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Unerwünschte Gefühle

von Snuggle
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Access Time Chiaki Nagoya Marron Kusakabe Miyako Toudaiji OC (Own Character) Yamato Minazuki
21.11.2010
29.11.2018
25
111.651
12
Alle Kapitel
202 Reviews
Dieses Kapitel
14 Reviews
 
12.11.2016 5.706
 
Ihr werdet es nicht glauben, aber da bin ich schon wieder :D Ich habe mich schon seit Beginn der Story auf dieses Kapitel gefreut, da musste ich sofort anfangen zu schreiben ^^

Wie immer bedanke ich mich von ganzem Herzen für eure Reviews. Ihr seid der Hammer! :D

@SilverLP: Hey, danke für dein Review :) Es bleibt auf alle Fälle weiter spannend ;)
@Yumilein: Freut mich total, dass du dich so auf das Kapitel gefreut hast :D Männer muss man nicht verstehen, da kann man eben nur einfach den Kopf schütteln ;) Ich hoffe sehr, dass dir dieses Kapitel auch gefällt, viel Spaß damit ^^
@Egoistic: Vielen, vielen Dank für dein Lob ^^ Miyako ist mittlerweile wirklich ätzend geworden, da bleibt nur zu hoffen, dass alles wieder auf sie zurückkommt. Ich wünsche dir viel Vergnügen mit dem neuen Kapitel ;)
@ Luna: Es freut mich sehr, dass die Emotionen wenigstens teilweise so rüber kommen, wie ich das gerne würde. Das fällt mir nicht immer so leicht. Deswegen ist es für mich umso motivierender, wenn es Leser wie dich gibt, die mir so tolles Lob aussprechen ^//^  
@ Lesewurm: Danke, dass du so treu meine Story verfolgst :) Dieses ganze Hin und Her ist echt für alle total anstrengend, aber ein bisschen Spannung muss ja sein ;) Ich habe mich mit dem neuen Kapitel wirklich sehr beeilt :)

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Remember all the things we wanted
Now all our memories, they're haunted
We were always meant to say goodbye
...
I want you to know
That it doesn't matter
Where we take this road
Someone's gotta go
And I want you to know
You couldn't have loved me better
But I want you to move on
So I'm already gone

Already gone – Kelly Clarkson


Laut grummelnd zog sich Chiaki sein großes Kissen über den Kopf, in der Hoffnung, das nervtötende Klingeln der Haustür ausblenden zu können. Sein Vorhaben funktionierte leider überhaupt nicht: der Störenfried, wer auch immer es war, blieb hartnäckig.
Mit einem genervten Seufzen schlug er die Decke nach hinten, schlenderte, nur in Boxershorts bekleidet, zur Tür und öffnete diese einen Spalt breit. Nur wenige Sekunden später drückte sich auch schon Access an ihm vorbei in die Wohnung. Im Moment war er noch gekleidet wie immer. Zerrissene Jeans, ein schwarzes T-Shirt, auf dem der Slogan irgendeiner Rockband prangte und seine ausgelatschten Chucks, die er dringend mal entsorgen sollte. Über seinem Arm jedoch hing ein großer Kleidersack, in dem er vermutlich seinen Anzug verstaut hatte. In der Tüte, die er ebenfalls mitgebracht hatte, befanden sich vermutlich die schwarzen Lackschuhe.
„Access, was machst du schon hier? Hast du mal auf die Uhr geguckt?!“
„Was soll ich schon hier machen? Ich als dein Trauzeuge führe dich heute höchstpersönlich zur Schlachtbank.“
Die Formulierung des Barbesitzers war vielleicht ein bisschen unpassend, dennoch musste der junge Arzt ein wenig schmunzeln.
„Ich weiß, dass du dich mit Miyako nicht verstehst, aber sie wird immerhin meine Frau werden.“
„Leider“, brachte der Lilahaarige zwischen knirschenden Zähnen hervor, während er den Kleidersack einfach über die Lehne des Sofas hängte. Chiaki entschied sich, diese Bemerkung einfach zu ignorieren.
„Ich habe übrigens versucht, dich gestern Abend noch zu erreichen. Du hast deinen Geldbeutel in meiner Bar liegen lassen. Du bist aber weder an dein Handy noch an das Festnetztelefon gegangen.“
Wie auf Kommando zog er das Portemonnaie aus seiner hinteren Hosentasche und reichte es seinem besten Freund.
„Danke, aber ich war gestern noch...ein bisschen unterwegs.“
Bei diesem Satz wurde Access hellhörig. Normalerweise druckste Chiaki nicht so herum, da musste doch etwas Interessantes dahinterstecken. In seinem Kopf bildete sich fast automatisch eine Idee, ob diese aber der Wahrheit entsprach, wusste wohl nur der Blauhaarige.
„Unterwegs...soso. Und mit wem wenn ich fragen darf?“
„Ka-kann ich denn nicht auch mal a-alleine unterwegs sein?“
Damit hatte er sich endgültig verraten! Dieses Gestottere war nun wirklich mehr als nur verräterisch gewesen.
„Ich fass es nicht! Sag mir bitte nicht, dass du dich mit Maron getroffen hast!“
„Naja...“
Mit beiden Händen fuhr sich Access durch sein Gesicht. Natürlich war er gegen die Hochzeit von Chiaki und Miyako und natürlich hatte er die ganze Zeit über gehofft, dass sein bester Freund und Maron sich noch zusammenraufen würden, aber dieses ganze Hin und Her war einfach nicht mehr auszuhalten! Vor allem tat dieses ganze Chaos niemandem gut. Chiaki machte sich wahnsinnig, Maron ging es wohl auch immer schlechter, er selbst konnte dieses ganze Gejammer nicht mehr ertragen und – Streit hin und her – gegenüber Miyako war es auch nicht fair.
„Jetzt mal ganz langsam: du hast dich am Abend vor deiner Hochzeit mit deiner Ex-Liebschaft getroffen und du stehst trotzdem hier und willst Miyako heiraten?!“
„Weißt du...Maron und ich haben noch einmal miteinander gesprochen. Wir sind uns beide einig, dass wir endgültig getrennte Wege gehen sollten.“
Access blieb nichts anderes übrig, als einfach seinen Kopf zu schütteln. Das war doch einfach nicht zu fassen! Dass Chiaki einen an der Waffel hatte, war ihm ja schon mehrfach aufgefallen, vor allem als dieser sich gegen Maron und für Miyako entschieden hatte. Aber wie hätte er denn wissen können, dass Maron mittlerweile genauso verstrahlt war?!
„Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass ihr beide das wirklich ernst meint, aber das muss ich jetzt wohl so hinnehmen. Aber da das Thema hiermit scheinbar endgültig abgeschlossen ist, würde ich vorschlagen, du gehst jetzt erstmal duschen. Miyako wird mir den Kopf abhacken, solltest du zu spät kommen!“

Anders als Chiaki war Maron schon seit einiger Zeit auf den Beinen. Sie hatte in der vergangenen Nacht kaum Schlaf finden können – es gab einfach zu viele Gedanken in ihrem Kopf, die ihr einfach keine Ruhe ließen. Außerdem musste sie jetzt noch zusätzlich mit der Gewissheit leben, dass dies wirklich ihr letzter Tag in Japan sein würde. Trotz wochenlanger Vorbereitungen, hatte sie noch immer Zweifel an ihrem Vorhaben gehabt und sicher hatte auch ein kleiner Teil in ihr gehofft, dass Chiaki sich noch gegen die Hochzeit mit Miyako entschied und sie auf Knien anflehte, bei ihm zu bleiben. Doch jetzt stand dieser Abschied unmittelbar bevor, den sie so sehr gefürchtet hatte. Andererseits war sie froh, noch einmal die Gelegenheit gehabt zu haben, mit ihm zu sprechen. Einfach zu reden und nicht zu streiten. Immerhin hatten beide noch Gefühle zueinander, das war ihr bewusst. Der vergangene Abend hatte ihre Schmerzen wenigstens ein wenig lindern können und gab ihr gleichzeitig die Hoffnung, dass sie beide endlich einander loslassen würden. Jeder wollte immerhin nur das Beste für den Anderen – auch wenn das eine Trennung auf ewig bedeutete.
Da Rinako noch immer schlief, entschied sich die Schwangere, erst einmal zu duschen, das würde ihr sicher guttun. Ungefähr 45 Minuten später steckte Rinako ihren Kopf aus dem Gästezimmer. Maron saß bereits mit einer Tasse Tee am Tisch und hatte die letzten verbliebenen Essensreste aus dem Kühlschrank geholt, damit sie beide wenigstens etwas frühstücken konnten. Die Brünette war froh, dass sie überhaupt in der Lage war, so früh am Morgen etwas zu essen. Die Morgenübelkeit hatte ihr in den vergangenen Wochen wirklich sehr zu schaffen gemacht. Das hatte sich mittlerweile gebessert. Meistens konnte sie schon eine Scheibe Brot mit etwas Käse essen und übergeben musste sie sich auch immer seltener. Vor dem Heißhunger nach komischen Essenskombinationen war sie bisher weitestgehend verschont geblieben, obwohl sie sich hin und wieder dabei ertappte, mitten in der Nacht ein paar saure Gurken zu verschlingen.
„Guten Morgen“, krächzte Rinako, als sie ihren Kopf aus dem Gästezimmer streckte.
„Guten Morgen. Ist gestern wohl ein bisschen später bei dir geworden. Ich habe garnicht mitbekommen, wann du nach Hause gekommen bist.“
„Ja, nach dem Film sind Fynn und ich noch in einen Club gegangen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, wie spät es geworden ist.“
Maron musste unweigerlich lächeln. Sie freute sich, dass sich Rinako so gut mit Fynn verstand und offenbar einen schönen Abend hatte. Das Lächeln verschwand, als die Rothaarige das Wort an die junge Frau wandte.
„Und wie war es bei dir gestern Abend?“
Kurz dachte die Brünette darüber nach, ob sie ihr die Wahrheit einfach verschweigen sollte. Sie wusste selbst, dass die Situation auch für Rinako mittlerweile sehr belastend geworden war. Doch andererseits kannte sie keiner so gut wie ihre beste Freundin und deshalb sollte sie auch ein Recht auf die Wahrheit haben. Also erzählte Maron - von der Begegnung mit Chiaki, von den Gesprächen, dem Kuss... Manchmal sammelten sich Tränen in ihren Augen, doch diesemal wollte sie diesen nicht die Chance geben, herauszukommen. Rinako hörte einfach nur zu. Ab und zu nickte sie, doch es kam keinerlei Reaktion von ihrer Seite.
Nachdem die Schwangere fertig war, wartete sie einige Minuten vergeblich auf eine Antwort. Ihr war bewusst, dass sie diese Entscheidung ganz alleine getroffen hatte, und doch erhoffte sie sich eine Bestätigung von ihrer Freundin, dass sie richtig gehandelt hatte.
„Glaubst du, dass es richtig war?“, hakte Maron zögerlich nach.
Rinako sah die brünette Schönheit mit Tränen in den Augen an und griff nach ihrer Hand.
„Maron...ich glaube, dass du dem vertrauen solltest, was du fühlst. Wenn es dir in dem Moment richtig erschien, dann solltest du aufhören, daran zu zweifeln. Ich wünschte nur, dass du diese Entscheidung...nie hättest treffen müssen.“
Jetzt hielt die beiden Freundinnen nichts mehr. Fast gleichzeitig sprangen sie von ihren Stühlen auf, fingen laut an zu schluchzen und fielen sich in die Arme.

Als Chiaki zusammen mit Access an der Hochzeitslocation ankam, waren bereits einige Gäste anwesend, die Champagner tranken und sich mit allen möglichen Leuten unterhielten. Als Chiaki seine Runde drehte, um diese zu begrüßen, musste er leider feststellen, dass er viele der Anwesenden nicht kannte. Miyako musste wirklich Einladungen verschickt haben, wie eine Verrückte. Viele angesehene Ärzte, Akademiker, Polizeichefs. Es fühlte sich eher an wie ein großes Bankett, anstatt einer Hochzeit. In Wirklichkeit hatte er sich seine eigene Hochzeit immer anders vorgestellt. Kleiner, nur mit den Leuten, die ihm im Leben am wichtigsten waren. Das hatte er Miyako natürlich nie sagen können, also hatte er sich ihrem Willen gebeugt.
Eines aber musste er seiner zukünftigen Frau lassen: Sie hatte diesen Park in einen tollen Platz für eine Hochzeitsfeier verwandelt. Auf dem gepflegten Rasen standen überall weiße Pavillons, sowie Stehtische. An jedem erdenklichen Platz standen wunderschöne Blumen, Männer in schneeweißen Anzügen gingen mit silbernen Tabletts durch die Gruppen und brachten den Champagner unter die Leute. Wenn man von der kleinen Anhöhe hinab sah, hatte man einen romantischen Blick auf einen großen Teich mit blühenden Seerosen und klarem Wasser. Ein wenig außerhalb der Gäste standen zwei große weiße Zelte, in die allerdings keiner der Anwesendne hineinsehen konnte. Der erste war nämlich für die Braut und ihre Brautjungfern gedacht. In dem zweiten sollte Chiaki die Gelegenheit haben, vor der Trauung noch einmal Haare und Anzug zu überprüfen. Miyako würde er selbstverständlich vorher nicht sehen. Sie war der Meinung, dass es Unglück bringen würde, wenn der Bräutigam die Braut vor der Hochzeit sah. Auf der anderen Seite des Parks stand eine wunderschöne Kapelle. Bei diesem Anblick musste der Blauhaarige schwer schlucken. Dort würde er in weniger als zwei Stunden heiraten. Ein Gedanke, der ihm noch immer ein mulmiges Gefühl bereitete. An diesem Tag noch mehr als zuvor.
Doch darüber konnte er sich jetzt keine Gedanken mehr machen. Immer mehr geladene Gäste trafen ein und kamen mit gefüllten Gläsern, um mit ihm anzustoßen und ihm dämliche Ratschläge für die Trauung und sein Eheleben zu geben. Auch jetzt noch gab es viele Personen, die er zuvor noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Er war fast erleichtert, als er seinen Vater und seine Mutter erblickte. Kaiki hatte scheinbar sehr gute Laune und kam sofort an, um seinen Sohn zu umarmen. Er redete wie ein Wasserfall und war in seiner Euphorie kaum zu bremsen. Hana war da ganz anders. Bereits als sie auf ihren Sohn zukam, wirkte sie verunsichert und ein wenig niedergeschlagen. Wagte es kaum, ihm in die Augen zu blicken. Letztendlich konnte sie sich doch ein leichtes Lächeln abringen, das nicht ganz überzeugend war, als sie Chiaki ebenfalls umarmte. Dieser konnte ihr nur in die Augen blicken und zunicken, um ihr zu symbolisieren, dass alles okay sei und sie nicht mehr daran denken sollte, was gewesen war. Tatsächlich entspannte sich Hanas Haltung ein wenig, doch noch immer trug sie das Gewicht ihres schlechten Gewissens auf den Schultern. Sie wurde einfach die Angst nicht los, ihren eigenen Sohn um sein Glück gebracht zu haben. Das könnte sie sich niemals verzeihen.

Der Park füllte sich bereits, da trafen auch Rinako und Maron ein. Durch die vielen Leute wurde es bereits ein wenig unübersichtlich, also entschieden sich die beiden, einfach der Masse zu folgen. Maron trug ein schulterfreies, dunkelblaues Cocktailkleid. Schräg über die Brust verlief ein einzelner glitzernder Träger, unterhalb der Brust wurde das Kleid weiter. So hoffte sie, ihr kleines Babybäuchlein am Besten verbergen zu können. Ihre welligen Haare hatte sie locker nach oben gesteckt, ein paar einzelne Strähnen hatten sich bereits wieder gelöst. Wie immer trug sie ein dezentes Make-Up. Ihre vollen Lippen erstrahlten jedoch in einem knalligen Rot.
Ihre Rothaarige Begleitung hatte sich für einen Jumpsuit in ihrer Lieblingsfarbe dunkelgrün entschieden. Dazu passende Schuhe und ein auffälliges Make-Up.
Letztendlich kamen sie an der kleinen Anhöhe an. Das Bild der vielen Gäste und den weißen Pavillons war wirklich beeindruckend, das mussten sie zugeben.
Es verging keine Minute, da wurden ihnen bereits mit Champagner gefüllte Gläser gereicht. Hilflos schaute die Brünette zu Rinako. Das ging ja schon super los, der Kellner hatte sie noch nicht einmal gefragt, ob sie etwas trinken wollte. Irgendwie musste sie die alkoholische Flüssigkeit wieder loswerden, Alkohol in der Schwangerschaft kam nicht infrage! Nervös schaute sie in die Menge, um zu sehen, ob sie beobachtet wurde. Dann ließ sie Schluck für Schluck in dem grünen Rasen versickern. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie allerdings nicht, dass ein Augenpaar sie genauestens beobachtete.

Vergnügt quietschten die Brautjungfern auf, als sich Miyako endlich in ihrem Brautkleid präsentierte. Sie hatte sich für ein strahlend weißes Brautkleid im Meerjungfrauenstil entschieden, mit Spitze, Tüll und Herzausschnitt. Tatsächich schmeichelte das enganliegende Kleid ihrer großen, schlanken Figur. Die Stylistin hatte in ihre Haare ein paar Locken eingearbeitet, ein dezentes Make-Up und ein langer Schleier machten das Gesamtbild komplett.
„Miyako, du siehst so wunderschön aus!“
Ihre Mutter Sakura hatte Tränen in den Augen, als sie ihre Tochter als Braut erblickte. Das Kleid stand ihr wirklich ausgezeichnet. In diesem Moment verspürte sie einfach nur das  Bedürfnis, ihr Mädchen in den Arm zu nehmen. Kurz später musste sie sich auch schon verabschieden, da sie sich noch um eine paar Dinge bezüglich des Caterings und der Deko kümmern musste.
Das gab den Brautjungfern wieder die Gelegenheit, die Lilahaarige zu umschwärmen und das traumhafte Kleid zu bewundern. Der Geräuschpegel verstummte als ein junger Mann das Zelt betrat. Yamato. Und Miyako wusste ganz genau, warum er hier war.
„Mädels, würdet ihr uns bitte einen Moment alleine lassen?“

Mittlerweile hatte sich eine kleine Gruppe zu Maron und Rinako gesellt, bestehend aus Access mit Fynn sowie Kaiki und Hana. Trotz all der Anspannung versuchte Maron gute Laune vorzutäuschen. Ihrer Einschätzung nach funktionierte dies auch relativ gut, keiner machte den Eindruck, Zweifel an ihrer Ehrlichkeit zu haben. Die Stimmung schlug jedoch schlagartig um, als sich eine weitere Person mit in den Kreis stellte und Kaiki in ein Gespräch verstrickte. Chiaki.
Ohne Kontrolle darüber zu haben, beschleunigte sich Marons Herzschlag, sodass sie ein heftiges Stechen in ihrer Brust spürte. Ihr Atem ging stoßartig, ihr wurde schlecht und schwindelig. Ohne sich über ihr Handeln Gedanken zu machen, machte sie auf dem Absatz kehrt und eilte davon. Rinako folgte ihr in eiligen Schritten. Ihr Ziel war die kleine Jugendstilvilla, die sich ebenso auf dem Grundstück befand.

Natürlich war Marons merkwürdiges Verhalten nicht unbemerkt geblieben. Chiaki und Kaiki sahen zwar kurz in die Richtung, in die sie verschwunden war, doch im nächsten Moment führte der Jüngere das Gespräch mit seinem Vater fort. Es tat ihm zwar in der Seele weh, Maron so aufgebracht zu sehen, doch er musste sie jetzt endlich loslassen. Er würde heute heiraten, er musste die Gedanken an Maron und die Gefühle, die er für sie hegte, endlich loswerden. Es gab keinen Platz mehr für sie in seinem Leben, auch wenn ihn diese Vorstellung fast zerriss.
Hana jedoch konnte ihren Blick kaum von der jungen Frau lösen. Diese hübsche Dame musste ihren Sohn wirklich sehr lieben, sonst wäre sie wohl kaum davongelaufen. Das Gefühl, einen schwerwiegenden Fehler begangen zu haben, quälte sie immer mehr. Doch was sollte sie jetzt noch bewirken können? Chiaki hatte ihre Gesprächsversuche eiskalt abgeblockt und wenn er nicht bereit war, seine Meinung zu ändern, dann konnte sie ihn doch nicht dazu zwingen, oder?
Rinako entschuldigte sich höflich bei der Runde und entfernte sich, um Maron suchen zu gehen.
Auch Access war die Situation keineswegs entgangen. Er hatte sich geschworen, Maron heute ganz genau im Blick zu behalten und er musste sagen, dass ihr Verhalten immer merkwürdiger wurde. Erst die Heimlichtuerei mit dem Sekt und dann das eben. Seiner Meinung nach war das mehr als nur das aufgebrachte Verhalten einer Ex-Geliebten bei der Begegnung mit dem Mann, mit dem sie eine Affäre geführt hatte. Für ihn hatte es ausgesehen wie eine Art Schwächeanfall. Langsam aber sicher beschlich ihn das Gefühl, dass mehr hinter dem Ganzen steckte, als er bisher vermutet hatte. Schnell flüsterte er Fynn noch etwas ins Ohr, bevor er den beiden Frauen möglichst unauffällig folgte.

Schwer atmend musste sich Maron an der Wand abstützen, als sie das Badezimmer betrat. Noch immer drehte sich die ganze Welt um sie herum, reflexartig legte sie die Hand auf ihren Bauch und versuchte, sich zu beruhigen. Sie hatte sich wirklich zusammenreißen wollen, doch sein Anblick war einfach zu viel für sie gewesen. Warum konnte sie die Gefühle zu ihm nicht einfach vergessen?
Es dauerte nur wenige Sekunden, da stürmte auch Rinako in den Raum und legte sofort ihre Arme um Maron.
„Maron, was ist los?“
„E-Es ist nichts, wir gehen sofort wieder zurück, ich habe nur-“
„Nein!“
Der forsche Ton der Rothaarigen brachte die Schwangere umgehend zum Schweigen. Die Brünette sah ihrer Freundin erstaunt in die Augen, im nächsten Moment schon brach sie in Tränen aus.
„Ich kann das nicht! Ich dachte, ich schaffe das, aber ich schaffe es einfach nicht! Ihn zu sehen und...“, sie musste so heftig schluchzen, dass sie kaum einen Ton mehr heraus brachte.
Es dauerte einige Minuten, bis sie sich wieder ein wenig beruhigt hatte. Verzweifelt klammerte sie sich an Rinako. Plötzlich konnte sie spüren, wie die Übelkeit in ihr hochstieg. Eilig rannte sie in einer der Kabinen, wo sie sich lautstark übergab. Nahm das denn nie ein Ende?
Rinako wartete geduldig, bis Maron wieder an den Waschbecken erschien, um sich Hände und Gesicht zu waschen. Der brünetten Schönheit ging es wirklich sehr schlecht, das würde jeder Blinde erkennen. Der einzige Lichtblick war, dass sie schon bald ihre Vergangenheit hinter sich lassen konnte. Dann würde sie endlich an die wirklich wichtigen Dinge denken können.
„Maron, bist du dir sicher, dass du das hier durchziehen willst?“
„Ich habe keine andere Wahl.“
„Du hast immer eine Wahl, vor allem in deinem Zustand! Du solltest dir Ruhe gönnen, stattdessen wirst du immer mehr Stress ausgesetzt! Du solltest nicht danach entscheiden, was andere von dir erwarten sondern danach, was dir und deinem Baby gut tut. Du bist schwanger, verdammt, vergiss das nicht!“
Maron konnte nachvollziehen, was ihre beste Freundin meinte. Und schon bald würde sie sich endlich auf sich und ihr Kind konzentrieren, doch dafür musste sie erst diesen Tag hinter sich bringen. Sie musste den Beweis bekommen, dass es kein Zurück mehr gab, dass sie nicht mehr hier hin gehörte. Nicht mehr zu ihm gehörte. Sie musste die Bestätigung dafür bekommen, dass es richtig war, das Land zu verlassen und dass sie damit keine Chancen verpasste, die sie zu dem Mann hätten bringen können, den sie von ganzem Herzen liebte.
Stumm betrachtete sie sich im Spiegel, richtete ihre Haare und entfernte die letzten salzigen Spuren, die die Tränen auf ihren blassen Wangen hinterlassen hatten.
Entschlossen griff sie nach Rinakos Hand und blickte ihr tief in die Augen.
„Bald wird alles vorbei sein. Lass uns zurück gehen...“

Ungeduldig wartete Hana in der Nähe der kleinen Villa. Nervös wechselte sie von einem Bein zum anderen und wartete darauf, dass Maron wieder zurückkehrte. Sie musste dringend mit ihr sprechen, sonst würde ihr schlechtes Gewissen sie vollends auffressen. Ungefähr zehn Minuten später war es endlich soweit. Die Brünette verließ zusammen mit ihrer rothaarigen Begleitung das Gebäude und wollte sich auf den Weg zurück zu der Gesellschaft machen.
Eilig kam die Ältere auf sie zu und blickte sie mit einem drängenden Blick an. Maron musste nicht fragen, was sie von ihr wollte, sie konnte es sich denken.
„Rinako, geh doch schon mal zurück und warte bei Fynn auf mich, ja?“
Etwas skeptisch blickte die junge Frau ihre beste Freundin an, tat dann aber wie ihr geheißen und ging alleine zu den Gästen zurück. Sie musste Maron einfach vertrauen. Sie wusste schon, was sie tat. Das hoffte sie zumindest...
Derzeit wandte sich die Schwangere Hana zu und wartete gespannt darauf, dass diese etwas sagen würde. Warum sie allerdings genau jetzt das Gespräch suchte, blieb ihr schleierhaft. Seit dem Bankett war immerhin einige Zeit vergangen.
„Maron, ich muss noch einmal mit Ihnen sprechen.“
„Und worüber?“
Zwar wusste sie die Antwort schon, aber dennoch fragte sie.
„Es geht mir um diesen Abend, als sie Chiaki auf dieses Bankett begleitet haben...Ich glaube, dass ich einen furchtbaren Fehler gemacht habe.“
„Hana, das brauchen Sie wirklich nicht...“
„Nein, bitte! Hören Sie sich an, was ich Ihnen zu sagen habe.“
Die 24-jährige hatte überhaupt keine Lust auf dieses Gespräch, doch der flehende Blick der Älteren brachte sie zum Schweigen.
„Ich habe Ihnen damals weismachen wollen, dass sie sich keine Hoffnungen auf Chiaki machen sollten, da die einzige Frau für ihn Miyako sei. Aber ich glaube, ich habe mich geirrt. Er wirkt so unglücklich in letzter Zeit und ich glaube...nein, ich bin überzeugt, dass es mit Ihnen zu tun hat. Es tut mir weh, ihn so zu sehen. Ich habe schon versucht, mit ihm zu sprechen, aber er blockt jedes Mal ab.“
Schweigend starrte Maron auf den Boden und ließ sich Hanas Worte durch den Kopf gehen. Sie wollte das alles nicht mehr hören! Sie hatte es satt, auf ihn angesprochen zu werden. Sie hatte es satt, immer die zu sein, die die Fehler anderer ausbügeln sollte. Er hatte sie verlassen und nicht anders herum.
„Und was soll ich Ihrer Meinung nach jetzt tun?“
Marons Stimme zeigte keinerlei Gefühlsregungen, sie war einfach nur schneidend kalt.
„Ich weiß es nicht, ich weiß noch nichtmal was zwischen Ihnen und meinem Sohn vorgefallen ist. Aber wenn Sie ihn lieben, dann bitte ich Sie inständig, sprechen Sie noch einmal mit Ihm! Vielleicht ist es noch nicht zu spät.“
Wenn diese Frau nur wüsste...
„Hana, Sie stellen sich das so einfach vor, aber das ist es keineswegs. Was auch immer das ist, es ist nicht einfach! Sie wollen wirklich wissen, was zwischen Chiaki und mir geschehen ist?! Ja, ich habe ihn geliebt und er liebte mich, das hat er zumindest so gesagt, aber das Schicksal nimmt keine Rücksicht und deswegen bin ich nun hier: Auf der Hochzeit des Mannes, mit dem ich eine gemeinsame Zukunft wollte. Aber es ist zu spät! Er hat mich für Miyako verlassen und ich habe lange gebraucht, um damit klar zu kommen. Das tue ich noch immer nicht, aber ich kann nicht immer nur warten, bis andere sich richtig entscheiden. Ich kann nicht immer darauf warten, dass andere ihre Fehler begreifen zurückrudern. Ich habe ein eigenes Leben zu leben und das habe ich nun verstanden. Also sagen Sie mir bitte nicht, was ich zu tun und zu lassen habe! Ich habe keine Zeit mehr, verlorenen Chancen hinterherzurennen...“
Mit großen Augen konnte die Ältere nur dastehen und ihr Gegenüber erstaunt anblicken. Sie kannte die hübsche Brünette zwar noch nicht lange, aber einen solchen Gefühlsausbruch hatte sie ihr niemals zugetraut.
Auch Maron war überrascht, dass sie zu so etwas fähig war, doch es hatte gut getan, ihr die Wahrheit knallhart ins Gesicht zu werfen. Hana hatte es doch sowieso schon vermutet, was sollte da noch die Geheimnistuerei?! Die Hochzeit war ohnehin nicht mehr aufzuhalten und die ganze Sache zwischen Chiaki und ihr war ein abgeschlossenes Kapitel in ihrer Lebensgeschichte. Sie fühlte sich also kein bisschen schuldig. Sie musste endlich an sich selbst denken, anstatt ihrer verflossenen Liebe hilflos nachzutrauern. Er hatte genug Scherben in ihrem Leben hinterlassen, sie würde sich nur immer und immer wieder daran schneiden, wenn sie über sie hinweg lief, anstatt ihnen aus dem Weg zu gehen.
„Maron, ich wollte nicht...“
„Natürlich nicht. Nehmen Sie es einfach, wie es jetzt ist. Sie helfen niemandem, wenn sie versuchen, zu retten, was schon lange nicht mehr zu retten ist. Einen schönen Tag noch.“
Dabei ging Maron davon, ohne ihr noch einen letzten Blick zu schenken. Sie würde sich jetzt erst einmal einen ruhigen Platz suchen, an dem sie wieder ihren Kopf frei bekommen konnte. Wie sollte sie diesen Tag nur überstehen?

Abseits der Hochzeitsgesellschaft hatte sich Maron an den großen Teich im unteren Bereich des Parkes zurückgezogen und hatte all den Geschehnissen den Rücken zugewandt. Dieser Ort strahlte trotz des großen Chaos, das sie von Innen zerfraß, eine angenehme Ruhe aus, die sie das aufregende Gespräch mit Chiakis Mutter für einen kurzen Moment vergessen ließ. Sie wusste, wenn sie sich erneut so sehr aufregte, würde sie sofort den nächsten Nervenzusammenbruch erleiden. Dafür würde sie sich die nächste Standpauke von Rinako einholen, die sie immer wieder ermahnte, so viel Stress zu  vermeiden wie nur möglich. Damit hatte sie auch nicht Unrecht.  Das Baby bekam die ganze Aufregung mit, das wollte sie ihrem Kind auf gar keinen Fall zumuten, doch sie konnte es leider Gottes nicht immer verhindern.
Lieblich lächelnd legte sie beide Hände auf ihren Bauch und lauschte dem leisen Plätschern des Wassers, während sie die Kois und die wunderschön blühenden Wasserrosen beobachtete, die sich einfach von dem kühlen Nass treiben ließen.
„Ist das wahr?“
Erschrocken drehte sich Maron um und erblickte einen aufgeregten Chiaki, der schwer außer Atem zu sein schien. Seit aufgebrachter Tonfall ließ nichts Gutes vermuten.
„Chiaki! Ich verstehe nicht...“
Er kam noch ein paar Schritte auf sie zu, blieb aber in sicherer Entfernung von ihr stehen und blickte sie erwartungsvoll an. Sein Blick war nicht so liebevoll, wie sonst, er war eher...verärgert? Vielleicht sogar wütend?
„Beantworte meine Frage, Maron! Ist das wahr?“
„Chiaki, ich verstehe nicht, wovon zu sprichst!“
„Oh bitte, du kannst aufhören, die Ahnungslose zu spielen! Access hat dich und deine Freundin belauscht! Er hat mir alles erzählt, und jetzt möchte ich es aus deinem Mund hören: Bist du wirklich schwanger?“
Geschockt zog Maron scharf die Luft ein. Das musste ein Albtraum sein! Wie hatte er es nur herausfinden können? Hatte sie nicht alles dafür getan, ihr Geheimnis zu wahren? Wie hatte sie nur so unvorsichtig sein können? Doch was sollte sie jetzt tun? Ihn anlügen und ihm einreden, dass Access etwas missverstanden haben musste? War das nicht unfair ihm gegenüber?
Gespannt wartete der junge Mann auf eine Antwort der jungen Frau, während er versuchte, seinen Atem zu beruhigen. Einige Zeit lang schien Maron fieberhaft zu überlegen, sie befand sich in einer Art Schockstarre. Als sie ihm jedoch kurz in die Augen sah und ihren Blick dann schuldbewusst abwendete, da musste er auf keine Antwort mehr warten. Access hatte Recht gehabt. Im ersten Moment hatte er geglaubt, dass sein bester Freund sich das ausgedacht hatte, um die Hochzeit mit Miyako im letzten Moment zu verhindern, doch nun hatten sich diese Worte als knallharte Wahrheit entpuppt, das konnte er nun nicht mehr leugnen. Sie wahr definitiv schwanger. Mit seinem Kind!
Der 26-jährige konnte spüren wie sich sein Atem noch weiter beschleunigte und ihm sein Herz bis zum Halse schlug. Urplötzlich kroch Übelkeit in ihm hoch und er hatte das Gefühl, als würde die ganze Welt um ihn herum aus den Fugen geraten.
„S-Seit wann... weißt du es schon?“
Diesmal blickte auch er zu Boden. Seine Stimme war fordernd. Stumm betete er zu Gott, das sie es selbst erst vor Kurzem erfahren hatte und noch keine Gelegenheit gefunden hatte, es ihm zu sagen.
„Ich...Ich bin ziemlich genau in der 12. Schwangerschaftswoche, aber ich habe es erst einen... einen Tag vor... naja... vor deinem Geburtstag erfahren.“
Bei ihren Worten wurde sie etwas kleinlaut. Ihr war dieses Geständnis sehr unangenehm. Immerhin musste sie jetzt genau das Gespräch führen, das sie niemals führen wollte.
Diesmal war es Chiaki, der nach Luft schnappen musste. Hatte sie ihm gerade wirklich gebeichtet, dass sie die Schwangerschaft die ganze Zeit über vor ihm geheim gehalten hatte? Wieder schäumte die Wut in ihm auf. Hatte er nicht ein Recht darauf, zu erfahren, dass er Vater werden würde?! Wie hatte sie ihn nur so hintergehen können?
„Warum hast du es mir nicht gesagt?“
Der Schwangeren war natürlich nicht entgangen, dass Chiaki sich immer mehr verkrampfte und beinahe platzte vor Wut. Es war der erste Moment, in dem sie sich fragte, ob sie die ganze Zeit über im Unrecht gewesen war.
„Das wollte ich, das musst du mir glauben! Es sollte die große Überraschung zu deinem Geburtstag werden, doch dann...“
„Wenn ich von dem Kind gewusst hätte, wäre das alles vielleicht gar nicht passiert!“
„Ich wollte aber nicht, dass du des Kindes wegen bei mir bleibst! Ich dachte, dass du mich lieben würdest!“
„Ich habe dich immer geliebt, das weißt du ganz genau!“
Urplötzlich verstummten beide. Wie oft hatte sich die 24-jährige ausgemalt, wie es wäre, wenn sie Chiaki doch von dem Baby erzählte und jetzt das? Entgegen aller Vorstellungen wirkte er alles andere als erfreut und jetzt standen sie beide sich gegenüber und stritten lauthals miteinander.
Verzweifelt fuhr sich Chiaki mit beiden Händen durch das Gesicht. Was sollte er jetzt tun? Er fühlte sich wie in eine Ecke gedrängt, ohne Ausweg, dieser Situation zu entkommen.
„Und wann hattest du bitte vor, mir die Wahrheit zu erzählen? Sieh dich doch um, Maron! Hunderte von Gästen warten darauf, dass ich in zwanzig Minuten Miyako gegenübertrete und ihr das Jawort gebe! Und du erzählst mir ausgerechnet jetzt, dass du von mir schwanger bist?!“
Nüchtern sah ihm die Schwangere tief in die Augen.
„Du solltest es niemals erfahren.“
Als Maron diese Worte über ihre Lippen brachte, fiel der Blauhaarige aus allen Wolken. Inständig hoffte er, sich das nur eingebildet zu haben, doch er wusste ganz genau, dass Maron es ernst meinte.
„Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht, wie ich mich fühle?“
„Chiaki, ich hatte keine Wahl!“
„Du hattest die Wahl, es mir zu sagen und stattdessen entscheidest du dich, mich im Dunkeln zu lassen! Ins Ausland abzuhauen und mir zu verheimlichen, dass du mit meinem Kind schwanger bist! Es gab so viele Momente, in denen du mir die Wahrheit hättest sagen können, aber du hast nur an dich gedacht!“
Mit Tränen in den Augen lauschte sie seinen Worten. Sie konnte seine Wut verstehen, vielleicht hatte sie es auch verdient.
„Chiaki, bitte...“
„Nein! Ich...Ich kann das nicht!“
Immer mehr Panik machte sich in ihm breit, was sollte er denn tun? Ein letzter hilfloser Blick zu Maron, dann rannte er davon.

Für wenige Sekunden harrte die Brünette noch in ihrer Schockstarre aus, um zu realisieren, was gerade geschehen war. Dann ließ sie sich auf ihre Knie fallen und die heißen Tränen stumm über ihr Gesicht laufen. Die ganze Zeit über hatte sie geglaubt, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte, doch jetzt fühlte sie sich furchtbar. Sie hätte auf Rinako hören und ihrem Geliebten von dem gemeinsamen Baby erzählen sollen. Mit ihrem Entschluss, ein großes Geheimnis daraus zu machen, hatte sie alles zerstört. Die letzten Wochen hatte sie immer ihm die Schuld gegeben, dabei war sie es gewesen.
Die Minuten verstrichen und alles schien nur an ihr vorbeizuziehen. Dann konnte sie auf einmal Schritte neben sich hören. War er vielleicht zu ihr zurückgekommen? Als sie sich plötzlich in zwei zierlichen Armen wiederfand, wusste sie, dass es Rinako war, die ihr zusätzlich beruhigend über den Rücken strich. Sie sagte nichts, auch wenn sie nur zu gerne wissen wollte, warum ihre beste Freundin erneut so aufgebracht war.
Als sich die Schwangere sicher sein konnte, dass ihre Beine ihr nicht den Dienst versagen würden, stand sie mit Hilfe der Rothaarigen auf und sah sie mit einem vielsagenden Blick an.
„Lass uns gehen, Rinako. Ich muss einen Flug bekommen.“

Atemlos lief er hin und her und versuchte, seine Gedanken zu ordnen. Immer und immer wieder spielte er die Situation in seinem Kopf ab, die seine Welt vor wenigen Minuten komplett aus der Laufbahn geworfen hatte. Das konnte doch alles nicht sein! Nur wenige Meter von ihm entfernt bereitete sich seine Verlobte auf die Hochzeit vor und nur wenige Minuten vor der Trauung musste er erfahren, dass eine andere Frau von ihm schwanger war!
Ein Blick auf seine Armbanduhr ließ das Blut in seinen Adern gefrieren. Er hatte nur noch weniger als zehn Minuten Zeit. Doch wofür eigentlich? Wie sollte es jetzt weitergehen?
Während er so kopflos von einem Platz zum anderen gelaufen war, hatte er überhaupt nicht wahrgenommen, dass er sich unmittelbar vor dem großen Zelt befand, in dem Miyako sich derzeit befand. Vielleicht war das die Lösung. Er musste sie jetzt sie sehen!
Ohne groß darüber nachzudenken, öffnete er einfach ruckartig den Zugang...


Sometimes you wonder if this fight is worthwhile
The precious moments are all lost in the tide
They're swept away, nothing is what it seems
The feeling of belonging to your dreams...

Listen to your heart, when he's calling for you
Listen to your heart, there's nothing else you can do
I don't know where you're going, and I don't know why
But listen to your heart, before you tell him goodbye...

Listen to your heart - Roxette

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Ähm...ja. Ich hoffe, ihr reißt mir jetzt nicht den Kopf ab O_O
Denkt ihr auch, dass Maron auch Unrecht war?

Ich freue mich schon sehr auf eure Kommentare und hoffe, dass ich das nächste Kapitel auch so schnell hochladen kann :)

Bis bald, eure Snuggle <3
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