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Besessen

von elessar73
GeschichteThriller / P18 / Gen
Ben Jäger Semir Gerkhan
19.11.2010
24.06.2011
34
120.986
4
Alle Kapitel
187 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
 
19.11.2010 2.913
 
Hallo, das ist meine erste Fanfiction für AFC11 und ich hoffe sie gefällt euch.

Ursprünglich eine meiner "Numb3rs-Stories" (auf englisch gepostet) bin ich der Meinung, dass das Plot auch gut zu AFC11 passt, mit den entsprechenden Änderungen...

Lasst mich doch wissen, was ihr davon haltet, und jetzt viel Spass mit der Story!





Besessen


von elessar73


1. Kapitel: Rosen, Rosen, Rosen




Ben Jäger nahm die letzten zwei Stufen zu seiner Wohnung in einem großen Schritt, während er in seiner Jackentasche nach seinem Schlüssel suchte. Zufrieden lächelnd zog er ihn schließlich daraus hervor. `Hab´ich dich.´

Er schloß seine Wohnungstür auf-, zum erstenmal seit Tagen war er  vor Sonnenuntergang zu Hause und er hatte sich fest vorgenommen diesen Vorteil konstruktiv zu nutzen. Seine Wohnung sah wie ein Schlachtfeld aus, dreckige Wäsche türmte sich im Bad, vom Geschirr ganz zu schweigen, und wenn er sich recht erinnerte war sein Kühlschrank so gut wie leer. Und das ging nun wirklich nicht.

`Obwohl´, dachte der junge Mann bei sich, ´ Einkaufen kann ich morgen noch, heute abend ist ja türkischer Abend bei Andrea und Semir angesagt.´

Bei diesem Gedanken vertiefte sich Ben´s Lächeln - die Gerkhan´s hatten das gesamte Team zu sich nach Hause eingeladen um Andrea´s zweite Schwangerschaft zu feiern.  Und auch  wenn es kaum möglich war, wurde Ben´s Lächeln noch eine Spur breiter, denn er, Ben Jäger würde Patenonkel werden.

Im Laufe seiner Zusammenarbeit mit Semir war dieser, gemeinsam mit Andrea und Tochter Aida soetwas wie Ben´s Familie geworden. Seit dem Tod seiner Mutter Sandra, vor ein paar Jahren, war das Verhältnis zu seinem Vater nicht mehr existent und seine Schwester lebte ihr eigenes Jetset-Leben. Die meiste Zeit trieb sie sich irgendwo in der Weltgeschichte herum zusammen mit ihrem perfekten Ehemann, der sogut in Konrad Jäger´s Welt passte. Ganz im Gegensatz zu Ben selbst, der sich schon von klein auf dagegen gewehrt hatte in das Familienunternehmen einzusteigen oder sich irgendeiner Norm anzupassen.

Ben freute sich auf den Abend, ein bißchen Smalltalk, ein paar Bier und ein gutes Essen, was brauchte er mehr?

Ein Schatten huschte über das Gesicht des Mannes und seine Fröhlichkeit bekam einen kleinen Dämpfer, als er an ihren aktuellen Mordfall dachte.

In einem Lagerhaus nahe der Autobahn hatte man eine übel zugerichtete Leiche gefunden. Trotz großer Bemühungen hatten sie bisher nicht einmal die Identität des Opers in Erfahrung bringen können, geschweige denn irgendwelche Hinweise auf den Täter gefunden.

Ben stöhnte innerlich auf, an solchen Tagen bereute er fast Polizist geworden zu sein. `Einfach abschalten.`, dass hatte die Chefin angeordnet und genau das würde er jetzt auch tun. Und mit etwas Glück würden die Ermittlungen morgen besser laufen.

Ben stieß die Türe auf und betrat seine Wohnung. Doch schon im nächsten Moment kam sein Vormarsch zu einem Halt-, eine seltsamer Geruch durchströmte seine Wohnung, umgab ihn und machte es schwer zu atmen.

In Ben´s Hals  begann es zu kratzen und schon bald hustete er heftig . Er hatte das Gefühl nicht genug Luft in seien Lungen zu bekommen und schon bald  fühlte er sich benommen und schwindelig. Er streckte seinen linken Arm aus und stützte sich am Türrahmen ab.  Sein Blick schweifte durch seinen Flur, fassungslos starrte Ben auf den Fußboden-, was er dort sah drohte ihm den letzten Atem zu rauben.

Der gesamte Boden war mit Rosen bedeckt. ` Was hat das zubedeuten? Wer war das? Die Tür war doch verschlossen.!`

Aber jetzt war nicht die Zeit für solche Fragen, er mußte die Blumen samt ihrem unerträglichen Geruch loswerden und zwar schnell.

Ohne lange weiter nachzudenken stürmte er in seine Wohnung und schaffte es irgendwie bis zum Wohnzimmerfenster. Seine Beine zitterten heftig und sein Atem war nur noch ein Keuchen. Mit letzter Kraft öffnete er das Fenster und lehnte sich nach draußen. Ben atmete mehrmals tief ein und aus, frische Luft füllte seine Lungen und vertrieb das benommene Gefühl.

Er hatte definitiv ein Problem mit Rosen. Schon im Kindesalter hatte er eine Allergie gegen sie entwickelt.

Ben´s braune Augen verdunkelten sich vor Traurigkeit, als er sich an den Tag erinnerte an dem seine Allergie ausbrach und die daraus resultierenden Folgen.

Seine Mutter Sandra liebte Rosen über alles, ihr gesamter Garten war ein einziges Rosenparadies. Die seltesten Rosen, in verschiedenen Farben und Formen, gediehen unter ihrer fürsorglichen Hand und waren ihr ganzer Stolz.

Nach ihrer Heirat mit Konrad Jäger und der Geburt ihres Sohnes Ben hatte sie aus vollem Herzen entschieden eine " Vollzeit-Mutter" und Hausfrau zu sein. Der Gedanke ihren kleinen Sohn in die Hände eines Kindermädchen zugeben war ihr zuwider. Sie spielte mit dem Gedanken wieder Halbtags zu arbeiten sobald Ben alt genug für den Kindergarten war, aber ihre zweite Schwangerschaft machte diesen Plan zu nichte.

Und obwohl Sandra  ihre Entscheidung niemals bereute oder anzweifelte fand sie schnell heraus, dass sie etwas für sich alleine brauchte, eine Oase wo sie nicht Mutter und Ehefrau war, sondern nur sie selbst sein konnte.

Ben war seit seiner Geburt eine Herausforderung an sich, nicht einen Moment konnte man den kleinen Kerl  aus den Augen lassen. Er schäumte förmlich über vor Energie und Tatendrang. Andauernd hatte er neue Ideen und tausende von Fragen. Manchmal war es schwierig für Sandra mit sein Tempo Schritt zuhalten, aber sie schaffte es immer wieder. Als Ausgleich brauchte sie hin und wieder eine Auszeit um neue Kräfte zu sammeln. Und diese Auszeit nahm sie sich während der Gartenarbeit.

Und dann kam Julia auf die Welt und Sandra fürchtete das ihr jetzt kaum noch Zeit für ihre Blumen bleiben würde, aber da hatte sie die Wirkung des Mädchens auf ihren Vater unterschätzt. Julia, die kleine Prinzessin, war der ganze Stolz ihres Vaters. Und obwohl Konrad seinen Sohn liebte, hatte dieser nie eine Chance gegen Julia. Schon als Baby eine Schönheit stand Julia seit dem Tag ihrer Geburt unter dem Schutz ihres Vaters. Konrad vergötterte sie und las hr jeden Wunsch von den Augen ab..

Ben hatte in dieser Vater- Tochter-Beziehung keinen Platz und nicht nur einmal hatte Sandra ihren Sohn beobachtet, wie er weinend am Fenster stand und seinen Vater beobachtete, wie dieser mit Julia spielte.

Sandra gab ihr Bestes um Konrad´s Fehlverhalten auszugleichen, sie verbrachte unendliche Stunden auf dem Fußballplatz oder bei Bandproben. Doch oft nahm sie Ben auch einfach nur mit in den Garten, setzte ihn mit Buntstiften und Papier ausgestattet unter einen Baum und kümmerte sich um ihre Blumen. An solchen Tagen kam sich Sandra wie ein Egoist vor, aber sie brauchte einfach hin und wieder die Arbeit in ihrem Garten.

Ben fühlte einen Stich in seinem Herzen, als er sich daran erinnerte, was seine Mutter wegen ihm hatte aufgeben müssen.

Er war sechs Jahre alt und genoß es in der Gesellschaft seiner Mutter zu sein-, egal wie und wo. Ben saß im Gras und malte. Von Zeit zu Zeit blickte er von seinem Kunstwerk auf und suchte Blickkontakt mit seiner Mutter. Diese spürte instinktiv Ben´s Blick und sah ebenfalls von ihrer Arbeit auf. Wenn ihre Blicke sich trafen lächelten sie einander zu und alles war gut.

Jedesmal, wenn Ben ein Bild fertig gemalt hatte lief er zu seiner Mutter und zeigte es ihr. Seine ausdrucksstarken, braunen Augen glänzten vor Stolz und Freude.

An jenem Tag war es ganz genauso, Ben rannte mit seinem Bild quer durch den Garten und hielt es schließlich seiner Mutter lachend unter die Augen.

" Das ist wunderschön, Ben." lobte sie ihn mit ihrer sanften Stimme, legte einen Arm um seine schmalen Schultern und zog ihn an sich um ihm einen Kuß zu geben. " Du bist ja ein richtiger Künstler."

Ben´s Augen leuchteten auf. "D-danke Mami.",stotterte er etwas verlegen. "Aber ich glaube ich wäre  lieber Polizist."

Sandra konnte angesichts der Ernsthaftigkeit, die ihr kleiner Sohn an den Tag legte nicht ernst bleiben und fing herzlich an zu lachen. Ben zog eine Schnute und blickte seine Mutter aus zusammengekniffenen Augen an.

"Ach Ben, guck nicht so böse." Sandra strich ihm durch seine dunklen Haare. " Du kannst werden, was immer du willst, und wenn du Polizist werden möchtest, dann wirst du eben Polizist."

Mit diesen Worten beugte sie sich runter und pflückte eine wunderschöne, gelbe Rosenblüte ab. Diese reichte sie Ben. " Für meinen Schatz."

"Danke Mami." Ben´s schlechte Laune war so schnell verflogen, wie sie gekommen war. Voller Ehrfurcht trug er die Blume zu seinem Platz, er hatte schon eine Idee für ein neues Bild-, wenn seine Mutter ihm eine Rosenblüte schenkte, dann sollte sie doch wenigstens ein Bild davon haben. Voller Eifer begann der kleine Junge zu malen.

Die Rose lag vor ihm im Gras und schon bald war er versunken in seiner Aufgabe. Er hörte nicht einmal, wie  seine Mutter ihm zu rief, das sie kurz im hinteren Teil des Garten sei, um etwas zu suchen.

Kurze Zeit später begann Ben sich irgendwie unwohl zu fühlen. Er hob seine Kopf und schaute in Richtung seiner Mutter. Aber sie war nirgends zu sehen. Ein Gefühl von Panik stieg in ihm auf,als er plötzlich Schwierigkeiten hatte zu atmen. Sein Hals fühlte sich wie zusammengeknotet an und Ben hustete kräftig um diesen Knoten zu lösen und wieder genügend Luft zu bekommen.

Aber es half alles nichts, seine Atmung wurde schwächer und schwächer. Er war hilflos, er konnte nicht atmen, nicht schreien...Ben war alleine.´Wo war nur Mami?`

Unter größter Anstrengung kam er auf seine wackeligen Beine und lief ein Stück vorwärts, doch er schaffte nur ein paar Meter bevor er bewußtlos zusammenbrach.

Sandra war völlig ahnungslos gegenüber dem Drama , dass sich nur ein paar Meter weiter abspielte. Sie suchte im Geräteschuppen nach ihrer Rosenschere. Endlich fand sie sie. Die Schere lag unter einem Sack Blumenerde, die junge Frau wunderte sich noch eine Weile, wie die Schere dort hingekommen war doch schließlich gab sie auf und stiefelte zurück zu ihren Blumen. Als sie die Blumenrabatten erreichte suchte ihr Blick automatisch nach ihren kleine Sohn, aber Ben war nirgends zu sehen.´Merkwürdig,` dachte sie. Ihre Augen schweiften suchend durch den Garten und blieben schließlich an einem Schopf dunkler Haare hängen.

"Ben! Ben!"  Den Namen ihres Sohnes rufend rannte sie auf den bewegungslosen Körper zu.

Bei ihrem Sohn angekommen fiel sie keuchend auf ihre Knie und drehte Ben behutsam auf seinen Rücken.

Ben´s Augen waren geschlossen und seinen Atmung klang hohl und abgehackt. Sie schlug ihm sanft auf die Wangen. "Bitte Ben, mach´ deine Augen auf, für mich." ,bettelte sie, aber ihr Flehen blieb ungehört.

Verzweifelt zog sie ihren Sohn in ihre Arme und schaukelte ihn wie ein Baby. Tränen liefen über ihr Gesicht. " Ben, mein Liebling, bitte, bitte wach doch auf, Mami ist bei dir."

Ein leises Stöhnen kam über Ben´s Lippen, aber das war genug um Sandra wachzurütteln. ´Was hatte sie sich nur gedacht? Sie mußte Hilfe holen.´Mit zittrigen Händen griff sie in ihre Hosentasche, zog ihr Handy hervor und rief den Notarzt.

Der Arzt traf gerade noch rechtzeitig ein, um Ben´s Leben zu retten. Er hatte einen anaphylaktischen Schock, verursacht durch die Rosenblüte.

Ben mußte einige Tage im Krankenhaus bleiben und während dieser Zeit verschwanden alle Rosen im Hause Jäger.

Mit Hilfe von Medikamenten und einer Hyposensibilisierungdtherapie hatte Ben im Laufe der Jahre eine gewisse Toleranz gegenüber Rosen entwickelt, aber ein ganzer Flur voller Blüten war einfach zuviel.

Ben atmete noch ein paarmal tief ein und bereitete sich seelisch darauf vor sich seinem Problem zu stellen. Schließlich gab es keine Ausrede mehr, die Blumen mußten weg.

Er griff sich die Plastiktüte, die er gestern auf dem Küchentisch hatte liegen lassen - welch ein Glück- und stopfte die Blumen hinein.

Er arbeitete sich so schnell wie möglich durch das Blumenmeer und versuchte dabei sowenig wie möglich zu atmen, aber schon bald fiel ihm das Luftholen wieder schwerer. Der Schweiß rann ihm über die Stirne und brannte in seinen Augen. Erschöpft lehnte er sich gegen die Flurwand, er durfte nicht aufhören. In seinem Kopf begann es wie wild zu klopfen und die Welt um ihn herum fing an sich zu drehen. Nicht mehr lange und er würde den Kampf verlieren. Mit einer energischen Bewegung stieß er sich von der Wand ab und setzte seine Arbeit fort.

Er war so vertieft in seine Aufgabe, dass er Semir nicht bemerkte, der im Türrahmen stand und die ganze Szene mit Sorge betrachtete.

Er wußte aus eigener Erfahrung von Ben´s Allergie. Damals hatte er eine einzige Rose auf der Rückbank seines BMW´s liegen gehabt und schon diese allein hatte ausgereicht Ben  bewußtlos werden zu lassen. Ihn jetzt in einem Meer aus Rosen zu sehen gab ihm einen Stich ins Herz.

" Hey Partner, was zum Teufel ist hier los?"  Semir´s Stimme hatte einen angstvollen Unterton.

Er trat näher an Ben heran, der ihn aus blutunterlaufenden Augen anblickte, und schubste diesen sanft aber bestimmt  aus der Gefahrenzone.

Ben seufzte erleichtert und taumelte in Richtung offenes Fenster. Halb aus dem Fenster lehnend atmente er die frische Luft ein. Und obwohl ihm das Atmen nun leichter fiel konnte er den Hustenreiz nicht unterdrücken. Heftig hustend und keuchend glitt er die Wand hinunter bis er schließlich hart auf dem Boden landete. Erschöpft und kraftlos ließ er seinen Kopf auf die Brust sinken und gab sich für den Moment der Erschöpfung hin.

Semir hatte Ben mit Sorge beobachtet. Sein Partner wankte mehr als er ging und sein blasses Gesicht zeigte eine ungesunde blaue Färbung im Bereich der Lippen.

Angetrieben von seiner Sorge um seinen Freund und Partner kämpfte sich Semir durch die Rosen und doch hatte er das Gefühl er bräuchte eine Ewigkeit um alle Blumen in die Mülltüte zu stopfen. Als er es endlich geschafft hatte wedelte er mit seinen Händen in der Luft herum, um den verbleibenden Geruch zu vertreiben.

" Wow Ben, was hatte das zu bedeuten?"

Ben, der sich in der Zwischenzeit etwas erholt hatte schüttelte resigniert den Kopf. "Keine Ahnung."

Ben´s Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, doch Semir bemerkte zu seiner Erleichterung das Ben wieder leichter atmete und auch die blaue Färbung seiner Lippen war verschwunden.

Semir betrachtete seinen Freund skeptisch. " Wer würde deinen Flur mit Rosen auslegen? Und vor allem, wer hatte die Möglichkeit dazu?" Der Polizist in Semir hatte die Oberhand gewonnen und suchte nach Antworten. Zu sehen, wie sein Freund beinah erstickt wäre war einfach zuviel.

Ben hingegen hatte nicht die Absicht dieses Thema zu vertiefen, er war einfach froh, dass es vorbei war. "Was weiß ich, vielleicht eine Verflossene, die mich unbedingt zurück haben will.", versuchte er zu scherzen.

Aber sein Versuch blieb erfolglos. " Wieviele von deinen Exen haben denn einen Schlüssel zu deiner Wohnung?" , blieb Semir hartnäckig. " Solche Versöhnungsversuche können dich umbringen..."

" Als ob ich das nicht wüßte." , erwiderte Ben genervt, "Aber wer weiß schon, dass Rosen einen solchen Effekt haben."

Mühevoll kämpfte Ben sich auf die Beine, der Tag drohte in Frust und Streit zu enden. Und dabei hatte er sich so auf einen netten Abend mit seinen Freunden gefreut.

Semir spürte die aufkommenden Spannung und entschied das Thema für´s Erste ruhen zu lassen, morgen war noch Zeit genug um den Vorfall zu erörtern.

"So, du kommst jetzt mit zu uns, und bleibst auch über Nacht." bestimmte er.

"Aber..", versuchte Ben zu protestieren.

"Kein ´Aber` Ben, pack ein paar Sachen zusammen und dann los."

Semir´s Befehlston zauberte ein Lächeln auf das Gesicht des jungen Mannes. "Ey, ey Captain Semir."

Bevor Ben ins Schlafzimmer verschwand drehte er sich nochmals zu seinen Partner um. "Was machst du eigentlich hier Semir?"

"Na dein Leben retten, was sonst?"

"Sehr witzig, mal abgesehen davon meine ich."

"Du hast dein Handy im Auto liegen lassen, und da ich weiß, dass du ohne das Teil quasi aufgeschmissen bist dachte ich ich bring´s dir zurück."

"Na dann." Ben lehnte den Kopf leicht zur Seite. " Danke Handy!" Lachend verließ er den Wohnraum.

Semir beobachtete wie Ben durch eine Tür verschwand, eine Sorgenfalte zeigte sich auf seiner Stirn. ´Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht.´

Es dauerte nicht lange und Ben kam nicht einem vollgestopften Rucksack zurück.

"So, wir können."

Semir, der sich kurz vorher auf die Couch hatte fallen lassen erhob sich unwillig. " Keine Ruhe für einen alten Mann.", stöhnte er.

"Na komm alter Mann, ich stütze dich." Ben legte eine Arm um Semir´s Schulter und gemeisam verließen sie die Wohnung. Im Vorbeigehen griff Semir noch nach dem Müllbeutel um ihn zu entsorgen.

:::


Eine junge Frau, verborgen in einem Hauseingang,  beobachtete die zwei ahnungslosen Freunde, als sie aus dem Haus traten.

Die grünen Augen funkelten auf vor Haß und Abscheu, als  sie sehen mußten, wie ihre Rosen im Müllcontainer endeten.

In einer unbewußten Reaktion umklammerte die Frau ihr linkes Handgelenk und stieß ihre Fingernägel tief in das weiche Fleisch ihres Unterarms.

Wütend begann sie zu kratzen bis sie blutete. Sie hörte erst auf, als sie merkte, das Blut in kleinen Bächen an ihrem Arm herunterfloß. Verwirrt blickte sie auf die Wunden und beobachtete die Blutstropfen die über ihre Hand liefen und schließlich von ihrem Finger tropften.

`Jäger würde seine Lektion schon noch lernen. Niemand verschmähte sie, niemand.

Aber Jäger würde es schon noch kapieren....bald!´

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