Biss ins Mondlicht

von Kiki-Ro
GeschichteMystery / P12
Darren Shan Larten Crepsley Steve "Leopard" Leonard
31.10.2010
31.10.2010
7
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31.10.2010 3.803
 
Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern als er mich verwandelt hatte. Ich konnte mich noch an jeden einzelnen Schmerzfunken, an jedes einzelne Erinnerungsbildchen, an diese Schreie, an diese Kälte erinnern. So etwas konnte ich nicht vergessen. Nein. Wie konnte ein Mensch vergessen als er von einem Vampir gebissen wurde? Wie konnte dieser Mensch vergessen wie sich der Vampir an seinem Blute verzehrte? Wie konnte dieser Mensch vergessen dass dieser Vampir einem in das seines gleichen verwandelte? Niemals. Diese Erinnerungen hatten sich sehr tief in mein Herz und in mein Gehirn eingebrannt. Sie würden mich auf ewig verfolgen und mich jedes Mal erinnern was mir in jener Nacht zugestoßen war. Es fühlte sich für mich so an als ob es gestern geschehen war. Doch es war schon eine lang ziehende Woche vergangen. Aber dennoch. Ich konnte mich an jede Einzelheit erinnern.

Vor einer Woche…

Diese leuchtenden Augen. Diese Augen, die Schmerz, Kälte und Hunger wider spiegelten, blickten mich eindringlich an. So als wollten sich mit hypnotisieren. Und ich war mir zu letzteren sicher, das sie dies auch erreichen wollten. So schnell mich diese Augen in ihren bann gezogen hatten so schnell hatten sie mich auch wieder abgestoßen. Ich wendete meinen Blick von dem Jungen ab und knurrte ihn an. Ich hasste es. Ich hasste es, wenn mich ein Vampir so der Art anschaute und glaubte dass ich ihm nichts tat. Ich hasste diese degenerierten Mistgeburten so sehr. Ich hasste sie. Ich könnte ihn sofort, hier und jetzt, mit meinen eigenen Händen töten. Ich denke dass der Vampir es wusste, da er ein paar Schritte von mir zurück wich. Doch seine Augen waren noch immer an mir geheftet. Warum schaute er mich mit diesem Blick an? Warum konnte er seine Blicke nicht mehr von mir wenden? War es der Duft meiner Haut? War es das Pochen meines Herzens, der mein Blut durch meinen Körper pumpte? War es der innere Drang in seinem Herzen, der sich mit einem unerträglichen Brennen in seiner Speiseröhre meldete? War es der Heißhunger der ihn innerlich trieb? Was war es? Egal was es war, es war nichts Gutes. Vampire waren alle gleich. Bleiche wesen mit keinem funken von Gefühle oder mit einem Herzen. Sie waren kalte wesen mit obszön wirkenden Reißzähnen. Sie waren Bestien in Menschengestalt. Sie waren schneeweiße Wesen mit einer anziehend wirkenden Aura. Sie waren unbeschreiblich blutrünstige und mordeslustige Monster. Sie trachteten den Menschen nach deren Blute und tranken sie voll und ganz aus bis kein einziger Blutstropfen mehr zurück blieb. Ich hasste sie. Ich jage und töte sie. Das ist mein Job. Ich bin eine Vampirjägerin in Mädchengestalt. Ich bin genauso wie diese bleichen Blutsauger ein mystisches Wesen: ich bin ein Wolf. Ich bin ein warmes Wesen. Meine Aufgabe ist es sie zu töten. Ja. Das ist meine Lebensaufgabe.
Und dieser Vampir vor meinen Augen unterschied sich nicht groß von den anderen Vampiren. seine Haut glänzte weißlich auf im Sonnenlicht. Seine Eckzähne, die ihm als Fangzähne dienten, blitzten immer wieder obszön hervor wenn er seinen Mund öffnete und leicht grinste. Seine leuchtenden Augen waren unbeschreiblich schön aber dennoch angsteinflössend. Langsam wanderte meine linke hand an meiner linken Hüfte entlang und umklammerte den Griff meines Katanas. Mit einer kurzen Bewegung hatte ich mein Schwert aus dem Glied gezogen und hatte diese auf den Vampir gerichtet. Wenig beeindruckt blickte er mich an.
Vampir: was willst du mit dem Ding?? *auf mein Katana deut*
Ich *knurr* dreimal darfst du raten…
Vampir: das würde ich an deiner Stelle nicht tun… du könntest damit jemanden ernsthaft verletzen..
Ich: das ist auch meine Absicht….
Mit einem Male stürzte ich mich auf den Vampir und schlug mit meinem Katana zu. Doch der Vampir wich meinem Angriff galant aus und schlug mich mit einer kurzen Handbewegung gegen eine Mauer. Seine Hände schnellten mit einer ungeheuren Geschwindigkeit auf mich zu und umschlossen meine linke Hand, die das Katana umklammert hielt. Mit einer Wucht drückte er mein Handgelenk zusammen, so dass dieses fürchterlich zu schmerzen begann. Ich zuckte leicht zusammen und kniff meine Augen zusammen. Die Kraft in meiner Hand ließ langsam nach und der Griff um mein Schwert lockerte sich. Langsam glitt mir mein Schwert aus meiner Hand und kam mit einem klirren auf meinem Schlafzimmerboden auf. Mein Blick wanderte kurz zu meinem Schwert das weit entfernt von mir auf dem Boden lag. Mit einem male blickte ich dem Vampir tief in die Augen und fletschte meine Zähne. Ich müsste es also tun. Ich müsste zum ersten Mal einem Vampir meine wahre Natur zeigen. Noch nie hatte mich ein Vampir so weit getrieben. Noch nie hatte mir ein Vampir so viel Kraft und Energie geraubt. Ich hätte nie gedacht dass mich ein Vampir in diese Situation bringen würde. Doch jetzt war es soweit. Der Vampir vervielfachte seinen Druck um mein Handgelenk und presste mich nur noch mehr gegen meine Schlafzimmerwand. Verdammt. Wie ich es hasste. Nicht nur das er mich jetzt in der Gewalt hatte. Nein. Dieser verfluchte Blutsauger hatte es gewagt in meine Wohnung einzubrechen. Wie ich es hasste. So niederträchtig und hinterlistig diese Mistdinger. Unbändige Wut und Hass schäumte in mir auf. Mein gesamter Körper begann zu zittern vor Wut. Ich konnte mich nicht mehr kontrollieren. Das Tier tief in meinem Herzen war erwacht. Ich spürte schon die Kälte und Wärme die zeitgleich meinen Körper erfüllten. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Doch eines wusste ich, es war ein wundervolles unbeschreibliches Gefühl. Ich würde mich in binnen von Sekunden in einen wunderschönen grau-weiß- schwarzen Wolf verwandeln mit eisblauen Augen. Ich würde dem Vampir seine Hände von seinem Körper abreißen und meine Fangzähne in seinem fauligen Fleisch hineinbohren und dort verankern. Ich würde mich an seinem Blute verzehren. Ich würde ihn töten. Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich. Doch ehe ich etwas tun konnte spürte ich wie der kalte Atem des Vampirs sanft meine Haut berührte. Augenblicklich erfüllte eine ungeheure Kälte meinen Körper. Ich begann zu frieren und zitterte. Ich wollte mich wehren doch es ging nicht. Meine Kräfte verließen meinen Körper. Sein Atem wanderte immer weiter über meine nackte Haut. Verdammt war das unangenehm. Ich riss meine Augen auf und blickte an meinem Körper entlang. Der Kopf des Vampirs war über meinen Hals geneigt und sanft berührten mich seine weichen Lippen. Langsam strichen diese über meinen Hals und küssten diesen. Gott, hasste ich das. Gott, verabscheute ich das. Gott, ich wollte ihn töten. Der Mund des Vampirs öffnete sich und seine Reißzähne striffen rau über meine Haut. Es kratzte etwas. Ich schloss meine Augen. ich wusste was gleich folgen würde. Ich konnte nichts mehr tun. Ich konnte mich nicht wehren den der Vampir hatte mir meine Kräfte genommen und meinen Wolf in mir versiegelt. Ich wusste nicht wie er dies angestellt hatte, doch er hatte es geschafft. Er hatte es geschafft mich schwach und kampfunfähig zu machen. Und dann, seine Fangzähne legten sich auf meinen Hals und drangen langsam in mir ein. Stück für Stück bohrten sie sich immer tiefer durch meine Hautschichten bis sie endlich meine Halsschlagader erreicht hatten. Ein lautes säuselndes Saugen erfüllte mein Zimmer. Ich keuchte schmerzverzehrt auf. Die Stelle, an die er mit seinen Zähnen in mir eingedrungen war, brannte und stach wie verrückt. Es pochte und schmerzte. Es wollte einfach nicht schwächer werden oder aufhören. Nein. Es hielt an. Lange Zeit. Meine Hände hingen kraftlos nach unten. Mein ganzer Körper versteifte und meine Muskeln verkrampften. Ich schrie auf. Langsam gaben meine Beine nach. Kraftlos sackte ich zusammen. Die Hände des Vampirs schlangen sich um meine Taillen und zogen mich wieder zu sich nach oben und drückten mich dichter an seinen wohl duftenden Oberkörper. Doch ich konnte nicht mehr. Langsam sackte der Vampir mit mir in seinen Armen auf den Boden. Kniend lag ich da. Noch immer genoss der Vampir mein Blut. Seine Finger krallten sich immer tiefer in meine Schultern, diese er umklammert hielt. Ich hörte das Gurgeln und das Schlucken das damit verbunden war. Wie viel Blut er wohl schon von mir getrunken hatte? Wie viel mein Körper jetzt noch besaß? Wie lange würde ich wohl noch leben? Wann würde endlich der Tod eintreten? Plötzlich hatte ich den Boden unter meinem Hintern und meinen Beinen verloren. Ich schwebte in der Luft. Krampfhaft versuchte ich meine Augen zu öffnen. Doch meine Lieder waren viel zu schwer. Nur noch einen leichten Augenspalt konnte ich meine Augen öffnen. Etwas Verschwommenes konnte ich erhaschen. Es war undeutlich und nicht mehr klar. Eines war gewiss, ich musste sehr viel Blut verloren haben da ich nicht mehr klar sehen konnte. Doch es war nicht nur das Sehen das mir mit der Zeit genommen wurde. Meine ganzen Sinne waren dabei einzuschlafen. Was ich noch spürte, war der noch immer anhaltende Schmerz an meinem Halse. Noch immer saugte der Vampir an meinem Blute. Ich spürte eine kalte Brise. Ich spürte wie ich vorsichtig auf mein Bett gelegt wurde und die Matratze etwas nachgab. Langsam schlug ich meine Augen auf und konnte einen undeutlichen Schatten vor meinen Augen erkennen. Dieser Schatten war noch immer über meinen Hals gebeugt und saugte noch immer an meinem Blute. Der Schmerz wurde immer stumpfer und dann konnte ich nichts mehr der Art spüren. Gefühllos. Schmerzlos. Nichts mehr. Mit einem Ruck zogen sich die Fangzähne des Vampirs aus meinem Fleische heraus. Nur langsam wurde meine Sicht deutlicher. Das verschwommene nahm langsam wieder etwas Konstantes an. Eine männliche Silhouette bewegte sich vor meinen Augen. Diese bleiche und untote Haut. Unverkenntlich. Ein Vampir.
Augenblicklich weiteten sich meine Augen. Das Gesicht des Vampirs, das eigentlich die ganze Zeit über in einer Dunkelheit und einem Schatten gehüllt war und mir nicht offenbart werden wollte, blickte mich an. Diese leuchtend düsteren grau – blau- grünen Augen funkelten mich aus der Ferne aus an. Sein braunes Haar, das frech nach hinten gekämmt war und seine sportliche und lässige Kleidungsart erinnerte mich stark an Darren Shan. Nein. Das konnte nicht sein. Nein. Mit einer raschen Handbewegung wischte sich der Vampir mein Blut von seinen Lippen weg und angeregt leckte seine Zunge anschließend das haftende Blut an seinem Handrücken ab. Nur langsam kehrte in meinen Gliedern und Muskeln wieder allmählich die Kraft zurück. Ruckartig wanderte meine linke Hand über meinen Hals und strich über die kleinen Einbissstellen. Ein stechender Schmerz machte sich bemerkbar und erneut zuckte ich schmerzverzehrt zusammen. Ich keuchte auf. Noch ein paar feine Blutstropfen ronnen aus den Bisswunden und besudelten meine Hand. Wie starr war mein Blick auf den Vampir gerichtet, der sich vor mir befand. Der Schock saß tief als ich erkannte, um welchen Vampir es sich hier handelte. Es war kein unbedeutender Vampir der sich an meinem Blute vergangen hatte. Nein. Es war meine große Liebe. Es war Darren Shan. Darren war doch ein Halbvampir. Doch jetzt, in dieser Sekunde, stand er als ein leibhaftiger reinblütiger Vampir vor mir und blickte mich auch mit den langsam rot aufleuchtenden Augen an. Angst und Trauer überkam mich. Wie konnte er das tun? Wie konnte er mir diese Schmerzen zufügen? Wie konnte er von meinem Blute trinken? Wie konnte er seine ganze Kraft mir gegenüber in Gewalt umwandeln? Warum? Ich verstand es nicht. Meine Augen wurden langsam glasig und die ersten Tränen ronnen mir unaufhörlich meinen Wangen entlang. Warm und dann kalt werdend. Mein Mund öffnete sich doch keine Worte wollten mir über meine Lippen kommen. Was konnte ich noch sagen? Was?
Darren * mich muster* was ist?? Hat es dir jetzt voll und ganz die Sprache verschlagen? Du warst sonst immer so schlagkräftig! *mich hämisch anlächel* und außerdem, du bist nicht so stark wie du immer dachtest. Du bist ein verweichlichtes kleines Schosshündchen. Mehr nicht. Du bist kein Wolf. Du bist ein Hündchen. Aber eines muss ich dir noch lassen. Dein Blut ist wirklich sehr schmackhaft und nähernd. Ich denke das ist das Einzige das ich an dir liebte. Ich frage mich wie ich immer bei dir sein konnte. Dein Geruch und deine Anwesenheit waren einfach nur unerträglich. Ich denke mal das es die Sehnsucht war die mich so sehr an deinem Blut band. Aber jetzt ist das alles vorbei. Endlich. Du glaubst gar nicht wie lange ich diesen Tag herbei gesehnt hatte.
Ich schlang meine linke Hand krampfhaft um meine blutende Halswunde. Immer mehr Tränen kullerten mir über meine Wange. Diese Worte trafen mich wie Messerstiche. Immer tiefer bohrten sie sich in mein Herz und splitterten dieses. Schmerzen überkamen mich. Warum? Warum sagt er das? Warum nur? Was hatte ich ihm getan? Warum? Ich dachte er liebt mich? Sind alle Vampire also doch gefühlslose, verlogene, blutrünstige Bestien, wie ich sie mir immer ausgemalt hatte? Hatte ich mich so sehr in der Vorstellung verrannt das Darren und ich uns doch lieben konnten? Das eine Liebe zwischen einem Wolf und einem Halbvampir bestehen konnte? Wie naiv ich doch war. Wie konnte ich nur so dumm sein und glauben dass er mich doch lieben würde? Wie konnte ich nur so dumm sein zu glauben dass es doch noch gute Vampire gab? Wie konnte ich nur so dumm sein und diesen Hirngespinsten glauben schenken?? Das hier ist nun die Quittung für meine Jahre lange Dummheit.
Ich *flüster*…worauf wartest du noch? Du hast mich innerlich schon getötet.. also mach schon.. bring es endlich zu Ende… töte mich…
Ich schloss meine Augen. Ich hörte nur noch Darrens hämische feixende Stimme.
Darren *lach* oh nein.. ich werde dich nicht töten.. nein.. das währe viel zu einfach…
Und wieder gab die Matratze bei Darrens Gewicht nach und sackte etwas ein. Darrens kalte Hände umklammerten meine linke Hand und zogen diese mit voller wucht von meiner Wunde weg. Ich wollte eigentlich meine Augen geschlossen halten doch ich öffnete sie einen spaltweit. Hatte er genau das vor, das mir genau in diesem Moment durch meinen Kopf schoss? Angst und Panik übermahnten meinen Körper. Ich fing zu zucken und zu zittern an. Nein. Ich will nicht. Darrens Hände wanderten über meinen Hals hinauf zu meinem Gesicht und streichelten dieses sanft.
Darren *flüster* beruhige dich.. du brauchst doch keine Angst zu haben… ich werde dich nicht töten….
Darren führte seine rechte Hand zu seinem Munde und langsam bohrten sich seine Fangzähne in sein Fleisch und die ersten Bluttropfen ronnen über seinen Daumenballen. Mit einer unglaublichen Schnelligkeit presste Darren seine blutende Hand auf meine Bisswunde am Hals und sein Blut gelangte in meine Blutbahn. In Sekunden gelangte sein Vampirblut zu meinem Herzen. Ich zuckte. Ich schrie. Es war unerträglich. Mein Herz begann unaufhörlich an zu pochen und zu schmerzen. Immer schneller wurde mein Herz und jedes Mal wenn es gegen den Brustkorb schlug vergrößerte sich der Schmerz. Ich presste meine Augen zusammen und schrie. Darrens Hände legten sich auf meine Lippen und verwährten mir so das ich meine Schmerzen und meinen Hass aus mir heraus schreien konnte. Mir wurde kalt. Eiskalt. Eine Kälte und Dunkelheit holte meinen Körper ein und umhüllte ihn voll und ganz. Und dann. Nichts. Leere. Dunkelheit. Ich hatte das Bewusstsein verloren.

Wieder in der Gegenwart…

Ja. Meine einstige Liebe hatte mich in dieses Monster verwandelt. Ich hasste ihn doch ich liebte ihn auch noch. Meine Gefühle für ihn waren gespalten. Während ein Teil meines Herzens ihn hasste und ihn mit großer Freude töten wollte so liebte ihn der andere Teil noch immer. Die gemeinsame Zeit und die damit verbundenen Erinnerungen würden mich niemals los lassen. Es war ein unbeschreiblich dreckiges Gefühl. Wie oft hatte ich schon versucht mich zu töten? Ich hatte nichts mehr Menschliches und Wolfsähnliches an mir. Nichts mehr. Darrens Vampirgene, oder waren es doch winzig kleine Vampirzellen gewesen? , hatten all meine Wolfsgene zerstört und deren Platz eingenommen. Ich konnte mich nicht mehr Mensch oder Wolf nennen. Den ich war zu jenem Monster mutiert das ich über alles hasste und gejagt hatte. Nichts hatte geholfen. Kein Holzpfahl half. Keine Silberkugeln konnten mir meine Schmerzen und mein leiden nehmen. Nichts. Ich war zu ewiger Verdammnis in diesem scheiss Körper von einem Vampir verflucht. Warum nur? Warum hatte er mir das angetan?
Diese Fragen verfolgten mich schon seit diesem Tage. Die beißende Kälte der Nacht holte mich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Das sanfte Rauschen des Nachtwindes erfüllte die sonst immer so trübe und stille Nacht. Ich warf einen kurzen Blick zu dem Nachthimmel empor. Vereinzelte Sterne und der in Silber getauchte Mond erhellten die dunkle Nacht. Grau – weiße Wolken ziehen ihres Weges und verdecken zum Teil den Mond. Im Großen und Ganzen war es eine friedliche und schöne Nacht. Wenn es mich nicht gäbe, dann währe es wirklich friedlich. Der schwelgende und lockende Geruch eines Menschen lag in der Luft. Meine Muskeln verkrampften sich augenblicklich und meine Augen zogen sich zusammen. und wieder fingen sie an purpurrot zu funkeln. Ich fletschte meine Zähne und knurrte leicht. Meine etwas größer und länger ragenden Eckzähne striffen über meine Lippen. Ich war eine Bestie in Menschengestalt. Ich werde gejagt. Ich werde gehasst. Ich werde nicht geduldet. Doch noch immer war ich hier. Doch was mich nur noch mehr beschäftigte: ich hasste mich am meisten. Ich hasste mich für das was ich jede Nacht verbrach. Ich hasste mich dafür was ich jetzt gleich tun würde. Und ich hasste mich dafür dass ich nichts dagegen tun konnte. Ich konnte dieses brennen in meinem Herzen, das langsam aber sicher meiner Speiseröhre hinauf klettert, nicht unterdrücken. Ich konnte diesem Drang und diesem Verlangen nicht widerstehen. Dieses Verlangen nach dem roten und verlockend duftenden und schmeckenden Trank. Nein. Ich konnte das nicht.

Wie von Sinnen preschte ich durch die Nacht. Nur das eine Ziel vor den Augen: den beißenden Hunger endlich stillen zu können. Meine Beine trugen mich ungeheuerlich schnell durch die Gassen und der lockende Duft des Menschen war schon in naher reichweite. Meine Augen hatten sich zu Schlitzen geformt und ich ließ den Anschein eines Raubtieres erwecken. Ja. Ich war ein Raubtier in Menschengestalt. Diese Schatten die an die Hauswand geworfen wurden zeigten zwei menschliche Wesen. Mein Lauf verlangsamte sich augenblicklich. Stolpernd kam ich nach vorne und ging um die Ecke. Ein Pärchen stand eng umschlungen an der Wand und tauschten ihren Speichel aus. Ein langer inniger Kuss ließ die beiden Menschen alles um sich herum vergessen. Sie hatten noch nicht einmal wahrgenommen dass sich ein Vampir ihnen genähert hatte. Das Brennen wurde immer unerträglicher. Mein Hals und mein Rachen loderten schon förmlich. Meine Hände, die die ganze Zeit schlaf nach unten hingen, bewegten sich langsam von meinem Körper seitlich weg und meine Finger formten sich langsam zu Raubtierartigen Pranken. Mit schleifenden Schritten ging ich auf die beiden zu und mit einem male schlug ich das Paar auseinander. Der Mann wurde gegen die rechte Hausmauer geschleudert und die Frau schlug gegen die linke Hausmauer. Beide sackten mit einem schmerzverzehrten keuchen an der Wand hinab auf den kalten und feuchten Boden. Einige Wasserpfützen tummelten sich auf dem Boden da es vor geraumer Zeit geregnet hatte. Ohne groß zu überlegen stürzte ich mich auf die Frau, die versuchte sich an der Wand wieder nach oben zu ziehen. Meine Pranken schlugen sie erneut gegen die Mauer und ohne zu zögern weitete ich meinen Mund und meine Fangzähne erlangten ihre volle Länge. Mit einem Schwung schlug ich meine obszönen Reißzähne in den Hals der Frau. Meine Pranken krallten sich immer tiefer in das Fleisch der Frau. Ein lauter schmerzverzehrter Schrei der Frau erfüllte die stille Nacht. Das Pochen ihres Herzens und der schnelle Atem machten mich nur noch mehr verrückt nach ihrem Blute. Das warme Blut berührte meine Fangzähne und hießen mich willkommen in dem Organismus der Frau. Mit großen Zügen begann ich das Blut aus ihr heraus zu saugen. Warm und pulsierend wanderte das Blut über meine Fangzähne in meinen Rachen und floss meiner Speiseröhre hinab. Zug um Zug holte ich das Blut aus der Frau hinaus. Ein sanftes Keuchen war nun mehr von ihr zu vernehmen. Sie wurde immer schwächer. Ihr Atem verflachte und ihr Herzschlag verlangsamte sich. Langsam zog ich meine Fangzähne aus ihrem Fleisch heraus und ließ ihren geschwächten Körper auf den Boden sinken. Ihr braunes verfilztes Haar legte sich schützend um die Bissstelle an ihrem Halse. Ihre weit aufgerissenen Augen die Leere und Schmerz wider spiegelten starrten mich ungläubig an. Ja, Menschen glaubten nicht an Vampire. Der Mund der Frau war einen kleinen Spalt geöffnet. Ein sanftes Röcheln kam hervor. Tränen des Schmerzes kullerten ihr über ihre Wangen. Anfangs, wenn ich einen Menschen überfiel und dessen Blut trank verspürte ich Freude und so etwas wie Sättigung. Doch dann wenn ich sie einfach so auf dem Boden zurück lassen wollte und sie mich mit dem gleichen Ausdruck in den Augen anblickten, verspürte ich erneut wieder Hass und Wut gegen mich selbst. Ja. Ich hasste mich wieder. Meine rechte Hand wanderte zu meinem Mund und wischte langsam das haftende Blut von meinen Mundwinkeln weg. Ich hörte die hallenden Schritte des Mannes hinter mir. Ich wirbelte herum und schleuderte den Mann mit einer kurzen Handbewegung an die linke Wand. Stöhnend sackte er an der Wand hinunter und saß neben der Frau auf dem Boden. Sein Blick wanderte erst zu seiner Geliebten doch dann wanderten sie langsam zu mir empor. Angst und Schrecken bildeten sich in seinen Augen. Ja, fürchte dich. Ich bin ein Vampir. Ich bin der Schrecken der Menschheit. Ich bin geboren um euer Blut zu trinken und um euch zu töten. Langsam bewegte der Mann seine rechte Hand und hob diese hoch. Sein Zeigefinger war auf mich gerichtet. Mit zittriger Stimme sprach er.
Mann:..du..du…du….
Ich * Augen verdreh und tief Luft hol*…ja ich….
Mann:….Vampir….
Ich *augenblicklich vor dem Gesicht des Mannes erschein*..ja..ich bin ein Vampir. Und. Hast du ein Problem damit?? *Mann anfunkel*
Mann *zitter und heftig seinen Kopf schüttel*..n..nein….
Ich * langsam wieder aufricht*..na.. dann ist´s ja gut….deiner Freundin geht es gut.. hat nur etwas Blut verloren mehr nicht… am besten ihr sucht ein Krankenhaus auf…..
Ich drehte mich auf meinem Schuhabsatz um und verschwand in der Nacht. Ich hatte schon wieder einem Menschen Leid und Schmerz zugefügt. Ich bin wirklich ein Monster.
Der dichte Nebel der Nacht umhüllte mich und ließ mich von dem grausamen geschehen verschwinden. Ich schloss meine Augen und als ich diese wieder öffnete leuchteten sie endlich wieder in dem gewohnten eisblau. Meine Muskeln hatten sich endlich wieder entspannt. Noch immer schwelgte der Duft des Blutes von der Frau in der Luft. Aber das war mir egal. Ein neuer und ungewohnter Geruch hatte mich in den Bann gezogen. Der Geruch von einem anderen Menschen. Augenblicklich funkelten meine Augen wieder blutrot. Und wieder preschte ich los. Es würde nicht mehr lange dauern bis meine Hände wieder mit blut befleckt währen und ich wieder meine Reißzähne in den Körper eines unschuldigen Menschen gestoßen hätte. Es würde nicht mehr lange dauern ehe ich mich wieder von dem Blute nähren würde. Und wieder würden mich die leeren und traurigen Augen der Menschen in meinen Träumen verfolgen.