Blood + Queens

GeschichteMystery / P12
Haji Kai Miyagusuku Saya Otonashi
17.12.2010
12.03.2013
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17.12.2010 398
 
Sie schläft. In den letzten dreißig Jahren sind ihre Haare wieder gewachsen. Sie umhüllen ihren Körper wie ein Vorhang aus reiner Seide.
Sie will nicht gestört werden.
Er will sie nicht wecken. Sie wirkt friedlich. Viel zu friedlich. Aber es ist Zeit.
Dreißig Jahre sind um.
Er fasst an seinen linken Arm. Es hat lange gedauert, bis er ihn wieder normal hat benutzen können. Sehr lange.
„Hagi.“, meint der rothaarige Mann neben ihm. Er ist beinahe Fünfzig. „Sie muss aufwachen.“
Er nickt. „Ich weiß.“
Er zieht ein kurzes Messer aus seiner Tasche. Mit einer schnellen Bewegung schneidet er sich in die Hand. Das Blut tropft auf den Boden. Er streckt die Hand aus und lässt es auf den durchsichtigen Konkon fließen, der sie umgibt.
Die feinen Fäden saugen das Blut in sich auf. Langsam scheint ihre blasse Haut an Farbe zu gewinnen.
Der schwarzhaarige Mann tritt zurück und fasst mit einer Hand nach dem großen Cellokasten, der neben ihm gestanden hat.
Die Frau bewegt sich. Ihre Augenlider zucken. Dann schlägt sie die Augen auf. Rot. Sie sieht die beiden Männer an.
„Kai ... Hagi ...“ Sie flüstert.
„Saya.“, meint der schwarzhaarige.
Der Konkon um sie herum reißt und sie richtet sich auf. Sie steht sofort grade, so als wäre sie nur kurz eingenickt.
„Hagi.“, meint sie leise. „Du lebst...“
Er nickt.
Der rothaarige Mann deutet zum Eingang des Familiengrabs. „Verzeih, Saya, aber es ist wichtig. Wir müssen uns beeilen.“
„Kai.“, meint sie, „du bist alt geworden.“
„Nicht nur ich habe mich verändert, Saya. Die ganze Welt. Komm mit.“ „Was ist denn los?“
„Sie ist gerade erst aufgewacht.“, meint Hagi ruhig. „Überfall sie nicht so.“
„DA DRAUSSEN IST KRIEG UND DU SAGST MIR, ICH SOLL SIE NICHT ÜBERFALLEN?“, brüllt der Mann. „Ich will mich nicht länger verstecken. Wir müssen etwas tun, Hagi. Schnell.“
„Krieg?“, fragt Saya leise.
„Ja.“, meint der schwarzhaarige. „Krieg.“
Kai geht mit schnellen Schritten aus dem Grab. „Schau es dir an, Saya. Es ist alles anders. Überall herrscht Krieg.“
Die beiden anderen folgen ihm aus der Gruft.
Das Mädchen legt die Hand an die Stirn, um sich vor der Sonne zu schützen.
„Was...?“, entfährt ihr, als sie auf das Panorama blickt.
Eine Stadt in Ruinen, brennend. Am Himmel rasen Flugzeuge. Zwischen den roten Flammen große, schwarze Schatten.
„Chiropterans.“, meint sie leise.
„Ja.“, meint der alte Mann namens Kai.
„Das ist die Welt, in der wir nun leben.“
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