Muggel, Möbel und Mysterien: Das Ikea-Komplott
von attack09
Kurzbeschreibung
Mein Beitrag zur Ikea-Challenge der Alraunen. Was passiert, wenn ein Zauberer beschließt, seine neue Wohnung mit Möbeln von Ikea einzurichten? Schreckliche Dinge, schlimme Dinge, soweit ist klar. Und niemand anderes als Albus Severus Potter und sein bester Freund Aidan Snape müssen mit den Konsequenzen leben...
GeschichteHumor / P6 / Gen
Albus Severus Potter
11.11.2010
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A/N: …schleicht mit geknickten Ohren herein, weil sie genau weiß, dass sie schon wieder etwas einstellt, was so überhaupt nichts mit GSI zu tun hat… ABER: Schuld sind immer nur die anderen, jawohl! In dem Fall Alcina, die diese lustige Ikea-Challenge ausrief, der ich nicht widerstehen konnte!
Und das waren die Vorgaben:
Das Thema ist Ikea und die magische Welt. Was macht ein Zauberer oder eine Hexe angesichts eines unzusammengebauten Möbelstücks von Ikea? Warum geht er/sie dort einkaufen? Warum zum Dementor funktioniert Magie nicht richtig mit Ikeamöbeln, sodaß man sich einen Schraubenzieher verwandeln oder einen neuen Zauber dafür entwickeln muß? Oder warum gibt es (noch) kein magisches Ikea? Was passiert, wenn man ein Ikea-Möbelstück verwandelt, das man vielleicht nicht ordentlich zusammengeschraubt hat?
Ihr seht, dass ich nichts dafür konnte, da mich bösartige Vampirbunnys ansprangen und drohten, mich bis aufs Blut zu beißen, sollte ich mich verweigern, nicht wahr? ;D
Ich widme diesen OS nbee (http://www.fanfiktion.de/s/4cd928e40000ae21067007d0), die verdient mit einem Hammer-OS gewonnen hat!
***
Muggel, Möbel und Mysterien: Das Ikea-Komplott
Das Gefühl war überwältigend. Er drehte sich einmal um sich selbst und starrte selbstvergessen umher. Seine erste eigene Wohnung. Das war es. So fühlte es sich also an, wenn man wirklich erwachsen war. Keine nervigen Geschwister. Keine Klassenkameraden, mit denen man sich den Schlafraum teilen musste. Keine Eltern, die wahlweise gute Ratschläge gaben oder glaubten, sie müssten ihn vor irgendetwas schützen. Endlich allein! Und das Beste daran: Es war seins. Alles. Selbst gekauft, selbst aufgebaut, sogar selbst bezahlt von seinem Lohn für die Sklavenarbeit bei Onkel George im letzten Sommer. So witzig Weasleys Zauberscherze sein mochten, George war ein harter Hund als Chef. Selbst seinem Neffen gegenüber.
Bumm! Bumm! Bumm! Die Tür erzitterte unter den wuchtigen Schlägen.
Al knurrte und riss die gepeinigte Tür auf. „WAS?!“
„Hm. Mal sehen“, sagte sein Besucher, streckte die Hand aus, packte sein Kinn und wendete seinen Kopf hin und her. „Aufsässiges Gesicht, grüne Augen, schwarze Haare, die aussehen, als hätten sie noch nie die Bekanntschaft eines Kammes gemacht – muss ein Potter sein!“
Al grinste und kopierte die Handlung seines Freundes. „Puh“, murmelte er. „Hautfarbe wie eine frisch gestrichene Kerkerwand, Riesenzinken, schwarze Augen und ein braunes Rattennest auf dem Kopf, welches bei anderen als Haare durchgehen würde – muss ein Snape sein.“
Er ließ ihn los, machte eine ausladende Handbewegung und gleichzeitig eine Verbeugung.
„Los, Aidan, komm rein und beneide mich. Wahlweise kannst du auch ergriffen auf die Knie sinken.“
Aidan Snape machte einen großen Schritt vorwärts, blieb dann wie vom Schwanz eines Norwegischen Stachelbuckels getroffen stehen und riss den rechten Arm nach oben, um seine Augen zu bedecken. „Aaaaaah!“, stöhnte er. „Augenkrebs! Was hast du getan, Al?“ Die winzige Wohnung, die größenmäßig durchaus einer Abstellkammer gleich kam, erstrahlte. In der Mitte stand ein… nein, Tisch konnte man das sicherlich nicht nennen. Es war eine Monstrosität. Ein quadratisches Etwas, das in aggressivem Gryffindorrot die Sinne unschuldiger und unvorbereiteter Besucher attackierte.
Doch Aidan war kein Weichei. Als jüngerer Sohn zweier Kriegshelden und in einem Schloss aufgewachsen, in dem Monstrositäten vielleicht nicht unbedingt zum Alltagsgeschehen gehörten, jedoch auch nicht großartig ungewöhnlich waren, hätte er mit einem Angriff auf seine sensiblen Sinne durchaus leben können. Doch die geballte Macht dieses Tisches, dessen Farbe selbst den Blutigen Baron zum Weinen gebracht hätte, kombiniert mit einem luna-lovegood-grellgelben Bett auf der rechten Seite des Fensters und zwei trollexkrementgrünen Regalen auf der linken und noch dazu etwas auf dem Boden, von dem er annahm, dass es vielleicht einen Teppich darstellen sollte, hätten sich nicht sämtliche Farben sämtlicher Häuser Hogwarts darin vermischt, hätten den jungen Mann tatsächlich beinahe zum Niederknien verleitet. Wenn auch nicht gerade vor Ehrfurcht.
„Alles meins!“, verkündete Al stolz.
„Verstehe“, brachte Aidan erstickt vor.
Sein Freund schüttelte den Kopf. „Ehrlich mal! Nur weil du im Zwielicht eines Kerkers wohnst und dein Dad lediglich zwischen Mattschwarz, Dunkelschwarz, Hellschwarz und Schwarz-Weiß unterscheiden kann, ist das doch kein Grund, über andere Leute herzuziehen, die es eben ein wenig farbenfroher mögen. Und weißt du was? Ich habe alles in einem einzigen Laden bekommen, sieh mal!“
Er hastete zu einem der grässlichen Regale und hielt Aidan ein schlecht gebundenes, dünnes Buch hin, was diesen zwang, tatsächlich in die Wohnung gehen zu müssen. „IKEA – wohnst du noch oder lebst du schon?“, las Aidan laut vor. „Hm? Was soll denn das bedeuten?“
Al zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, ist wahrscheinlich so ein Muggelding. Oder vielleicht einfach falsch übersetzt, weil es aus Skandinavien kommt. Außerdem heißt es nicht „Ei-ki-ähhhhh“, sondern „Ihhhh-käääääh-jaaaaa“.
„Aha“, bemerkte Aidan uninteressiert. „Und dieses Ihhhh-käääääh-jaaaa hat dir diese… ähm… Möbel geliefert? Wie viele Galleonen hast du dafür bekommen, dass du sie ihnen abgenommen hast?“
„Ich habe dafür bezahlt, und umgerechnet gar nicht mal so wenig Galleonen, wenn ich es recht bedenke“, antwortete Al würdevoll. „Die liefern das in den Einzelteilen und man muss es selbst aufbauen.“ Er grinste abschätzig. „Außer man ist ein Zauberer natürlich. Ein bisschen Wutschen und Wedeln, und ruckzuck steht alles da, wie man es braucht. Ich bin eben fertig geworden, als du gekommen bist.“
Aidan starrte misstrauisch in der Wohnung umher. Eine steile Falte erschien auf seiner Stirn. „Du hast gewutscht und gewedelt?“, fragte er. „Du hast es mit Müh und Not zu einem A in Zauberkunst gebracht.“
„Pfff… wer braucht das schon? Ich bin jetzt Aurorenanwärter, und wir haben Wichtigeres zu tun, als ein bisschen albernes Zauberstabgefuchtel zu praktizieren. Und du siehst ja – für Muggelmöbel reicht es allemal.“
„Hm“, brummte Aidan. Er lief ein paar Schritte hin und her und beäugte die grellen… Dinge. Vielleicht schaffte er es ja, ihre Hässlichkeit zu verdrängen, wenn er sich auch um Wichtigeres kümmerte? „Wie geht es deinen Eltern, Al?“
Der Sohn des Weltenretters blinzelte verwirrt. „Gut, wieso?“
„Und deinem Bruder?“ Aidan ignorierte die Gegenfrage.
Al runzelte die Stirn. „James? Na, ja… auch gut.“
„Und deiner Schwester?“ Aidan sah ihn nicht an. Seine Fingernägel schienen viel interessanter zu sein als die Antwort auf diese Frage.
Ein breites Grinsen schlich sich über das Gesicht seines Freundes. „Für einen Slytherin bist du so durchschaubar, Snape!“ Al lachte auf. „Hat Prinzessin Lily noch immer nicht geruht, den bedauernswerten, verliebten Trottel zur Kenntnis zu nehmen?“
„Sie weiß nicht einmal, dass ich existiere!“, gab Aidan zu und warf sich frustriert auf das hässliche Ungetüm von Bett.
Das hässliche Ungetüm von Bett gab ein hässliches Monstergeräusch von sich. Es klang wie knarrrrrrr… krrrrr… knirrrrrrrr… und endete in einem mörderischen KA-WUMM! Aidan fand sich gefesselt im Bettzeug wieder und kämpfte darum, die Oberhand zu gewinnen, doch das scheußliche… Ding fiel einfach unter ihm zusammen. Möglicherweise wäre das noch zu ertragen gewesen. Doch dabei blieb es nicht. Diese ganzen Ei-ki-äh-Kreaturen mussten sich miteinander verschworen haben. Das Stützbein des Bettes verhakte sich in dem Teppich. Der Teppich ließ sich widerstandslos verschieben und zerrte an dem Tisch. Der Tisch wehrte sich nicht einmal, bevor er das Zeitliche segnete und polternd zusammenstürzte. Teile von ihm prallten auf die Regale, die sich stöhnend und nach Halt suchend ineinander lehnten und dann Rumms! Polter! Krach! zu Boden stürzten und sich ihrem Herrn, dem jungen Albus Severus Potter, zu Füßen warfen.
Eben jener junge Herr Potter konnte nur starren. Vor einer Sekunde war sein Leben noch in Ordnung gewesen. Er hatte eine neue Wohnung, neue Möbel, ein neues Leben. Und jetzt?
„Wow!“, sagte Aidan ehrlich beeindruckt, der es geschafft hatte, sich aus den Fesseln des Bettzeugs zu befreien und jetzt inmitten des grellbunten Trümmerhaufens saß. „Findest du nicht, dass deine Wohnung jetzt um einiges mehr Flair besitzt? Wohooooo!“ Er sprang auf und brachte sich hinter der übrig gebliebenen, noch immer trotzig stehenden Seite des Bettes in Sicherheit. „Leg den Zauberstab weg, Potter. Das kriegen wir alles wieder hin, nur ein bisschen albernes Zauberstabgefuchtel, und es sieht aus wie vorher…“ Seine Stimme brach ab und ungeachtet der Gefahr eines hyppogreifwütenden Freundes und eines auf ihn gerichteten Zauberstabs tauchte er aus seiner Deckung wieder hervor. Er war so blass geworden, dass er Werbung für die Poltergeistagentur von Sybill Trelawney machen konnte.
„Verdammt“, flüsterte er. „Al! Komm mal her und schau dir das an!“
Al hatte ganz andere Dinge mit seinem Fast-ehemaligen-besten-Freund vorgehabt, aber die zitternde Stimme überzeugte ihn davon, dass er für den Augenblick seine Vendetta verschieben sollte. Er kam näher und beugte sich hinunter, um in die Richtung zu schauen, in die der lange, schlanke Zeigefinger deutete. „Lies mal!“, flüsterte Aidan.
Auf der Rückseite eines der Bretter, aus denen das Bett bestanden hatte, pappte ein unschuldig wirkender Zettel. Er war ein wenig schmutzig, angerissen und sah völlig harmlos aus. Auf ihm standen eine vielstellige Nummer und ein Name. Grimstad.
„Der Grimm!“, wisperte Al mit weit aufgerissenen Augen. „Meinst du…“, er schluckte, „meinst du, das ist ein Todesomen oder so was? Weil… damals, als Dad glaubte, den Grimm zu sehen, war es ja nur sein Pate oder so. Aber das hier?“
„Ich bezweifle, dass der Pate deines Dads hier auftaucht“, sagte Aidan trocken. „Und wenn er plötzlich auftaucht, würde mir das noch mehr Angst machen, als ich sowieso schon habe…“ Er schüttelte sich und rutschte auf den Knien zu dem Tisch hinüber, um dort nach einem Zettel zu suchen. Er fand keinen. Fündig wurde er jedoch bei den Regalen. „Oh, oh…“, murmelte er. „Das ist nicht gut.“
„WAS?!“, brüllte Al entnervt.
Aidan bleckte die Zähne. „Grevbäck“, sagte er. „Da steht Grevbäck drauf. Und ich finde, das klingt verdächtig nach…“
„Greyback“, beendete Al hohl. „Oh, Merlin! Was sollen wir tun?“ Er überlegte eine Weile, während er das Chaos um sich betrachtete. „Ich weiß, was wir machen. Wir holen Dad. Er ist nicht nur der Chef der Auroren, er ist auch irgendwie Spezialist für fiese Sachen und Weltenrettung und so. Ich denke, wir müssen ihm das zeigen. Das ist garantiert ein Komplott. Und die armen Muggel wissen nicht einmal was davon!“
Sein Freund nickte zustimmend. „Du hast Recht. Aber wenn es um wirklich fiese Sachen geht, sollten wir auf jeden Fall noch meinen Dad dazukommen lassen. Niemand kann so hinterhältig denken wie er. Ich glaube, zusammen sind mein und dein Dad unschlagbar, auch wenn es ihnen gar nicht gefallen wird, zusammenarbeiten zu müssen.“
Sie sahen sich an und seufzten tief. Siebenundzwanzig Jahre nach dem Ende des schlimmsten schwarzmagischen Terroristen schien die Welt um keinen Deut sicherer geworden zu sein. Das hier… war mit Sicherheit böse. IKEA! Wie das schon klang!
Das war böse, schwarze Magie. Und es wurde Zeit, die alten Helden zu aktivieren.
Ende