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10 x Boromir

von Sefirah
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Boromir
10.11.2010
10.11.2010
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10 x Boromir

Ich bin im Forum über das Projekt „Zufällige Songfic“ gestoßen und habe mich spontan entschlossen, es einmal zu versuchen.

Das ganze läuft so ab:
10 zufällige Songs von meinem mp3-player ergeben 10 Szenen/One-shots
Und ich habe nur die Dauer eines Liedes Zeit auch wirklich zu schreiben.
Keine Vorüberlegungen. Nur spontane Ideen. Das dumme: Man darf im Nachhinein nichts mehr wirklich ändern. Oh je.

Wie immer gilt: Nichts aus Mittelerde gehört mir. Alle Rechte verbleiben bei J.R.R.Tolkien. Ich habe mir Boromir nur kurz ausgeliehen.

Und los geht’s:

Master of Puppets - Metallica

Es kam mit dem Einbruch der Nacht. Das Geräusch unzähliger Füße in Metall beschlagenen Stiefeln. Unverständliche Schreie aus grausamen Kehlen. Das Klirren von Klingen auf Schilden. Noch verbargen dichte Nebelschwaden die Orks.
Boromir warf einen raschen Seitenblick auf die Männer neben ihm. Nur zehn waren übrig um die Brücke gegen den Feind aus Mordor zu verteidigen. Die Erschöpfung stand ihnen allen ins Gesicht geschrieben. Ihre Gesichter schweißnass und blutverschmiert. Faramirs graue Augen starrten ins Dunkel. Er konnte die unterdrückte Furcht in ihnen sehen.
Entschlossen packte Boromir sein Schwert fester. Sie mussten es schaffen. Es durfte kein Scheitern geben. Die Brücke durfte den Horden Mordors nicht in die Hände fallen. Und wenn sie alle ihr Leben bei ihrer Verteidigung lassen mussten, dann sollte es eben so sein.

Rag Doll – Aerosmith

„Wo hast du das her, Boromir?“ Die strengen Augen seiner Mutter ließen ihm keine Fluchtmöglichkeit.
Er versuchte, das zerfetzte Ding hinter seinem Rücken zu verstecken, doch es war zu spät. „Gefunden?“
„Das glaube ich dir nicht. Was habe ich dich über das Lügen gelehrt?“
„Ein Krieger Gondors spricht immer die Wahrheit“, gab er zu, ein bisschen kleinlaut.
„Dann geh und bring Isilme ihre Puppe zurück.“


The Edge – Blind Guardian

Boromir liebte das Gefühl des Windes in seinen Haaren. Vor allem wenn er wie jetzt auf einem Pferd über die Ebene flog. Die Sonne sank dem Nebelgebirge entgegen und tauchte Rohan in ein feuriges Licht. Noch vor dem Einbruch der Nacht würde er Edoras erreichen. Von dort aus führte sein Weg weiter nach Norden. Auf der Suche nach der Wahrheit, nach Antworten auf ein Traumrätsel. Veränderung lag in der Luft. Er würde nicht in das Gondor zurückkehren, das er verlassen hatte, das er kannte und liebte. Es war nie zu spät zu hoffen.

We built this city – Starship

“Du kriegst mich nicht“, Bevor Boromir reagieren konnte, sauste Faramir um die Ecke. Das durfte er nicht auf sich sitzen lassen.
„Na warte.“ Er holte ihn letztendlich immer ein. Schließlich war sein kleiner Bruder erst fünf Jahre alt. Aber das musste er sich ja nicht anmerken lassen.
Auf der breiten Straße, die sich einmal um den ganzen Berg wand, herrschte dichtes Gedränge. Es war Markttag. Lachend zwängte Faramir sich zwischen den Menschen hindurch. Boromir grinste. Mal sehen, wie lange der Kleine heute durchhielt bevor ihm die Puste ausging.

Bring me to Life - Evanescence

Der Anduin floss ruhig dahin. Kleine Wellen plätscherten an den Planken des Boots. Ein tückisch friedliches Geräusch. Doch Boromir würde nie wieder Ruhe finden. Nicht, seit er gesehen hatte, was aus seinem Land werden würde, wenn er versagte. Nicht, seit die Stimme der Elbenfürstin unvorstellbare Dinge in seinem Geist geweckt hatte. Die weißen Türme zu Staub zerfallen. Die Häuser seiner Vorfahren ein schwelender Haufen Asche, über dem schwarze Wesen ihre schrecklichen Schreie ausstießen. Es gab nur eine Rettung. Wie konnte er ihnen klar machen, dass sie nur so ihr Schicksal abwenden konnten? Konnten sie es überhaupt verstehen? Oder war es wieder einmal an ihm, das zu tun, was getan werden musste?

Moonlight Shadow – Mike Oldfield

Nie würde Boromir seine erste Nachtwache an den Ufern des Anduin vergessen. Gerade einmal siebzehn Jahre alt hatte er den Nebel aus dem Fluss aufsteigen sehen. Die leise gluckernden Geräusche und das Flüstern des Windes in den Ruinen Osgiliaths blieben ihm für immer im Gedächtnis. Und die Müdigkeit. Seit Wochen hatte kein Grenzposten einen Ork zu Gesicht bekommen. Er hatte keine Angst gehabt. Die Anspannung war  bald verflogen, angesichts der eintönigen Stunden in denen er spürte wie seine Lider immer schwerer wurden. Er würde dem alten Hauptmann auf ewig dankbar sein, dass er niemandem ein Sterbenswörtchen verraten hatte. Boromir, Sohn des Truchsess, eingeschlafen auf seiner ersten Nachtwache.

Skalds and Shadows – Blind Guardian

Boromir hatte noch nie viel für alte Geschichten übrig gehabt. Halb erinnerte Legenden und Überlieferungen, die nicht von großen Kriegern und Schlachten handelten, hatten ihn schon als Kind gelangweilt. Jetzt wünschte er sich, er hätte damals besser zugehört. Die Luft in der Halle des Feuers war trotz der Novemberkälte warm und duftete. Es gab in Bruchtal nichts, das hässlich oder unfreundlich gewesen wäre. Sie lebten in entschieden seltsamen Zeiten. Die Sagen der Vergangenheit schienen plötzlich wichtig und zum Leben erwacht. Er verschränkte die Arme, lehnte sich an die Wand und wünschte sich nicht zum ersten Mal, sein Bruder wäre hier.

Dancing with Myself - Billy Idol

“Du solltest es dir nicht so zu Herzen nehmen.” Boromir sah auf seinen kleinen Bruder hinunter, der wie ein Häufchen Elend auf seinem Bett saß. „Es gibt noch viele andere Mädchen.“
„Glaubst du, mich wird je eine mögen?“ Wie kam er mit vierzehn auf solche unsinnigen Einfälle? Er selbst hatte noch nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet.
„Ganz bestimmt. Jetzt komm.“ Nach zwei oder drei Stunden auf dem Kampfplatz würde alles schon wieder ganz anders aussehen. Jedenfalls war das seine Erfahrung.

Kill Bill (Theme)

Krächzende Stimmen flüsterten auf dem Waldboden unter ihnen. Boromir musste nicht über den Rand des Fletts sehen um zu wissen, dass sie da waren. Orks. Eine ganze stinkende Horde aus den verfluchten Tiefen von Moria. Und sie streiften frei zwischen den Bäumen am Rande des Elbenreichs herum. Sie hatten Gandalf auf dem Gewissen. Sie hatten den Balrog auf ihre Fährte geführt. Er würde nicht untätig hier oben sitzen und sie ungestraft davonkommen lassen. Er packte sein Schwert und kroch lautlos zu der Stelle, an der die zusammengerollte Strickleiter lag.
„Boromir.“ Aragorn hatte ihn entdeckt. „Was tust du da? Du kannst nicht allein gegen sie kämpfen. Überlass sie den Elben.“ Eine Hand legte sich beschwichtigend auf seine Schulter. „Jetzt ist nicht die Zeit für Rache.“

Love her madly – the Doors

Sie kam jeden Tag um die gleiche Zeit an den Brunnen im dritten Ring der Stadt, einen irdenen Krug auf die Hüfte gestützt. Ihr Rock schwang bei jedem Schritt. Seine Soldaten pfiffen ihr nach und sie lachte darüber. Doch nur ihn hatte sie einmal angelächelt.
Jeden Tag fragte sich Boromir ob sie es wieder tun würde. Er wartete vergebens.  

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Puh, fertig. Also, ich glaub, das mach ich nicht mehr. Ich bin total kaputt. So schnell schaffen es meine Ideen dann vielleicht doch nicht von meinem Kopf aufs Blatt.
Was meint ihr?
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