mein 4 gegen z

von sijuna
GeschichteAllgemein / P12
26.10.2010
08.12.2010
4
5.816
 
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
26.10.2010 2.345
 
Ich saß mit geschlossenen Augen im Auto. Wir waren auf den Weg nach Lübeck. Meine Großtante Eva, oder wie jeder sie nannte Tante Eva, war gestorben und wir fuhren zu ihrer Testamentseröffnung. Das einzige was mich wunderte war das nicht nur meine Mutter und ich sondern auch meine Freundin Tess, ihre Mutter, wir haben sie mitgenommen, und 2 andere Familien auf den Weg dorthin waren. Die Hälfte des Wegs hatten wir schon hinter uns und die ganze Zeit habe ich mit meinem Geist alles möglich berührt, von Ameisen bis zu den anderen Menschen in den Autos. Ich hatte zwei Kräfte und eine war es mit meinem Geist Dinge zu spüren und wenn sie leben auch einzudringen, die andere war Energie nach Belieben zu formen, von fliegenden Kieselsteinen bis zu Blitzen, oder sie sogar in mich oder in Edelsteine aufzunehmen. Wenn ich beide Kräfte mit einander verband konnte ich mit der Energie von Pflanzen oder Menschen Sachen erschaffen ohne meine eigene Energie zu benutzen. Das hab ich aber nie gerne gemacht, ich hab lieber meine Energie in die Edelsteine an meinem Gürtel getan um später darauf zurückzugreifen. Die Kraft mit dem Geist habe ich mit 5 Jahren entdeckt, die andere mit 10 Jahren. Tess und ihre Mutter wussten davon nicht, was auch gut war. Du bist zu leichtsinnig. Ich hab es ganz leicht geschafft in deinen Geist einzudringen. Woran denkst du?, fragte meine Mutter in Gedanken, sie hatte auch die Kraft mit ihrem Geist in einen anderen einzudringen.

Ich bin nicht leichtsinnig, ich hab gespürt das du es machst. Das müsstest du langsam Wissen. In dem Brief stand doch etwas von noch 2 Familien ich hab überlegt wer das sein könnte und warum Tante Eva sie in ihrem Testament erwähnt. Wir unterhalten uns meistens so und das seit ungefähr 8 Jahren, ich weiß wann jemand in meinen Geist eindringen will und ich weiß mich zu verteidigen. Meine Mutter wies es zwar glaubt aber ich setzte es nicht immer ein, sie denkt sowieso das ich schon viel zu viel kann für mein Alter. Das wundert mich aber auch nie, ich hab meine Kräfte zu früh entdeckt und beschäftige mich mit ihnen. Genau deshalb macht sie sich sorgen weil sie denkt das jemand hinter mir her war wegen diesen Kräften, aber ich hab schon so manchen Angriff von Magiern überlebt und sie sogar ziemlich fertig gemacht. Am Anfang konnte ich ihnen nichts tun, aber jetzt erledige ich sie fast schon eiskalt, was meine Mutter immer mehr beunruhigt.

Du hast mich gespürt obwohl dein Geist offen war?

Ja, warum wundert dich das. Mein Geist ist fast immer offen.

Du solltest besser aufpassen und was die anderen 2 Familien angeht weiß ich leider auch nicht. Aber Tante Eva war doch sowieso etwas verrückt, das kannst du nicht leugnen.

Mag schon sein, aber sie hat mir beigebracht Energie zu formen. Was sonst keiner in dieser Familie getan hat.

Sie haben es nicht getan weil sie gefunden haben das du zu jung bist.

Da irrst du dich, wenn es nach ihnen gegangen wäre. Wäre ich vor Energieüberfluss geplatzt. Diese Familie mag uns einfach nicht und an mir zeigen sie es besonders.

Sijuna! Sprich nicht so von ihnen, sie sind trotzdem ein Teil deiner Familie.

Ja, einer der mir gestohlen bleiben kann. Du hast es selbst bei Tante Eva gesehen, sie hat angefangen mich zu unterrichten und plötzlich hat keiner mehr aus dieser Familie mit ihr Kontakt. Komischer Zufall. Ich öffnete wieder die Augen und sah aus dem Fenster. Durch die Bäume sah ich ein Reh, was ich aber schon viel länger gespürt hatte. Kurz berührte ich den Geist von ihm, es war glücklich. Ich wusste aber das es nicht lange so bleiben wir, weil es genau auf ein Jagdgebiet zulief.

Denk nicht mehr an sie. Egal was für 2 Familien es sind, sie gehören nicht zu ihnen, glaube ich, und jetzt muss ich mich wieder auf die Straße konzentrieren. Damit verschwand sie aus meinen Gedanken. Was ich allerdings nicht verstand war, das sie sich vorher auch auf die Straße konzentrieren musste und sich trotzdem mit mir unterhielt.

Ich griff nach meinen geflochtenen Zopf, er war das einzige was mir von Tante Evas Unterricht geblieben ist. Weil ich nicht gleich Energie irgendwo unterbringen konnte, hat es sich in meinem Körper angesammelt und mich sehr schnell wachsen lassen. Innerhalb von einem Monat bin ich 10 Zentimeter gewachsen und meine Haare sind sehr schnell bis zu meinem Hintern gewachsen. Tante Eva hat gemeint das mich offene Haare nur stören wurden und deshalb hat sie sie zu einem Zopf geflochten. Ich hab meine Haare nie abschneiden lassen und trug sie seit damals immer so. Mein Glück war das niemandem der Unterschied aufgefallen war, was auch nicht sonderlich schwer war weil ich auf eine Realschule ging und auf diese Schule keiner der mich kannte ging. Auf der Schule habe ich auch Tess kennengelernt und mich sofort mit ihr angefreundet. Am ersten Elternabend haben sich unsere Eltern kennengelernt und sich gut verstanden, seit dem verbringen wir die meiste Zeit miteinander. Ich blickte zu Tess rüber und musste lächeln. Sie hatte sich nicht viel verändert seit ich sie kennengelernt habe, außer das ihr Lila-Tick noch schlimmer wurde. Seit einem Jahr trug sie fast nur noch lila und zwar am besten jeden Tag, manchmal sah es auch nach pink aus und dann nannten ich sie immer Pinky.

Auf dem nächsten Schild was kam, stand das es bis Lübeck nur noch 20 Kilometer waren. Was mich erleichterte, weil wir die ganze Zeit durchgefahren sind. An dem Gebäude wo die Testamentseröffnung stattfinden sollte, streckte ich mich erst mal, was nach 3 Stunden Fahrt ohne Unterbrechung auch kein Wunder war. In dem Haus selber sah ich durch ein Fenster eine paar Personen. Ich schickte meinen Geist aus und zwei von ihnen kamen mir bekannt vor, aber es waren keine aus Tante Evas Familie. Wir klingelten. Eine Frau machte uns auf und brachte uns in einen Raum. In dem Raum blieb mir und Tess erst mal der Atem stehen. Dort waren zwei Jungs aus unserer Klasse. Der eine war Daniel Beck, er hatte braune Haare und blaue Haare und versucht immer besser zu sein als ich. Fabian Scherz, er hieß wirklich so, war der andere, er hatte auch blonde Haare und braune Augen. Natürlich waren auch ihre Eltern dabei, obwohl es nur ihre Väter waren weil ihre Mütter abgehauen sind. Bei mir ist mein Vater gestorben als ich 3 Jahre alt war und bei Tess ist er abgehauen. Das kann doch nicht wahr sein. Tante Eva warum müssen die hier sein. Wir setzten uns, zum Glück saß ich Tess gegenüber. Sie schaute mich fragend an, aber ich zuckte nur mit den Schultern. Sijuna, bilde ich mir das nur ein oder sind das Jungs aus deiner Klasse. Ihre Väter kommen mir so bekannt vor. fragte meine Mutter

Das bildest du dir nicht ein, sie sind aus meiner Klasse. Ich frage mich nur warum Tante Eva sie in ihrem Testament erwähnt.

Ich weiß es leider nicht. Das hätte sie mir nicht sagen müssen. Sie ging wieder aus meinem Geist und ich schaute wer alles noch in diesem Haus ist. Ich spürte die Frau, die uns die Tür aufgemacht hat und einen Mann. Lange Zeit nachzudenken wer er ist hatte ich aber nicht weil die Frau ins Zimmer kam und meinte: „Sie können jetzt zu Herr Wolf. Dort wird das Testament verlesen. Ich bringe sie zu ihm.“ Ich und meine Mutter gingen als letztes raus, bevor ich raus ging drehte ich mich um. Seit wir hier drin waren hatte ich das Gefühl von draußen beobachtet zu werden und dort war auch ein Mann auf einen Motorrad, als er merkte das ich ihn ansah fuhr er los. Schnell wandte ich mich ab und ging hinter den anderen her. Wir hielten an einer Tür die Frau machte sie auf und zeigte uns wir sollen rein gehen. In dem Raum saß ein Mann an einem runden Tisch. „Bitte setzen sie sich.“, sagte er. Wir setzten uns , genau wie in dem ersten Raum, und er fuhr fort. „Wie sie sicher denken bin ich Herr Wolf. Zuerst möchte ich an die Familien Down, Beck und Scherz sagen das es nicht oft vorkommt das jemanden den man nicht kennt im Testament erwähnt wird. Jetzt aber weiter. Die Verstorbene hat kein Schriftliches Testament hinterlassen sondern ein Sprachliches. Ich werde es jetzt abspielen.“ Er holte einen Kassettenplayer unter dem Tisch hoch und drückte auf die Play-Taste. „Sijuna, Petra es tut mir leid das ich euch nicht selbst darüber Infomieren konnte.“, erklang die Stimme von Tante Eva. Sie klang rauer und schwacher als ich sie kannte, aber ich konnte trotzdem den sanften und freundlichen Ton heraus hören. „Daniel und Julian Beck, ich kannte eure Großeltern beziehungsweise Eltern und ich habe ihnen geschworen das ihr es bekommt. Dasselbe gilt auch Fabian und Stephan Scherz, Tess und Dagmar Down. Ich wünschte ich hätte euch persönlich gekannt. Auf jeden Fall werde ich euch mein Haus in Lübeck vererben und für jeden 100.000 Euro, vorausgesetzt die Kinder wohnen ein Jahr in dem Haus. Wera ora sel Sijuna.“

Vio estes Taresos Eva. Dass sie die letzten Worte in der Energiesprache sprach fand ich etwas komisch. Die Energiesprache ist eine alte Sprache die nur noch von Energiebändigern, so nennt man die Leute die Energie kontrollieren können, benutzt wird. Tante Eva hat sie mir beigebracht und ich beherrsche sie fliesend. Sie wird aber nur von Energiebändigern eingesetzt weil sie eine Magische Sprache ist und man kann mit ihr Zauber wirken die fiel Energie brauchen, die nur Energiebändiger haben oder holen können. „Wir sollen ein Jahr mit denen da zusammen wohnen?!“, rief Tess auf einmal, sprang dabei auf und zeigte dabei auf Daniel, Fabian und ihre Väter.

„Tess, beruhige dich.“, sagte ihre Mutter und zog sie wieder auf ihren Stuhl. „Es geht aber wirklich nicht, bei allem Respekt für diese Frau. Wir können nicht in ein fremdes Haus einziehen.“, meinte sie aber auch selbst.

„Da stimme ich Dagmar zu.“, sagte Fabians Vater.

„Sijuna, was denkst du?“, fragte mich meine Mutter.

„Tante Eva war zwar etwas verrückt, aber in jeder ihrer Handlungen war ein Sinn zu entdecken. Nur wir Kinder sollen dort hin ziehen das bedeutet das dort irgendetwas ist, was uns betrifft.“, sagte ich ohne hoch zu sehen.

„Sie hat recht. Vielleicht ist dort irgendetwas was unseren Kindern im Leben helfen kann. Wir sollten es machen.“, sagte Daniels Vater.

„Julian, ich kann meinen Beruf nicht so einfach aufgeben. Bei dir ist es kein Problem, du bist immerhin ein Trendsetter und kannst überall arbeiten.“, meinte Fabians Vater.

„Ich kann meinen Beruf auch nicht so einfach verschieben. Als Pflegerin bekommt man nur schwer eine Arbeitsstelle.“, rief beinah Tess Mutter.

„Nur unsere Kinder sollen dort hin, Dagmar. Ihr beiden könnt sie mir und Julian ruhig anvertrauen. Tess wohnt sowieso schon fast bei uns.“, sagte meine Mutter.

„Das können wir aber nicht für ein Jahr machen.“, meinte Fabians Vater wieder.

„Wir können das Jugendamt fragen und wenn nicht könnt ihr sie doch am Wochenende besuchen.“, sagte Daniels Vater wieder.

„Bevor das hier so weiter geht.“, mischte sich jetzt wieder Herr Wolf ein. „Dieses Buch soll ich auch noch den Kindern geben. Es stand auf einem Extra-Zettel.“ Er legte ein Buch auf den Tisch, mich hat es gewundert das niemand danach griff. Ich griff danach und schaute es mir an, während unsere Eltern wieder zu diskutieren anfingen. Zu meinem Erstaunen war das Buch leer. Nur auf der letzten Seite stand etwas. ‚Ihr müsst in das Haus ziehen. Es ist eure Bestimmung und jeder kann dort seine Kräfte ohne Bedenken einsetzten.‘ Ich wunderte mich über den Letzten Satz und dring deswegen in den Geist meiner Mutter ein. Haben hier alle Magische Kräfte?

Woher weißt du das?

In dem Buch ist eine Andeutung darauf.

Lies es mir bitte vor. Alles. Sie wusste das ich ihr nur diesen einen Abschnitt vorgelessen hätte nach dem Ersten Satz.

Ihr müsst in das Haus ziehen. Es ist eure Bestimmung und jeder kann dort seine Kräfte ohne Bedenken einsetzten.

Steht sonst noch was in dem Buch?

Eben nicht. Sonst ist das Buch komplett leer. Nichts.

Ich schick euch raus, las das Buch hier drin.

Ok.

„Vielleicht sollten die Kinder mal draußen warten, sie müssen ja nicht unbedingt unsere Diskussion mitkriegen.“, meinte sie dann.

„Eine gute Idee, ich lass sie dann auch mal alleine. Wenn sie sich entschieden haben rufen sie mich an, ich glaube nämlich das muss auch vom Jugendamt erlaubt werden.“, sagte Herr Wolf und ging zu Tür.

„Du hast recht, Petra. Kinder wartet draußen.“, sagte Tess Mutter. Wir gingen auch, ich ließ das Buch auch liegen. Auf dem Flur setzten wir uns auf den Boden. Tess neben mir und uns gegenüber Daniel und Fabian. „Ich hätte nichts dagegen wenn deine Mutter mich adoptiert.“, sagte Tess dann irgendwann.

„Das hast du mir schon oft genug gesagt, Tess. Vielleicht machen sie es ja wirklich, dann sind wir Schwestern.“, sagte ich und lächelte sie an.

„Wie war diese Eva eigentlich?“ Ich schaute zu Fabian, der die Frage gestellt hat.

„Tante Eva war die einzige, aus meiner Familie Väterlicher Seite, die sich mit meiner Mutter und mir abgegeben hat. Die anderen haben uns abgewiesen. Sonst war sie immer gut gelaunt und machte gern Scherze. Sie hat uns immer einmal im Jahr besucht und dann sind wir meisten Schwimmen gegangen. Geschwommen ist sie wie ein Fisch. In ihrem Haus hat sie alleine gewohnt, bis auf eine Ziege und ein Pferd. Sie hat sich sehr für den Tierschutz eingesetzt und ist auch oft ins Tierheim gegangen um dort zu helfen. Sonst hat sie eigentlich ziemlich zurückgezogen gelebt.“, sagte ich und schaute dabei an die Decke. Plötzlich ging dann die Tür auf und unsere Eltern kamen raus. „Ihr werdet in das Haus ziehen, wir müssen es nur noch mit dem Jugendamt abklären.“, sagte meine Mutter. Wir verabschiedeten uns von einander und fuhren zurück. Die Jungs sind mit dem Zug gefahren, deshalb mussten sie noch zum Bahnhof laufen. Wir sind gleich losgefahren, es war eine ruhige Fahrt selbst meine Mutter und ich unterhielten uns nicht.
Review schreiben