Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

SK Kölsch: Zwei Männer unterm Baum

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
28.12.2010
28.12.2010
1
4.909
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
28.12.2010 4.909
 
Titel: Zwei Männer unterm Baum
Autor: Lady Charena
Fandom: SK Kölsch
Episode: Blutspur
Paarung: Klaus Taube, Jupp Schatz, div.
Rating: gen
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Der Weihnachtsmann liefert ein sehr ungewöhnliches Präsent bei Klaus und Jupp ab.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.




Zwei Männer unterm Baum
Eine SK-Kölsch Weihnachtsstory

Nur noch ein Tag bis Weihnachten. Die knallbunte Dekoration überall in den Schaufenstern und an den Häuserfassaden versuchte mechanisch-verzweifelt gegen den typisch matschig-grauen, schneelosen deutschen Winter anzublinken und unterstrich die Trostlosigkeit eher noch, als sie zu überdecken. Zu allem Überfluss begann es jetzt auch noch zu regnen.

Fröstelnd schob Klaus Taube die Hände tiefer in die Taschen seines Mantels und zog den Kopf ein. Vor ein paar Tagen hatte er noch am Strand gelegen, unter der karibischen Sonne, Seite an Seite mit diesem... betrügerischen Bastard... der die ganze Zeit nur auf den Hintern des Surflehrers gestarrt hatte, wie er jetzt wusste. Statt zweier erholsamer Wochen, ohne Arbeit, ohne die lieben Kollegen – ohne Jupp – in denen er sich endlich mal Zeit für sich hatte nehmen wollen... saß er jetzt ohne Sonnenschein und Strand wieder im Büro und konnte den deutschen Weihnachtskitsch über sich ergehen lassen. Zuerst war er versucht gewesen, die Koffer gar nicht erst auszupacken, sondern sich ein Last-Minute-Ticket nach irgendwohin, wo es warm und trocken war, zu besorgen – aber dann war es Jupps treuherziger Blick und seine Bettelmiene gewesen, die ihn davon abgebracht hatten. Niemand hatte ihm vor seiner Abreise gesagt, dass Ellen mit Florian über die Festtage zu ihren Eltern fahren würde und die Jupp nicht ausstehen konnten – was im übrigen auf Gegenseitigkeit beruhte – und Jupp freiwillig Bereitschaftsdienst übernehmen würde, so dass Achim und Dino mit ihren Familien feiern konnten. Gabi war klugerweise bereits mit einer Freundin Richtung Süden entschwunden.

Sogar an der traditionellen Weihnachtsfeier im Präsidium hatte er teilgenommen, wider besseren Wissens, denn sie artete in ein fürchterliches Besäufnis der dienstfreien Kollegen und dem neidvollen Gemeckere derer aus, die sich an alkoholfreien Glühwein und Kinderpunsch halten mussten. Viele hatten Plätzchen und Stollen und anderes von Zuhause mitgebracht, das zumeist ziemlich süß und alles andere als ein Meisterwerk der Backkunst war. Klaus hatte sich nach den obligatorischen zwei Gläsern Glühwein mit zwei Kolleginnen von der Sitte, die ganz amüsant und kurzweilig von ihrem letzten Weihnachtsurlaub in Finnland und den dortigen Weihnachtsbräuchen erzählten, eine Kanne Tee geteilt.

Jetzt hatte Klaus sich in den vor-festtäglichen, morgendlichen Einkaufsrummel gestürzt, um seine Geschenke abzuholen. Glücklicherweise hatte er sie schon vor einiger Zeit ausgesucht und besorgt. Ein Zustellservice hätte sie rechtzeitig abgeliefert, aber das war ihm dann jetzt doch zu unpersönlich erschienen, nachdem er ja in der Stadt war. Also stornierte er den Auftrag und holte seine Geschenke dort wieder ab. Zuerst hatte er daran gedacht, sie sich einfach ins Büro liefern zu lassen – aber dann wäre er den ganzen Tag mit Jupps Neugier - und Jupps Skrupellosigkeit, die Geschenke einfach auszupacken, da machte er sich nichts vor – beschäftigt gewesen.

Außerdem hatte er keine Lust gehabt, alleine in seiner Wohnung zu frühstücken und um die Ecke des Büros/Lagers des Zustelldienstes lag ein gemütliches Cafe, das jahreszeitlich unberührt geblieben war – vielleicht waren die Besitzer keine Weihnachtsliebhaber oder hatten sich bewusst dagegen entschieden, den alljährlichen Dekorationswahn mitzumachen, um die Gäste anzuziehen, denen der Kitsch bis zum Hals stand.

Mit einem zufriedenen Seufzen trat Klaus in den gutgeheizten Raum und hängte seine Einkaufstüten über eine Stuhllehne, bevor er seinen feuchten Mantel auszog und über einen anderen Stuhl hing. Er hatte Glück und eine Flaute zwischen der Hauptbetriebsamkeit erwischt. Aus versteckt angebrachten Lautsprechern perlte halblaut leichte Klaviermusik – keine Weihnachtslieder, weder die zuckersüße amerikanische Version, noch die eher schwerfälligen oder behäbigen deutschen Varianten. Auf der Speisekarte wimmelte es nicht plötzlich von Weihnachtsmuffins und Santa-Clause-Brownies oder anderem Gebäck und es gab auch keinen X-Mas-Latte. Klaus bestellte sein Frühstück und nahm sich eine Zeitung zur Überbrückung der Wartezeit.

Er hatte kaum damit angefangen, die Schlagzeilen zu überfliegen, als ein ungewohntes Geräusch an seine Ohren drang. Klaus sah sich unauffällig um. An einem Tisch in seiner Nähe saß eine schwarzhaarige, junge Frau mit einem Säugling, der sich quäkend Aufmerksamkeit verschaffte. Sie sah ihn erschreckt an, als sie seinen Blick bemerkte und drückte das Baby schützend an sich – worauf sich dessen Lautstärke eher steigerte. Klaus lächelte ihr flüchtig zu, dann vertiefte er sich wieder in seine Zeitung, bis sein Kaffee kam.

Er hatte kaum den ersten Schluck getrunken, als sein Handy klingelte. Seufzend zog Klaus es aus der Tasche und meldete sich. Wie zu erwarten, war es Jupp. „Du störst, Jupp“, sagte er. „Nein, das geht dich nichts an, bei was.“ Er rührte in seiner Tasse. „Ich sagte doch, dass ich heute ein wenig später ins Büro komme. Nein, du brauchst mich nicht abzuholen, ich bin nicht zu Hause. Jupp, behalte deine Phantasie im Zaum, ja. Okay. Ich bin in zwanzig Minuten im Präsidium.“ Er unterbrach die Verbindung und steckte das Handy zurück in die Tasche. Dann warf er einen Blick auf die Uhr und trank seufzend seinen Kaffee aus.

Ein paar Minuten später beendete Klaus sein Frühstück, sammelte seine Sachen zusammen und zog den Mantel über, der kaum getrocknet war.

„Entschuldigung?“

Klaus sah auf und sich der nervösen jungen Frau vom Nebentisch gegenüber, das Baby war jetzt in einer Tragetasche verstaut, die neben ihr auf einem Stuhl stand. „Ja?“

„Ich... ich habe gerade Ihr Gespräch mitangehört. Unabsichtlich. Sind Sie... sind Sie Polizist?“, fragte sie unsicher.

Klaus musterte sie fragend. „Ja?“ Als sie nicht weitersprach, zog er seinen Ausweis aus der Tasche. „Mein Name ist Klaus Taube. Ich bin bei der Kriminalpolizei Köln.“

„Ich bin...“ Ihr Blick glitt an Klaus vorbei und zur Tür und sie brach ab. „Entschuldigung“, meinte sie hektisch. „Ich wollte Sie nicht belästigen.“ Sie kehrte an ihren Tisch zurück.

Klaus drehte sich neugierig um – doch am Eingang war niemand. Durch die Milchglasscheibe der Tür sah er nur einen Schatten. „Was ist denn...“, sagte er als er sich wieder zu der Frau umdrehte – beziehungsweise es wollte. Sie war nicht mehr da, sondern samt der Babytragetasche verschwunden. Rasch sah sich Klaus im Cafe um, doch er sah sie nirgends. Vielleicht war sie auf die Toilette.

Kopfschüttelnd knöpfte er seinen Mantel zu, zog Handschuhe an, bezahlte seine Rechnung und verließ mit seinen Einkaufstaschen das Cafe, um sich in den Trubel des regnerischen Vormittags zu stürzen. Bis er ein Taxi erwischt hatte und auf dem Weg ins Präsidium war, hatte er die kurze Begegnung schon fast vergessen.

* * *

„Du hast was?“, fragte Klaus fassungslos und verstaute seine Tüten in einem abschließbaren Schrank. „Ohne mich zu fragen? Ich kann so was überhaupt nicht. Wenn du das machen willst, bitte, nur zu. Aber halt mich gefälligst da raus.“

Jupp setzte ein entschuldigendes Grinsen auf. Er saß auf der Kante von Klaus Schreibtisch. „Ich dachte, du wärst einverstanden. Hey, es ist doch Weihnachten, jetzt lass’ mal deine miese Laune beiseite und...“

„Ich habe keine miese Laune“, unterbrach ihn Klaus. „Und selbst wenn, es geht hier nicht um mich, sondern darum, dass du mich eigenmächtig mit in diese Sache gezogen hast.“

„Jetzt hab dich doch nicht so, Klaus.“ Jupp zog einen Button aus der Tasche und bevor sein Partner sich versah, steckte er an Klaus Pullover. „So, du bist damit offiziell ein Helfer des Weihnachtsmannes.“ Er beugte sich vor und tätschelte Klaus auf die Wange. „Lächeln, Täubchen. Sind doch nur zwei Stunden.“

„Zwei Stunden am Weihnachtstelefon!“, ereiferte sich Klaus und betrachtete den Button, auf dem ein paar goldene Engelsflügel abgebildet waren. „Außerdem müsste es nicht Christkind heißen? Und das sieht aus wie das Werbegeschenk einer Fluglinie.“

„Sei’ mal nicht so zickig. Die Kids kennen heute das Christkind doch gar nicht mehr. Die wollen einen Weihnachtsmann.“ Jupp stand auf und zog aus der hinteren Hosentasche eine arg zerknitterte Weihnachtsmannmütze. „Ich find das ne tolle Idee. Ist doch für ne gute Sache.“ Er sah auf die Uhr. „Los’, komm’, wir müssen uns beeilen. Wir sind in zehn Minuten dran.“ Jupp ging zur Tür, blieb dort stehen und sah seinen Partner auffordernd an. Seufzend folgte ihm Klaus.

* * *

„Nordpol. Der Weihnachtsmann. Ho-ho-ho“, meldete sich Jupp grinsend.

Der kleine Raum neben der Telefonzentrale war alles andere als weihnachtlich und mit dem Nordpol verband ihn eigentlich auch nur die weiße Farbe, in der Wände und Decke gestrichen waren. Durch ein winziges Fenster sah man ein Stück grauen Himmel. Unter einem wackeligen Tisch, auf dem ein Kaffeeautomat, Plastikbecher und eine geplünderte Schale mit Lebkuchen und Nüssen, sowie ein vor sich hinnadelnder Adventskranz standen, brummte ein altersschwacher Heizlüfter, der die Kälte in dem Raum eher noch zu betonen schien.

Klaus putzte sich die Nase, während er seinen Partner beobachtete. Jupp schien das tatsächlich Spaß zu machen.

„Natürlich bin ich’s“, sagte Jupp gerade. „Wer denn sonst. Und wer ist da?“

Klaus schüttelte den Kopf und betrachtete das angebissene, blasse Vanillekipferl, das auf einer Serviette neben dem zweiten Telefon lag und von seinem Vorgänger stammte. Irgendjemand hatte Puderzuckerspuren auf dem Hörer hinterlassen. Seufzend zog er ein frisches Papiertaschentuch hervor und wischte das Telefon damit ab. Glücklicherweise blieb es stumm. Klaus nahm das Tuch und die Serviette und warf sie in einen Mülleimer in der Ecke, der schon fast bis zum Rand mit Kaffeebechern und Servietten gefüllt war. Dann setzte er sich wieder an seinen Platz.

„So, du heißt also Carmen, ja? Und wie alt bist du, Carmen?“

Klaus hatte inzwischen unter dem Telefon einen Kaffeefleck entdeckt und bemühte ein weiteres Papiertuch. Dabei lauschte er weiter Jupps Unterhaltung.

„Zweiundzwanzig, wirklich?“, wiederholte Jupp gerade und grinste breit, als er sich aufsetzte. „Na dann sag mal, Carmen – bist du ein braves Mädchen? Warst du auch immer schön artig?“

Klaus verdrehte die Augen.

„Warst du schon mal unartig, Carmen?“ Jupp bemerkte den Blick seines Partners und zuckte mit den Achseln. „Möchtest du es mal versuchen? Na klar habe ich auch mal Feierabend, wie könnte ich sonst in dem Job so gute Laune haben. Wie wär’s denn mit...“

Klaus räusperte sich und wies mit dem Kopf zur Tür, an der Haupt stand.

„Äh... ich muss Schluss machen. Einer meiner Weihnachtswichtel hat ein Problem. Wir sehen uns dann übermorgen Nacht. Ich bin der im roten Mantel.“ Jupp legte hastig auf und drehte sich zu seinem Chef um. „Sie hat für ihre kleine Schwester angerufen, die traute sich nicht“, setzte er erklärend hinzu. „Guten Morgen.“

Haupt musterte die beiden über den Rand seiner Brille hinweg. „Stimmt auffallend“, entgegnete der trocken.

„Hoppla, noch jemand mit schlechter Laune.“ Jupp sah Klaus an, doch der lehnte sich zurück, die Arme vor der Brust verschränkt.

„Was treiben Sie eigentlich hier? Nordpol? Weihnachtsmann?“, fragte Haupt irritiert.

„Na ja, wenn ich mich anders melde, glaubt mir doch keiner, dass das hier das Weihnachtstelefon ist.“ Jupp legte die Füße auf den Tisch. Dann erinnerte er sich an die Anwesenheit seines Vorgesetzten im Raum und setzte sich wieder aufrecht hin. Sein Telefon klingelte wieder. „Ho-ho-ho, hier ist der Nordpol, der Weihnachtsmann am Apparat.“ Er lauschte einen Moment, dann reichte er den Hörer zu Klaus hinüber. „Hier, ist für dich, Liebling.“

„Liebling? Was ist los?“ Klaus nahm den Hörer, während Haupt kopfschüttelnd zusah. „Hallo? Nein, hier ist nicht die Frau vom Weihnachtsmann.“ Er warf den Hörer zurück in Richtung Jupp, der ihn auffing und funkelte seinen Partner wütend an.

„Hey, du könntest mal ein bisschen Spaß verstehen“, protestierte Jupp und legte auf.

„Ich verstehe ebenfalls keinen Spaß“, brachte sich Haupt wieder in Erinnerung. „Würden Sie mir freundlicherweise erklären, was Sie hier treiben, Herr Schatz?“

„Wir nehmen an der Weihnachtsaktion der Kölner Polizei teil.“ Jupps Tonfall legte nahe, dass sich das doch wohl von selbst erklärte. „Am Weihnachtstelefon.“

„An was?“

„Am Weihnachtstelefon.“ Jupp stopfte sich ein Lebkuchenherz in den Mund.

„Wieso?“

„Chef, sehen Sie sich doch die Welt da draußen an.“ Jupp deutete auf das Fensterviereck über ihnen. „Was sehen Sie da draußen?“

„Ich würde es vorziehen, wenn Sie nicht jede meiner Fragen mit einer Gegenfrage beantworten würden“, meinte Haupt streng.

„Wieso?“ Jupp grinste und wischte sich die Schokoladenkrümel vom Hemd. „Ich sehe eine Welt, die sich verzehrt nach Hoffnung, die sich verzehrt nach Fantasie, die sich verzehrt nach Freude“, deklarierte er. „Und Sie?“

Haupt räusperte sich, während Klaus leise vor sich hinlachte. „Ich verzehre mich nicht, ich habe schon gefrühstückt“, erklärte er trocken. „Haben Sie das aus dem Werbefernsehen, Jupp? Das ist doch gar nicht Ihr Stil. Außerdem haben Sie es schon wieder getan.“

„Was?“, fragte Jupp unschuldig.

„Eine Frage mit einer Gegenfrage beantwortet.“

„Ach was?“ Jupp schnappte sich einen Spekulatius. „Wo war ich?“

„Bei Ihrer Erklärung.“

„Ja. Genau.“ Jupp zuckte mit den Schultern. „Wer ist der letzte Bewahrer der Hoffnung, der Fantasie, der Freude auf dieser Welt?“

„Hollywood?“

„Der Weihnachtsmann“, erwiderte Jupp eifrig. „Aber heutzutage ist der Nordpol überall. Wir leben schließlich in einer Zeit voller Kommunikationswunder, da sind Entfernungen gar nichts.“

„Und das ist irgendwie von Bedeutung?“, warf Haupt ein.

„Für die Schneekönigin und die Rentiere schon.“

„Ich meinte, für Ihre Erklärung.“ Haupt warf Klaus einen mahnenden Blick zu, der daraufhin sein Lachen hinter einem Husten verbarg.

„Kinder schreiben heutzutage keine Briefe mehr. Sie rufen an, smsen oder schicken eine eMail, sofern sie überhaupt noch an den Weihnachtsmann glauben. Und das nutzen wir für einen guten Zweck aus. Für 1,99 kann man mit dem Weihnachtsmann oder einem seiner persönlichen Referenten direkt sprechen oder ihm eine SMS oder Mail schicken – Antwort garantiert. Das eingenommene Geld geht an Kinderheime, Krankenhäuser, etc. So was wird in jeder größeren Stadt in ganz Deutschland veranstaltet.“

„Herr Schatz!“ Haupt nahm seine Brille ab und begann sie an der Krawatte zu polieren. Dabei fixierte er Jupp streng. „Ich bin mit dieser Aktion vertraut. Und es ist unleugbar für einen guten Zweck. Ich wollte lediglich wissen, wie Sie dazu kommen, ohne meine Genehmigung während Ihrer Dienststunden daran teil zu nehmen.“

„Genehmigung? Oh.“ Jupp kratzte sich am Kopf. „Das habe ich vergessen.“

„Schön, dann wäre das ja geklärt. Die beiden Stunden holen Sie selbstverständlich nach.“ Haupt setzte seine Brille wieder auf und ging.

„Jupp, du hast dir das nicht genehmigen lassen?“, zischte Klaus. „Du hast wirklich den Verstand eines Plattwurms!“

Jupps Antwort ging im gleichzeitigen Klingeln der beiden Telefone unter.

* * *

Jupps Idee einer Entschuldigung bestand darin, dass er Klaus zum Mittagessen einlud. Als sie ins Büro zurückkehrten, war außer ihnen niemand dort.

Klaus setzte sich an seinen Schreibtisch und nahm eine Mappe von dem Stapel mit Papierkram, der noch zu erledigen war, als er es zum ersten Mal hörte. Es klang wie... Weinen? Kinderweinen?

Im gleichen Augenblick kam Jupp mit einer Tasse zurück. „Sag’ mal, hast du das auch gehört? War das nicht ein...“

„Baby.“

Achim kam ins Büro, eine Babytragetasche in den Händen. „Da seid ihr ja endlich“, beschwerte er sich. „Warum hat keiner von euch sein Handy an?“

„Achim, warum hast du uns nicht gesagt, dass du noch mal Vater geworden bist?“, fragte Jupp erstaunt.

„Bin ich gar nicht.“ Achim stellte die Tasche vorsichtig ab, aus der das Weinen nun gedämpfter erklang. „Das wurde an der Pforte von einer Frau abgegeben und...“

„Hey, Jupp – hat dich endlich einer deiner One-Night-Stands eingeholt?“, frozzelte Klaus, der noch immer nicht ganz besänftigt war, dass Jupp ihn mit in die Weihnachtstelefon-Sache hineingezogen hatte.

„Ha-ha, sehr witzig.“ Jupp spähte in die Tragetasche. „Was sollen wir denn mit einem Kind? Ist das nicht Sache der Jugendfürsorge?“

„Das geht dich auch gar nichts an, Jupp.“ Achim stemmte die Fäuste in die Hüften. „Wenn ihr mich nur einmal ausreden lassen würdet. „Das Kind ist für Klaus. Die Frau, die es abgegeben hat, behauptete Klaus wäre der Vater und solle sich darum kümmern, weil sie wegen eines Notfalles weg müsste.“

„WAS?“ Verblüfft sahen sich Jupp und Klaus über die Tragetasche hinweg an.

* * *

„Also jetzt bin ich gespannt, wie du das erklärst?“ Jupp musterte seinen Partner, nachdem sie die erste Verwunderung überwunden hatten. Er griff Klaus am Arm und zog ihn ein Stück vom Schreibtisch, Achim und dem Baby weg.. „Hab ich da irgendwas nicht mitbekommen? Du. Eine Frau? Ein KIND???“

„Das ist nicht mein Kind“, entgegnete Klaus ungläubig. „Halt die Klappe, Jupp, ich muss nachdenken.“

„Worüber musst du nachdenken?“ Jupp deutete mit dem Kopf auf das Baby. „Entweder du weißt, woher das Kind kommt oder das ganze ist ein Irrtum. Oder ein Trick. Oder was weiß ich. Der Weihnachtsmann hat’s sicher nicht gebracht.“

„Wie scharfsinnig. Schon mal dran gedacht, zur Polizei zu gehen?“, entgegnete Klaus schnippisch und starrte an ihm vorbei auf die Tragetasche. Die hatte er doch schon mal gesehen... Das Cafe! Die junge Frau, die ihn angesprochen hatte und dann so plötzlich verschwand. Er kehrte zurück an seinen Schreibtisch und rief unten an der Pforte an, um dem Wachhabenden eine Beschreibung der Frau zu geben. Seine Vermutung wurde bestätigt. Klaus legte den Hörer auf und rieb sich nachdenklich das Kinn. Was sollten sie jetzt anfangen?

„Na, du bist vielleicht eine Süße.“

Klaus sah auf und musterte Jupp, der das Baby aus der Tasche geholt hatte.

„Der Onkel Achim besorgt dir was zu Essen, mein Schnuckelchen. Und dann weinen wir auch nicht mehr, okay?“ Er kitzelte das Baby.

„Woher willst du wissen, dass es ein Mädchen ist?“, fragte Taube irritiert.

„Rosafarbene Jacke und eine pinke Babytragetasche? Oder meinst du, dass sei ein Umzugswagen für den CSD? Natürlich ist es ein Mädchen.“ Jupp grinste. „Außerdem hat sie mich angelächelt, seit ich sie aus der Tasche geholt habe.“

Klaus schüttelte den Kopf. „Vielleicht kannst du dich von deiner neuesten Eroberung losreißen und mitkommen. Ich habe die Mutter des Babys heute morgen beim Frühstücken in einem Cafe gesehen. Sie hat unser Gespräch mitangehört und mich gefragt, ob ich Polizist bin. Daher weiß sie meinen Namen.“ Er stand auf und holte seinen Mantel, während Jupp immer noch mit dem Baby herumschäkerte. „Los jetzt, komm’ schon. Vielleicht kennt sie in dem Laden jemand.“

„Mann, was soll die Hektik.“ Jupp drückte Achim das Kind in die Arme, kaum als er zur Tür herein war und holte seine Jacke. Er warf Achim einen Blick zu und schüttelte den Kopf, dann rannte er seinem Partner hinterher.

* * *

„Na das war ja äußerst ergiebig“, meinte Jupp ironisch, als sie das Cafe verließen. „Niemand hat sie gesehen, niemanden ist was aufgefallen und der Kaffee war auch nicht besonders. Wieso gehst du in so einen Laden? Nicht mal ein lausiger Adventskranz oder sonst ne Dekoration. War ja wie in einem Begräbnisinstitut da drin. Mit passender Musik.“

Klaus lehnte gegen den Wagen, die Arme vor der Brust verschränkt. „Versuch’ gar nicht erst, das zu verstehen“, murmelte er gedankenverloren. „So kommen wir nicht weiter. Wir müssen die Fürsorgestelle einschalten, die sollen sich um das Kind kümmern. Seine Mutter wird schon irgendwann auftauchen. Vielleicht ist sie drogensüchtig oder obdachlos oder was weiß ich und wollte das Kind loswerden. Dafür sind wir sowieso nicht zuständig.“

Jupp wartete, bis Klaus neben ihm Platz genommen hatte. „Also ich weiß nicht. Du hast nichts davon gesagt, dass sie wie eine Drogensüchtige oder Obdachlose ausgesehen hätte. Der Pförtner auch nicht. Und außerdem wäre sie dann den Leuten im Cafe ganz sicher aufgefallen. Die legen bestimmt keinen Wert auf solche Kundschaft.“

„Okay, dann sag’ du mir doch, aus welchem Grund eine Frau ihr Kind bei der Polizei abgibt und behauptet...“, begann Klaus aufgebracht, stoppte sich aber selbst und fuhr sich durch die Haare. „Das macht alles keinen Sinn“, meinte er leise, fast als spreche er zu sich selbst. „Sie hatte Angst. Da bin ich mir fast sicher. Sie hatte Angst.“

Jupp zuckte mit den Schultern. „Fahren wir zurück ins Präsidium. Vielleicht ist sie zurückgekommen und das ganze hat sich schon aufgeklärt.“ Er grinste, als er sich in den Verkehr einfädelte. „Und wenn nicht, behalten wir die Kleine einfach über Weihnachten. Ich erinnere mich noch gut an das erste Fest mit Flo, du hast keine Ahnung, wie das mit einem Kind ist. Alles ist so...“

„Ich werde kein Kind mit dir...“, unterbrach ihn Klaus. „Ich meine... Jupp, das ist nicht unsere Sache. Dafür ist die Kindernothilfe da. Die Leute da können sich um Babys viel besser kümmern. Deine Erfahrungen mit Flo in allen Ehren, aber nein, das geht zu weit.“

„Was hast du denn?“, fragte Jupp erstaunt und blickte seinen Freund an, als sie an einer roten Ampel warten mussten. „Ich dachte, du magst Kinder.“

„Was hat das jetzt damit zu tun? Egal ob ich Kinder mag oder nicht, ich muss mir nicht ein Baby auf der Straße aufsammeln und es wie ein verirrtes Kätzchen mit nach Hause nehmen. Das...“ Klaus schüttelte den Kopf und starrte aus dem Fenster. „Fahr’ weiter, es ist grün.“

Jupp fuhr weiter. „Wenn es das Kind nicht ist, hast du dann was gegen Weihnachten?“, fragte er ein paar Minuten später.

„Ich habe nichts gegen Weihnachten – ich will nur damit in Ruhe gelassen werden“, gab Klaus eisig zurück.

„Deine Laune ist wirklich unerträglich, seit du aus dem Urlaub zurück bist.“ Jupp fluchte leise, als ihm ein anderer Fahrer in dem dichten Verkehrsgedränge die Vorfahrt nahm. „Die Sache mit diesem Typen scheint dir doch näher gegangen zu sein, als du zugibst.“

„Darüber werde ich schon gar nicht mit dir diskutieren, Herr Schatz.“ Klaus sah ihn scharf an.

Jupp zuckte mit den Schultern. „Okay“, meinte er beschwichtigend. Wieder war es ein paar Minuten still. „Stell dir nur mal vor, wie diese großen, runden Augen strahlen, wenn...“

„Jupp!“, unterbrach ihn Klaus frustriert.

* * *

„Und?“, fragte Achim, als sie ins Büro kamen. „Habt ihr die Mutter gefunden?“ Er grinste. „Oder hat sich Klaus an ihre Adresse erinnert?“

Jupp schüttelte den Kopf, während Klaus Achim einen bösen Blick zuwarf. Achim zuckte mit den Schultern, wirkte aber unbeeindruckt. Er griff nach dem Hörer. „Dann rufe ich jetzt noch mal die Kindernotstelle bei der Fürsorge an. Vorhin war nur ein Anrufbeantworter dran, Mittagspause. Stellt’ euch mal vor, wir würden das machen... Was ist jetzt?“, fragte er, als eine Hand in seinem Blickfeld erschien und die Verbindung unterbrach, bevor am anderen Ende jemand abgenommen hatte. Er sah Klaus fragend an.

„Warten wir damit noch. Ein paar Stunden. NUR ein paar Stunden“, wandte Taube sich an Jupp, der breit grinste. „Vielleicht meldet sich die Mutter ja bei uns. Und dann wäre es viel zu kompliziert, wenn wir das Baby bereits weggegeben haben. Aber wenn sie bis heute Abend nicht da war, geben wir es in die Kindernothilfe. In der Zwischenzeit geben wir eine Beschreibung der Mutter an die Krankenhäuser und alle Polizeireviere heraus.“

Jupp schlug dem Freund auf die Schulter. „Wusste ich doch, dass du ein weiches Herz hast.“ Er sah Achim an. „Wo steckt sie denn?“

„Die Suttner vom Raub und eine Kollegin kümmern sich darum.“ Achims Lächeln könnte auch von einem stolzen Vater stammen. „Die Leute reißen sich darum, auf Maria aufzupassen.“

„Maria?“, echoten Klaus und Jupp gleichzeitig.

„Weihnachten? Weihnachtsgeschichte? Maria? Capice?“, meinte Achim. „Irgendeinen Namen mussten wir ihr ja geben. Immer nur Kleine zu sagen, ist ja wohl unhöflich.“

Klaus schüttelte den Kopf. „Einen Namen“, murmelte er. „Na toll. Die meisten Leute können keine Katze mehr im Tierheim abgeben, sobald sie ihr einen Namen gegeben haben. Und jetzt das Baby... Als nächstes werden sie sie adoptieren wollen...“

* * *

Der Nachmittag schritt langsam, aber unaufhaltsam voran. Jupp hatte Maria wieder übernommen und die Babytragetasche auf seinem Schreibtisch abgestellt. Im Gegensatz zu Flo war das kleine Mädchen ein Musterbaby. Sie schrie nur, wenn sie Hunger hatte oder die Windel voll war, aber ansonsten war sie sehr leise. Flo dagegen schien immer am Brüllen gewesen zu sein, wenn er Zuhause war. Obwohl er das damals nicht allzu häufig war. Der Job fraß einen einfach auf. Er kitzelte Maria unter dem Kinn und sie stieß ein Glucksen aus, schloss ihre winzigen Fingerchen um seinen Finger.

„Als du das letzte Mal diesen Gesichtsausdruck hattest, warst du gerade frisch verliebt“, ließ sich Klaus vernehmen.

Jupp sah auf und grinste breit. „Ich glaube, das bin ich jetzt auch. Wenn ich daran denke, dass ich jetzt auch so was Süßes haben könnte... Ellen und ich haben immer von mehr Kindern gesprochen, aber es wurde nichts daraus.“

Klaus trat zu ihm und legte eine Hand auf Jupps Schulter. „Du kannst sie nicht behalten. Sie hat irgendwo eine Familie, oder zumindest eine Mutter. Und solange wir nicht wissen, worum es eigentlich geht... Ich meine nur, hänge dein Herz nicht zu sehr an dieses Kind. In zwei Stunden holt es jemand von der Kindernothilfe ab.“

„Ich weiß“, erwiderte Jupp. „Ich stell’ mir nur gerade vor, wie es wäre, sie über Weihnachten mit nach Hause zu nehmen. Ohne Flo ist es halt nur halb so schön. So ganz allein unterm Baum...“

„Hey, du bist doch nicht allein.“ Klaus strich das Babyjäckchen glatt, ohne Jupp anzusehen, als er sprach. Maria griff nach seinem Finger und hielt ihn fest, wie sie bereits Schatz festhielt. Er lächelte und zog dann langsam und vorsichtig seine Hand weg. „Du hast mich eingeladen, schon vergessen.“

„Und du hast abgelehnt“, erinnerte ihn Jupp.

Taube zuckte mit den Schultern. „Dann ändere ich halt meine Meinung. Du kannst...“

Achim platzte rein. „Es gibt Neuigkeiten, Jungs!“, rief er.

Prompt fing Maria an zu weinen. Jupp holte sie aus der Tasche und drückte sie sanft an sich. „Achim, geht’s vielleicht noch ein bisschen lauter? Du machst ihr Angst.“

Achim schnitt eine Grimasse und schwenkte einen Notizzettel. „Ich hab hier einen Anruf von einem Krankenhaus auf unsere Meldung hin. Eine Frau wurde eingeliefert, die auf die Beschreibung von Marias Mutter passt. Das hier ist der Name unter dem sie aufgenommen wurde. Ich dachte, einer von euch zwei will das vielleicht überprüfen?“

Jupp nahm Maria und drückte sie dem überraschten Klaus in die Hände. „Pass’ mal einem Moment auf sie auf, du Ersatzvater“, meinte er mit einem Grinsen und schnappte sich den Zettel von Achim. Dann schob er seinen Kollegen zur Tür. „Wir überprüfen das schon mal.“

„Aber Jupp, du kannst doch nicht... ich kann doch nicht... Ich kenn mich doch mit Babys gar nicht aus“, rief ihm Klaus ratlos hinterher.

„Ach, sei einfach ganz du selbst.“ Jupp schloss grinsend die Tür hinter sich.

Achim sah ihn verständnislos an. „Wozu ist das jetzt gut“, fragte er neugierig.

Jupp zuckte mit den Schultern. „Klaus wird schon mit ihr klarkommen“, sagte er nur.

Klaus starrte inzwischen unglücklich und mit einem wachsenden Gefühl von Hilflosigkeit auf Maria, die sich von ihrem Schreck erholt hatte und aufhörte zu weinen. Große, runde, dunkle Augen schienen ihn kritisch zu mustern.

* * *

Jupp steckte eine Viertelstunde später vorsichtig den Kopf zur Bürotür herein. Es war alles ruhig. Er trat ein und sah Klaus am Fenster stehen, er hatte Maria auf dem Arm und schien ihr gerade etwas zu erzählen. Jupp räusperte sich.

Taube drehte sich um und sah ihm erwartungsvoll entgegen.

„Sie könnte es sein.“ Jupp hielt einen Computerausdruck hoch. „Das stammt aus einer Akte wegen Körperverletzung. Antonia Denner. Sie wurde von ihrem Freund verprügelt und hat ihn angezeigt. Ist sie das?“

Klaus studierte das Foto, das eine junge Frau mit glatten, schwarzen Haaren zeigte, einem angeschwollenen Auge und Blutkrusten unter der Nase. „Ja, das ist sie. Das ist die Frau, die ich im Cafe gesehen habe. Ohne die Prellungen natürlich.“

„Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert, weil ihr Exfreund versucht hat, sie mit seinem Auto zu überfahren. Eine Streife hat ihn noch am Tatort erwischt und erst mal in eine Ausnüchterungszelle gesperrt, offenbar konnte er kaum noch laufen, so besoffen war das Schwein.“ Jupp legte das Foto zurück in eine Mappe und warf sie in Richtung von Klaus Schreibtisch. Dann trat er zu den beiden und lächelte. „Hey, du machst das wirklich gut“, sagte er mit einem Blick auf das inzwischen schlafende Baby. „Gibst vielleicht doch irgendwann einen guten Vater ab.“

„Ich glaube...“ Klaus unterbrach sich und legte Maria vorsichtig in ihre Tasche zurück. Er räusperte sich. „Ich glaube, wir fahren jetzt besser ins Krankenhaus. Wir sollten sie zu ihrer Mutter zurückbringen.“

* * *

„Du musst ihr wie ein Geschenk des Himmels vorgekommen sein, als sie ihren Ex an der Tür sah und erfuhr, dass du Polizist bist“, meinte Jupp, als sie das Krankenhaus nach der Vereinigung von Mutter und Tochter verließen. „Sie dachte, dass das Kind bei der Polizei sicher wäre.“ Amelie, denn so hieß Maria in Wirklichkeit, würde ihm fehlen, obwohl er sie nur ein paar Stunden gekannt hatte. Aber sie blieb bei ihrer Mutter im Krankenhaus, die mit Prellungen und einem verstauchten Knöchel glimpflich davongekommen war. Nach ihrer Entlassung fuhr sie zu ihren Eltern und blieb dort. Ihr Exfreund dagegen würde die Feiertage in einer Zelle in U-Haft verbringen. Er hatte sie terrorisiert, verfolgt und bedroht, seit sich Antonia von ihm getrennt hatte, weil er sie schlug. Die gleiche, traurige Geschichte, wie sie jeden Tag überall viel zu häufig vorkam. „Alles okay?“, fragte er, als ihm auffiel, wie still Klaus war.

„Fährst du mich nach Hause?“, fragte Taube, ohne auf seine Frage einzugehen.

„Ich dachte, wir könnten noch was unternehmen“, erwiderte Jupp enttäuscht. „Das glückliche Ende feiern.“

Klaus zauderte einen Moment, dann nickte er. „Okay“, meinte er. „Warum gehen wir nicht zusammen essen? Auf meine Kosten. Als Dankeschön für die Einladung zu Weihnachten.“

Jupp grinste breit und klopfte Klaus auf die Schulter. „Dann kommst du also wirklich? Hey, wir werden es uns richtig gemütlich machen, und...“ Seine Stimme ging im Heulen einer Sirene unter, als eine Ambulanz in die Zufahrt des Krankenhaus einbog.

Egal. Klaus nickte trotzdem und lächelte. Vielleicht war Weihnachten in Deutschland doch gar nicht so schlimm. So lange man es mit einem Freund verbrachte.


Ende
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast