Winternachtwanderung

GeschichteAllgemein / P6
29.11.2010
29.11.2010
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Langsam gehe ich durch den Wald. Es ist Nacht. Doch der Schnee leuchtet Hell im Vollmondlicht. Ein leichter Nebel zieht durch den Wald. Meine Schritte sind langsam doch zielstrebig. Ich weis nicht wo ich hin gehe. Meine Füße wissen es. Die Bäume sind alt. Sie tragen Bärte aus Flechten und Schnee. Moos und Schnee dämpfen meine Schritte. Die weiße Decke ist unberührt. Jungfräulich. Ich hasse mich dafür. Ich hasse mich, weil ich die Jungfräulichkeit zerstöre. Doch der Schnee wird meine Schuld tilgen. Das Licht verfinstert sich. Wolken ziehen auf. Sie jagen über den Himmel. Der Wind ist stark und kalt. Irgendwo schriet eine Eule. Die Schneeflocken tanzen vor meinen Augen wie Gedanken. Wie ein Starker Gedanke kommt manchmal eine Windböe. Treibt die Gedanken in eine neue Richtung. Meine Schritte beschleunigen sich. Mein Herz übernimmt die Führung. Die Füße sind nur noch Diener. Der Wald zieht an mir vorbei. Der Wind treibt mich vorwärts. Ich kann nicht umdrehen. Ich will nicht umdrehen. Ich sehe etwas. Undeutlich und verschwommen. Der Schnee verbirgt es vor mir. Doch es kommt näher. Kommt näher, weil ich darauf zu gehe. Es ist riesig und unförmig. Ein Haus? Eine Burg? Eine Ruine? Ja es ist die alte Ruine. Mein Herz zieht mich zu ihr hin. Ich kann mich nicht wehren. Etwas wartet dort. Keine Fußspuren außer den meinen sind zu sehen. Ich gehe durch das verfallene Tor. Der Wald hat auch sie erobert. Junge Bäume mühen sich mit dem Schnee. Die Mauern sind weis. Nur selten sieht man die schwarzen Steine unter dem Schnee. Das Gitter vor dem Keller ist offen. Die Stäbe nach außen gebogen. Der verzinkte Stahl ist mit Schnee bedeckt. Im Gewölbe flackert es. Ich gehe hinein. Drinnen sehe ich... ich... ich... ich...
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