Wieder nach Hause oder doch ein neuer Anfang?

von Lia296
GeschichteAllgemein / P6
27.11.2010
15.01.2011
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Es ist die Fortsetzung von ""Ich geh da nicht hin!" Und dann war er dort.."

Jonas von Lettow, zwölf Jahre alt und verwöhnt, bekommt von seinen Eltern alles, was er will.
In seiner freien Zeit ist er am liebsten mit seiner Clique, die aus Jungs „besteht“, die einen ähnlichen Hintergrund haben wie er, zusammen.
Er lebt in einer riesigen Villa mit Swimmingpool und einem großen Park.
Doch dann wird er durch seinen Vater auf „Schloss Einstein“ eingeschult, worüber Jonas alles andere als begeistert ist.

Er sehnt sich nach seiner Clique zurück.
Deshalb hält er sich auch zunächst im Hintergrund.
Als er es eines Tages gar nicht mehr aushält, seine Freunde endlich wieder zu sehen, fasst er einen Entschluss.
Er packt noch in der selben Nacht ganz leise, damit sein Zimmergenosse Armin von der Heyde nicht aufwacht, seine Sachen zusammen, schleicht aus dem Zimmer, über den Flur, dann noch einmal über den Hof und klettert über den Zaun.
Er haut ab.
Jonas läuft den weg, der zum Ort Seelitz hinunter führt, entlang und denkt dabei angestrengt darüber nach, was man wohl im Internat machen würde, wenn man bemerkt, das er nicht mehr in seinem Bett liegt.
„Was denk ich eigentlich?“, sagt er laut zu sich.
„Es kann mir doch egal sein, was die Typen dort machen.
Ich geh doch eh nicht mehr zurück.
Eher sterbe ich.“
Er ist fest entschlossen, das Internat und alles andere hier zu vergessen.
Er will nicht mehr an die schrecklichen Augenblicke denken, die er hier erlebt hatte, als er immer alleine in den Pausen in einer Ecke des Hofes stand und niemand mit ihm sprach, oder ihn auch nur ansah.
Auch mit Annika hat er seid ihrem Kuss nicht mehr gesprochen, außer das Nötigste für die Schulstunden.
Plötzlich ist er wütend.
Er ist so wütend, wie noch nie zuvor in seinem Leben.
„Nie im Leben!
Nie im Leben gehe ich zurück!“, schreit er.
Im selben Augenblick piept seine Armbanduhr.
Es ist bereits acht Uhr morgens.
Jetzt stehen sie alle auf und merken, dass er nicht mehr da ist.
„Dr. Stollberg hat bestimmt schon meine Eltern informiert.“, sagt er leise zu sich.
In dem Moment ging er am Ortschild Seelitz vorbei.
Doch nicht nur das.
Er dreht sich um.
„Nein!“, entfährt es ihm.
„Das darf doch nicht wahr sein!“
Hinter ihm kommt ein Auto, das Jonas nur zu gut kennt.
Es ist das Auto von Nadja, der Erzieherin des Internates.
Er hat es sofort an dem „Schloss Einstein-Logo“ auf der Motorhaube erkannt.
Schnell springt er in das Gebüsch, das am Wegrand steht.
Doch Nadja muss ihn bereits gesehen haben, denn sie hält an.
Sie steigt aus und ruft:
„Jonas?
Komm raus aus deinem Versteck!
Ich hab dich bereits gesehen!
Mach es doch nicht noch schlimmer, als es ohnehin schon ist!“
Doch Jonas denkt gar nicht daran, aus seinem Versteck hervor zukommen.
Er bleibt ganz ruhig liegen.
Nadja kommt nun langsam auf ihn zu.
Schon ist Jonas aus seiner Liegeposition aufgestanden.
Ein Glück, dass das Gestrüpp schon lange nicht mehr gemäht wurde, sonst hätte Nadja ihn bestimmt entdeckt.
Jetzt ist sie bei ihm.
Sie bückt sich und wischt das Gestrüpp beiseite, doch Jonas ist schneller.
Er ist inzwischen schon weiter gerannt.
Er rennt und rennt die Straße entlang, als ob der Teufel hinter ihm her wäre.
Und damit liegt er nicht ganz falsch.
Hinter ihm rennt tatsächlich jemand.
Nadja!
„Jonas!
Bleib endlich stehen!
Wovor läufst du denn weg?
Wovor hast du Angst?“, ruft Nadja, die inzwischen schon wieder in ihrem Auto sitzt, durch die geöffnete Scheibe hindurch, ihm zu.
Jonas tut so, als hätte er sie nicht gehört.
Er läuft und läuft immer weiter die Straße entlang.
Jetzt hat Nadja ihn schon fast eingeholt, doch auch Jonas hat dies bereits gemerkt, und ist schon wieder im Gestrüpp verschwunden.
Doch dieses Mal war er zu langsam.
Nadja hat es bereits geahnt und ihr Auto geparkt.
Nun ist sie dicht hinter Jonas auf dem Weg durch die Büsche.
Jetzt ist sie nur noch wenige Schritte von ihm entfernt, als etwas passiert, was beide nicht ahnen konnten.
Aus dem Boden ragt eine Wurzel und Jonas stolpert.
Er fällt hin und reist sich die Wange auf.
Nadja bremst sofort ab und hilft ihm auf, doch als er wieder auf den Beinen ist, reist er sich sofort wieder los.
Doch dieses Mal hat er keine Chance.
Nadja ist noch zu nahe an ihm dran und greift sofort wieder nach seiner  Jacke.
Lass mich los!
Ich gehe nicht wieder zurück!“, schreit er sie an, doch Nadja bleibt hart.
Sie schleppt ihn gegen seinen willen zu ihrem Auto, platziert ihn auf dem Beifahrersitz und schließt die Tür gleich wieder von außen ab, sodass er noch nicht einmal auf die Idee kommen könnte, wieder abzuhauen.
Gleich nachdem sie selbst im Auto sitzt, ruft sie Herrn Dr. Stollberg an.
„Ja ich habe ihn…
Nein er kam nicht freiwillig mit…
Ja, wir kommen jetzt zurück…
Nein, natürlich ist er nicht gut drauf...
Nein, er hat sich die Wange bei einem Sturz aufgerissen…
Ja, wir sind schon unterwegs.“
Und kaum hat sie aufgelegt, wendet sie sich wieder an Jonas.
„Sag mal, was hast du dir eigentlich dabei gedacht, einfach so mitten in der Nacht abzuhauen?
Und wo wolltest du überhaupt hin?“, fragt sie ihn.
Doch als Jonas nicht antwortet, fährt sie fort.
„Herr Dr. Stollberg hat gesagt, du bist schon einmal von zuhause weggelaufen, stimmt das?
Warum?“
Doch als er wieder nicht antwortet, gibt Nadja es auf.
Das einzige, was sie auf dem Weg zum Internat noch sagt, ist:
„Wir sind alle ziemlich sauer auf dich, nur damit du es schon mal weißt.“
Und dann sagt Jonas doch etwas:
„Na und?
Ist mir doch egal!
Ich will sowieso nicht länger hier bleiben.
Und die Anderen sind doch auch froh, wenn ich wieder weg bin.“
Ansonsten wird kein Wort mehr gesprochen, aber Nadja dachte über seine letzten Worte nach...
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