Aus der Tiefe, In die Höhe

GeschichteRomanze / P18 Slash
Claire Bennet
04.12.2010
08.12.2010
4
5.219
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04.12.2010 1.262
 
Kapitel I


Es ist kalt. Die Wolken ziehen sanft an meinem Fenster vorbei, grau, weiß, viele mit einer großen Vielfalt an Mustern, dennoch eintönig. Der Wind bläst alle paar Minuten ein Blatt vorbei an meinem Fenster. Es ist nun schon Freitagmorgen. Eine weitere unveränderte Woche und ich spüre immer noch nichts. Keine Trauer, Angst, Hass und schon gar keine Liebe. Mit einem scharfen Messer schneide ich immer wieder in meine Hand, von mal zu mal tiefer. Mein rotes Blut sickert über meine Handinnenfläche, tropfend auf mein graues Shirt, doch ehe ich den Schmerz richtig realisiert habe sieht alles wieder normal aus, als wäre nichts geschehen. Nicht einmal diesen Schmerz fühle ich. Den Schmerz einer Klinge, welcher sich zuckend durch mein Fleisch bohrt und mir das Gefühl geben sollte lebendig zu sein.
Es sind nun 3 Wochen vergangen als mein Vater, Nathan Petrelli, ermordet wurde. Ich wünschte ich hätte die Möglichkeit gehabt ihn besser kennenzulernen, ihn als Vater zu lieben, er hätte ein guter Präsident werden können. Doch dies allein ist nicht der Grund. Das spüre ich. Doch was kann es sonst sein, was in dieser Welt, in der mittlerweile alles möglich geworden ist, kann es sein? Ich fragte mich immer noch, welche Auswirkungen meine Fähigkeiten noch haben? Werde ich jemals sterben? Werde ich altern? Werde ich mit 80 noch aus einem Fenster springen können, welches über 20 m hoch ist und immer noch leben?
Fragen über Fragen und keine Antworten! Wozu das ganze, wenn man doch nicht weiß damit umzugehen? Plötzlich klingelte es. Schnell stand ich auf zog mir eine Jogginghose an, welche nicht unbedingt die schönste war und ging zu Tür.

„Gute Morgen – eine Unterschrift bitte!“ sagte ein gutaussehender stark gebauter Mann, der fast doppelt so groß war wie ich. Sein schwarzes Haar, welches völlig vom Wind durcheinander war wirkte nass. Hatte es geregnet? Alles fühlte sich komisch an.
Er hielt sein Gerät in meine Nähe zum unterschreiben. Völlig verwirrt schaute ich ihn an.
Nach einigen kurzen Sekunden, die wie Minuten wirkten, unterschrieb ich schließlich und nahm das Paket entgegen. Der Mann lächelte freundlich und verschwand mit schnellem Schritt hinter den nächsten Häusern.
Langsam ging ich in mein Zimmer zurück, das Paket legte ich desinteressiert in die Ecke und stand nun wieder vor dem Fenster. Ich musste mich beeilen um pünktlich zur Uni zu kommen.

Schnell stieg ich unter die Dusche, putzte mir die Zähne während das heiße Wasser an meinem nackten Körper entlang lief. Keine einzige Narbe verziert meinen Körper, trotz der tausend Wunden, die ich in meinen letzten Monaten erlitten hatte. Als ich fertig war trocknete ich mich nur halb ab, ging in mein Zimmer, kämmte und föhnte mein Haar und zog mich an. Schnell nahm ich meine Tasche und ging aus dem Haus in Richtung Uni. Der Wind fühlte sich eisig an, dennoch war es angenehm. Mein Blick war auf den Boden gerichtet, in Gedanken versunken lief ich recht schnell um noch pünktlich anzukommen.
Plötzlich verspürte ich ein kleines Zucken in meiner Magengegend. Als ich um eine Ecke bog lief eine junge Frau mit sehr schnellem Tempo mitten in mich hinein. Ihre Hand stieß in meinen Magen und ich taumelte zurück. An einem Straßenschild hielt ich mich fest.Schnell war das komische Gefühl in meinem Bauch weg und ich schaute zu der Frau, die auf dem Boden lag.
„Oh das tut mir so schrecklich Leid!! Ich hätte besser aufpassen müssen.“ Entschuldigte ich mich und half ihr hoch. Ihr dunkles Haar glitt sanft über ihre Schultern als sie langsam wieder zum stehen kam. Sie sah mich mit ihren dunklen Rehaugen federartig an. „Oh es tut mir leid, ich hoffe ich hab Dir nicht wehgetan! Es ist meine Schuld, ich sollte vielleicht ein bisschen besser aufpassen.“ Sagte sie.
„Oh nein es ist schon Ordnung, mir ist nichts passiert, bei dir alles ok?“
„Ja nichts weiter passiert, danke. Ich bin neu hier und suche die Uni? Kannst du mir vielleicht sagen wohin ich muss?“
Freundlich fragte mich die Unbekannte nach dem Weg. „Natürlich, ich bin selbst auf dem Weg dorthin, wir können zusammen gehen.“
„Oh das ist super! Ich heiße übrigens Gretchen“ sie strahlte mich mit einem wunderschönen Lächeln an und gab mir die Hand. „Claire. Ich heiße Claire“ ich schüttelte kurz ihre Hand und lief weiter. Für einen Smalltalk war ich überhaupt nicht in Stimmung. Sie folgte mir und schaute mich mit einem interessierten Blick an. „Ein wirklich schöner Name.“ Ich lächelte kurz zu ihr und versuchte mich nicht auf ein Gespräch einzulassen. Sie schien mein Desinteresse an Ihr zu merken und folgte mir stillschweigend bis zur Uni.
Als wir ankamen erklärte ich ihr den weiteren Weg zu ihrem Raum und schlug die andere Richtung ein. „Es war schön dich kennengelernt zu haben. Claire.“ Rief sie mir hinterher und ich nickte ihr zu mit einem kleinen Lächeln um sie nicht völlig vor den Kopf zu stoßen.

Als ich in meinem Raum ankam saßen alle schon still auf ihren Plätzen während der Dozent die letzten Aufgaben an eine Tafel schrieb. Leise und schnell setzte ich mich auf einen leeren Platz. „Schön das Sie auch endlich erscheinen Frau Bennet!“ entschuldigend schaute ich ihn an und holte meine Sachen aus meiner Tasche und es dauert nur einige Minuten bis ich wieder in meinen Gedanken versunken war und nichts Weiteres vom derzeitigen Geschehen mitbekam.
Gretchen, was ein komischer Name. Ich durchlief noch einmal den kleinen Unfall, den ich mit dieser Fremden hatte. Etwas an ihr interessierte mich auf eine Weise, die ich nicht identifizieren konnte. Sie schien nett. Vielleicht wäre es das Beste mich mit ein paar neuen Leuten zu befreunden um auf andere Gedanken zu kommen. Gretchen schien perfekt zu sein. Als neue Freundin mein ich natürlich. Nachdem ich 4 Stunden hinter mich gebracht hatte, lief ich zur Mensa, holte mir ein Getränk, dessen Name ich immer noch nicht kannte. Es war gekühlt, schaumig, fast wie Eiskaffe, aber dennoch anders. Es schmeckte wie Milchreis, nur flüssig. Mit dem Glas setzte ich mich an einen leeren Tisch und wartete auf meine nächste Stunde.
„Hey Claire! Schön dich hier zu treffen. Wie war dein Unterricht? Bei mir war es wirklich stressig! Ich habe so viel nachzuholen. Oh Gott und dieser Lehrer sollte sich wirklich mal im Spiegel anschauen. Total ungepflegt wie er in den Saal kam, fast schon erschreckend für einen Dozenten.“
„Oh hi Gretchen, es war ok wie immer. Entschuldige, dass ich vorhin etwas forsch zu dir war. Ich habe in letzter Zeit nicht viel Kontakt zu anderen gehabt und hatte nicht mit dir gerechnet.“
„Oh das ist doch kein Problem.“ Sie lächelte mich wieder an. Sie scheint wirklich nett zu sein.
Eine halbe Stunde unterhielten wir uns über Standardsachen, die man immer beim ersten Treffen zu erzählen hat. Ich fragte mich wie es wohl diesmal sein würde, sich jemanden zu öffnen ohne jedoch viele Details des eigenen Lebens preiszugeben. Als die nächste Unterrichtsstunde näher rückte, stand ich auf um mein Glas wegzubringen und mich zur Vorlesung zu begeben.
„Wir sehen uns sicherlich später, viel Spaß bei deinem nächsten Seminar!“ sagte ich ihr und umarmt sie kurz, schließlich machten dies Freunde immer und ich wollte ihr diesmal zeigen, das ich nicht so eine eingebildete Kuh bin, wie sie vielleicht anfangs von mir dachte.
„Ok Claire bis dann und dir auch viel Spaß!“ als ich sie umarmte drückte sie mich fest an sich.
Wir gingen in verschiedene Richtungen zu unseren Räumen.
Die Stunden vergingen schnell und der Nachmittag brach hinein.
Ich packte die Sachen in meine Tasche und machte mich auf den Weg nach Hause. Wenn man es denn überhaupt so nennen konnte.
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