seinem Erzfeind nicht. Sie kannten sich seit ihrer Kindheit. Noch nie hatte Megamind sich so viel Zeit gelassen. Selbst als er im Gefängniss saß hatte er keine ruhige Minute. War bei ihrer letzten begegnung irgendetwas anders gewesen als sonst? Er überlegte. Fand aber nichts auffälliges in seinen Erinnerungen. Der Blauhäutige war wie immer. Große Klappe. Tollpatschig wie eh und je. Nein, er konnte beim besten Willen nicht sagen, was plötzlich mit dem anderen los war. Vielleicht sollte er mal mit Roxanne reden. Denn auch wenn er erleichtert ist einmal etwas Freizeit zu haben, langsam wurde ihm langweilig.

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Minion war verzweifelt. Sein Herr aß nicht, trank nicht, redete nicht. Er saß einfach nur da und starrte ins Leere.
„Herr, vielleicht solltet ihr etwas raus gehen und frische Luft schnappen. Er wird Euch gut tun.“, schlug der Fisch verzweifelt vor. Er hatte alles versucht seinen Boss wieder aufzuheitern. Jetzt konnte er nur noch hoffen, dass sich dieser von allein wieder fing.
„Hm.“ Steif richtete er sich auf, ließ seine Gelenke knacken und schleppte sich Richtung Ausgang. Zwar hatte er absolut keine Lust dazu jetzt raus zu gehen, aber die traurigen Blicke Minions konnte er im Moment einfach nicht mehr ertragen.

Ausnahmsweiße hatte er heute einmal nicht einen seiner typischen Umhänge an, sondern eine einfache schwarze Jacke. Er durchlief jede Pfütze, die auf seinem Weg lag. Zuckte nicht zusammen, als ein vorbeifahrendes Auto ihn nass spritzte und ignorierte es auch, als es nach einer Weile anfing wie aus Eimern zu schütten.
Megamind frohr erbärmlich, wiederstand aber dem Drang sich die ohnehin durchweichte Jacke enger um den Körper zu wicken, um sich etwas zu wäremen.
Es war alles Scheiße!

Kein Mensch war auf den Straßen unterwegs. Nur er, der Depp vom Dienst. Frustriert wurde er auf eine Nachrichtendurchsage aufmerksam. Und natürlich war sie von Roxanne Richi. Er hätte kotzen können. Es war nicht so, dass er sie nicht mochte. Eher das Gegenteil. Aber wie sie immer mit ihm umsprang. Er sei einfallslos, durchschaubar, berechenbar … Seufzend ließ er den großen Fernseher hinter sich, auf dem der ach so große Metroman gerade über alle maßen gelobt wurde. Man, warum krochen sie ihm nicht gleich in den Arsch?

Metroman, immer wieder Metroman. Er bekam den Ruhm. Er wurde bejubelt. Er hatte Fans. Nicht zu vergessen die Superkräfte.
„Egal was es ist, wir haben Metroman, den Beschützer unserer Stadt und egal was dieses Monster auch planen mag, er wird es verhindern.“ Megamind sah auf. Wieder eine Monitor, klar, die Dinger waren in der ganzen Stadt verteilt. Eigentlich recht nützlich, doch im Moment gingen sie ihm einfach nur auf die Nerven.
„Ein Monster?“, flüstere er rau. Ja, das stimmte. Er war ein Monster. Ein böses, unansehnliches blaues Monster, dass wohl nie … nie einen Menschen finden wird der ihn … Megamind schüttelte den Kopf, er hasste diesen Gedanken. Vielleicht sollte er zu Minion und seinen Robottern zurückkehren. Dieser Spaziergang war keineswegs gut für ihn. Immerhin war er kurz davor seinen Kopf, übergroßen Kopf, wie er frustriert bemerkte, gegen eine Laterne zu schlagen.

Aber konnte er das seinem Freund antun? Beim letzten Mal war er ihm gegenüber nicht gerade nett gewesen. Hatte ihn angeschriehen, das hatte er noch nie. Egal wie wütend er auch gewesen sein mochte. Doch irgendetwas hatte das Fass zum Überlaufen gebracht und er brauchte ein Ventil. Es tat ihm schrecklich leid, dass es ausgerechnet Minion getroffen hat. Vielleicht sollte er sich bei ihm entschuldigen. Aber nicht jetzt. Denn so wirklich besser ging es ihm immer noch nicht und noch einmal seinen treuen Begleiter zu verletzen, brachte er einfach nicht über sich. Nein, lieber lief er noch etwas durch die Straßen und verschte sich zu sammeln.

Ein Blitz brach durch die dunklen Regenwolken über ihm und ließ ihn zusammenzucken. Bildete er sich das nur ein oder war es noch kälter geworden? Außerdem kam es ihm so vor, alls würde es noch stärker regnen als zuvor. Wenn das überhaupt möglich war.



Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen und ihr hinterlasst mir ein paar Kommis ^^
Denn nichts ist schlimmer für einen Autor, als keine Bestätigung oder Kritik zu bekommen.
Bye
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