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Schicksalstage

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Julianna "Jules" Callaghan Sam Braddock
20.11.2010
20.03.2011
14
15.884
 
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20.11.2010 1.393
 
Kapitel 1 - Konfrontation

„Wie kannst du nur so frisch sein?“, fragte Sam und sah auf Jules als sie sich auf den Weg ins SRU Hauptquartier machten.
„Wieso sollte ich nicht frisch aussehen?“
„Keine Ahnung, vielleicht weil wir nur vier Stunden Schlaf abbekommen haben.“
„Hättest du nicht so geschnarcht wären es zwei weitere gewesen.“
„Hättest du mich nicht andauernd geweckt ebenfalls.“, lächelte Sam, während Jules ihn freundschaftlich in die Seite knuffte.
„Komm, gib mir noch einen Kuss, bevor wir wieder den ganzen Tag so tun müssen als wären wir maximal Kollegen.“, bat Sam, während Jules sich zu ihm herüber beugte. Mittlerweile verheimlichten sie ihrem Team schon seit über einem halben Jahr was wirklich zwischen ihnen war. Sam hatte Jules mehrmals darum gebeten den anderen die Wahrheit zu erzählen, doch Jules blockte diese Forderung stets ab. Es war klar, dass einer von ihnen dann das Team verlassen musste und das war etwas, was keiner von ihnen auch nur im Entferntesten wollte. Bis jetzt hatten sie es immer ohne Probleme geschafft das Private vom Beruflichen zu trennen, auch wenn sie jeden Tag aufs Neue ihr Leben in die Hände des anderen legten
Jules ließ Sam wie immer vor dem Hauptquartier aussteigen, so dass niemand verdacht schöpfen konnte.
„Okay Team, wir machen uns jetzt fertig und dann geht’s auf Streife. Heute ist Vollmond, also geht direkt davon aus, dass wir heute viel zu tun haben werden.“, erklärte Sergeant Gregory Parker seinem Team.
„Wordy, du fährst mit Lou, Jules und Sam….“, erklärte der Sergeant, während Sam Jules einen kurzen Seiteblick zuwarf. Sie waren bereits länger nicht mehr zusammen gefahren.
„Wollen wir heute Abend essen gehen oder hast du vor etwas zu kochen?“, fragte Sam im Auto angekommen, während Jules ihn mit großen Augen ansah und auf den Funk deutete. „Jules, entspann dich, wir sind offline.“, sagte Sam amüsiert, während Jules sich neben ihm tatsächlich etwas lockerte.
„Je nachdem wie lange unsere Schicht in Anspruch nimmt. Hast du etwa etwas besonderes im Auge?“
„So wie deine selbstgemachte Lasagne?“, fragte Sam grinsend.
„So etwas zum Beispiel.“
„Team, wir haben vermutlich einen Notruf. Es handelt sich um einen Nachbarin die angerufen hat um mitzuteilen, dass sich Lucinda Darren mit einer Waffe in ihrem Haus verschanzt hat. Es kann sein, dass sie Suizid begehen will, allerdings ist die Nachbarin nicht sicher, ob sich noch jemand im Haus befindet. Sie hat den Exmann von Lucinda vor geraumer Zeit bei dem Haus gesehen, allerdings weiß sie nicht ob er wieder weggefahren ist oder nicht.“
„Serg, wir sind nur zwei Straßen entfernt.“
„Gut, wir brauchen mindestens dreißig Minuten bis zu euch. Wie sieht es bei den anderen aus?“, fragte Greg, wobei er wütend auf das Lenkrad schlug als ihm auch die anderen keine weniger langen Zeiten nennen konnten. Ein Unfall am Hauptverkehrknotenpunkt hatte den Verkehr dermaßen zum erliegen gebracht, dass es selbst mit Blaulicht nicht vorbeiging. „Jules?“
„Wir haben mitgehört Serg. Wir prüfen die Lage und gehen zur Not alleine rein.“, sagte Jules und sah Sam dabei an, der ihr zunickte und die Sirene einschaltete. Vor dem Haus angekommen holten Sie die Ausrüstung hervor, die sie im Wagen hatten und gingen dann zum Haus herüber, wobei von drinnen Stimmen wahrnehmbar waren.
„Misses Darren? Hier ist Officer Braddock von der SRU. Misses Darren, können Sie mich hören? Wir sind hier um Ihnen zu helfen.“, sagte Sam durch das Megaphone.
„Hauen Sie ab, verschwinden Sie von hier!“, brüllte Lucinda zurück.
„Misses Darren, geht es allen im Haus gut?“, fragte Sam nach, während im selben Moment Schüsse und Geschrei aus dem Haus zu hören waren, was Jules an den Sergeant weitergab. „Wir gehen rein, wir können nicht warten, die Situation eskaliert.“, erklärte nun auch Sam, während Jules bei einem Griff an die Tür zu ihrer eigenen Überraschung feststellen musste, dass sich diese direkt öffnen ließ.
„Kein gewaltsamer Zutritt erforderlich, die Tür war nicht abgeschlossen, wir gehen rein.“
Sam nickte Jules zu und ging dann voran. Sie waren definitiv in einer extrem schlechten Ausgangsposition. Weder die Lage im Haus, noch die Art der Waffe oder sonst irgendetwas war geklärt und zu allem Überfluss waren sie nur zu zweit. Sam deutete mit dem Kopf nach oben, da von dort Geräusche zu hören waren und ging dann dicht gefolgt von Jules dir Treppe nach oben. Die Stimmen waren aus einem Raum an der rechten Seite zu hören, das Eindringen der SRU hatte bis dato scheinbar keiner der Beteiligten wahrgenommen. Sam nickte Jules zu und ließ dann die Waffe herunter, während Jules ihn sicherte, damit Sam die Kamera in den Raum richten konnte um wenigstens etwas Überblick über die Situation zu bekommen.
„Sergeant, wir können jetzt in den Raum sehen. Es sind zwei Personen, wahrscheinlich die ehemaligen Eheleute Darren. Misses Darren bedroht ihren Mann mit einer Waffe, sonst befinden sich keine Personen in dem Raum.“
„Verstanden. Jules, Sie werden verhandeln, die Frau wird wahrscheinlich eher auf Sie hören, je nachdem was ihr Mann ihr angetan hat. Sam sie geben Jules Deckung.“
„Verstanden.“
„Lucinda Darren? Hier ist Jules, ich bin von der SRU. Lucinda können Sie mir sagen, wie es ihnen geht?“,  fragte Jules, während von der anderen Seite der Schiebetür keine Antwort kam. „Lucinda, ich möchte gerne mit Ihnen reden und verstehen, was dort vor sich geht. Ich werde die Tür öffnen, in Ordnung? Dann können wir uns besser unterhalten.“, sagte Jules und nickte Sam dann zu, der die Schiebetür offen zog. Jules hatte ihre Waffe eingesteckt und stand nun dicht an Sam gepresst.
„Hauen Sie ab!“, rief die Frau und richtetet ihre Waffe nun genau auf Sam. Jules merkte wie Sam seinen gesamten Körper weiter anspannte. Seine Atmung hatte sich durch das Adrenalin verschnellert. Jules wusste, dass Lucinda die Waffe auf ihn richtete, ohne dass sie sich mit einem Blick selber versichern musste.
„Lucinda, helfen Sie mir zu verstehen, was bei Ihnen vorgeht. Ist das ihr Mann, der sich dort mit Ihnen im Raum befindet?“, fragte Jules nach.
„Jules, ganz ruhig. Versuchen Sie das Adrenalin unter Kontrolle zu kriegen!“, ertönte nun Gregs Stimme in ihrem Ohr, während Jules noch einmal durchatmete.
„Lucinda, ich bitte Sie, lassen Sie uns versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden!“
„Nein, hauen Sie ab!“, schrie Lucinda.
„Die Situation droht zu eskalieren, Sie hat die Waffe auf mich gerichtet. Ich habe die Lösung.“, gab Sam nun durch.
„Sam, sie entscheiden, ich wiederhole, Sie entscheiden.“, gab der Sergeant Sam nun die Freigabe.
„Nein Sam, warte. Bitte.“, sagte Jules und begann dann ruhig weiter zu sprechen.
„Lucinda, bitte sprechen Sie mit uns. Lassen Sie uns versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden und….“
„Nein!“, rief nun Lucinda und zog ihren Mann wieder vor sich.
„Keine Lösung!“, hörte Jules Sam sagen. Der Sergeant wollte gerade durchgeben, dass sie sich zurückziehen sollen, während der Raum Sekunden später von zwei Schüssen erfüllt wurde. Jules, die noch immer dicht hinter Sam stand, konnte spüren, wie die Schüsse in Sams Weste einschlugen und doch wollte Sie es nicht wahr haben. Sam wurde durch die Wucht der Einschläge nach hinten gedrückt und kam ins Taumeln, wobei auch Jules es nicht verhindern konnte, dass Sam zu Boden fiel.
„Officer am Boden! Officer am Boden!“, schrie Jules in ihr Headset. Sam wusste, dass er nicht geschossen hatte. Er war Jules Deckung, was bedeutete, dass Jules nun schutzlos dort stand. Noch ehe er sich Gedanken darüber machen konnte ob er verletzt war richtete er sich bereits wieder auf.
„Alles klar, es war die Weste. Nur die Weste.“, sagte er gequält und stand wieder vom Boden auf, während Jules, die noch gar nicht dazu gekommen war sich um Sam zu kümmern sich direkt wieder hinter diesen stellte.
„Misses Darren, ich bitte Sie inständig, nehmen Sie die Waffe herunter und reden Sie mit uns.“, sagte Jules nun. Sie konnte spüren wie Sam zitterte, die Waffe in seiner Hand war allerdings vollkommen ruhig und präzise auf die Frau ausgerichtet.
„Bist du in Ordnung?“, fragte Jules an Sam gewandt und legte die Hände wieder an seine Hüften, wobei sie Sekunden später feststellen musste, dass ihre Hand nass war. Sie zog sie ruckartig zurück und erschrak dann als sie Blut auf ihrer Hand sah.
„Oh Sam.“
„Ganz ruhig Jules.“, bekräftigte nun Sam, während sich der Sergeant wieder einschaltete. „Teamstatus.“
„Officer verletzt. Wir brauchen dringend Unterstützung und Sanitäter.“, antwortete Jules und sah dann wieder auf Misses Darren, die ihren Ehemann weiterhin mit der Waffe bedrohte. Sie hatte noch immer keine Ahnung was los war.
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