Let me bring my life to an end

von Rakkasei
GeschichteDrama / P18 Slash
18.12.2010
29.08.2018
5
8439
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
[Ruki]

Schon wieder ist eine Nacht vorüber, schon wieder habe ich mich in den Schlaf geweint.
Wie oft willst du mich noch diese Schmerzen durchleiden lassen, wie lange willst du noch mit mir spielen?
Solange, bis ich endgültig an all dem zerbreche?
Oder lässt du vorher von mir ab?
Willst du mich noch länger quälen, du Sadist?
Kannst du mich nicht einfach gehen lassen?
Ich möchte zurück, zurück in die Vergangenheit. In die Zeit zurück, wo noch alles in Ordnung war, in die Zeit zurück, wo wir noch kein Paar waren.
Normalerweise versteht man unter einem Liebespaar, eine Beziehung aus hingebungsvoller Liebe zueinander.
Aber unsere ist anders, unsere besteht aus purer Abhängigkeit. Ohne meinen Körper würdest du dich an anderen vergreifen. Denn du brauchst es, jede Nacht fast.
Alle wundern sich schon, warum ich immer schwächer werde, aber ich sage ihnen nichts. Zu sehr habe ich Angst vor ihrer Reaktion, zu sehr habe ich Angst vor den Konsequenzen. Wie kann ich nur entfliehen? Diesen täglichen Qualen? Würde ein inszenierter Zusammenbruch, der Schlüssel zum Erfolg sein? Oder ich frage lieb nach, ob ich vielleicht für ein paar Tage zu Kai dürfte. Aber das würde er sicherlich nicht zu lassen. Oder ich frage Kai, ob er mit mir zusammen das Spiel spielt.
Es ist sinnlos, alle Versuche sind von vorne herein zum Scheitern verurteilt.
Möglichst lautlos ziehe ich mir meine Sachen über und verschwinde.
Hinterlasse kaum Spuren, die an mein Dasein erinnern würden.
Ich schlinge meinen Mantel näher um mich, als ich nach draußen gehe.
Ein Schneesturm tobt, aber im Grunde ist es mir egal.
Zielstrebig gehe ich die Straße hinunter, verirre mich beinahe im Labyrinth der Stadt. Ich habe mein Ziel klar vor Augen, ich kann es nicht verfehlen.
An Aois Wohnung angekommen, klingele ich erst einmal Sturm.
Warum macht mir keiner auf? Warum bloß?
Murrend lasse ich mich an der Hauswand hin abgleiten. Wenigstens in den Hausflur, würde ich gerne gehen. Da ist es warm, im Gegensatz zu hier draußen.
Er kommt bestimmt gleich, bestimmt.
Die Müdigkeit kraucht an meinen Sohlen hoch, nimmt mich langsam an die Hand.
Ich darf nicht einschlafen, wer weiß ob ich dann je wieder aufwache?
Bei diesen Minusgraden wäre es für mich kein Wunder, wenn ich die Nacht hier draußen erfriere. Meine Augenlider fühlen sich wie Blei an, ich kämpfe, doch ich weiß, ich habe verloren. Sie nimmt Besitz von mir, die kalte Dunkelheit.
Leicht wird mir mit warmen Händen gegen die Wangen getätschelt.
„Ah du bist ja doch noch am leben. Komm steh auf Ruki“, fordert mich Aoi auf.
Leicht klopft er an mir herum und als ich die Augen öffne, erkenne ich das Übel. Ich bin ein geschneit. Ich versuche mich zu bewegen, aber meine Kraft reicht nicht aus.
Seufzend hebt er mich mit seinen starken Armen hoch und trägt mich in seine Wohnung.
„Jetzt nur nicht wieder einschlafen, ja?“, bittet er mich flehend.
Ich nicke und schließe die Augen, kuschle mich näher an ihn. Ich öffne die Augen erst wieder, als er mich langsam auszieht.
„Was hast du vor?“, ich zittere am ganzen Leib.
„Ich will dich baden… Du musst dich aufwärmen“, erklärt er mir leise.
Ich nicke und lasse ihn fortfahren.
Es ist noch nicht zu spät, es kann sich noch alles ändern.
Ich muss niesen und kurz darauf folgt ein langjähriger Hustenanfall. Aoi klopft mir immer wieder auf den Rücken, es hilft kaum. Irgendwann habe ich mich beruhigt. Jetzt schmerzt mir nur mein Hals und mein gesamter Brustkorb.
Etwas schmiege ich mich an Aoi, als er mich nur in Boxershorts in die Badewanne legt.
„Ich hoffe es ist so in Ordnung“, murmelt er leise vor sich her.
„Ja, danke“, das Wasser ist angenehm warm.
„Ich koche uns jetzt Tee und dir mach ich dann noch etwas Warmes zu Essen. Wenn irgendetwas ist, weißt ja meinen Namen und dann einfach rufen“, lächelnd guckt er mich an.
Ich nicke und er verlässt den Raum. Ich spiel ein wenig mit dem Totenkopf auf dem Badewannenrand und baue ein kleines Schlösschen aus dem ganzen Schaum. Ich verlange krächzend nach Aoi, denn meine Hände sind mittlerweile mehr als aufgeweicht. Außerdem ist mir jetzt auch wieder mehr als warm.
Er öffnet die angelehnte Tür und schreitet auf mich zu. Mehr schlecht als recht steige ich aus der Badewanne und kann mich im letzten Moment gerade noch so vor einem Sturz bewahren, indem ich mich am Waschbecken festhalte. Aoi kommt schnell mit einem großen Handtuch auf mich zu und wickelt mich darin ein.
Meinem Kreislauf scheint der Temperaturschock gar nicht zu gefallen.
„Warte ich geh die frische Kleidung holen, auch wenn dir meine garantiert nicht passen wird“, und mit diesen Worten lässt er mich alleine.
Ich seufze leise. Er ist ja nur um die 10cm größer wie ich, mehr ja nicht. Ich setze mich auf den Boden und trockne mich ab. Vielleicht hätte ich doch zu Uruha gehen sollen, aber das hätte ich einfach nicht übers Herz gebracht. Außerdem hätte er wie Kai nicht eher von mir abgelassen, bis er den Grund für meinem Besuch erfahren hätte.
„Ich hoffe du kannst dich noch selber umziehen“, meint Aoi verlegen.
Ich nicke und er verlässt wieder kurz das Bad, damit ich mich ungestört umziehen kann. Ich ziehe mir meine alte Boxershorts aus und ziehe mir eine neue von Aoi an. Als ich die weite Schlafanzugshose an habe, muss ich diese erst ein paar Mal umschlagen. Außerdem rutscht sie, was denkt der eigentlich? So fett bin ich auch nun wieder nicht! Murrend ziehe ich an beiden Schnüren und knote diese fest. Er muss ja nicht gerade die Spuren Reitas sehen. Auch der Pullover ist ein wenig zu groß, aber wenigstens hält er warm.
Wenigstens hat Reita meinen restlichen Körper verschont. Ich hasse es, dass er alles andere als sanft zu mir ist.
Mir leicht über die Augen am reiben, trete ich raus in den Flur und renne fast in Aoi hinein.
„Ach du bist ja schon fertig. Dein Essen steht in der Küche“, klärt er mich lächelnd.
Ich nicke und gehe in die kleine Küche, wo ich mich auf einem Barhocker niederlasse. Wenig später gesellt sich auch Aoi zu mir und guckt mich besorgt an.
„Hat dein Erscheinen einen speziellen Grund, Ruki?“, fragt er besorgt nach.
„Nein, ich wollte die Nacht nur nicht alleine sein“, druckse ich herum.
Ich kann ihm ja schlecht den wahren Grund verraten, wie auch? Dein netter Bandkollege, der Blonde um genau zu sein, vergeht sich fast jede Nacht an mir? Und ich lasse all das ohne Gegenwehr zu?  
„Du hast wohl immer noch Angst im Dunkeln, ne?“, grinsend tätschelt er meinen Kopf.
„Ja, ich werde wohl nie erwachsen“, erwidere ich grinsend.
Ich seufze leise und widme mich der Nudelsuppe vor mir.
„Ich hab dir eben Medizin rausgesucht. Sie steht auf meinem Nachttisch, ich überlasse dir heute mein Bett“, bietet er mir an.
„Wieso…?“, hake ich überrascht nach.
Warum schläft er bitte freiwillig auf dem Sofa? Ich habe mich doch ohne zu Fragen einfach selbst eingeladen, deshalb sollte ich auf dem Sofa schlafen!
„Du bist krank, deshalb will ich dich nicht so gerne auf der Couch schlafen lassen. Außerdem habe ich heute noch eine Menge zu tun“, erklärt er mir geduldig.
„Danke, steht die nächsten Tage irgendetwas an?“, frage ich beiläufig nach.
Die letzte Zeit kann ich mir gar nichts mehr merken. Selbst mein Terminkalender hilft mir kaum, immer wieder vergesse ich wichtige Dinge.
„Morgen Probe, übermorgen Aufnahmen, danach den Tag dasselbe“, rattert er monoton runter.  
„Danke, hat Kai heute noch etwas Wichtiges bei der Probe gesagt?“, erkundige ich mich.
„Nein, er war nur besorgt um dich. Hat sich Reita wenigstens ordentlich um dich kümmert?“, will er von mir wissen.
„Ja“, von wegen.
Er hat mich einfach hart dran genommen, immer und immer wieder. Obwohl ich heute bei der Probe zusammengebrochen bin, wegen dem ganzen Schlafmangel. Ihn hat es nicht gekümmert, dass ich auch während dem Akt immer wieder ohnmächtig geworden bin. Hauptsache ich konnte ihn befriedigen, ihm waren meine Gefühle dabei egal.
„Aber warum bist du dann nicht mehr bei ihm?“, fragt er verwundert nach.
„Er hat sich betrunken und ist dann eingeschlafen. Und da ich keine Ruhe bei ihm finden konnte, bin ich zu dir“, erzähle ich emotionslos.
Es ist eine Lüge, nicht mehr und auch nicht weniger. Je mehr ich davon erzähle, desto leichter fällt es mir. Mittlerweile weiß ich selbst kaum noch, was wahr ist und was nicht. Oder welche Lüge ich zuletzt benutzt habe und alles.
„Klingt logisch“, erwidert er geistesabwesend.
Nachdem ich fertig gegessen habe, wünsche ich ihm eine gute Nacht und mache mich auf dem Weg in sein Schlafzimmer. Erst nehme ich die Tabletten und dann lege ich mich ins Bett.
--------------------------
Disclaimer: keiner der Charakter gehört mir und ich verdiene hiermit auch kein Geld.

Ich hoffe es ist so in Ordnung...? Die FF ist von 2008 und bisher hat sie ungefähr 3 Kapitel :/ Vielleicht gefällt sie ja jemandem.
Review schreiben