Das verlorene Weihnachten

GeschichteAllgemein / P6
George Challenger John Roxton
25.12.2010
25.12.2010
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Titel: Das verlorene Weihnachten
Autor: Lady Charena (2008)
Fandom: Die verlorene Welt/Lost World
Episode: --
Wörter: 894
Charaktere: Professor Challenger, Roxton
Pairing: --
Rating: pg
Beta: T‘Len
Archiv: ja


Summe: Weihnachten im Dschungel (FFP-Adventskalender-Story)

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


"Halten Sie nach Raptoren auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken Ausschau, Challenger?"

Der Professor wandte den Kopf und blickte Roxton an, der sich neben ihm gegen die Balustrade des Balkons lehnte. Er lächelte und schüttelte den Kopf. "Ich denke, davon bleiben wir verschont. Veronica hat mir erzählt, dass die Raptoren um diese Zeit gerne in den Norden wandern, wo die Jungen der Hadrosaurier aus ihren Eiern schlüpfen. Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit, um ebenfalls dort zu sein. Ich wüsste zu gerne, ob es mir gelingen würde, so ein Junges groß zu ziehen und zu zähmen. Die Möglichkeit, zu studieren, ob es..."

"Es ist Weihnachten, Challenger", unterbrach ihn Lord Roxton. "Und auch wenn wir hier mitten im Dschungel stecken und fern jeglicher Zivilisation sind, lassen Sie doch einen Abend die Vorlesungen." Roxton streckte sich. "Ich komme mir schon vor wie einer Ihrer Studenten."

Challenger hob die Hände. "Ich entschuldige mich", sagte er. "Aber um ehrlich zu sein, ich habe da draußen nicht nach Raubsauriern Ausschau gehalten, sondern an Summerlee gedacht. Der alte Knabe würde sich prächtig amüsieren, und uns mit sentimentalen Weihnachtsgeschichten aus seiner Kindheit langweilen." Er schob die Hände in die Taschen seiner Jacke. "Ich vermisse ihn."

"Das tun wir alle", entgegnete Roxton leise. Er räusperte sich. "Aber wenn Sie wirklich Wert darauf legen, kann ich ein paar peinlich-sentimentale Geschichten aus meiner Kindheit zum Besten geben. Ich bin sicher, Marguerite schätzt die Gelegenheit, sich über mich lustig zu machen. Malone wird hingerissen Notizen machen, um seinen Lesern in Amerika von den sonderlichen Weihnachtstraditionen des britischen Adels zu berichten. Und Veronica wird zu höflich sein, um zu sagen, dass sie sich langweilt."

"Und was ist mit mir?", fragte Challenger amüsiert.

Roxton zuckte mit den Schultern und schob seinen Hut in den Nacken. "Ich vermute, Sie schlafen am Kamin ein, noch bevor ich dazu gekommen bin, wie ich und mein Cousin Albert mit sieben Jahren das Haar meiner Tante Hortensie mit Eierpunsch und Stechpalmenzweigen weihnachtlich verziert haben, als sie nach zu viel von Onkel Randolphs gutem Brandy eingenickt war."

Der Professor lachte. "Ich hoffe, Sie haben das nicht soeben erfunden, Roxton. Diese Geschichte würde ich nämlich gerne hören." Er wandte dem Dschungel den Rücken zu und lehnte sich, ähnlich wie der jüngere Mann, gegen die Balustrade des Baumhauses.

"Sehen Sie nur, wie die beiden sich amüsieren", meinte Challenger und deutete auf Malone und Veronica, die unter Marguerites kritischen Augen (nicht, dass sie selbst Hand mit an legte) aus Strohähnlichen Grashalmen Sterne bastelten. "Sie freuen sich trotz unserer ungewissen Lage wie zwei Kinder. Ich weiß nicht so recht, ob ich Ihre Unbekümmertheit belächeln soll, oder sie darum beneiden."

"Ich halte die beiden schlicht für verrückt. Malone hat sich fast den Hals gebrochen, als sie auf der Suche nach diesem..." Roxton zeichnete Anführungszeichen in die Luft. "...’Weihnachtsbaum’ waren. Ich frage mich immer noch, wie sie Marguerite dazu gebracht haben, ihnen dabei zu helfen, Sterne für dieses aufgeschossene Unkraut zu basteln, das sie im Wohnzimmer aufgestellt haben."

Challenger zwinkerte ihm zu. "Mein Lieber, Ihr Protest wäre so viel glaubwürdiger, wenn ich nicht genau wüsste, dass Sie bereits ein Geschenk für Marguerite haben."

Roxton sah ihn überrascht an. "Ich denke, ich werde diesem kleinen Plappermaul Ned den vorlauten Hals umdrehen müssen." Er räusperte sich und senkte den Blick auf die Spitzen seiner Stiefel. "Es ist nur einer dieser Glitzersteine, auf die sie so scharf ist. Vielleicht ist er wertvoll, was weiß ich, ich bin kein Wissenschaftler. Ich habe ihn während unserer letzten Expedition beim Wasserholen am Fluss gefunden. Es ist nicht so, als hätte ich ihr bei einem Juwelier einen Diamantring gekauft."

"John, Sie müssen sich mir gegenüber nicht verteidigen", entgegnete Challenger. "Es war nur ein Scherz."

"Trotzdem rede ich mit Malone noch ein Wörtchen darüber", meinte Roxton. "Diese Unfähigkeit, die Klappe zu halten, ist wohl eine Berufskrankheit."

"Gehen Sie nicht zu hart mit ihm ins Gericht", entgegnete Challenger. "Er hat es Veronica erzählt. Die beiden wussten nicht, dass ich in Hörweite war." Er wandte sich ab, um wieder in die anbrechende Dunkelheit zu starren, die den Dschungel unter ihnen Stück für Stück verschluckte. "Oh, ein paar Dinge aus England werde ich sicher vermissen: den Truthahn oder den glasierten Schinken. Ob wir Lady Krux wohl dazu überreden können, uns einen Plumpudding zu bereiten?"

Roxton grinste. "Bei Marguerites Kochkünsten kommt wohl eher Munition für mein Gewehr dabei heraus, sollte sie es versuchen." Er musterte den anderen Mann. "Ich gehe nachsehen, was Veronica und Malone da drinnen alles anstellen. Kommen Sie mit, oder wollen Sie noch eine Weile nach dem Weihnachtsmann Ausschau halten?"

Challenger schüttelte den Kopf. "Ich komme gleich", sagte er.

Als Roxton sich zu den anderen gesellt hatte und George Challenger das Lachen der Menschen hörte, die in so kurzer Zeit von Fremden und Mitreisenden zu Freunden geworden waren, hob er die Hand in einem imaginären Toast. "Waes Hael, Summerlee", sagte er, dann drehte er sich auf dem Absatz um und ging nach drinnen, wo Licht, Wärme und Lachen auf ihn warteten.

Ende
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