Soweit die Flügel tragen

von sanoa
GeschichteAllgemein / P12
Demir Azlan
23.11.2010
22.08.2013
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23.11.2010 536
 
Kapitel 1

Donnerstag Nachmittag 16:00 Uhr
GSG 9 - Lagezentrum Weißensee
Berlin, Deutschland

Geb und die anderen waren gerade dabei, ihre Sachen vom Schießtraining zu verstauen und freuten sich auf den wohlverdienten Feierabend, als von allen der Pieper ging.

“Auch das noch!”, sprach Geb das aus, was alle dachten. Nun konnten sie sich wieder in ihre Arbeitsklamotten werfen und würden wohl noch ein paar Überstunden machen müssen.

Konny, der schon als Einziger fast fertig umgezogen war, hatte er doch nachher eigentlich noch ein Date, schlug vor lauter Frust gegen seine Spindtür. Dies war der erste Nachmittag seit langem, an dem sie keine Bereitschaft hatten und nun auch noch das.

“Jungs, es hilft alles nichts, sehen wir zu, das wir das schnell geregelt bekommen, um so eher sind wir zu Hause.”, versuchte Geb sie alle und vor allem Konny zu motivieren. Er konnte keinen gebrauchen, der gerade mit den Gedanken woanders war.

Und dieses Gefühl hatte er bei Konny schon die letzten Wochen gehabt, doch er kam einfach nicht dahinter, was es sein könnte. Jeder Versuch von seiner Seite, ihn zu fragen, schlug fehl. Er wusste einfach nicht weiter und hoffte, dass er entweder zu ihm kommen würde oder das er wieder Normal werden würde.

Sie zogen sich ihre schwarzen Overalls wieder an und machten sich geschlossen auf den Weg zum Lageraum, wo sie Thomas Anhoff ihren Kommandeur erwarteten, der sie in alles einweisen würde.

“So meine Herren,”, begann er, “es hat einen Banküberfall auf eine Filiale der Hypovereinsbank in Berlin, nahe Onkel Toms Hütte gegeben. Die Täter haben Geiseln genommen, als sie merkten, das die Polizei schon auf dem Weg war.”

“Das ganze ist nun schon über sechs Stunden her.”, fuhr er fort. “Und es hat sich in der ganzen Angelegenheit nichts getan. Sie werden nun versuchen zu verhandeln, versuchen sie herauszubekommen, was die vorhaben, bisher ist jeder Versuch einer Kommunikationsaufnahme fehlgeschlagen.

Ansonsten versuchen sie die Geiseln zu befreien. Das sollte eigentlich keine große Aufgabe werden. Soweit wir wissen, sind die Täter nur minimal bewaffnet mit Handfeuerwaffen. Vier Mann mit vier Pistolen und einem Jagdgewehr wurden bisher beobachtet.”, nach diesem Lagevortrag machten sie sich daran, sich ihre restliche Ausrüstung abzuholen und ihre Autos zu besteigen.

Keine halbe Stunde später waren sie vor Ort und schon in die Lage eingewiesen. Konny versuchte den Kontakt herzustellen, war das doch vornehmlich seine Aufgabe in solchen Situationen. Geb war bei der örtlichen Polizeileitung und Caspar versuchte mit einem Fernglas in das Innere der Bank zu spähen.

Sie wussten nicht, was sie genau suchen sollten, wussten sie doch noch nicht einmal, ob die Bewaffnung auch die war, die sie vermuteten. Dadurch, dass es noch zu keinem Gespräch kam, hatte man die Geiselnehmer kaum sehen können.

Frank und Demir warteten derweil am Vito und vertrieben sich die Zeit, so gut es ging, denn ob sie heute zum Einsatz kommen sollten, stand auch noch nicht fest.

Demir blickte sich die Menschenmenge an, die an der Absperrung stand und sein Blick blieb an zwei Personen haften, die ihm bekannt vorkamen. Als er noch einmal genauer hinschaute, entdeckte er die beiden Mädels und ihm wurde schlagartig klar, dass sie da weg mussten.

Doch wie? Das war die Frage, auf die er keine Antwort hatte.