Perfectly Broken

von Mounira
GeschichteDrama, Angst / P16
07.11.2010
26.12.2015
25
41206
1
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Titel: Perfectly Broken

Disclaimer: Mir gehört nichts. Nur die Idee zu der Geschichte. Die Charaktere habe ich mir dafür lediglich geliehen ^^

Warnings: Angst, dark, Stalking, Vergewaltigung, Essstörungen, Suizidgedanken/-versuch

Author’s Note: Irgendwie hat mich die Frage beschäftigt, was gewesen wäre, wenn niemand Emma zu Hilfe gekommen wäre, als sie von ihrem Stalker im Zimmer überfallen wurde? Man sollte diese Szene idealerweise kennen. Sonst könnte der erste Teil etwas verwirrend rüberkommen ^^"
Zurzeit arbeite ich noch an der Story, kann euch also noch nicht genau sagen, worauf sie hinauslaufen wird. Aber ich hoffe, der ein oder andere liest trotzdem mit? ;-)


. . : P E R F E C T L Y   B R O K E N : . .



„Verdammt, wieso dauert das denn so lange?“ Justus, der seit geraumer Zeit nervös im Raum auf und ab ging, biss erneut an seinem Daumennagel herum und blitzte Nino vorwurfsvoll an.

„Sorry, man hackt eben nicht einfach mal so ’ne Internetseite!“, rechtfertigte dieser sich mit einem leicht gereizten Unterton. Er wusste ja, dass sich Justus um Emmas Sicherheit Sorgen machte – das taten sie alle! –, aber er konnte auch nicht mehr tun als sich zu beeilen. Seine Finger prügelten schon in einer Mordsgeschwindigkeit Tastenkombinationen in den Rechner hinein.

Justus seufzte in sein Handy.
„Ich hoffe, er hat’s gleich.“

Emma, die am anderen Ende der Leitung war, gab ein bestätigendes Geräusch von sich. Auch sie hoffte es, während sie in ihrem halbdüsteren Zimmer lag und hypnotisch auf ihr Bettzeug starrte. Das Gesicht hatte sie müde im Kissen vergraben, nachdem sie dieses zunächst über ihrem Gesicht platziert hatte, bis ihr Handy vorhin geklingelt hatte und ihr Bruder ihr erzählte, Nino sei dabei, der Identität ihres Stalkers auf den Grund zu gehen.
Dafür musste Nino sich lediglich in die Webseite hacken, auf der der Stalker ebenfalls angemeldet war und Fotos runtergeladen hatte. Reine Formsache, so gesehen.

Emma war erschöpft und atmete flach. In ihre Ohren drangen die lauten Bässe der Party, auf der sie jetzt eigentlich tanzen und Spaß haben sollte. Sie wünschte sich, dem wäre so. Gerne hätte sie einen ausgelassenen Abend erlebt, sich von ihrem Verfolgungswahn verabschiedet und sich unbeschwert bewegt. Stattdessen fühlte sie sich verängstigt, bedroht – und das auch noch zu recht! Sie bildete sich ihren Stalker nicht ein. Dieser kranke Mensch existierte irgendwo da draußen und könnte sie bei nächstbester Gelegenheit wieder versuchen zu überfahren oder Ähnliches!


Ninos Bewegungen hörten abrupt auf.

„Er hat’s!“, rief Justus enthusiastisch, kaum als er das sah.

„Und? Wer ist der Dreckskerl?!“, wollte jetzt auch Mike wissen, der ebenfalls angespannt war wie ein Flitzebogen und sich beim besten Willen nicht erklären konnte, wer Emma so furchtbar zusetzen konnte.

Nino räusperte sich und presste die Lippen aufeinander. Dann seufzte er tief: „Max Mustermann.“

„Was?! Wer ist Max Mustermann?!“ wetterte Justus verständnislos, während Mike in das enttäuschte Seufzen von Nino miteinstimmte. Erst als Justus auch Emma seufzen hörte, schaltete sein Gehirn und er begriff, dass sich Emmas Stalker unter einem an den Haaren herbeigezogenen Pseudonym angemeldet hatte. Der Typ war wirklich mit allen Wassern gewaschen!

„Der ist auf Nummer sicher gegangen, aber total. Tut mir echt leid“, blieb Nino nur noch zu sagen. Selbst seine Hacker-Fähigkeiten konnten ihnen jetzt nicht mehr helfen.

„Ja, aber-“, setzte Justus an, bevor er von Emma unterbrochen wurde.
„Lasst es gut sein. Und sag Nino danke von mir. Es war lieb, dass er es zumindest versucht hat.“

„Ja... trotzdem“, murmelte Justus verdrießlich.

„Du, ich leg mich wieder hin. Ich bin total k.o.“ Emma klang so müde, wie Justus sie nie erlebt hatte. Jetzt lag es an ihm zu schlucken: „Na gut, aber wenn was sein sollte, sag mir sofort Bescheid.“

„Mach ich. Danke.“ Sie drückte die kleine Taste mit dem roten Hörersymbol auf ihrem Handy und beendete so das Gespräch. In ihrem Kopf war ein Vorhang aus Verzweiflung, der unter der lauten Musik vibrierte. Sie würde unmöglich schlafen können... Obwohl es ihr erschien, als hätte sie wochenlang kein Auge zugemacht.

Mit geschlossenen Lidern legte sie das Handy blind auf ihren Nachttisch und atmete tief, unregelmäßig. Im Hintergrund wummerten die Bässe und erlaubten es ihr nicht, ihren von der Panik beschleunigten Herzschlag unter Kontrolle zu bekommen.

Vielleicht würde sie ja Glück haben. Vielleicht würde ihr Stalker sich nicht mehr blicken lassen? Immerhin hatte Mike ihn auch gesehen, als er versucht hatte, Emma zu überfahren. Das könnte den Typen beeinflusst haben. Vielleicht wurde es ihm ja zu brenzlig und er würde Emma deswegen zukünftig in Frieden lassen?!

Träge drehte sie sich auf den Rücken herum und blinzelte. Erwartete ihre Zimmerdecke, an der sich die abendlichen Schatten und das Licht ihrer Nachttischlampe tummelten.
Doch alles, was sich in ihrem unmittelbaren Blickfeld befand, war ein schwarzes Phantom: Der Fremde stand direkt neben ihrem Bett. Emmas Schrei erstickte, als er sie übermannte.
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