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A Parlay a day keeps the Pirate away (ehemals: Was wäre, wenn...?)

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Barbossa Captain Jack Sparrow Governor Swann James Norrington Will Turner
29.11.2010
20.09.2013
53
119.594
14
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Dieses Kapitel
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29.11.2010 2.265
 
Und gleich noch eins hinterher ^^


Ehrlich Unehrlich


In der Höhle war es ruhig geworden. Hier und da klapperte es metallisch, als Jack die ganzen Schätze durchging und schaute, was seine ehemalige Crew über die Jahre so alles angesammelt hatte. Natürlich kannte er bereits einen großen Teil davon, doch die anderen waren mehr als fleißig gewesen, was Neuanschaffungen betraf. Gerade hatte er eine bronzene Statue in der Hand und inspizierte sie, während Will, immer noch von einem Piraten bewacht, in der Mitte der Höhle stand und die Szene skeptisch beobachtete. Überhaupt waren nur vier bis fünf Piraten zurückgeblieben, für alle Fälle.
Chelsea war ihren Beobachter los geworden, und sie war zu schlau als dass sie einen Fluchtversuch unternommen hätte. Ihre Hände waren immer noch gefesselt, und was hätte sie tun sollen, wenn sie am Wasser angekommen wäre?
Für eine Warnung war es sicherlich schon zu spät, und so gut schwimmen konnte sie auch nicht. Also beschränkte sie sich darauf, Barbossa hasserfüllt anzustarren und sich seinen Tod zu wünschen.
Nach einigen Momenten hatte er dies bemerkt, und amüsiert erwiderte er ihren Blick mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.
„Aber aber Miss Chelsea, wenn Ihr weiter so dreinblickt, werdet Ihr frühzeitig Falten bekommen...“, höhnte er und trat auf sie zu.
„Wenn ich Euch mit meinem Blick zur Hölle schicken kann, ist es mir das wert!“, giftete sie und schaute nur noch säuerlicher.
Er lachte leicht und blieb nun so dicht vor ihr stehen, dass sie den Kopf ein wenig heben musste, um ihn weiter anzuschauen. Sie konnte das helle Blau seiner Augen erkennen, obwohl es auch in dieser Höhle alles andere als hell war, und gegen ihren Willen spürte sie, wie ihre Gesichtszüge sich ein wenig entspannten.
„Ihr habt doch gehört, dass Eure Schwestern in Sicherheit sind. Wieso also grollt Ihr weiter gegen mich?“, flüsterte er und zwinkerte ihr zu.
„Das haben sie nicht Euch zu verdanken, von daher behalte ich mir vor, Euch weiter zu hassen...“, flüsterte sie zischend zurück.
„Meine Liebe, Ihr werdet meine Gesellschaft noch früh genug zu schätzen wissen... Wir haben lange lange lange Zeit dafür...“, sagte er und wandte sich mit einem letzten Blick in ihre blitzenden Augen von ihr ab.
Was meinte er damit? Würde er sie etwa nie gehen lassen? Nur über ihre Leiche! Da würde sie sich lieber selbst bei nächster Gelegenheit im Meer ertränken als auf ewig seine Gefangene zu sein!
„Der wird noch sein blaues Wunder erleben...“, dachte Chelsea und in ihr brodelte es gefährlich.

„Ich muss zugeben, Jack, ich dachte ich hätte dich durchschaut. Aber wie sich jetzt herausstellt, bist du schwer einzuschätzen!“, rief Barbossa dem anderen zu. „In letzter Zeit scheint mir das häufiger zu passieren...“, setzte er noch mit einem vielsagenden Blick auf die Rothaarige hinzu. Diese wandte nun doch den Blick ab und hielt ihr Gesicht so hochmütig, wie sie konnte.
„Ich, ich bin unehrlich“, fing Jack an und wedelte ein wenig mit der Statue herum, die er noch immer in der Hand hielt.
„Und bei einem unehrlichen Mann kannst du darauf vertrauen, dass er unehrlich ist...“  
Er schmiss die Statue auf einen anderen Haufen und ging auf Barbossa und die anderen Männer zu.
„...ehrlich! Vor den Ehrlichen, vor denen musst du dich in Acht nehmen. Weil du nie vorhersehen kannst...“
Er hatte seine Lehrmeisterstimme angeschlagen und blieb neben einem Pirat stehen, der desinteressiert ein paar Steine ins Wasser schmiss.
„...wann sie wirklich etwas unglaublich Blödes machen“, schloss er, machte eine kleine Pause und griff dann in einer schnellen Bewegung nach dem Schwert des Piraten neben ihm und schubste ihn ins Wasser.
Will und Jack tauschten einen Blick, und sofort warf er das Schwert mit dem Griff voran dem Jüngeren zu, der es trotz seiner gefesselten Hände gekonnt auffing und sich mit dessen Hilfe von seinem Aufpasser befreite.
Jack hatte nun sein eigenes Schwert gezogen und stürmte auf Barbossa zu, der geistesgegenwärtig genug im letzten Moment auch seine Waffe zog, um sich gegen den Angriff zu verteidigen.
Chelsea hatte überrascht aufgeschrien und war ein paar Schritte nach hinten getaumelt, als der Kampf so plötzlich und unerwartet losgebrochen war.
Sie beobachtete das Geschehen und wusste gar nicht, wohin sie wann schauen sollte! Doch im Endeffekt blieb ihr Blick an Will kleben, der immer noch mit gefesselten Händen gegen zwei Piraten kämpfte. Doch da nahte schon ein Dritter!
„Will, pass auf!“, schrie sie und aufgrund ihrer Warnung drehte der Braunhaarige den Kopf, erfasste seinen neuen Gegner, vollführte eine grazile Drehung und der Schwertangriff, der eigentlich seinem Kopf gegolten hatte, durchschnitt nun sauber die Fesseln und Will war frei.
„Danke!“, rief er zurück und war sofort wieder in einen Dreikampf verwickelt, in dem er allerdings die Oberhand hatte.
Die Rothaarige schaute nun zu dem Hauptkampf, Jack gegen Barbossa, und beide schenkten sich nichts.
Gerade holte Jack zu einem entscheidenden Hieb aus, doch der Captain duckte sich rechtzeitig und nur ein Großteil der Federn, die auf seinem Hut befestigt waren, fielen der Klinge zum Opfer.
Jack ließ ein erfolgreiches „Ha!“ hören, bevor Barbossa wütend zum Gegenangriff ausholte und den anderen kurzzeitig in die Enge trieb.
Will hatte mittlerweile auch bemerkt, wie die Piraten sich im Mondlicht veränderten, doch außer einem erstaunten Blick hatte er keine weitere Reaktion für das Skelett übrig, das plötzlich statt seines Gegner aus Fleisch und Blut vor ihm stand.
Chelsea schaute nach oben und bemerkte, dass die Decke der Höhle löchrig war und das Mondlicht ungehindert einfallen konnte. Ein wahres Schauspiel bot sich ihr dadurch, mal waren sie Mensch, mal Untoter, und je öfter sie dies zu Gesicht bekam, desto normaler (um es mal so auszudrücken) wurde es für sie.
Jack und Barbossa kämpften nun ganz in ihrer Nähe, und sie fand es für an der Zeit sich ein wenig zurückzuziehen, also kletterte sie in die Mitte des größten Goldberges, als die zwei Männer auch schon unter ihr zum Stehen kamen. Ihre Klingen hatten sich wie eine Schere geformt, die Gesichter der beiden waren nur noch ein paar Zentimeter voneinander entfernt.
„Hier bist du in Niemandsland, mein Guter! Hier gibt’s nur Monster...“, zischte Barbossa und riss seine Augen auf, bevor er Jack zurückdrängte und sich freikämpfte, nur um erneut auf ihn loszustürmen.


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In der Zwischenzeit hatten Kathy und Alex in ihrem Boot die Hälfte des Weges hinter sich gelassen, als die Ältere in einiger Entfernung ein anderes Schiff ausmachte.
„Hey, warum hörst du auf zu rudern?“, fragte Alex als sich das Boot nur noch in eine Richtung statt nach vorne bewegte.
„Schau mal, die Black Pearl!“, sagte die Angesprochene und zeigte mit einem Finger auf die Stelle.
„Und weiter? Los, wir müssen zu Will und Chelsea!“, trieb die Jüngere ihre Schwester weiter an, doch diese verdrehte nur die Augen.
„Hör mal zu du Kampfzwerg, willst du's alleine mit der ganzen Piratenflotte aufnehmen?“, fragte sie ironisch und fuhr fort, ehe die andere antworten konnte.
„Alleine haben wir keine Chance, wir müssen erst die Crew befreien!“
Alex hatte bei dem Wort Kampfzwerg zum protestieren angehoben (Kathy war schließlich kleiner als sie), aber dann ging ihr ein Licht auf und sie nickte enthusiastisch.
„Du hast Recht, los, zur Black Pearl!“, rief sie und ruderte wild drauf los, um das Boot in die richtige Richtung zu navigieren.
Erneut verdrehte die Rothaarige ein wenig die Augen, grinste dann aber ob der Energie ihrer kleinen Schwester und fiel in den schnellen Ruderrhythmus ein.

Kaum fünf Minuten später waren sie dort angekommen und vertauten das Boot so gut es ging, als sie sich an der Bordwand hochhangelten, darauf bedacht, leise und vorsichtig zu sein um nicht entdeckt zu werden.
Doch die Piraten hatten ganz andere Probleme, wie es schien.

„Was suchst du dir als erstes zum Essen aus?“, erklang plötzlich eine männliche Stimme, und Kathy runzelte die Stirn, bevor sie unnötigerweise einen Finger an ihre Lippen legte, um Alex zu zeigen, leise zu sein.
„Wir sollten uns jetzt entscheiden, damit wir fertig sind, wenn es soweit ist!“, fuhr die Stimme fort, und Alex spähte vorsichtig in ein Fenster. Ihr Blick fiel auf einen Tisch mit unzähligen Köstlichkeiten, vor dem zwei Männer saßen, die angestrengt auf die einzelnen Nahrungsmittel starrten.
Die Braunhaarige zog sich zurück, grinste und tippte sich an die Stirn, was Kathy ebenfalls mit einem kleinen Grinsen bedachte, bevor sich beide weiter hochhangelten.

Oben angekommen schauten sie erst über die Reling, doch niemand war da, also zogen sie sich noch einmal an dem Holz hoch und landeten dann elegant auf beiden Beinen.
Sie drehten sich um und zuckten bei einem hohen Kreischen zusammen, als ihnen der kleine Affe von Barbossa vor den Gesichtern herumbaumelte und drohend mit den Zähnen fletschte.
Alex erholte sich zuerst von dem kurzen Schreck und stierte den Affen wutentbrannt an, der sofort verstummte und einen überraschten Gesichtsausdruck bekam.
Bevor er wieder an dem Seil, an dem er hing, hocheilen konnte, packte Alex ihn am Schwanz und schleuderte ihn über die Reling.
Kathy schlug sie erneut gegen den Oberarm.
„Au, wofür war das?“, zischte sie, doch Kathy trat schon an die Reling, als der Unheil verheißende Klatscher im Wasser ertönte.
„Dafür!“, zischte Kathy zurück und hing sich über die Reling, um nach unten zu schauen.
Doch auch die Piraten hatten nachgeschaut, und bevor die Rothaarige ihren Kopf zurückziehen konnte, war sie schon entdeckt worden.
„Hey!“, rief einer, und sofort machten sie sich auf den Weg nach oben.
Kathy zog eine Grimasse, packte Alex und zog sie mit sich eine Treppe weiter runter.
„Und DAS ist jetzt deine Schuld!“, konnte Alex noch meckern, als sie eine Etage runtergelaufen waren und sie sich losriss. Geistesgegenwärtig schwang sie sich an einem Balken um eine Ecke und duckte sich hinter einem Fass, als die Piraten Kathy schon gesichtet hatten.
„Komm sofort her!“, rief einer und die Rothaarige hörte nur noch, wie zwei Schwerter aus ihren Scheiden gezogen wurden, bevor sie sich mit einem lauten Kreischer wieder auf den Weg an Deck machte.

Alex wartete, bis die beiden vorbei waren, entschuldigte sich mental bei Kathy und setzte dann ihren Weg nach ganz unten fort, wo sich wohl die Crew befand...
Und tatsächlich, nach einer weiteren Treppe hatte sie die zwei großen eisernen Käfige gefunden, die den Männern als Gefängnis dienten. Gott sei Dank waren keine weiteren Wachen aufgestellt worden, und somit konnte Alex sich gleich auf die Befreiung konzentrieren.
Ihre Schritte mussten sie verraten haben, denn Gibbs stand bereits ganz vorne und begrüßte sie mit einem breiten Lächeln.
„Es ist Alex!“, rief er den anderen Männern zu, allerdings noch mit gedämpfter Stimme. Man wusste ja nie...
„Der Schlüssel hängt da drüben!“, drängte sich nun ein anderer neben den älteren Mann und zeigte auf einen langen Nagel in einem Balken, bevor Alex auch nur etwas anderes als das Lächeln erwidern konnte.
Sofort sprang sie dorthin, schnappte sich den Schlüssel und sperrte die Türen der Zellen auf.
„Gott sei Dank, du lebst noch! Was ist mit Jack und Kathy?“, fragte Gibbs sofort und schaute sie aus großen Augen an.
„Kathy ist hier, wir müssen ihr helfen! Jack ist auf der Insel, ich weiß nicht, was da sonst noch vor sich geht...“, sagte sie hektisch, fuhr sich mit einer Hand kurz durch die Haare und drehte sich dann um, um die Treppe wieder hinaufzueilen und mit den Männern im Schlepptau ihrer Schwester zu helfen.

Diese hatte sich den Piraten bisher sehr gut entziehen können, hatte sie doch einen kleine Vorsprung gehabt. Zunächst war sie quer über das Deck gerannt, doch dann hatte sie sich entschlossen, an einem Seil hinaufzuklettern.
„Da oben ist sie!“, ertönte plötzlich eine Stimme, als zwei Skelette die Verfolgung aufnahmen.
„Oh nein oh nein oh nein, wieso denn so schnell?“, jammerte sie vor sich hin und kletterte ein wenig schneller.
„Warte!“, hörte sie plötzlich einen sagen, und sie drehte sich um... nur um zu sehen, wie der eine ein Messer gezückt hatte und ein Seil durchschnitt. Die Rothaarige runzelte die Stirn und bemerkte nach zwei Sekunden, wie sie den Halt verlor und mit dem Seil auf den Boden segelte.
„Aaaaaalex!“, rief sie noch, landete auf dem Boden und rollte sich instinktiv ab, als auch schon ein Schwert an der Stellte auftraf, wo sie eben noch gelegen hatte.
Sie sprang auf die Beine und rannte an die Reling, wo sie mit dem Rücken stehen blieb und ängstlich zu den zwei Männern aufschaute, die nun selbstzufrieden lachten.
„Wen haben wir denn da...“, murmelte einer, doch plötzlich ertönte ein anderes Geräusch und die zwei drehten sich um.
„Kathy, weg da!“, schrie Alex und wieder konnte sich die Rothaarige im letzten Augenblick zur Seite werfen, bevor eines der vielen Rettungsboote auf die zwei Piraten niedersegelte und ihre einzelnen Knochen mit lauten Platschern im Meer landeten.
Kathy hatte sich die Hände über den Kopf gelegt, doch als sie nun die Augen wieder öffnete, sah sie die ganze, vor Freude jubelnde Crew vor sich und Alex, die ihr eine Hand hinhielt, um ihr hoch zu helfen.
„Wurde aber auch Zeit!“, tadelte die Rothaarige lachend, bevor sie und Alex sich dem Boot zuwandten.
„Und jetzt alle Mann mitkommen! Will und Chelsea sind in der Höhle und wir müssen sie retten!“, rief Alex und packte mit Kathy ein Seil, bevor sie sich bereit machten, daran zu ziehen um des Gefährt zu Wasser zu lassen.
„Fertig, und hochziehen!“
Das Boot war unglaublich schwer, und es bewegte sich kaum trotz der Anstrengung der zwei Mädchen.
„Hey, was ist los?“, fragten sie, als sie bemerkten, dass die Crew immer noch nur rumstand. Kathy runzelte die Stirn, schaute von einem zum anderen.
„Bitte, wir brauchen eure Hilfe! Macht schon!“, trieb sie sie noch einmal an, aber ihre Stimme war schon in dunkler Vorahnung ein wenig dünner geworden.
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