...twenty-eight...

von JKT
GeschichteAllgemein / P18 Slash
15.11.2010
15.11.2010
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Wo fange ich an...?
  22 Uhr 53 an einem kalten Mittnovembertag...
  4.300 Gramm, verteilt auf 56 Zentimeter...schwarze, lange Haare...
  Der Anfang vom Ende...?
  Wieso bekomme ich mit...achtundzwanzig...solch morbide Gedanken...?
  Kurz vor der Volljährigkeit geoutet, die erste große Liebe nach zweieinhalb Jahren verloren, die beste Freundin gewonnen, zehn Jahre später die zweite große Liebe...wenn frau das so sagen darf, ohne pathetisch zu werden...und, was soll ich sagen... Es ist nicht mit irdischem Wortschatz auszudrücken...
  Gefunden, was gesucht...jahrelang gesucht...und alles scheint so verloren...
  Jetzt sitze ich hier und freue mich im Stillen über meinen achtundzwanzigsten Geburtstag, obwohl ich es zeitlebens gehasst habe zu lügen...die eine oder andere Notlüge, ja - aber nur, wenn mein Leben oder das einer anderen Person davon abhängt...
  Ich lasse die wichtigsten Individuen sein, die sie sind. Denn sie wissen, dass sie immer in meinem Herzen sein werden. Nur die eine, die sich nicht aus meinem Herzen stehlen will – und es auch niemals soll! –  um diese wird es sich jetzt handeln. Und um einen anderen Menschen, von dem ich so rein überhaupt nichts weiß, bis auf Interviewantworten. Und selbst diese müssen nichts mit "Wissen" zu tun haben, denn wer sagt, dass es mit dem Lügen jeder so hält wie ich...?
  Ich nenne SIE "Sonnenschein" - das macht es einfacher für mich, denn das ist sie. Mein Sonnenschein. Der Inbegriff von Liebe und allem, was ich mir je erträumt habe... Wollte ich nicht NICHT pathetisch werden...?
  Ich nenne IHN "Sunshine" - das ist die passendste Bezeichnung. Und das mit Sicherheit nicht erst seit dieser Serie. Auch wenn er durch diese erst in mein Leben getreten ist. Ohne es zu wissen.

  Sonnenschein ist immer bei mir – wenn nicht physisch, dann doch in meinem Herzen, meinen Gedanken. In der niedlich-diabolischen Kette um meinen Hals – zu der sie das himmlische Pendant von mir geschenkt bekam. In dem Armband – das sie auch besitzt. In dem Ring an meinem Finger – in den ihr Kosename und eine Liebeserklärung eingraviert wurden. Es sind so viele physische Kleinigkeiten, angefangen bei Fotos, aufgehört bei dem Strahlen in meinem Gesicht, das sich unkontrollierbar ausbreitet, sobald es um sie geht. Doch die Gefühle sieht kein Mensch. Dieses Gefühl im Bauch – glücklich, wehmütig, ängstlich, überschwänglich, todesmutig. Das imaginäre Seufzen, das mich wortwörtlich täglich begleitet.
  Sie hat mir alles gegeben, was ich je wollte. Ob nun durch Worte oder Taten, ob nun ausgesprochen oder nicht. Ob sie es will oder nicht. Sie ist die Frau, auf die ich jahrelang gewartet habe. Ob sie es will oder nicht.

  Und dann ist da Sunshine, der ihr so sehr ähnelt. Als Figur, weniger als Schauspieler. Ich kann mir kaum eine Szene zu Gemüte führen, ohne an Sonnenschein zu denken. Die blonden Haare? Die Figur? Das niedliche Grinsen? Man kann Individuen nicht so miteinander vergleichen und erwarten, eine Kopie vorzufinden, jeder Mensch ist anders. Und manchmal doch so ähnlich. Es ist trotz allem völlig unerheblich, ob es die Serie ist, ob ich Interviews schaue, oder ob seine anderen Auftritte meine Aufmerksamkeit erregen. Ich strahle vor Verzückung wie ein Teenager. Obwohl wir beide homosexuell sind. Und trotzdem – er ist der Mann, der in mir dieses pubertierende Verhalten auslöst. Und das mit…achtundzwanzig…

  Heute ist einer dieser Tage. Es sind noch gut 20 Stunden Zeit, bis sich die Kugel imaginär in meinen Kopf bohrt. Meine kleine vierbeinige Hoffnung wird per se bei mir sein, so ich bis dahin überlebe. Natürlich die oben erwähnten wichtigsten Menschen. Und Sonnenschein und Sunshine. Vor allem aber ist eines auf ewig bei mir. Liebe. Niemals will ich ohne sie sein.
  Für sie werde ich heute ausbrechen, die Kugel sich in meinen Kopf bohren lassen, geschehen lassen, was geschehen muss. Und mich völlig ergeben. Widerstand zwecklos. Seit Jahren. Kämpfen lohnt sich immer. Das ist meine Maxime. Geschehe, was wolle – solange ich noch lieben kann, werde ich einfach das tun, was getan werden muss. Ich habe diese Fantasie von mir, die ich sein könnte. Wenn ich nicht ich wäre. Aber dann wäre ich nicht ich.

  Wenn Sonnenschein mich sterben lassen will, so soll sie es geschehen lassen. Sie hat mir das „Leben“ geschenkt. Existieren ist meistens denkbar einfach. Leben nicht. Sie vereinigt den Justin Taylor mit meinen innersten Empfindungen. Das wird der wichtigste Grund überhaupt sein, wieso er mich von Beginn an so fasziniert hat. Natürlich sind wir nicht deckungsgleich. Aber kämpft er nicht so lange, bis er bekommt, was er will? Ich bin dabei. Sunshine zeigt mir die Welt, der Charakter und der Schauspieler öffnen mir Türen zu Bergen und Abgründen. Berge zum Erklimmen, Abgründe zum Fallen, die aber wieder nur durch Berge existieren können. Denn nichts ist endlos. Außer die Liebe.

  Gedankenwirrwarr scheint dies für Außenstehende darzustellen. Auf den Punkt gebracht möchte ich nur eines sagen – ohne Sonne und Hoffnung stirbt jeder den frühzeitigen Seelentod.

  Love ya, my sweet lil angel…